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Article #788

Re: 39 Stunden Oesterreich

#788
From: Helmut Uttenthaler
Date: Fri, 25 Apr 2003 23:40
508 lines
28784 bytes
"David Juergens" <david.juergens@student.uni-tuebingen.de> schrieb im
Newsbeitrag news:b8c2kr$rfs$1@newsserv.zdv.uni-tuebingen.de...


Ich leite den ganzen RB (mit einigen Kommentaren meinerseits) mal nach
at.verkehr.bahn weiter.


> RB: 39 Stunden �sterreich
>
> Von einer eher debx-irrelevanten Reise vor ein paar Wochen, die nicht
> gerade den Planungen entsprechend verlief (Planung bedeutet
> bekanntlicherweise, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen) waren zwei
> Eurodomino-Tage �briggeblieben. Was also tun, wenn man gar nicht so weit
> von der Grenze wohnt?
>
> Losfahren. Irgendwohin.
>
>
> SEV bei Nacht und Nebel    Donnerstag, 03.04.03, 19.00
> -----------------------
>
> T�bingen Hbf, Donnerstag, 19.00 Uhr. Der IRE nach Aulendorf ist p�nktlich
> im Rahmen des �blichen, der IRE Richtung Lindau auch. Ab Wasserburg soll
> es SEV nach Lindau geben, meinen Online-Hafas, der NTA und die
> ausliegenden Informationshefte gleichlautend. Warum lautet die Ansage
> dann, da� der Zug nach Friedrichshafen fahren w�rde? Das R�tsel l�st der
> Schaffner ("Das Heft stimmt auch nicht mehr ganz, die haben nochmal was
> ge�ndert"): Entgegen der urspr�nglichen Planung enden die IRE bereits in
> Friedrichshafen, bis Wasserburg pendelt ein 628 als Ersatzzug. In
> Friedrichshafen werden immerhin die neuen Matrix-Zugzielanzeigen sinnvoll
> genutzt, indem bei allen betroffenen Z�gen ein Hinweis auf den SEV als
> Laufband eingeblendet wird.
>
> Der Ersatzbus kommt in Wasserburg etwas versp�tet angebrettert. "Sind Sie
> die Herren vom Zug?" Ja, das sind wir. Au�er mir noch ein weiterer
> Fahrgast. Der dritte wurde mit dem Auto abgeholt.
>
> Wir erreichen Lindau um 22.02 - rechtzeitig, um dem Regionalzug nach
> Bludenz beim Abfahren zuzuschauen, nicht rechtzeitig, um mitzufahren.
> Egal, um 23.30 f�hrt noch einer. Lindau Hbf ist gespenstisch leer: Kein
> einziger Zug an den Bahnsteigen, irgendwo auf den Abstellgleisen stehen
> ein, zwei einsame Loks und ein 611. Normalerweise steht hier alles voll.
> Diese Woche ist Lindau allerdings auf der Schiene fast nur von �sterreich
> zu erreichen: Lediglich die internationalen Fernz�ge verkehren noch und
> vier Zugpaare in Tagesrandlage nach Kempten. Allesamt mit starken
> Versp�tungen. Kurz vor halb zw�lf treffe ich den Busfahrer von vorher
> wieder in der Bahnhofshalle, er h�lt Ausschau nach Fahrg�sten. Da es sich
> um die letzte Verbindung handelt, wartet er alles ab, was normalerweise
> passen w�rde. Auch die �BB wartet diesmal.
>
> �sterreichische Fahrscheine erh�lt man in Lindau nur am Schalter, der hat
> nat�rlich schon lange zu. Warum gibts hier eigentlich keinen
> �sterreichischen Automaten? Die Z�ge nach �sterreich sind gut frequentiert
> und auch Umsteiger m�ssen oft hier eine neue Fahrkarte kaufen.
> Andererseits sind die �BB-Z�ge alle mit Schaffnern besetzt, die ab Lindau
> meist anstandslos ohne Aufschlag (fast?) jeden Fahrschein verkaufen.
>
> E2330 ist einer der �blichen Elektrotriebwagen und verl��t Lindau mit 10
> Minuten Versp�tung. Die automatische Ansage behauptet hartkn�ckig, da� der
> Zug nach Bludenz f�hre - tats�chlich endet er aber in Feldkirch. Ich
> verlange eine Fahrkarte bis Mitternacht (die zum VVV-Tarif ungef�hr die
