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Article #89Bericht von der IN-Winter-Conference
From: Vera Heinau
Date: Tue, 22 Dec 1992 01:56
Date: Tue, 22 Dec 1992 01:56
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First IN Winter Conference (11.12.92 - 13.12.92)
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Nach Willich und Oldenburg fand das IN-Treffen diesmal vom 11.12.92
bis zum 13.12.92 in Dortmund statt. An drei Tagen sollte diskutiert, ge-
stritten, gefragt und entschieden werden.
Freitag
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Vertretene Domains:
ccc, comlink, escape, fido, gun, han, in-berlin, maus, open, robin, ruhr,
swb, zer
Vertretene Organisationen:
DFN, EUnet, FUB, netmbx, .sub.org
Am Freitag wurde erstmal mit einer Kurzvorstellung der vertretenen Domains
begonnen. Anschliessend hielt Frank Simon einen Vortrag ueber die Geschich-
te der privaten Vernetzung und des INs, die er mit einer Vorstellung von
moeglichen Perspektiven fuer das IN abschloss. Dabei kamen die folgenden
Punkte zur Sprache:
- Entscheidungsstrukturen im IN
- Internationalisierung des IN
- Nicht-private Nutzung im IN
- Regionalisierung
- Gateways
- Infrastruktur (wie sieht das IN in 3 Jahren aus)
Anschliessend kam es zu mehr oder weniger heftigen Diskussionen zu einzelnen
dieser Punkte.
Samstag
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Vertretene Domains:
boerde, ccc, comlink, dinoco, escape, fido, gun, han, hanse, in-berlin, open,
oche, owl, robin, ruhr, saar, swb, toppoint
Vertretene Organisationen:
DFN, EUnet, FUB, netmbx, .sub.org, VzFdpbDk, XLink
Am Samstag standen diverse Vortraege und eine Diskussionsveranstaltung an.
Vorstellung EUnet (Axel Pawlik)
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Axel hatte seinen Vortrag in drei Themenkreise aufgeteilt: Organisation,
Dienste und Technik. Zu Beginn des Abschnittes "Organisation" machte er
einen Abstecher in die Gruendungstage des EUnet. Insbesondere der Ausspruch
"Das EUnet wurde gegruendet wie das IN" verdient es wohl, hier festgehalten
zu werden ;-). In der Tat ergeben sich dabei einige Parallelen. So wurde
auch das EUnet von einer Handvoll Freaks (drei Dortmunder Studenten) ge-
gruendet, die von den Moeglichkeiten der DFUE begeistert waren und das
in ihrer Freizeit betrieben.
Als der Service nicht mehr in Nachtarbeit aufrechterhalten werden konnte,
wurde das Ganze etwas professionalisert und u.a. auch ein Abkommen mit der
GUUG geschlossen. Die Anzahl der Kunden hat sich seit damals staendig nach
oben entwickelt; unter den jetzt 550 Kunden befinden sich auch in zunehmen-
dem Masse kommerzielle Nutzer. Dadurch haben sich auch die Ansprueche der
Kunden gewandelt - hatten die frueheren, universitaeren Nutzer Ausfallzeiten
noch ohne groesseres Aufbegehren hingenommen, so bestehen jetzt die Firmen
auf der Erbringung der Dienstleistung.
Um diesen Anspruechen in Zukunft gerecht werden zu koennen, hat das deutsche
EUnet zusammen mit der GUUG eine GmbH gegruendet, die - so die Hoffnung der
EUnet-Leute - jetzt flexibler auf die Wuensche der Kunden eingehen kann.
Aehnliche Bestrebungen sind auf europaweiter Ebene zu beobachten: Es soll
eine europaweit taetige Firma (Sitz in London) gegruendet werden, mit der
dann die nationalen Firmen wie das deutsche EUnet Vertraege abschliessen
koennen.
An Diensten bietet das EUnet zur Zeit die bekannten drei an: Mail, News und
InterEUnet. Geplant sind "Value Added Services" wie das Aufsetzen von Mai-
linglisten u.ae., "Information Finding and Retrieval" mit Diensten wie gopher
u.a. sowie "Custom made Services", also Auftragsarbeiten.
Unter dem Abschnitt "Technik" ist vor allem die Migration von einem einzigen
Kommunikationsserver, aufgesetzt auf mehr oder weniger exotischer Hardware
(MX-2, MX 500, Sequent), zu mehreren dedizierten Sun-Maschinen zu erwaehnen.
