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2 total messages Started by Michael Schulte Mon, 03 Nov 1997 00:00
Streifen- und andere H�rnchen
#39
Author: Michael Schulte
Date: Mon, 03 Nov 1997 00:00
14 lines
1269 bytes
Hi!

Die Streifenh�rnchen-Seiten im Web sollen demn�chst erweitert werden
um andere H�rnchen. Daf�r ben�tige ich allerdings kompetente Hilfe.
Wer hat Erfahrung in der Haltung von H�rnchen? Ich suche Infos �ber
die Unterschiede zwischen der Haltung von Streifenh�rnchen und der von
anderen, und nat�rlich jede Menge Bilder!

Schaut doch mal rein:
http://home.braunschweig.netsurf.de/~michael.schulte/index.htm


Ciao, Micha.
Re: Streifen- und andere Hörnchen
#40
Author: Marlies Ortmann
Date: Wed, 05 Nov 1997 00:00
94 lines
5682 bytes
Sorry Michael ... habe noch nicht in jene Webseiten gesehen. Moechte
trotzdem posten, ... dass, was vielleicht _nicht_ in jedem
Heintierratgeber steht.

Aus der Hoernchenfamilie sind einige Arten geschuetzt und sollten nur
dann aus kommerziellen Zuchten und Zoogeschaeften erworben werden, wenn
die Heimtierhaltung der Art erlaubt ist. =


Unter internationale und deutsche Artenschutzregelung fallen folgende
Arten (M.Mettler/Hoernchenratgeber 1991) =


Malaiisches Riesenhoernchen,
Europaeisches Eichhoernchen, (nicht zu verwechseln mit dem grossen
Grauhoernchen)
Europaischer Ziesel,
Mexikanischer Praeriehund,
Borneo-Vierstreifenerdhoernchen,
Riesenhoernchen der Gattung Ratufa

Erhaltungszucht in guten Haenden sollte den Handel mit Wildtierfaengen
zurueckdraengen. Obgleich Hoernchen kaum domestiziert sind (Auslese und
Zucht ist nicht gleichbedeutend mit Domestikation), werden die Vertreter
einiger Arten erstaunlich zahm. Murmeltiere, Praeriehunde und Ziesel
sind dem mensch gegenueber neugieriger als Burunduk oder Chipmunk.

Der Zuechter beachte, dass z.B. die Eichhoernchenverwandschaft nicht
ganz inzuchtfest ist, soll heissen: Einige Farbstandards koennen nicht
reinerbig gezuechtet werden, sondern muessen ueber die F2-Generation
immer wieder neu selektiert werden und bleiben mischerbig. (Bsp: Die
Verpaarung 2-er reinerbiger Eichhoernchenalbinos ist nicht moeglich, da
Embryonen absterben.

Immer oefter sieht man im Handel Streifenhoernchen, welche aber keine
Burunduks oder Chipmunks sind. Die mit den 4 Streifen sind Palmen-
hoernchen. Auch tropische Palmenhoernchen 'duerfen' gehalten werden,
sollten aber nicht als als Burunduk oder Chipmunk gehandelt werden. Man
beachte, dass jene Palmenhoernchen Obst und kleine Weichtiere fressen,
aber kaum Nagersticks, Nuesse und hartes Brot. Jene Unterschiede bzgl.
Heimtierhaltung zu kennen, ist wichtig. Fuer Palmenhoernchen kann es
dramatisch enden, wenn deren Ansprueche nicht beachtet werden. Es gibt
kaum noch zwei Hoernchearten, welche sich so sehr unterscheiden wie das
meisst gehandelte 5 Streifenhoernchen und das 4 Streifen'tier'.

In der Fachliteratur habe ich einen interessanten Hinweis bzgl. des
Lebensraumes des 5-Streifenhoernchens gefunden: Je hoeher das Revier
ueber dem Meeresspiegel liegt, desto kleiner faellt die Koerpergroesse
aus. Hoernchen im Gebirge sind im allgemeinen kleinwuechsiger als
Tiefland und Taeler bewohnende Hoernchen derselben Art. In etwa kann man
aus der Koerpergroesse eines ausgewachsen Streiflings auf den
urspruenglichen Lebensraum der naeheren Verwandschaft geschlussfolgern.
Trotzdem muss in einer Aussenvoliere als Schlaf- und
Rueckzugsstaette ein thermisch gut vor Frost und Hitze isolierter
Unterschlupf vorhanden sein. Ein einfaches Holzhaeuschen mit ein bischen
Saegegespaen reicht nie und nimmer aus. 3 Holzkisten verschiedener
Groessen kann man ineinander stellen und die enstehenden Zwischenraeume
mit Sand, Erde, Stroh ausfuellen. Der eigentliche Innenraum incl. Heu
und anderer Polstermittel darf nicht zu gross sein. Eine Erdhoehle ca.
0.5 m tief ist auch gut geeignet, wenn die Volierenumzaeun=FAng tief genu=
g
im Boden verankert ist. Gerade Streifehoernchen sind gar keine typischen
Baumhoernchen, sondern eigentlich eher Erdhoernchen, die nur hin und
wieder in die Baeume steigen. Eine Voliere mit grosserer Flaeche ist
demnach eine bessere artgemassere Unterbringung als eine hohe Voliere
mit kleiner Grundflaeche.

Das europaische Grauhoernchen ist kein graues Eichhoernchen, sondern
eine eigenstaendige Art.

In Zuechterkreisen wird gern 'Schoenheit' bevorzugt. Dann muessen
unbedingt Dreizehnstreifenziesel, Prevostschoenhoernchen und
Finlaysonhoernchen gehalten werden.

In der Literatur wird gern darueber diskutiert, ob Hoernchen zu ihrem
Menschen eine persoenliche Bindung aufbauen oder ob sie im mensch nur
einen wandelnden Kletterbaum sehen. :-)) Welches Hoerchen wuerden bei
solch einem Anblick nicht aufgeregt am Gitter toben und einem solchen
seltsamen Baum entgegenkekkern?

PS: Ich pesoenlich habe mein Herz an die Nacktschwanzhoernchen
'verloren'. Sie sind unechte Hoernchen und Noah soll sie von seiner
Arche verstossen (haben). Jegliches Lebensrecht in unserer Kultur- und
Naturlandschaft wird ihnen aus mir nie und nimmer verstaendlichen
Gruenden abgesprochen. Dass Mensch nicht aufhoeren will sie zu
quaelen, tut auch mir sehr weh. Deshalb duerfen sie sich wenigstens in
meinem Herzen und in meinem Heim ein Plaetzchen suchen, wenn es sie zu
mir zieht. Ich werde sie hereinbitten und mich ueber jeden Tag neu
freuen, an dem ich ihr freundliches Wesen, ihre Schoenheit und ihre
Intelligenz in meiner Naehe bewundern darf.

Gruesse
Marlies
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