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1 total messages Started by Michael Oberseider Tue, 05 Nov 2002 23:55
RB: Muenchen - Wien - Pecs
#864
Author: Michael Oberseider
Date: Tue, 05 Nov 2002 23:55
186 lines
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Hallo zusammen,

wieder habe ich einen Reisebericht geschrieben. Wegen
starker �sterreichlastigkeit auch X-post nach avb mit Fup2
debm. Dieser Bericht beschreibt eine Fahrt von M�nchen nach
P�cs, Ungarn.

Hinfahrt, 11.08.2002:
Ausgangspunkt war M�nchen Ost um7:49. Der erste Zug war der
IR 2091, ein mit 111 bespannter IR-Wendezug. Ohne besondere
Vorkommnisse ging es bis Salzburg. Dabei hatte ich den
Fahrttag gl�cklich gew�hlt, denn am n�chsten Tag war diese
Strecke wegen Hochwasser nicht mehr passierbar. In Salzburg
wurde nach kurzem Anschluss in den HITRADIO �3, den EC 561,
Abfahrt 9:32, umgestiegen. Der mit 1042 bespannte Zug
brachte mich nach Wien. Die meiste Zeit bis Wien verbringe
ich schlafend. Am Westbahnhof wollte ich mir erst einmal
einen Fahrschein f�r die Weiterfahrt kaufen, was jedoch
nicht m�glich war, da ich nicht vor habe �ber Budapest zu
fahren. H�tte �ber Budapest 38 Euro gekostet � einfach.

In Wien ging es dann per Tram 18 zum S�dbahnhof. Da an der
Haltstelle kein Fahrscheinautomat vorhanden war, steige ich
ohne Fahrkarte in das Tram. Da auch der Automat im Tram
defekt war, darf ich laut Auskunft des Fahrers ohne Billett
bis zum S�dbahnhof fahren. Das Tram bestand aus einem
6-achsigen Gelenkwagen mit 4-achsigem Beiwagen �lterer
Bauart � ich kenne mich in der Typenkunde der Wiener Trams
nicht so aus. Ein Teil der Strecke ist als U-Strab angelegt.
Am beeindruckendsten fand ich dabei die unterirdischen
Verzweigungen mit ihren engen Kurven . Am S�dbahnhof
angekommen, besorge ich mir erst einmal aus dem Automaten
die Fahrkarte nach Sopron � die Zeiten des
Selbstbucherbonusses sind wohl auch vorbei 10,50 geteilt
durch zwei sind nun einmal nicht 6,00. Da ich noch gen�gend
Zeit hatte, suche ich noch die Wechselstube auf und
entschloss mich ein paar Forint zu tauschen � der Kurs war
immerhin besser als in mancher Touristenfalle in Budapest
und da es Sonntag war, war ich mir nicht sicher, ob in
Sopron ein Geldwechsel ge�ffnet ist. Die Zeit bis zur
Zugsabfahrt reichte gerade noch um ein heisses W�rstchen zu
essen, bevor ich zum Zug gehe.

Um 14:00 ging es per Eilzug Richtung Sopron. Der von einer
�BB-Mehrsystemlok geschobene Zug besteht aus
Doppelstockwagen der �BB mit der Aufschrift Wiesel. Zun�chst
ging es auf �BB-Gleisen bis Ebenfurth. Begleitet wurde er
von einem GySEV-Kondukteur. Hat die GySEV eigentlich viele
Angestellte in �sterreich? In Ebenfurth ging es nach
Fahrtrichtungswechsel auf die GySEV-Strecke bis Sopron. Die
Bahnhofsschilder haben zwar �BB-Format mit blauem
Hintergrund und rundem Rand, die Schriftfarbe ist aber in
ungarischem Gelb. Auch die Fahrleitungsmasten erinnern eher
an Ungarn. In Sopron ging es erst einmal durch die
Zollkontrolle. Die befindet sich im Hauptgeb�ude. Vom
internationalen Bahnsteig 4/5 gelangt man dorthin durch die
Bahnsteigunterf�hrung, die Zug�nge zu den anderen
Bahnsteigen sind verschlossen. In der Kassenhalle erwartete
mich bereits die n�chste unangenehme �berraschung, mein Zug
nach P�cs fuhr bereits um 15:41 statt wie auf meinem
Ausdruck vom Westbahnhof um 16:00. F�r den Erwerb der
Fahrkarte blieben mir also noch 10 Minuten. Kann man in
Ungarn eigentlich nachl�sen?