Ausgehend von dieser fuer Netzwerkdienste anerkannt stabilen Hardwareplatt-
form erhoffen sich die Betreiber der EUnet GmbH nun, dass deutlich weniger
Zeit fuer die Wartung der Dienste aufgewendet werden muss. Gleichzeitig mit
dem Umzug in die neuen Raeumlichkeiten der GmbH soll auch die Anzahl der
Zugangsmoeglichkeiten via ISDN erhoeht werden. Der Umzug soll sukzessive
erfolgen, geplant ist voellige Transparenz, so dass die Kunden davon nicht
betroffen sein soll(t)en - jedenfalls nach den Vorstellungen der EUnet GmbH.
Fragen an Axel Pawlik:
- Europaeische Preisstruktur
Angestrebt sind vereinheitlichte Tarifstrukturen. Eine Angleichung der nomi-
nellen Tarife wird man wohl nicht erreichen koennen.
- Tarife der GmbH (ab 1.1.93)
An der bisherigen Struktur aendert sich wenig.
Neu ist, dass man jetzt nur noch fuer die Mails bezahlen soll, die man ver-
sendet hat. Das EUnet behaelt sich einen Abgleich vor, wenn dauerhaft mehr
empfangen als gesendet wird.
- POPs
Zur Zeit existieren POPs in Hamburg, Berlin, Muenchen und Frankfurt. Geplant
sind weitere in Halle und im Ruhrgebiet.
Vorstellung XLink (Dr. Arnold Nipper, Universitaet Karlsruhe)
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Fuer viele ueberraschend war die Erlaeuterung, dass "XLink" tatsaechlich
ein Acronym darstellt und nicht ein frei erfundener Phantasiename ist.
Fuer alle, die es (wie die meisten der in Dortmund Anwesenden) nicht wissen:
"Link" bedeutet "Lokales Informatik Netz Karlsruhe", "X" steht fuer "Extended".
XLink wurde 1989 in Kooperation mit der Universitaet Karlsruhe gegruendet
und bietet seit dem August 1989 internationale IP-Connectivity an. Die Ka-
pazitaet der Leitung wurde kontinuierlich von 9'600 bps auf 128 KBit/s ge-
steigert. Anschlusspunkt in Amerika ist New York.
Die Preisstruktur von XLink ist etwas einfacher gestaltet als die des EUnets.
Es gibt eine Grundgebuehr von 100 DM, Auslands-Mails kosten 0,20 DM/KB und
fuer News muss man zusaetzlich 100 DM bezahlen.
Kauft man IP-Kontingente ein, so sind News im Preis enthalten; auslaendi-
scher Traffic wird mit einem Faktor von 10 angerechnet (Kontingentpreise:
15 MB = 500 DM, 50 MB = 1000 DM). Universitaeten und Forschungseinrichtungen
erhalten einen Rabatt von 50 Prozent. Diese Kontingente werden ggf. viertel-
jaehrlich angepasst.
Interessant zu hoeren war, dass XLink derzeit POPs aufbaut.
Derzeit existieren POPs in Muenchen, Stuttgart, Saarbruecken, Dietzenbach,
Castrop-Rauxel und Kiel. Verhandlungen laufen mit Nuernberg, Koblenz und
Kiel. Weitere sollen folgen.
Fragen an Arnold Nipper:
- Tarife fuer Privatpersonen
Vereinigungen von Privatpersonen bekommen die gleichen Verguenstigungen wie
Forschungseinrichtungen und Universitaeten.
- Anschlussmoeglichkeiten
In Karlsruhe nur via IP, bei den POPs via ISDN oder Modem; auf Wunsch auch
per Standleitung.
- Connectivity
Deutschland: 2 MBit/s WiN (Universitaet Karlsruhe)
Europa: 64 KBit/s Standleitung nach Muenchen, Anschluss an IXI
Uebersee: 128 KBit/s Standleitung nach New York
- geplante Strukturveraenderung
Geplant ist eine Losloesung von der Universitaet und Gruendung einer eigenen
Firma. Allerdings soll auch danach eng mit der Universitaet Karlsruhe zusam-
mengearbeitet werden.
Vorstellung des DFN (Karsten Leipold)
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Der Verein zur Foerderung eines Deutschen Forschungsnetzes wurde 1984 gegruen-
det mit dem Ziel, Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine Infrastruktur
zur Datenkommunikation zur Verfuegung zu stellen. An den Entscheidungen des
DFN sind mehrere Gremien beteiligt: Die Mitgliederversammlung, der Vorstand,
der Verwaltungsrat und der technische Ausschuss (unterstuetzt den Vorstand).
