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Article #312Re: Realname -> EMail Robot unbedenklich?
From: Martin Schallbruch
Date: Fri, 06 Jan 1995 19:07
Date: Fri, 06 Jan 1995 19:07
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In article <3eisml$nrn@nuki.netuse.de> raider@nuki.netuse.de (Martin Seeger) writes: > marc@aargh.incubus.sub.org (Marc 'Nepomuk' Heuler) writes: > >Ist solch ein Programm bez�glich des Datenschutzes bedenklich oder gar > >verboten? Praktisch w�re es auf jeden Fall, denn ich habe schon so manches > >Mal die EMail Adresse zB eines Programmautors gesucht, der in der Anleitung > >nur seinen Realnamen angegeben hat. > a) So lange Du es nicht gewerblich betreibst, haben die Datenschutzgesetze > keinen Ansatzpunkt. Das sehe ich anders: Einschlaegig ist Par.29 BDSG, die geschaeftsmaessige Datenspeicherung zum Zwecke der Uebermittlung. Und "geschaeftsmaessig" heisst nur, dass die Datenverarbeitung kontinuierlich erfolgt, ueber den Einzelfall hinausgeht. Es muss sich nicht um wirtschaftliche Betaetigung handeln! (vgl. Mallmann in Simitis/Dammann/u.a.: BDSG-Kommentar, Rn. 11 zu Par.29) > b) Wenn Du es gewerblich betreibst, darfst Du alle die Daten verwenden, bei > denen Du nicht davon ausgehen musst, das der Absender was dagegen hat. D.h. > Du musst > > - alle die Leute aus der Datenbank rausnehmen, die das explizit > wuenschen (z.B. die es durch eine Mail an Dich kund tun). > > - alle die Leute nicht in die Datenbank reinnehmen, die das > im Posting kund tun (z.B. durch einen standardisierten Header). Voraussetzung fuer die Speicherung der Daten ist nach Par.29 Abs.1, dass "kein Grund zu der Annahme besteht, dass der Betroffene ein schutzwuerdiges Interesse an dem Ausschluss der Speicherung [..] hat". Da es sich bei dem geplanten System um Datenspeicherung auf Vorrat handelt und sogar der Verwendungszweck noch nicht sicher feststeht, kommt man m.E. bei der Abwaegung zu der Annahme, dass durchaus ein schutzwuerdiges Interesse des Betroffenen der Speicherung entgegensteht. Abgesehen davon wuerde ich auch bezweifeln, ob die Erhebung der Daten (Auswertung der News-Artikel ohne Kenntnis der Betroffenen) ueberhaupt nach Treu und Glauben erfolgt. Im Ergebnis halte ich die Speicherung ohne Einwilligung des Betroffenen fuer unzulaessig. Martin -- Martin Schallbruch, Humboldt-Universitaet zu Berlin, Juristische Fakultaet, mascha@rewi.hu-berlin.de, Humboldt-University at Berlin, Department of Law, Unter den Linden 6, D-10099 Berlin, Tel +4930 2093-2252, Fax +4930 2093-2760
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