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1 total messages Started by Hubert Partl Mon, 16 Feb 1998 00:00
FAQ: Usenet-Kultur = Schutz, nicht Zensur
#3789
Author: Hubert Partl
Date: Mon, 16 Feb 1998 00:00
44 lines
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   USENET - KULTUR

   Die Newsgruppen des Usenet-Systems sind das elektronische Gegenstueck
   zu Diskussionen bei Konferenzen oder in Kaffehaeusern, zu Anschlaegen
   auf schwarzen Brettern oder zu Zeitungen, die nur aus Leserbriefen
   bestehen. Sie bilden Diskussionsforen, in denen jeder Teilnehmer frei
   seine Meinung aeussern kann und, was in diesem Fall besonders wichtig
   ist, sofort auf jede dort veroeffentlichte Meinung antworten und seine
   Gegenmeinung veroeffentlichen kann.

   Die einzelnen Newsgruppen haben je nach Thema hunderte oder tausende
   Mitglieder und entwickeln oft eine sehr ausgepraegte Gruppendynamik.
   Extreme oder einseitige Beitraege bewirken meist sehr rasch die
   Veroeffentlichung von Gegenargumenten. Dies ist an sich bei einem
   solchen zensurfreien Medium auch notwendig, um die Meinungsfreiheit
   und die Meinungsvielfalt gleichzeitig zu erhalten, und nicht von
   ungefaehr versuchen totalitaere Regimes und kriminelle Sekten, den
   freien Meinungsaustausch ueber das Usenet-System zu beschraenken.

   Die Newsreader-Programme, mit denen die Teilnehmer die
   Diskussionsbeitraege lesen und eventuell auch darauf antworten,
   erlauben den Benutzern, sehr genau auszuwaehlen, zu welchen
   Themengebieten und zu welchem Einzelthemen sie sich informieren wollen
   und an welchen Diskussionen sie teilnehmen wollen. Die meisten
   Newsreader-Programme bieten auch Filtermechanismen (sogenannte
   "Killfiles"), mit denen der jeweilige Benutzer Themen, die ihn nicht
   interessieren, oder Autoren, deren Beitraege er fuer nicht kompetent
   haelt, so ausblenden kann, dass sie in seinen Auswahlmenues gar nicht
   mehr aufscheinen. Ein Autor, der sich mit einem unerwuenschten oder
   nicht besonders intelligenten Beitrag unbeliebt gemacht hat, riskiert
   daher, dass er von vielen Leuten in deren Killfiles eingetragen wird
   und damit fuer die Zukunft an Reichweite verliert.

   Im Usenet und auch bei anderen Internet-Diensten gibt es prinzipiell
   keine Zensur (ich kann nicht einschraenken, was andere Leute lesen
   oder schreiben wollen), aber viele wirkungsvolle Mechansimen zum
   Selbstschutz (ich kann fuer meinen eigenen Bereich bestimmen, was ich
   zu lesen bekomme und was nicht und wohin ich etwas sende).


-- 
Hubert Partl        partl@mail.boku.ac.at
ZID BOKU Wien       http://homepage.boku.ac.at/partl/
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