Die laufene Arbeit wird von der Geschaeftsstelle in Berlin erledigt, die zur
Zeit 30 Angestellte hat. Diese beschaeftigen sich mit Verwaltung, Entwicklung
und der Aufrechterhaltung und Gewaehrleistung des Betriebes. Mit der Abwick-
lung der Gatewaydienste wurde die GMD beauftragt.
Erlaeuterungen zum Wissenschaftsnetz (WiN):
Das WiN ist ein flaechendeckendes X.25-Netz, basierend auf zur Zeit 5 Vermitt-
lungknoten (Duesseldorf, Mannheim, Augsburg, Hannover, Berlin). Zur Zeit ist
man dabei, die Strecken zwischen den WiN-Knoten und zu einzelnen Organisatio-
nen auf 2 MBit/s umzustellen. Nach anfaenglichen Problemen mit der Firmware
sind die bereits existierenden Verbindungen stabil. Der eigentlich Engpass
ist dann das "Kern-WiN" - dem wird durch die Installation neuer Hardware ab-
geholfen.
Im Augenblick ist das WiN voll vermascht; da die Post aber zugesagt hat, dass
eigene IP-Router aufgestellt werden koennen, ist angedacht, evt. ein "Meta-
Netz" aufzubauen.
Die IP-Vermittlung erfolgt deutschlandweit ueber das WiN (mit 9'600 KBit/s,
64'000 KBit/s oder 2 MBit/s), Einwahlmoeglichkeiten per ISDN sind geplant
(in Bonn). Die europaeische Anbindung ist durch eine 2 MBit/s Standleitung
Bonn-London realisiert. Weitere 2 MBit/s Standleitungen nach Italien, Frank-
reich und in die Schweiz sind geplant. International erfolgt die Anbindung
ueber eine 256 KBit/s Leitung zum ESnet(USA).
Fragen an Karsten Leipold:
- Auslaufen der BMFT-Foerderung
Das WiN ist im Augenblick selbsttragend. Die Gateways sind gesponsort und
deren Finanzierung muss sichergestellt werden. Daher wurde die Einfuehrung
einer Mehrwertpauschale beschlossen. Im Gespraech ist eine Summe zwischen
8'000 und 64'000 DM pro Jahr (je nach Kapazitaet des WiN-Anschlusses), die
den Betrieb der Gateways und des Relays sicherstellen soll und ausserdem
noch die IP-Gebuehren enthaelt. Evt. sollen die entsprechenden Tarife volu-
mengesteuert sein.
Vorstellung des Vereins zur Foerderung der privatbetriebenen Datenkommunika-
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tion (Christoph Badura)
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Christoph berichtete (neben einer Darstellung der Geschichte des Subnets)
vor allem ueber die eine Woche zuvor abgehaltene Mitgliederversammlung
des Vz*. Dort wurde beschlossen, ein IP-Kontingent von 50 MB bei XLink
einzukaufen. Die Kosten sollen durch Mitgliedsbeitraege und durch Volumenge-
buehren gedeckt werden. Mitglieder sind dabei die Inhaber der Third Level
Domains; Domains zahlen nicht in Abhaengigkeit von der Anzahl ihrer Sites.
Die Mitgliedsbeitraege fuer Normalverdiener liegen bei 120 DM, Studenten er-
halten 50 Prozent Ermaessigung.
Als Volumentarif werden bis zum Vorliegen "echter" Trafficdaten 0,03 DM/KB
fuer empfangene oder versendete internationale Mails veranschlagt. Deutsche
Mails sowie deutsche News sollen frei zugaenglich sein.
Zielvorstellungen sind ferner:
- Freie Weitergabe internationaler News
- Anschluss von Firmen
Beide Punkte liessen sich nicht in einen Vertrag mit XLink einbringen, so
dass internationale News nicht weitergegeben werden duerfen und auch Firmen
nicht unterhalb von .sub.org angeschlossen werden koennen. Zur Zeit an-
geschlossene Firmen muessen nach einer Uebergangszeit aus .sub.org "aus-
steigen". Der Vz* will jedoch durch Verhandlungen eine Aenderung dieser
Bedingungen erreichen.
IP (telnet, FTP, IRC...) ist im Augenblick nicht im Angebot, da im Moment
noch kein Equipment dafuer zur Verfuegung steht.
Nach dem Mittagessen fand dann die grosse Diskussionsrunde mit Karsten
Leipold (DFN), Axel Pawlik (EUnet) und Dr. Nipper (XLink) statt.