> H�lfte des TCV-Preises kostet), frage nach dem Anschlu� zum Nachtzug
> Z�rich-Wien, weil die Umsteigezeit in Feldkirch nur 5 Minuten betr�gt, und
> ernte einen verwunderten Blick - ja selbstverst�ndlich warte der, warum
> ich frage? Selbstverst�ndlich? In Deutschland w�rs das nicht. Leider.
>
> Die Sorge ist aber ohnehin unbegr�ndet, denn auch in Liechtenstein wird
> gebaut und der Nachtzug ist dank Umleitung 20 Minuten versp�tet. In der
> Zwischenzeit helfe ich einer Frau, die vor einem spezifisch
> �sterreichischen Problem steht: Der Geldautomat hat ihr nur
> 100-EUR-Scheine ausgegeben, die der Fahrkartenautomat nicht nimmt. Ich
> kann wechseln, als Deutscher hat man schlie�lich nur kleinere Scheine in
> der Tasche...
>
>
> Sperrung der Westbahn       Fr, 4.39
> ---------------------
>
> In Salzburg f�llen sich die Sitzwagen deutlich. Irgendwas stimmt nebenan
> bei der Fahrscheinkontrolle nicht: Nun, die beiden wollten _nach_ Z�rich.
> Vier Stunden h�tten sie schon in Salzburg gewartet, da� irgendwas fahren
> w�rde (es h�tte wohl der Gegenzug um 0.45 sein sollen...) "und dann haben
> wir wohl nur Z�rich gesehen und nicht gemerkt, da� der Zug _von_ Z�rich
> kam". Ich werfe kurz ein, da� an unserem Wagen ein falsches Zuglaufschild
> hing (eben das der Gegenrichtung), worauf der Schaffner weggeht, kurz
> darauf versch�mt ein Zuglaufschild entsorgt und den beiden irgendetwas auf
> der Fahrkarte bescheinigt. Wo der Gegenzug zu diesem Moment ist, wei�
> keiner. Es ist die Rede von einer Entgleisung, auf jeden Fall ist die
> Strecke Wien-Linz zwischen Haag und St. Valentin gesperrt. In Wels steigt
> ein Eisenbahner zu und gibt unserem Zugf�hrer den Hinweis, da� unser Zug
> wahrscheinlich der erste sei, der wieder durchk�me.
>
> Vorbildlich das St�rungsmanagement: In Linz gibt es reichlich
> verst�ndliche Durchsagen, auf den Bahnhof sind massenhaft Aush�nge
> verteilt worden, die Grund, Ausma� und Dauer (bis vrs. 12 Uhr) der St�rung
> erkl�ren. Offensichtlich gibt es keine echten Ausf�lle, SEV ist
> eingerichtet, Versp�tungen durch SEV 20 Minuten. Internationale Fernz�ge
> wurden in der Nacht �ber Selzthal umgeleitet.
>
> Ich kehre aber sofort um und fahre mit dem n�chstbesten Regionalzug nach
> Gmunden.
>
>
> Gmunden? Gmunden!       Fr, 7.40
> -----------------
>
> Warum will man nach Gmunden? Wandern, vermuteten meine �sterreichischen
> Bekannten, oder Keramik kaufen. Oder zeigten vollkommene Ratlosigkeit:
> "Hods wos mit da Oachkatzl zdoa?". Heiraten, schl�gt www.gmunden.at vor -
> da gewinnt der Name des Traunsees doch gleich eine ganz andere Bedeutung.
>
> Die hiesigen Leser d�rfte kaum �berraschen, da� ich eher die Stra�enbahn
> im Blick hatte. Wie mehrere Eisenbahnen in der Region von der Privatfirma
> Stern&Hafferl betrieben und nach eigenem Bekunden der kleinste
> Stra�enbahnbetrieb der Welt, verbindet die Gmunder Stra�enbahn auf 2,3 km
> Streckenl�nge in zehn Minuten den Bahnhof mit der Innenstadt. Am
> �BB-Schalter bekomme ich zwar einen Fahrplan, jedoch keine Tarifinfos, da
> die Stra�enbahn - wie in �sterreich �blich - neben dem Verbundtarif auch
> einen eigenen Haustarif hat.
>
> Vor dem Bahnhof wartet ein kleiner vierachsiger Triebwagen. Ein Schild
> weist daraufhin, da� die Bahn schaffnerlos verkehre, man seine Fahrkarte
> beim Einsteigen dem Fahrer vorzeigen solle und Fahrscheine ansonsten beim
> Fahrer erh�ltlich seien. Ich frage nach dem Preis von Einzelfahrschein und