Schliesslich erreichte ich den Zug aber noch ohne zu rennen
und konnte mich noch mit Proviant eindecken. Er bestand aus
einem zweiachsigen Triebwagen mit zwei Beiwagen der MAV.
Jetzt hatte ich Zeit, die Fahrkarte anzuschauen.
Offensichtlich gibt es keine Durchtarifierung GySEV � M�V,
denn das Billett war in einen GySEV und einen M�V Teil
gegliedert. Im Gegensatz zu den handschriftlichen
Entwertungen der M�V besitzen die GySEV-Kondukteure einen
Stempel zu diesem Zweck. Aber immerhin war das ganze
erheblich billiger, denn diese Aktion kostet nur 17 Euro �
der ung�nstige Wechselkurs ist da schon eingerechnet � im
Vergleich zu 38 EUR doch eine gewaltige Einsparung. Im
Gegensatz zur Angabe im Fahrplan f�hrte der Zug nur zweite
Klasse. Auch der Wagenkasten hielt dem starken Regen nicht
ganz stand, durch das geschlossene Fenster drang Wasser in
den Triebwagen. Obwohl schon Fahrleitungsmasten an der
Strecke stehen, mussten wir noch mit Diesel fahren, da die
Fahrleitung noch nicht ganz fertig war. Hat die GySEV so
g�nstig Elektrizit�t zur Verf�gung, so dass es sich lohnt,
auch diese letzte Strecke von nur geringer Bedeutung zu
elektrifizieren?

In B�k h�tte meine Reise beinahe ein j�hes Ende gefunden,
h�tte mich nicht eine h�bsche Ungarin gerettet.
Schienenersatzverkehr. Die Informationspolitik der GySEV
liess sehr zu W�nschen �brig. Nur ein im Bahnhof
abgestellter Bauzug liess auf Bauarbeiten schliessen. Die
Fortsetzung der Reise erfolgte nun in einem alten
Ikarus-Bus. Die Busse waren nicht beschildert, vor dem
Einsteigen musste man also fragen, welches der richtige Bus
ist. Es wurden alle Unterwegshalte angefahren. Auch hier war
die Elektrifizierung bereits im Bau. An den Bahn�berg�ngen
fiel mir ein weisses Blinklicht auf. Heisst das, dass die
Sicherungsanlage ausser Betrieb ist, wie hier wegen der
Baustelle? In Szombathely entluden die drei Busse ihre
Passagiere auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Abfahrtsanzeiger
funktioniert und wies mir den Weg zum Zug, welcher auf Gleis
3 abfuhr.

Der Zug zur Weiterfahrt bestand aus einer Diesellok, einem
Zweit-, einem Ertsklasswagen und einem Steuerwagen zweiter
Klasse. Ich nehme zusammen mit meiner ungarischen
Reisebekanntschaft im Steuerwagen platz. Die Sitze sind
unbequem und lassen die vierst�ndige Bahnfahrt zur Tortur
werden. Ein �briges tut der schlechte Gleiszustand, so dass
man kr�ftig durchgesch�ttelt wird und der hohe
Besetzungsgrad des Zuges. Es waren 100% der Sitzpl�tze in
der zweiten Klasse besetzt. Ich vermisse richtig die sch�nen
bequemen Z�ge in Vorarlberg. Um 21:40 wird P�cs p�nktlich
erreicht.