- Weitergabe der internationalen News
Die Frage wurde gestellt, warum denn die Provider darauf beharren, dass die
News nicht weitergegeben werden duerfen, da doch im Internet die von den ver-
schiedenen Providern stammenden News an etlichen Stellen zusammengemischt
werden. Ausserdem gaebe es kein Copyright der Provider auf die News und daher
duerften sie auch nicht verkauft werden.
Zum letzten Punkt waren sich die Provider einig - sie wuerden nicht die News
als solche verkaufen, sondern nur den Service, dass sie News und die ent-
sprechenden Kapazitaeten (Leitungen, Platten, Personal) zur Verfuegung stellen.
Zum ersten Teil der Fragestellung wurde deutlich, dass die Provider ein Inte-
resse daran haben, dass jeder, der News bezieht, auch einen gewissen Anteil
an den Kosten traegt. Dies sei am einfachsten zu bewerkstelligen, indem man
die Weitergabe untersagt. Aus dem Auditorium wurde dann die IN-Netiquette
angefuehrt, die ja besagt, dass Teilnehmer des IN internationale News nur
an Sites weitergeben duerfen, die dazu "berechtigt" sind, d.h. sich dadurch,
dass sie bei einem der Provider fuer den Dienst "News" bezahlen, an der So-
lidargemeinschaft der Newsbezieher beteiligen.
Eine solche Regelung erschien den drei Vertretern der Provider sinnvoll.
Es soll nun durch eine gemeinsame Anfrage mit dem Vz* bei den Providern
sichergestellt werden, dass sie mit einer solchen Interpretation einverstan-
den sind.
Erwaehnt wurde die Moeglichkeit, die News selber zu importieren und auf die
eingekauften IP-Kontingente anrechnen zu lassen - eine extrem kostspielige
Moeglichkeit, die aber beinhaltet, dass man die News dann beliebig weiter-
verteilen koennte.
- DE-NIC
Das Deutsche Network Information Center ist fuer die Verwaltung des zentralen
Nameservers und fuer die Vergabe von Domainnamen zustaendig.
Da es in letzter Zeit nicht nur erhebliche Verzoegerungen bei der Bearbei-
tung von Domainantraegen gegeben hat, sondern auch voellig willkuerliche
Ablehnungen bestimmter Domainnamen (lifenet.de, westfalen.de), wurde an die
Provider die Frage gestellt, was sie (u.a. als unsere Vertreter) deswegen
unternehmen.
Herr Nipper berichtete, dass auch XLink damit Probleme haette, die Bearbei-
tungszeiten laegen zwischen 2 und 60 Tagen, ausserdem wuerden gerade prin-
zipiell alle dreibuchstabigen Secondleveldomains abgelehnt. Alle drei Ver-
treter waren sich einig, dass im Augenblick wenig unternommen werden koenne,
da die Finanzierung des DE-NIC nur noch bis zum 31.12.92 gesichert sei und
niemand wisse, was anschliessend passieren wird. Herr Nipper vertrat die
Ansicht, dass es in dieser Situation am guenstigsten sei, im DIGI e.V.
(DIGI = Deutsche Interessengemeinschaft Internet) mitzuarbeiten und warf
dem DFN vor, die dortige Arbeit zu verhindern, da es sich nicht an den
Gremien beteilige. Das DFN hat dafuer natuerlich Gruende (so die nicht vor-
handene Gewichtung der Stimmen); aber dieser Zwist wurde nur relativ kurz
angesprochen, da er sicherlich nicht auf einer Mitgliederversammlung des
IN zu klaeren ist. Das EUnet aeusserte sich nicht weiter zu diesem heiklen
Thema, fuehrte aber - wie die anderen - an, dass die Provider u.a. dazu
da waeren, fuer ihre Kunden Probleme mit dem DE-NIC zu klaeren.
Im Laufe der Diskussion wurde seitens des IN die Zusammensetzung der von
DIGI ins Leben gerufenen DE-NIC-Kommission bemaengelt.
Die DE-NIC-Kommission soll Loesungsvorschlaege und Richtlinien fuer den
Betrieb eines DE-NIC erarbeiten. Sie setzt sich zusammen aus:
[hier zitiert aus der DIGI-Mailingliste]
a) je einem Vertreter der Anbieter eines Internet-Dienstes in Deutschland
(DFN, EUnet, Xlink, INFONET),
("Anbieter eines Internet-Dienstes" hat die paezise Bedeutung:
"Organisationen, die Teilnahme am internationalen Internet an Dritte
verkaufen")
b) zwei Vertretern der WIN-IP-Planungsgruppe,
c) einem Vertreter des jetzigen DE-NIC,
d) zwei Vertretern kommerzieller (nicht-akademischer und nicht oeffentlich
gefoerderte) IP-Netzbenutzer,
e) dem NIC-Beirat von DIGI e.V.