> Tageskarte und bekomme ein grummeliges "oanssfatanswanstogeskoatanssibs"
> zur Antwort. Wie bitte? "anzlfoat oansdrassg, togeskoatn oanssibsg",
> grantelt es immerhin etwas deutlicher zur�ck. Ah, danke. Tatsache, die
> Tageskarte kostet ganze 40 Cent mehr als die Einzelfahrt. Eine Tageskarte,
> bitte.
>
> Als an einer Haltestelle bei Abfahrt noch eine Frau angerannt kommt, h�lt
> er die Bahn einfach mitten auf der Kreuzung nochmal an und l��t sie
> einsteigen. "Danke" ruft sie beim Einsteigen nach vorne - das Grunzen am
> F�hrerstand k�nnte "Bitte" gehie�en haben.
>
> Die eingleisige Strecke hat einen ganz besonderen Reiz: Mit stolzen bis zu
> 10,0% Gef�lle verl�uft die Strecke meist auf eigenem Gleisk�rper neben der
> Stra�e, aber kurz vor dem unteren Ende auch durch das enge Wohnstr��chen
> Kuferzeile. Wenn die Bahn bergauf gegen die Einbahnstra�e f�hrt, m�ssen
> eventuell entgegenkommende PKW in eine hoffentlich vorhandene Parkl�cke
> ausweichen. Den letzten Haltestellenabstand geht es dann parallel zum See
> bis kurz vor die Innenstadt, ein Wiederaufbau des letzten Abschnitts in
> die Innenstadt hinein ist angeblich geplant. Am heutigen Tag ist es aber
> ohnehin besser, vor der Innenstadt zu wenden - denn der Stra�enverkehr
> staut sich aufgrund einer kleinen Baustelle derma�en, da� man f�r den Rest
> der Strecke zu Fu� wesentlich schneller ist.
>
> Auch die Fahrzeuge sind etwas eigenes - recht kleine Vierachser, sozusagen
> Eineinhalbrichtungswagen. Es gibt zwar an beiden Enden F�hrerst�nde, aber
> T�ren nur auf einer Seite. Da es weder Schleifen noch Gleisdreiecke gibt,
> und alle Haltestellen auf derselben Seite sind, passt das so...
>
> Von 6 Uhr bis 8.40 und von 17.15 bis 18.30 wird mit zwei Z�gen ungef�hr
> viertelst�ndlich gefahren, den Rest des Tages pendelt ein Zug alle halbe
> Stunde zwischen den beiden Endpunkten. Es gibt zwei Kreuzungspunkte, einen
> auf halber Strecke, den anderen auf dem Gel�nde des Betriebshofs. Was die
> Bahn nicht daran hindert, um 7.43 Uhr einen Zusammensto� am Engpa�
> Kuferzeile in den Fahrplan zu schreiben...  Am Ende des Zweizugbetriebs
> wird der nun �bersch�ssige zweite Wagen heute kurzerhand am Streckenende
> abgestellt - weil im Betriebshof gebaut wird, kann er nicht einr�cken.
>
>
> Stern&Hafferl Teil 2      Fr, 10.40
> --------------------
>
> Der Gmundener Seebahnhof ist eine Minimalanlage, die zwei Weichen erlauben
> gerade noch das Umsetzen nicht allzulanger Z�ge. Die Gleise sind
> dreischienig, normalerweise verirren sich allerdings keine Normalspurz�ge
> mehr hierher, seit die �BB-Strecke ihren Personenverkehr verloren hat.
> Stern&Hafferl f�hrt den Seebahnhof noch an, auf Schmalspur von Vorchdorf.
> Eurodomino wird leider nicht anerkannt, aber der O�VV-Fahrschein nach
> Lambach ist mit 4,30 EUR bezahlbar.
>
> Aus dem folgenden Abschnitt werde ich nicht schlau. Im Jahr 1990 wurde
> verschiedenen Quellen zufolge die schmalspurige Traunseebahn von Traundorf
> zum Seebahnhof verl�ngert. Nun ist Traundorf nur ein kleiner Haltepunkt am
> Ortsrand, w�hrend die Bahn noch dreischienig bis Engelhof weitergeht. In
> Engelhof gibt es relativ gro�z�gige getrennte Bahnhofsteile f�r Schmal-
> und Normalspur, dieser Bahnhof sieht nach einer sinnvollen Endstelle aus.
> Bis Engelhof gibt es auf Normalspur wohl auch noch ernstzunehmenden
> G�terverkehr. Gab es m�glicherweise an anderer Stelle einen Endbahnhof
> Traundorf, der inzwischen aufgelassen ist,

