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4 messages
4 total messages Started by Dirk Rode Tue, 07 Apr 1992 15:42
Frage ueber CERT/BSI
#2
Author: Dirk Rode
Date: Tue, 07 Apr 1992 15:42
18 lines
1028 bytes
Shalom,

 hat einer - ausser Terra :-))) - Infos ueber die Entstehungsgeschichte
und die Aufgaben von CERT und BSI/ZSI/ZfCh ? Insbesondere warum diese
entstanden sind und wie sie die Informationen verteilen interessiert mich :-))

 Sobald ich alle diese Infos zusammen habe, werde ich eine Zusammenfassung mit
den fuer die Netzbenutzer interessantesten Daten posten :-))


mfG Dirk
 
-- 
*  Dipl.Inform. Dirk Rode * diro@edison.Phone.North.DE                 *
*  Zwischenahner Str. 64  *                                            *
*  2910 Howiek            * Tel: ????? ????  ask me if you want to know*
*   ... Ein ganzer Kerl ...                                            *
*                       ... Dank Chappi :-))                           *
Re: Frage ueber CERT/BSI
#5
Author: Frank Simon
Date: Wed, 08 Apr 1992 06:40
14 lines
1056 bytes
Hallo,

diro@edison.phone.North.DE (Dirk Rode) writes:
> Sobald ich alle diese Infos zusammen habe, werde ich eine Zusammenfassung mit
>den fuer die Netzbenutzer interessantesten Daten posten :-))
Viel Spass. Allein bei mir umfasst das einen dicken Aktenordner voll. :-)

Terra
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Re: Frage ueber CERT/BSI
#10
Author: Frank Berger
Date: Thu, 09 Apr 1992 17:53
94 lines
4932 bytes
Hi all...

diro@edison.phone.North.DE (Dirk Rode) writes:

>  hat einer - ausser Terra :-))) - Infos ueber die Entstehungsgeschichte
> und die Aufgaben von CERT und BSI/ZSI/ZfCh ? Insbesondere warum diese
> entstanden sind und wie sie die Informationen verteilen interessiert mich

Also zum BSI hab ich noch ein paar Daten, sind aus der CHIP vom
Maerz 1991:

1. der Chef des Vereins heiSt Dr. Otto Leiberich, der war laut CHIP in
   den fuenziger Jahren beim BND Leiter der Zentralstelle fuer das
   Chiffrierwesen ZfCH.
2. entstanden ist das BSI (Bundesamt fuer Sicherheit in der Informations-
   technik) aus dem ZSI (Zentralstelle fuer Sicherheit in der Informations-
   technik), deren Leiter war ebenfalls Dr. Otto Leiberich. Das ZSI
   gab's seit 1989 und war ein Gemeinschaftsprojekt der Bonner
   Wirtschafts- und Innenministerien. Das BSI gibt's seit dem 1. Januar
   1991 und darf sich Bundesbehoerde nennen.
   Als der Artikl in der CHIP war, hatte das BSI 200 Mitarbeiter, da
   wurden aber noch so 80 gesucht, also wuerde ich mal so schaetzen,
   daS es zur Zeit 300 sind. Die meisten Mitarbeiter haben bereits
   Erfahrungen auf dem Gebiet des Geheimschutzes (BND, MAD und was
   noch alles).
3. Warum das BSI notwendig ist begruendet Leibrich folgendermaSen:
   "Unsere Systeme oeffnen hochspezialisierten Datenspionen, Daten-
   faelschern und Erpressern Tuer und Tor. Es ist ein Wunder, daS
   bisher nicht mehr passiert ist, und es ist meines Erachtens nur
   eine Frage der Zeit, bis eine Welle von Computerkriminalitaet
   ueber uns hereinbrechen wird." (Zitat Leiberich).
   Oder:
   "Das BSI wird Richtlinien erarbeiten, mit deren Hilfe die
   Sicherheit erhoeht werden kann." (Zitat Wendelin Bieser).
   (vielleicht noch was zum Herrn Bieser, der is der Autor des
   Gesetzentwurfs fuer's BSI).
4. Was will das BSI konkret machen:
   a) es soll ein Sicherheitshandbuch erarbeitet werden (gibt's
      mittlerweile glaub schon) genannt "Gruenes Buch", dieses
      Handbuch ist anscheinend stark an das "Orange Book" des
      Pentagon angeleht.
      Zitat von Brunnstein zum "Gruenen Buch":
      "Solche Forderungen, die im 'Gruenen Buch' verbal enthalten
      sind, haengen voellig in der Luft, denn es gibt fuer ihre
      Verwirklichung keine verlaeSlichen Methoden."
   b) Entwicklung eines Referenzmodells fuer eine sichere
      Rechnerarchitektur.
   c) Beratungsleistungen bei staatlichen Anwendern
   d) Zertifizierung (auf Antrag des Herstellers will das BSI
      die Systeme auf ihre Sicherheit ueberpruefen und Zertifikate
      vergeben.)
   e) eine weitere Forderung von Leiberich: "Wer sich mit Hilfe
      von Computern verstaendigt, muS sich darauf verlassen koennen,
      daS die Identitaet seines Partners stimmt" => elektronische
      Unterschrift. Da soll das BSI mit dem Verein TeleTrusT
      (= ZusammenschulS mehrerer groSer Firmen um vertrauenswuerdige
      Kommunikationsmittel zu schaffen) zusammenarbeiten
   f) Entwicklung von Pruef-Tools