(soweit nicht schon ueber a) - d) beruecksichtigt),
f) einem Mitglied des DIGI-Vorstands,
g) einem Vertreter des RIPE NCC.
Wie jedem auffaellen wird, ist dabei die Benutzergruppe der privaten Nutzer
des Internets nicht vertreten (auch wenn DIGI immer betont, sie wuerden ja
alle Internetnutzer vertreten...). Heiko Schlichting hatte sofort nach Bekannt-
werden dieser Zusammensetzung Dave Morton von DIGI darauf hingewiesen und eine
entsprechende Korrektur gefordert, war jedoch abschlaegig beschieden worden
(mit einem Antworttext, aus dem man schon schliessen konnte, dass die privaten
User von DIGI nicht fuer voll genommen werden). Da auch Andreas Baess, der
dem Beirat von DIGI angehoert, von DIGI als "einer seiner groessten Enttaeu-
schungen" berichtete, hatte das Praesidium des IN ja schon vor geraumer Zeit
die Empfehlung ausgesprochen, DIGI *nicht* beizutreten.
Die Provider hielten unsere Forderung, bei der Entscheidungsfindung mit ver-
treten zu sein, fuer berechtigt. (Im Laufe des Sonntags wurde dann auch be-
schlossen, eine Beschwerde bei DIGI einzureichen.)
Im Laufe des Nachmittags und Abends gab es dann noch Vortraege ueber
- Einfuehrung ins Internet (Frank Nobis)
- Domain Name Service (Joerg Lehners)
- EUnet Archiv- und Informationsdienste (Ingo Dressler)
- IP ueber ISDN (Rainer Bieniek)
Sonntag
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Vertretene Domains:
boerde, ccc, dinoco, escape, fido, franken, gun, han, hanse, in-berlin, maus,
open, oche, owl, robin, ruhr, saar, swb, toppoint, zer
Vertretene Organisationen:
DFN, FUB, netmbx, .sub.org, VzFdpbDk
Sonntag waren dann Entscheidungen faellig...
Am Vormittag und einem Teil des Nachmittags wurden die Antraege diskutiert,
die dann in der offiziellen Mitgliederversammlung zur Abstimmung gestellt
werden sollten. Folgende Punkte kamen zur Diskussion:
1. Absegnung des in der Mailingliste beschlossenen Stimmrechts
2. Internationale Mitglieder ("assoziierte" Mitglieder)
3. Vertrag mit XLink
4. Neue Domains: Regionaldomains?
5. Mehrwertdienste im DFN
6. Sonderregelungen Toppoint, open
7. DIGI
8. Vorstandsgroesse, Geschaeftsfuehrung
9. Einnahmeziel
10. Abrechnungssystem
11. "Kommerzielle" Systeme in IN-Domains
12. Vorgehen bzgl. DE-NIC
13. Naechstes Treffen
Zu den einzelnen Punkten:
1. Absegnung des in der Mailingliste beschlossenen Stimmrechts
Zu der schon in der Einladung formulierten Satzungsaenderung wurde der Zusatz-
antrag eingebracht, dass eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erfor-
derlich sein soll, damit ein Vorschlag als angenommen gilt (zusaetzlich zu der
Bedingung, dass nicht mehr als 25 Prozent der abgegebenen Stimmen *gegen* den
zur Abstimmung stehenden Vorschlag sein duerfen). Diese Aenderung soll einen
in der Praxis zwar vermutlich nicht auftretenden, aber theoretisch moeglichen
Fall einer Stimmverteilung pro:contra:Enthaltung = 10:20:70 abdecken. Ohne
den neuen Zusatz waere in einem solchen Fall der zur Abstimmung stehende An-
trag naemlich angenommen...
2. Internationale Mitglieder ("assoziierte" Mitglieder)
Hier geht es um den Antrag auf Aenderung des Paragraphen 4 der Satzung
(Mitglieder). Folgende Ergaenzung wird beantragt:
"Assoziierte Mitglieder koennen befristet aufgenommen werden. Assoziierte
Mitglieder besitzen kein Stimmrecht."