Ja. das war aber kein Bahnhof, sondern eher nur eine Haltestelle. Wann der
Endpunkt nach Gmunden Seebf verlegt wurde, wei� ich nicht genau, es d�rfte
aber in den 80er Jahren gewesen sein.


> oder ging die Bahn in
> Wirklichkeit nur bis Engelhof? Wem geh�rt eigentlich der dreischienige
> Abschnitt?
>
> Die Bahn verl�uft mit starken Steigungen durch eine l�ndliche, eher d�nn
> besiedelte Gegend. Die Haltepunkte bestehen teilweise nur aus winzigen
> Aufsch�ttungen, und derjenige mit dem vielsagenden Namen "Unterm Wald"
> wirkt, wie wenn er seinen Namen daher h�tte, da� man beim besten Willen
> keinen passenderen finden konnte. Im Zug sitzen vor allem ein paar wenige
> �ltere Damen auf dem R�ckweg vom Einkaufen, die in den kleinen D�rfern
> unterwegs aussteigen.
>
> Endstation Vorchdorf-Eggenberg. Hier ist Umsteigen angesagt, nach Norden
> geht es auf Normalspur weiter, die Bahngesellschaft bleibt gleich.
> Anschl�sse sind Zufall, meistens mu� man einige Zeit warten, bis es
> weitergeht. Zeit genug, um �ber das weitl�ufige Bahnhofs- und
> Betriebswerksgel�nde zu stapfen und die vielen herumstehenden Fahrzeuge in
> Augenschein zu nehmen. Die Masse der Fahrzeuge verschiedenster
> Generationen steht in einem krassen Gegensatz zum Fahrplan, der f�r jede
> der beiden Strecken gerade einmal zwei Uml�ufe ben�tigt.
>
> Die Gleisanlagen wirken, wie wenn die Normalspurstrecke einmal hinter
> Vorchdorf weitergegangen w�re - genauer gesagt: Sie geht noch weiter,
> zumindest um die Kurve bis au�er Sichtweite. Ist das nur ein Auszieh- oder
> Anschlu�gleis oder wohin ging es da mal?


Laut CD-Version der �K 1:50000 des BEV scheint es sich um ein Anschlu�gleis
zu handeln. L�nge ca. 800 m.
Ich wei� aber nicht, ob das Gleis noch befahren ist, und welchen Zweck es
genau dient.


>
> Vor dem Bahnhof steht ein Bus der Stern Reisen (Warum fehlt hier
> eigentlich der zweite Namensteil?) und wartet auf die n�chste Fahrt, am
> Nachbargrundst�ck empfiehlt sich die Stern&Hafferl Bau f�r Bauauftr�ge
> jeder Art. Und sollte nun jemandem tats�chlich der Sinn nach einer
> Hochzeit stehen, empfiehlt der Gruppenkatalog ein Komplettarrangement der
> Stern&Hafferl-Tochter Atterseeschiffahrt. Den Partner mu� man allerdings
> noch selber mitbringen.
>
>
> Stern&Hafferl Teil 3                                         Fr, 12.16
> --------------------
>
> Auf der Weiterfahrt nach Lambach bin ich zun�chst der einzige Fahrgast im
> solo fahrenden Vierachser. Kurz vor Feldham h�lt der Zug dann pl�tzlich
> auf einem Bahn�bergang und ein wartender Herr steigt ein. Er wirkt nicht
> wie ein Betriebsangeh�riger, sondern wie ein Stammkunde, der
> wahrscheinlich vom nahegelegenen Firmengel�nde kommt. Der Haltepunkt ist
> jedenfalls definitiv nicht im Kursbuch verzeichnet und ein
> Haltestellenschild gibt es auch nicht.


Derartige Sonderhaltestellen f�r Stammkunden gibt es zB. auch auf der
Gleichenberger Bahn (KBS 532, Steierm�rkische Landesbahnen).


