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Started by Hubert Partl
Mon, 16 Feb 1998 00:00
FAQ: Usenet-Kultur = Schutz, nicht Zensur
Author: Hubert Partl
Date: Mon, 16 Feb 1998 00:00
Date: Mon, 16 Feb 1998 00:00
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USENET - KULTUR Die Newsgruppen des Usenet-Systems sind das elektronische Gegenstueck zu Diskussionen bei Konferenzen oder in Kaffehaeusern, zu Anschlaegen auf schwarzen Brettern oder zu Zeitungen, die nur aus Leserbriefen bestehen. Sie bilden Diskussionsforen, in denen jeder Teilnehmer frei seine Meinung aeussern kann und, was in diesem Fall besonders wichtig ist, sofort auf jede dort veroeffentlichte Meinung antworten und seine Gegenmeinung veroeffentlichen kann. Die einzelnen Newsgruppen haben je nach Thema hunderte oder tausende Mitglieder und entwickeln oft eine sehr ausgepraegte Gruppendynamik. Extreme oder einseitige Beitraege bewirken meist sehr rasch die Veroeffentlichung von Gegenargumenten. Dies ist an sich bei einem solchen zensurfreien Medium auch notwendig, um die Meinungsfreiheit und die Meinungsvielfalt gleichzeitig zu erhalten, und nicht von ungefaehr versuchen totalitaere Regimes und kriminelle Sekten, den freien Meinungsaustausch ueber das Usenet-System zu beschraenken. Die Newsreader-Programme, mit denen die Teilnehmer die Diskussionsbeitraege lesen und eventuell auch darauf antworten, erlauben den Benutzern, sehr genau auszuwaehlen, zu welchen Themengebieten und zu welchem Einzelthemen sie sich informieren wollen und an welchen Diskussionen sie teilnehmen wollen. Die meisten Newsreader-Programme bieten auch Filtermechanismen (sogenannte "Killfiles"), mit denen der jeweilige Benutzer Themen, die ihn nicht interessieren, oder Autoren, deren Beitraege er fuer nicht kompetent haelt, so ausblenden kann, dass sie in seinen Auswahlmenues gar nicht mehr aufscheinen. Ein Autor, der sich mit einem unerwuenschten oder nicht besonders intelligenten Beitrag unbeliebt gemacht hat, riskiert daher, dass er von vielen Leuten in deren Killfiles eingetragen wird und damit fuer die Zukunft an Reichweite verliert. Im Usenet und auch bei anderen Internet-Diensten gibt es prinzipiell keine Zensur (ich kann nicht einschraenken, was andere Leute lesen oder schreiben wollen), aber viele wirkungsvolle Mechansimen zum Selbstschutz (ich kann fuer meinen eigenen Bereich bestimmen, was ich zu lesen bekomme und was nicht und wohin ich etwas sende). -- Hubert Partl partl@mail.boku.ac.at ZID BOKU Wien http://homepage.boku.ac.at/partl/
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