Hintergrund des Antrags sind die recht zahlreichen Anfragen aus dem Ausland,
so aus den Nachbarlaendern, aus Argentinien, den USA, der Ukraine usw. Bis-
her hatte das IN nicht entschieden, wie bei solchen Anfragen verfahren wer-
den soll. Es herrschte ziemlich schnell Einigkeit darueber, dass das IN ein
Interesse daran hat, Leuten in anderen Laendern dabei behilflich zu sein,
eigene, IN-aehnliche Strukturen aufzubauen. Um pragmatisch verfahren zu
koennen und dort eine Initialzuendung zu geben, erscheint ein befristeter
Anschluss an die Infrastruktur des IN sinnvoll. Es soll aber in jedem Fall
"Hilfe zur Selbsthilfe " geleistet werden, d.h. das IN will nicht zum inter-
nationalen Provider avancieren, sondern nur dazu beitragen, dass auch in
anderen Laendern privatbetriebene Datenkommunikation zu einen akzeptablen
Preis und mit vertretbarem Aufwand moeglich ist.
Daher sollen auslaendische Domains dem IN als assoziierte Mitglieder beitre-
ten koennen. Angestrebt ist, dass sie das nicht unterhalb einer deutschen
IN-Domain tun, sondern als 'doma.in.ISO-Kuerzel'. Die Belgier also unter-
halb von '.be' usw. Inwieweit das realisierbar ist, muss sich zeigen.
Ein solcher Beitritt gilt als ein auf ein Jahr befristeter Pilotbetrieb.
Nach Ablauf des Jahres beschliesst die Mitgliederversammlung des IN, ob
(in begruendeten Faellen) die Mitgliedschaft um ein weiteres Jahr ver-
laengert werden kann. Dies soll in Ruecksprache mit den Providern sowie der
IN-Domain erfolgen, die die assoziierte Domain "betreut".
Eine dauerhafte Teilnahme am IN ist jedoch auf keinen Fall gewuenscht.
3. Vertrag mit XLink
Von der Domain "saar.de" wurde der Antrag eingebracht, ein Kontingent von
XLink einzukaufen. Damit haette das IN Vertraege mit allen drei Providern ab-
geschlossen. Fuer saar.de wird das bald, fuer einige der Neuantragsteller
(z.B. baden.de) sogar die einzige Moeglichkeitsein, am IN teilzunehmen. Der
Antrag wurde von mehreren Domains unterstuetzt und auch einstimmig angenommen.
Zu Beginn soll ersteinmal das kleinstmoegliche IP-Kontingent eingekauft wer-
den (15 MB).
Patrick Schaaf wird die Schnittstelle zum XLink darstellen und mit dem XLink
erste Verhandlungen fuehren. Die Teilnahme an XLink wird zum 01.01.93 ange-
strebt.
Fragen, die noch abzuklaeren sind:
- Sind mehrere POP-Anschluesse moeglich?
- Was kostet das Routing mehrerer Class-C-Netze?
4. Neue Domains: Regionaldomains?
Es wurde der Vorschlag eingebracht, dass als neue Mitglieder nur noch
Regionaldomains aufgenommen werden sollen, wobei Ausnahmen fuer organi-
satorische Gruppierungen (Vereine) bzw. eigenstaendige Netze (wie maus
oder fido) moeglich sein sollen.
Die Diskussion verlief ziemlich kontrovers. Es kristallisierte sich dann
heraus, dass kein Beschluss gefasst werden solle, der einzelne Gruppierungen
zu irgendwelchen Massnahmen zwingen soll. Auch die Namensgebung solle
prinzipiell weiter frei in der Entscheidung der Domain stehen. Allerdings
wurde festgehalten, dass eine Regionalisierung aus diversen Gruenden sinn-
voll und vom IN auch sehr gewuenscht ist.
Folgendes Verfahren zur Bearbeitung neuer Antraege wurde dann vorgeschlagen:
Antraege, die auf den Namen eines eigenstaendigen Netzes ("Fremdnetz" im
IN-Jargon) oder auf den Namen des Traegervereins einer Organisation lauten,
koennen sofort an die zustaendigen Stellen weitergegeben werden ("vereinfach-
tes Antragsverfahren"). Das Gleiche gilt fuer den Antrag von Regionaldomains,
bei denen der geographische Raum aus dem Namen ersichtlich ist.
Da das IN wuenscht, dass neue Teilnehmer Regionaldomains bilden, soll in
allen anderen Faellen ersteinmal die Empfehlung des IN (Regionaldomains,
"sinnvolle" Namen) erlaeutert werden sowie die Argumente, die fuer Regio-
naldomains sprechen (Ergonomie, Verwaltungsvereinfachung...). Sollte
der Antragssteller anschliessend immer noch nicht ueberzeugt worden sein,
so wird sein Antrag im Praesidium zur Diskussion und Entscheidung gestellt.