>
> In Stadl-Paura m�ndet dann die �BB-Normalspurstrecke von Gmunden
> Seebahnhof in die Privatbahnstrecke ein. Und zwar so herum, das
> durchgehende Streckengleis geht nach Vorchdorf. Auch f�hrt die Strecke in
> Lambach privatbahntypisch in einen getrennten Bahnhofsteil. Daraus
> schlie�e ich, da� die Vorchdorfer Strecke �lter ist - wem geh�rt
> eigentlich der Abschnitt von Vorchdorf bis Stadl-Paura? F�hrt hier die �BB
> auf Privatbahn-Infrastruktur?
>
>
> Das gro�e Fluchen oder: Wer macht solche Fahrpl�ne?          Fr, 12.55
> ---------------------------------------------------
>
> In knapp 27 Stunden mu� ich in Innsbruck den Zug nach Lindau erreichen -
> da sollte sich doch noch was ausgehen, w�rde der �sterreicher sagen. Etwas
> mehr Schmalspur w�re nett.
>
> Leider stellt sich heraus, da� die Fahrpl�ne der �BB-Schmalspurbahnen
> ziemlich kurztripfeindlich sind. Von Lunz nach Waidhofen f�hrt werktags
> der letzte Zug schon um 15.54 Uhr, um diesen zu erreichen, m��te man 11.32
> von Linz fahren. Das war vor 2 Stunden. Noch schlimmer sieht es bei der
> Mariazellerbahn aus - hier f�hrt zwar 17.06 noch ein Zug ins Tal, jedoch
> kommt der einzige Nachmittagszug erst 18.09 in Mariazell an. Die letzte
> Chance, am selben Tag rauf und runter zu fahren, ist um 10.25 Uhr von St.
> P�lten. Na danke. Bleiben die Kurz�ste nach Ybbsitz und Mank.
>
> Ybbsitz erledigt sich durch Verj�hrung (bis eine Entscheidung getroffen
> war, war mein Zug in Amstetten durchgefahren) - also Mank.
>
>
> Je oller, desto doller - Ein St�ckchen Mariazellerbahn      Fr, 15.00
> ------------------------------------------------------
>
> Von der Streckensperrung der Westbahn am Morgen sind keine Behinderungen
> mehr �brig, jedoch geraten wir in Bauarbeiten mit eingleisigem Betrieb und
> sammeln bis St. P�lten 20 Minuten Versp�tung. Die H�he der Versp�tung wird
> immerhin regelm��ig durchgesagt.
>
> Am Schmalspurteil des Bahnhofs steht eine museal wirkende Garnitur aus
> einer Elektrolok und einigen Wagen bereit zur Fahrt nach Laubenbachm�hle.
> Nicht nur in Anbetracht der zu einer Schmalspurbahn passenden Gesamtgr��e
> der Lokomotive wirkt die 6-achsige Bauform mit Stangenantrieb irgendwie
> kurios. �ber die Strecke und ihre Fahrzeuge, angeblich die �ltesten
> Schmalspurelloks im Planeinsatz, ist ansonsten einiges im Web zu finden.
>
> In Ober Grafendorf w�re es noch m�glich, eine Versp�tung eines Zuges von
> Gresten (dahin ging die Manker Strecke fr�her noch weiter) auf der Tafel
> anzuschreiben - was aber in Anbetracht der v�lligen Menschenleere des
> Bahnhofs eh keiner merken w�rde. Die 20 Minuten bis zur Abfahrt nach Mank
> bin ich jedenfalls alleine auf dem Gel�nde.
>
> Nach Mank f�hrt ein relativ moderner Dieseltriebwagen, der randvoll mit
> Sch�lern und Einkaufspendlern ist, die sich in die D�rfer unterwegs
> verteilen. Am letzten Haltepunkt vor Mank steigt auch mal wieder jemand
> ein - aber nicht etwa, um nach Mank zu fahren, sondern gleich zur�ck nach
> St. P�lten. Nachmittags wird n�mlich an manchen Bedarfshalten nur von den
> westfahrenden Z�gen gehalten.
>
> Auf dem R�ckweg werden die wenigen Fahrg�ste kurz vor Ober Grafendorf
> darauf hingewiesen, da� man 10 Minuten schneller in St. P�lten sei, wenn
> man umsteigt. Nanu? Laut Fahrplan sollen wir um 17.14 ankommen und der
> "Anschlu�"zug um 17.13 abfahren. Egal - es funktioniert jedenfalls.


