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Article #4Re: Lehramt Informatik?
From: Robert Bihlmeyer
Date: Mon, 24 Aug 1998 00:00
Date: Mon, 24 Aug 1998 00:00
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Hi, [f'up-2 nochmal gesetzt - absichtlich ignoriert, Markus?] >>>>> Am Sat, 22 Aug 1998 15:04:34 GMT >>>>> schrieb magonaus@via.at (Markus Gonaus): Markus> Die einen verbringen ein Schuljahr damit eine Markus> Programmiersprache zu erlernen, und erstellen als kr�nenden Markus> Abschluss im zweiten Semester ein Programm, das eine lineare Markus> Regression rechnet, haben aber keine Ahnung davon, da� Excel Markus> Regressionen nicht nur rechnen, sondern auch zeichnen kann. Programmieren ist sicher nicht so wichtig f�r den Normalanwender. Man kann sich dadurch zwar oft sehr helfen (auch in allen modernen office-Anwendungen sind ja Programmiersprachen integriert), aber die Durchschnittsbenutzerin kommt ohne aus. Also nur machen, wenn genug Platz bleibt, oder freiwillig (Freifach/Unverbindliche �bung/...). Das das Regressions-Beispiel schlecht ist, ist wieder ein anderes Problem. Markus> Der zweite Typ lernt alles �ber Sortieralgorithmen oder Markus> Ganzzahlarithmetik und der Computer kommt in diesem Markus> Unterricht eigentlich nur als das vor, wof�r man das zu Markus> lernen hat. Soetwas ist schwachsinnig, da pflichte ich Dir bei. Sortieralgorithmen sind selbst f�r die meisten Informatiker kaum mehr wichtig (gibt es schon in tausend Ausf�hrungen vorpogrammiert und sofort verwendbar). Markus> Und der dritte Typ spielt Doom. Learning by doing? Markus> Nun Physik Lehrer haben eben diesen Auftrag. Sonst gibt es Markus> halt kaum Gegenst�nde in denen Mathematik ein wichtiges Markus> Werkzeug w�re. Ja. Es gibt noch die kaufm�nnischen oder wirtschaftlichen Sachen, wo man aber (abgesehen von h�herer Wirtschafsmathematik, die man aber nat�rlich nicht in der Schule lernt) mit +,-,*,/,% auskommt, also Oberstufen-Mathematik sicher nicht mehr braucht. Markus> Aber so ist es z.B. mit dem Lesen. Nur ganz am Markus> Anfang der Volksschule gibt es ein eigenes Fach lesen. Nicht Markus> dass nacher lesen nicht mehr wichtig w�re, oder dass es nicht Markus> weiterentwickelt werden m�sste. Nein, das Lesen ist ein Markus> derartig grundlegendes Werkzeug, dass es in allen Markus> Unterrichtsf�chern integriert wird. Gegen eine Integration von Informatik in andere F�cher spricht sich ja niemand aus. Aber beim Lesen wie bei der Informatik ist eine Grundausbildung von Vorteil, da man sonst viel Zeit in den anderen F�chern daf�r aufwenden mu�. Interessanterweise h�rt aber der Deutschunterricht nicht nach der Volksschule auf, sondern man liest weiter Literatur, lernt mehr �ber die Grundlagen der Sprache (Grammatik), schreibt in verschiedenen Formen. Markus> Sicher, man kann anfangen Halbleiterlogik einzuf�hren. Das bringt, wie Du wei�t, nichts, und geh�rt nicht einmal wirklich zur Informatik. Viel wichtigere Themen w�ren (kleine Auswahl auf die Schnelle): Was hat es mit den verschiedenen Speichern auf sich? Was verschwindet, wenn ich abdrehe, was bleibt wo erhalten? Was ist eigentlich eine Datei? F�r den Rechner sind Daten/Programme nur Ziffernkolonnen; wie wei� er was was ist? Wie werden Dateien geordnet, da� man sie auch wiederfindet? Markus> Ich sehe da n�mlich ganz massiv den Widerspruch zwischen Markus> Erwartungshaltung der Gesellschaft gegern�ber einem Markus> Informatikunterricht und allf�lligen Bildungszielen Markus> entstehen. Denn gewollt wird nicht mehr und nicht weniger als Markus> die F�higkeit, Word, allenfalls noch Excel und den Browser Markus> bedienen zu k�nnen. Und dazu brauchts wirklich kein Markus> Unterrichtsfach Informatik. Damit k�nnte man ca. 98% des Lehrstoffs von Allgemeinbildenden(!) H�heren Schulen streichen. Die These ist IMHO, da� z.B. mit Physikbildung das Verstehen und *Anwenden* praktischer Dinge wie Autofahren, vern�nftig Heizen, Fernseher Einstellen, leichter f�llt Markus> Sorry, ich verstehe nicht ganz, was du mit Grundlagen meinst. Siehe oben f�r ein paar Bsp. von mir. Markus> Moderne Software ist ja geradezu bem�ht den Anwender von so Markus> Sachen wie Filestruktur oder Datenformaten abzuschirmen. Und da bei�t sich die Katze in den Schwanz! Das Problem, das viele Leute mit dem Computer haben, ist eben, da� sie �berhaupt kein tiefgreifendes Verst�ndnis haben. Sie machen Fehler, wie den K�hlschrank offenzulassen, damit es k�lter wird. Nat�rlich werden die Programme heutzutage so entwickelt, da� sie m�glichst auch Benutzer ohne Grundlagenwissen bedienen k�nnen. Aber deshalb zuk�nftigen Anwendern schon gar kein Grundlagenwissen beizubringen, f�hrt in eine Sackgasse. Computerprogramme werden mittelfristig nicht intelligent sein. Wenn dem Benutzer nicht vermittelt werden kann, wie intelligent bedient, dann haben wir ein kongeniales Paar, das von einer Unbill in die n�chste schlittert. Markus> Schon heute wissen die allermeisten Anwender nicht, wo Word Markus> denn ihren Text ablegt. Und Du meinst das ist gut so? >> Was spricht dagegen, sowohl Grundlagen im Informatikunterricht zu >> vermitteln, und zus�tzlich den Computer in anderen >> Unterrichtsf�chern einzusetzen? Markus> Ganz einfach die Tatsache, dass der Informatikunterricht die Markus> Computerr�ume in der Schule komplett auslastet. Dieses Problem geh�rt gel�st. Schulen sind in Punkto Computer AFAIK str�flich unterbudgetiert. Zus�tzlich ist es aber eigentlich nicht notwendig, da� der Informatikunterricht, so wie ich ihn mir vorstelle, �berhaupt die Computerr�ume braucht (eventuell so oft wie andere F�cher, sicher nicht dauernd). Er soll vor allem Theorie vermitteln (mitunter vielleicht durch praktische Beispiele am Rechner aufgelockert), die echte Praxis m��ten die anderen F�cher liefern. Robbe -- Robert Bihlmeyer reads: Deutsch, English, MIME, Latin-1, NO SPAM! <robbe@orcus.priv.at> <http://stud2.tuwien.ac.at/~e9426626/sig.html>
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