Die daraus zwangslaeufig resultierende Verzoegerung seines Beitritts sollte
ihm vorher erlaeutert werden.
Zur Beurteilung, ob ein Name sinnvoll ist oder nicht, sollen einige Kriterien
und Beispiele entwickelt werden. Passt der beantragte Name in das so ent-
wickelte "Pattern", so kann der Antrag in das "vereinfachte Antragsverfahren"
eingebracht werden.
5. Mehrwertdienste im DFN
Es wurde darueber berichtet, dass es einen ziemlichen Bedarf fuer Gateways
zwischen Unis und privaten Netzen (z.B. Maus-Netz) gibt. Das IN selbst hat
natuerlich zwangsweise einen hohen Bedarf daran.
Daher soll in Hinblick auf die Mehrwertpauschale beim DFN im naechsten Jahr
der Bedarf deutlich gemacht werden und im Zweifelsfall Kontakte zu den Gate-
waybetreibern vermittelt werden.
Das IN sollte nicht selber als Gatewaybetreiber fungieren, soweit das nicht
aus formalen Gruenden unbedingt erforderlich ist.
6. Sonderregelungen toppoint, open
Im IN gibt es derzeit noch 2 Sonderregelungen: Die Toppoint in Kiel (Xalias-
Problematik) und open.de (Regionale Domains auf Third Level Ebene).
Der Toppoint e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung beschlossen, bis zum
1.7.1993 die Sonderregelung auslaufen zu lassen und wie jedes normale Mitglied
zu zahlen.
open.de will - sobald gesichert ist, dass die Domainantraege zuegig bearbeitet
werden - ebenfalls die open-Domain aufloesen bzw. nur fuer temporaere An-
schluesse nutzen.
7. DIGI
Das Praesidium hatte sich schon einhellig gegen einen DIGI-Beitritt
ausgesprochen. Jetzt wurde beschlossen, dass wir uns zusammen mit dem
Vz* bei DIGI beschweren, dass die Nutzergruppe "Privatpersonen" in der
DE-NIC-Kommission nicht vertreten ist.
8. Vorstandsgroesse, Geschaeftsfuehrung
Wurde zurueckgezogen.
9. Einnahmeziel
Der Kassenwart (Andreas Baess) hat ueber die Einnahmen und Ausgaben in den
Jahren 1991 und 1992 berichtet. Die Probleme mit dem alten Kassenwart koen-
nen als geloest betrachtet werden. Der Kassenwart wies auf die Problematik
hin, dass durch die Umstrukturierung des EUnet in Zukunft die Zahlungen eher
geleistet werden muessen, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.
Bisherige Gewohnheiten, die Zahlungen erst nach einem halben Jahr anzumahnen,
werden wohl nicht uebernommen werden koennen.
Die eigentlich fuer das erste Halbjahr 1993 eingeplante Ruecklagenbildung
ist nicht mehr erforderlich, da sich durch die Verzoegerung der WiN-Anschlues-
se schon jetzt die erforderlichen Summen angesammelt haben. In Zukunft brau-
chen also nur die tatsaechlich anfallenden Kosten umgelegt zu werden.
Fuer das Jahr 1993 wird von folgenden Kosten ausgegangen:
2.000 DM fuer die DFN-Mitgliedschaft
18.216 DM fuer den WiN-Anschluss + nationales IP
10.560 DM fuer DFN (internationales IP)
4.200 DM fuer EUnet (Grundgebuehr)
10.200 DM fuer EUnet (100 MB Kontingent + 3 geroutete Class-C-Netze)
7.590 DM fuer XLink (50 MB Kontingent + DE-NIC-Gebuehr)
1.000 DM MV 1993
1.000 DM Erstattungen fuer Auslagen (Porto, Telefon, Notarkosten...)
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54.766 DM
Um auch weiterhin ein Polster fuer unvorhergesehene Ausgaben (Zahlungsaus-
faelle, Mehrwertpauschale 1994) zu haben, wurde beschlossen, eine Barreserve
von ca. 6.000 DM zu bilden, womit sich das Einnahmeziel auf 60.000 DM fuer
1993 erhoeht. Das macht im Monat 5.000 DM. Von aehnlichen Groessenordnungen
war schon in Oldenburg ausgegangen worden, so dass dies keine Ueberraschung
darstellte und auch von den Anwesenden abgesegnet wurde.
10. Abrechnungssystem
Das im Praesidium ausgearbeitete und einstimmig begruesste Abrechnungssystem
muss noch von der Mitgliederversammlung "abgesegnet" werden.