Im Fahrplan 1991 gab es planm�ssig solche "Anschl�sse" in Steindorf bei
Stra�walchen:
Um 12:51 sollte R3074 (nur an Samstagen) von Braunau ankommen, in der
Anschlussleiste ist ein Zug in Richtung Linz um 12:47 verzeichnet. daneben
die Fussnote: "Zug 3023 wartet auf Zug 3074 bis zu 6 Minuten".
�hnliches gab es um 18:27/18:26 an Sonntagen.
Damals gab es wohl noch keine Computer-Fahrplanauskunft, denn einer Software
solche Anschl�sse beizubringen ist wahrscheinlich etwas kompliziert...



>
> Make it through the night                                    Fr, 19.40
> -------------------------
>
> Nachdem es kurz hinter Tulln dunkel wird, gilt es, die Zeit bis zur
> Abfahrt eines geeigneten Nachtzuges totzuschlagen. Dies gelingt einerseits
> durch Nutzung des verkehrlich ungew�hnlichen, aber f�r Eurodomino-Inhaber
> kostenlosen Weges von Heiligenstadt �ber H�tteldorf zum S�dbahnhof,
> andererseits reicht die Zeit noch f�r einen kurzen Ausflug zum Fluchhafen.
>
> Die Flughafen-S-Bahn ist erst vor kurzem komplett umgebaut worden. Seitdem
> liegt die Strecke im Stadtgebiet weitgehend unter der Erde und ist
> durchgehend zweigleisig. Bei der relativ geringen Taktdichte - der
> Halbstundentakt wird nur im Berufsverkehr und auch dann nur in
> Hauptlastrichtung etwas verdichtet - erscheint mir das allerdings etwas
> �bertrieben zu sein. Die Stationen wirken noch sehr unfertig, in St. Marx
> gibt es z.B. noch keine Sitzgelegenheiten und nur einen statt zweier
> Zug�nge. Ein �lterer Herr steht ratlos vor dem Haltestellenband: "i bin do
> imma in Gloa-Schwechat ausgstiegn. gibts des jiatz nimma?". Gl�ck gehabt:
> Der Bahnhof wurde nur umbenannt. Die Station davor h�tte es tats�chlich
> nicht mehr gegeben. Noch etwas zweifelnd verl��t er in Kaiserebersdorf den
> Zug.
>
> Da ich am Flughafen mit derselben S-Bahn sofort wieder zur�ckfahre, komme
> ich kurz mit dem Schaffner ins Gespr�ch. Der empfiehlt mir, in Villach
> morgens um 4 nicht weiterzufahren, sondern noch auszugehen. Da sei um die
> Zeit noch einiges los und es g�be viele h�bsche M�dels da...
>
> Im Nachtzug nach Venezia finde ich ein Abteil mit einem weiteren
> Mitreisenden, der sich als �BB-Mitarbeiter entpuppt. Dieser Zug f�hrt aus
> irgendeinem Grund vom �stlichen Bahnhofsteil ab,

Das tut er erst seit dem letzten Fahrplanwechsel. Dadurch ergibt sich ein
bahnsteiggleicher Anschluss vom/zum EC von/nach Prag, der zuvor um ein paar
Minuten vers�umt wurde.