5. Gegner/Kritiker des BSI:
   a) FIFF (Forum InformatikerInnen fuer Frieden und gesellschaftliche
      Verantwortung e.V.) (is ne Organisation der GRUeNEN).
      Die haben z.B. verhindert, daS Code-Experten des ehemaligen
      DDR-MfS im BSI eingestellt werden.
   b) GMD (Institut fuer methodische Grundlagen der Gesellschaft
      fuer Mathematik und Datenverarbeitung),
      Zitat von Mamfred Domke: "Wir sind nicht gegen so ein Bundesamt,
      aber es mueSte vom staatlichen Geheimbereich sichtbar getrennt
      sein. Dafuer sprechen die amerikanischen Erfahrungen."


In dem Artikel in der CHIP wurde dann noch ein vergleich von
vergleichbaren Behoerden/Organisationen in den USA mit dem BSI
hier gemacht. Der ganze Artikel laeuft halt auf die, meiner
Meinung nach, Kernaussage hinaus: Das umsetzbare Methodenwissen
des BSI folgt weitgehend einer Sicherheitsdefinition, die
militaerisch-geheimdienstlichen Beduerfnissen entspricht.

Ciao....

P.S. ich hoffe ich hab jetzt keine alten Informationen zu neuen
     gemacht, auSerdem bitte ich um Verbesserung, falls die
     Informationen nicht 100%ig stimmen....
P.S.p.s. nochmal die Quellenangabe: CHIP Ausgabe Maerz 1991 (Nr. 3)
                                    Seite 24-26, "Harte Zeiten fuer
                                    Bit-Banditen" von Gero v. Randow.

--
Arf! Arf! Got You..!!!
                       - BFoxi - (bfoxi@bfoxi.abg.sub.org)
--


 
Re: Frage ueber CERT/BSI
#11
Author: Frank Simon
Date: Sun, 12 Apr 1992 03:29
21 lines
1428 bytes
Hallo, 

bfoxi@bfoxi.abg.sub.org (Frank Berger) writes:
>   a) es soll ein Sicherheitshandbuch erarbeitet werden (gibt's
>      mittlerweile glaub schon) genannt "Gruenes Buch", dieses
>      Handbuch ist anscheinend stark an das "Orange Book" des
>      Pentagon angeleht.
Das ist missverstaendlich. Das "gruene Buch" sind die IT-Sicherheits-
kriterien und sind tatsaechlich sowas wie das Orange Book. Das gibt's
schon.
Das Sicherheitshandbuch sollte schon laengst rauskommen, ist es aber
noch nicht. Dabei handelt es sich um ein Buch, welches verschiedene
praktische Tips zu Sicherheitsfragen geben soll.

Terra
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