11. "Kommerzielle" Systeme in IN-Domains
Bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung war die Diskussion aufgekommen,
ob das IN zulassen wolle, dass Firmen die Domain eines IN-Mitgliedes nutzen
duerfen oder nicht. Vereinfacht ausgedrueckt: Soll es einer Firma moeglich
sein, als "Firma.IN-Domain.DE" erreichbar zu sein, wenn (selbstverstaendlich)
sichergestellt ist, dass dafuer keine Leistungen des IN in Anspruch genommen
werden?
Einig war man sich schnell ueber zwei Punkte:
- Firmen koennen nicht Mitglied des IN sein und duerfen demzufolge auch
keine Leistungen des IN nutzen (d.h., sie muessen einen eigenen Vertrag
mit einem Provider haben)
- Da in keinem Fall eine Netznutzung durch diese Firmen erfolgen darf und
soll, wuerde ein solcher Beschluss nicht gegen die bestehenden Vertraege
mit den Providern verstossen.
Es blieb die Frage: Wie will das IN selber in dieser Frage verfahren?
In der Diskussion stellte sich heraus, dass es Universitaeten und aehnlichen
Institutionen nur schwer oder gar nicht zu vermitteln ist, wenn es so eine
Unterteilung in private Sites einer Domain und nicht-private Sites der glei-
chen Domain gibt. Gleichzeitig sprachen sich die Vertreter mehrere Domains
dafuer aus, dass eine Trennung privat/nicht-privat moeglichst eindeutig und
auch offen sichtbar erfolgen soll. Ebenfalls abgelehnt wurde das Konstrukt,
dass eine Firma zwar eine eigene Domain hat und diese auch auf Rechnungen,
Visitenkarten, Anzeigen usw. verwendet, *zusaetzlich* aber ueber eine IN-
Domain erreichbar ist (also gewissermassen ein "Alias" existiert).
Fazit: Firmen duerfen nicht an IN-Domains teilnehmen. Auch das Setzen eines
Aliases ist nicht zulaessig. Zur Zeit noch existierende Aliase (weil
ein ehemals der Domain angehoerender Rechner inzwischen selbststaendig
geworden ist) sind innerhalb eines halben Jahres ausser Kraft zu set-
zen.
12. Vorgehen bzgl. DE-NIC
Bisher wurden Domainantraege vom IN immer direkt beim DE-NIC eingereicht.
Da dies nicht zufriedenstellend funktioniert, wurde beschlossen, die An-
traege auf neue Domains bei den Providern einzureichen, die sich dann um
die Eintragung beim DE-NIC bemuehen muessen. Da das IN Kunde der Provider
ist, besteht dort (im Gegensatz zum direkten Kontakt mit dem DE-NIC) die
Moeglichkeit, ggf. auf eine schnellere Bearbeitung zu draengen.
13. Naechstes Treffen
Die naechste Mitgliederversammlung soll im Dezember 1993 bzw. Januar 1994
stattfinden, das naechste Treffen nach Moeglichkeit schon im Sommer 1993.
Kurzbericht von der "offiziellen" Mitgliederversammlung
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Versammlungsleiter: Christoph Badura
Protokollfuehrer: Vera Heinau
Wahlleiter: Roger Schwentker, Michael Havemester
Die Antraege 1 (Stimmrecht), 2 (assozierte Mitglieder), 3 (XLink), 7 (DIGI),
4 (Mehrwertpauschale/Gateways) und 10 (Abrechnungssystem) wurden angenommen.
[Die anderen Antraege/Uebereinkuenfte muessen nicht formal von der Mitglie-
derversammlung beschlossen werden.]
Neuwahlen:
1.Vorsitzender
Kandidaten: Frank Simon (12 Stimmen), Christian Balzer (7 Stimmen)
Gewaehlt: Frank Simon
2. Vorsitzender
Kandidaten: Vera Heinau (11 Stimmen), Christian Balzer (6 Stimmen)
Gewaehlt: Vera Heinau
Kassenwart
Kandidaten: Andreas Baess (19 Stimmen)
Gewaehlt: Andreas Baess
(20 stimmberechtigte Domainvertreter waren anwesend)
Tschuess, Vera
|~| Vera Heinau | Freie Universitaet Berlin
/ \ heinau@Groucho.Chemie.FU-Berlin.DE | Institut fuer Kristallographie
/FUB\ heinau@fub.uucp | Takustrasse 6
`---' phone +49 30 838-3612 | D-1000 Berlin 33 Germany
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