> von wo aus es erst in
> Gramatneusiedl eine Verbindungsstrecke auf die "richtige" Strecke gibt.
> Laut Kursbuch hat die Verbindungsstrecke "bis voraussichtlich 2008" keinen
> Personenverkehr - au�er diesem Nachtzugpaar. Irgendwo hinter Wien steigt
> ein Trupp aus drei wenig vertrauenerweckenden M�nnern zu, rennt einige
> Male den Gang rauf und runter und starrt dabei immer wieder in die Abteile
> rein.
>
> Irgendwo am Semmering, irgendwann zwischen 0 und 1 Uhr. Die Abteilt�r geht
> auf, die Gangsportler stehen in der T�r. "�sterreichische Bundespolizei,
> nuschelnuschel Personenkontrolle nuschelnuschel ausweisen?!" Ach,
> Polizisten sind das. Wievielen Reisenden die jetzt wohl durch ihr Aussehen
> und Verhalten sinnlos Angst eingefl��t haben? Wir kramen nach den
> Ausweisen, die Zivilfahnder entdecken den �BB-Rucksack meines Mitreisenden
> - "Oh, sands Eisebahna?" "Ja" "Dann ist schon in Ordnung.". (zu mir) "Sie
> auch?" "Nein, ausl�ndischer Tourist." Nach einem fl�chtigen Blick auf
> meinen Personalausweis ist der Trupp wieder verschwunden.
>
> Villach, 4 Uhr. Der Wecker klingelt *grrr* Ist ja schon gut... aussteigen,
> ich will ja nicht nach Italien. Die Zeit bis zum ersten Fr�hzug reicht, um
> ein paar Meter in Richtung Innenstadt zu gehen. Es ist tats�chlich einiges
> los auf den Stra�en, Leute auf dem Heimweg oder beim Kneipenwechsel. Ob
> man die M�dels h�bsch findet, mag jeder f�r sich entscheiden. Zu diesem
> Zeitpunkt schienen sie mir genau wie die m�nnlichen Wesen vor allem eins
> zu sein: besoffen. Danke, mehr will ich gar nicht wissen. Mein Zug f�hrt
> um 4.47.
>
> Laut Abfahrtstafel f�hrt der Regionalzug nach Bischofshofen von Gleis 7b.
> Dort ist er auch im Zugzielanzeiger angeschlagen. An der anderen
> Gleish�lfte 7a ist "Nicht einsteigen" geschildert und es steht eine Lok
> mit zwei �lteren Wagen am Bahnsteig. Als wenige Minuten vor Planabfahrt an
> 7b immer noch kein Zug zu sehen ist, stellen die wartenden Fahrg�ste
> langsam fest, da� der Zug an 7a mit Bischofshofen beschildert ist... von
> wo aus er sich dann auch tats�chlich p�nktlich auf den Weg macht.
>
> Geht sich noch was aus? Ja - ein Besuch bei der Pinzgaubahn sollte noch
> drin sein.
>
> Der viel zu lange Aufenthalt am morgendlichen Bahnhof Schwarzach l��t sich
> gl�cklicherweise sinnvoll dazu nutzen, Fr�hst�cksbr�tchen einzukaufen, der
> Dorfb�cker ist in fu�l�ufiger Entfernung zu finden.
>
>
> Schmalspuriger Stadtbus II Sa, 8.30 Uhr
> --------------------------
>
> Mu� oder will man um 15.39 in Innsbruck sein und zuvor nach Krimml und
> zur�ck fahren, ergibt sich folgender haneb�chener Fahrplan (r�ckw�rts):
> Innsbruck an 14.25, Zell am See ab 12.32, an 11.08, Krimml ab 9.33, an
> 8.04, Zell ab 6.31. Gesamtwartezeit ca. 4 Stunden bei 3 Umstiegen. Bei
> einem Zweistundentakt auf allen beteiligten Strecken ist das schon nahe am
> theoretischen Pessimum... Leider ist es vollkommen ausgeschlossen, den Zug
> um 6.31 aus dem Fernverkehr zu erreichen - jedenfalls mit einer sp�teren
> Ankunft als 3.45. Na gut, dann eben Teilstrecke.
>
> Auf dem ersten Abschnitt innerhalb des Stadtgebiets Zell am See bis zum
> Bahnhof Bruckberg Golfplatz gibt es einen Halbstundentakt. Hier f�hrt die
> Schmalspurbahn als eine Art Stadtbus mit kurzen Haltestellenabst�nden,
> wobei sich die erste Haltestelle mitten auf dem Gel�nde des Schmalspur-Bw
> befindet. Dabei gilt im Stadtverkehr ein Sondertarif, die
> Stadtverkehrsfahrkarten sind fertiggedruckt im Vorverkauf erh�ltlich und
> an den Haltestellen stehen Entwerter daf�r.
>
> Hinter Bruckberg wird immerhin noch st�ndlich gefahren, ab Mittersill
> zweist�ndlich. Zwei Zugpaare am Tag ben�tigen w�hrend der Urlaubszeit
> einige Minuten l�nger als sonst - woran liegt das? Schlechtere
> Beschleunigung wegen l�ngerem Zug oder langsamerer Fahrgastwechsel?


langsamerer Fahrgastwechsel, da diese Z�ge als Fahrradmitnahmez�ge
konzipiert sind.