R�ckfahrt, 19.08.2002:
Nachrichten �ber Zugsausf�lle wegen Hochwassers waren nicht
zu bekommen. Zwar habe ich auch ohne Ungarischkentnisse
mitbekommen, dass Kom�rom unter Wasser steht. Jedoch nicht,
inwiefern der Zugsverkehr Budapest � Heygeshalom betroffen
war. Also wieder die R�tteltour �ber Szombathely. Aber
zuerst durfte ich noch eine Runde Stadtbus in P�cs fahren.
Das Billett kostet 125 Ft. Es wird zwar in einen Entwerter
geschoben, der macht aber nur drei L�cher in die Karte und
stempelt keine Daten drauf. Am Bahnhof gelang es mir auch
ohne Ungarischkenntnisse eine Fahrkarte zu erstehen, 241 km
M�V und 70 km GySEV. Stehen eigentlich auf ungarischen
Inlandsfahrkarten keine Destinationen drauf oder sind die in
irgendeiner dieser Nummern enthalten. Dann kann ich den noch
dunklen Zug besteigen, der genauso aufgebaut war, wie auf
der Hinfahrt. Die Lok ist wieder in Richtung Szombathely.
Der Zug ist unter der Woche wesentlich schw�cher besetzt,
als am Sonntag Nachmittag. Die Fahrt verlief ohne
Schwierigkeiten bis Szombathely. Im Gegensatz seines
GySEV-Kollegen wies der M�V-Kondukteur alle Fahrg�ate auf
den Unterbruch hin.

Da ich das Prozedere schon von der Hinfahrt her kannte, war
diesmal alles etwas einfacher. Auch diesmal kamen drei
Ikarus-Busse zum Einsatz, die sogar mit einem Papierzettel
B�k � Szombathely � B�k �beschildert� waren. Im Gegensatz
zur Hinfahrt wurden keine Unterwegshalte angefahren. F�r B�k
� Sopron kam wieder ein Triebwagengespann zum Einsatz. Eine
mitreisende bewunderte mein Kursbuch Europa und suchte sich
gleich die Anschlussverbindung nach �sterreich heraus.
Diesmal dauerte das ganze sogar 31 Minuten l�nger, Ankunft
war erst um 11:47 in Sopron.

Da ich keine Forint mehr hatte, konnte ich keine Fahrkarte
mehr in Richtung �sterreich mehr kaufen, und obwohl Sopron
�BB-Tarifpunkt ist, war kein Fahrkartenautomat aufgstellt.
Also ging es durch die Passkontrolle zum Zug, oder besser
erst einmal zum internationalen Bahnsteig. Der Eilzug aus
Wien nach Deutschkreutz hat Versp�tung kr�ftig (+25) und
damit steht auch diese Komposition nicht f�r eine
rechtzeitige R�ckfahrt nach Wien zur Verf�gung. M�ssen, bei
den �BB die Wendezeiten so knapp kalkuliert werden? Also mit
dem am gleichen Bahnsteig bereitstehenden 5047 nach Wiener
Neustadt. Es ist jetzt 12:43Wem geh�rt eigentlich die
Strecke von Sopron bis zur Grenze? GySEV, M�V oder �BB.
Letzterer geh�rt ja schon der Abschnitt hinter der Grenze.
Aus dem Bahnhofsschild von Agf�lva lassen sich keine
R�ckschl�sse ziehen.

Wiener Neustadt wird mir als Bahnhof der langen Wege in
Erinnerung bleiben. Trotz sieben Minuten Umsteigzeit und
z�gigen Umsteigens erreiche ich den Anschluss nach Wien
S�dbahnhof nur mit M�he. Die Weiterfahrt erfolgte im
Citysch�ttler � da f�hlt man sich schon wieder fast zu
Hause. Irgendwo werden wir von einem Versp�teten IC aus
Richtung Bruck �berholt. Angekommen am S�dbahnhof kaufte ich
mir erst einmal in der Trafik einen Strassenbahnfahrschein �
ich hatte das Gl�ck einen einzeln zu bekommen. Deshalb war
es mir bei der Fahrt zum Westbahnhof m�glich, im Beiwagen zu
fahren.

Nach der Eindeckung mit Reisproviant ging es um 15:16 mit
HITRADIO �3 weiter Richtung Westen. Dass auch die Westbahn
von der Flut betroffen war, war ihr nicht anzusehen. Sonst
ging die Fahrt ohne Beachtung des �usseren vorbei. Immerhin
ist ja die Westbahn eine alte Bekannte von mir. Die letzte
Etappe erfolgte im IC 716 nach M�nchen. Der im IR-Takt
verkehrende IC darf bis M�nchen Ost ohne Zuschlag benutzt
werden.

Gruss, Michael
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