>
> Im Schmalspurteil des Bahnhofs Zell wurde inzwischen die
> Endkabinen-Diesellok 2095 002 mit drei Wagen als Regionalzug nach Krimml
> bereitgestellt. "Bis wohin?" "Weiss ich noch nicht." "?" "Sagen wir mal:
> Kein Bedarfshalt." "Ok". Als ich erg�nze, da� mir die Zeit nicht f�r die
> Gesamtstrecke reicht, ich aber wenigstens eine Teilstrecke besichtigen
> m�chte, z�hlt der Schaffner ungefragt alle Zugkreuzungen mit den
> jeweiligen R�ckankunftszeiten in Zell auf.
>
> Die Bahn verl�uft in einem f�r regionale Verh�ltnisse relativ weiten Tal
> und ist landschaftlich sehr reizvoll. Zumindest im von mir befahrenen
> Abschnitt bis Mittersill erkenne ich keinen speziellen Grund, warum man
> diese Bahn als Schmalspurbahn ausgef�hrt hat, m�glicherweise schlicht nur
> wegen niedrigerer Baukosten? Topographisch w�re es nicht n�tig gewesen.
>
> Zur�ck nach Zell bringt mich wieder ein Triebwagen (f�r die Nummernfreaks:
> M��te 5090 001 gewesen sein).
>
>
> Zur�ck                                                       Sa, 12.32
> ------
>
> Auch die Hauptstrecke zwischen Schwarzach-St.Veit und W�rgl weist einen
> besonderen Reiz auf, vor allem im �stlichen Teil (der eigentlich ein
> Kapitel fr�her dran gewesen w�re ;) ). Lange Strecken verl�uft sie in
> einem Tal, das eigentlich zu eng ist, um eine zweigleisige Bahnstrecke
> aufzunehmen. In der Folge gibt es auf einigen Abschnitten zwei getrennte
> eingleisige Strecken, die auf unterschiedlicher Hangh�he verlaufen.
>
> Nach einigen warmen Fr�hlingstagen hatte es in den letzten zwei Tagen
> einen Temperatursturz gegeben und der Arlberg lag wieder unter einer
> d�nnen Schneedecke. Schade, ich h�tte mir nach zwei winterlichen
> Arlbergpassagen gerne das Ganze noch einmal ohne Schnee angeschaut...
> trotzdem ist die Strecke auch beim dritten Mal landschaftlich hochgradig
> sehenswert (und wenn sich ein deutsches P�rchen im Gro�raumwagen nicht
> derma�en unm�glich verhalten h�tte, h�tte man es viel mehr genie�en
> k�nnen). Zwischen Landeck und Bludenz fallen mir Unmengen von
> aufgelassenen Zugangsstellen auf. Wann wurde hier eigentlich der
> Regionalverkehr eingestellt - dem Zustand der Haltepunkte nach zu urteilen
> kann das nicht lange her sein.


Der letzte Zug, der diese Haltestellen bediente, fuhr vor ca. 2 Jahren. Das
war allerdings nur ein Zug und kein ZugPAAR, dh. die Halte wurden nur einmal
an Werktagen in einer Richtung bedient.
In den letzten 25 Jahren hat man den Regionalverkehr am Arlberg schrittweise
eingestellt, aber selbst 1980 gab es nur 6 Regionalzugpaare, davon 3 die nur
die Westrampe befuhren.


>
> Zur�ck in Deutschland geht der 9. Tag des SEV zuende. Der Bus f�hrt
> p�nktlich nach SEV-Fahrplan ab und kommt zu fr�h in Wasserburg an, so da�
> noch kein Zug zu sehen ist. Die Fahrg�ste sind reichlich irritiert,
> konsultieren den Abfahrtsfahrplan (auf dem der IRE nat�rlich nicht
> draufsteht, weil er hier normalerweise nicht h�lt), bis dann ein 611
> einf�hrt - und zwar aus der Lindauer Richtung. Wo kommt der jetzt her bzw.
> wo hat er gewendet?
>
> Friedrichshafen. "Meine Damen und Herren, willkommen in Friedrichshafen
> Stadtbahnhof. Der eingefahrene Intercity f�hrt weiter nach Lindau. Ihre
> n�chsten Reisem�glichkeiten...". Nanu? "Ich berichtige: Der eingefahrene
> Intercity endet hier, bitte alle aussteigen. Weiterfahrt nach Lindau mit
> Schienenersatzverkehr." Ach so. Nun denn, morgen gibt es noch einmal die
> Chance, es richtig anzusagen :)


Danke f�r den interessanten Bericht!


--
LG

Helmut
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From: "Helmut Uttenthaler" <utti@sbox.tugraz.at>
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Subject: Re: 39 Stunden Oesterreich
Date: Sat, 26 Apr 2003 01:40:43 +0200
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