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Article #213Re: Diplomarbeit bringt Geld
From: Rainer H. Rauschenberg
Date: Fri, 14 Nov 1997 00:00
Date: Fri, 14 Nov 1997 00:00
81 lines
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On 13 Nov 1997, Detlef Bosau wrote:
> Ich denke nicht, dass man eine Dissertation schreibt, um damit
> Geld zu verdienen.
>
> Ich muss schon sagen, dass mich dieser Thread hier zuallertiefst
> entsetzt.
>
> Wissenschaftler ist man. Das wird man nicht, dazu ist man nicht
> angestellt, das _ist_ man. Und zwar 24 Stunden am Tag vom Scheitel
> bis zur Sohle und von der Wiege bis zur Bahre.
>
> Was wir in Deutschland brauchen, sind Wissenschaftler, die Wissenschaft
> als Berufung verstehen. Und nicht Leute, die einen Beruf ausueben.
Genau. Und Baecker, die Ihr Handwerk als das verstehen, was es ist: eine
Kunst und eine Berufung. Und die den Wissenschaftlern was zu fressen
geben, ohne sich um so profane Dinge wie Geld zu kuemmern. Und Vermieter,
die die Bereitstellung von Wohnraum noch als soziale Aufgabe ansehen
("Eigentum verpflichtet"), so dass der angehende Wissenschaftler nicht
unter der Bruecke naechtigen muss.
> Leute, die promovieren oder sich habilitieren, nur um mit ihren,
> in solchen Faellen ueblicherweise zweifelhaften, Elaboraten das
> schnelle Geld zu verdienen, sind keine Wissenschaftler. Das sind
> zweifelhafte Gestalten, von denen man sich an der Uni schnellstmoeglich
> trennen sollte.
Moeglicherweise ja. Aber das Studium der Motive ist doch voellig
unerheblich, wenn man sich ohnehin an der Qualitaet der Arbeit
orientieren sollte. Diese ist fuer den Wert der wissenschaftlichen
Arbeit relevant -- eigentlich _ist_ sie der Wert. Und sie sollte auch
einziges Kriterium fuer zumindest die Promotion sein.
> Ich habe kein Verstaendnis dafuer, wenn Leute nur aus purer Profitgier
> wissenschaftliches Arbeiten prostituieren.
Was heisst Prostituieren? Soll ich sie an die Strassenecke stellen?
Latuernich muessen Dissertationen veroeffentlicht werden -- aber das wird
sich wohl auch wegen der Promotionsordnungen nicht vermeiden lassen.
(BTW: such mal nach der Diss. von einem gewissen H. Kohl. Die soll schon
eine ganze Weile verschwunden sein.) Und bei Diplomarbeiten ist doch der
Normalfall, dass die von niemandem ausser dem Betreuer und der Familie des
Probanden gelesen werden. Also sorgt ein Verscherbeln an irgendein
Unternehmen fuer eine weitere Verbreitung von Wissen in der Welt. Ist
doch schoen.
> Solche Leute brauchen wir in Deutschland nicht. Sie sind kontraproduktiv
> und sollten auf dem schnellsten Wege aus der Wissenschaft entfernt werden.
Erschiessen, Aufhaengen, oder reicht es, sie in die Suempfe zu jagen?
> Entsprechend sollte dieser Thread hier
Wo? Er belagert leider recht viele NGs. Ich schreibe uebrigens in
de.sci.oekonomie .
> zu einem aeusserst raschen Ende
> gefuehrt werden. Entsprechend irregeleiteten Leuten, die hier charakterlich
> offenbar zu wissenschaftlicher Arbeit nicht reif sind, koennte da
> mal ein etwas ernsteres Gespraech mit ihrem Hochschullehrer weiterhelfen.
Ich spreche oefter ernsthaft mit meinem Hochschullehrer (obwohl es auch
mal was zu lachen gibt) und ich hoffe, dass sich die Kosten meiner Diss.
dadurch reduzieren werden, dass ein paar Leute sie kaufen. Aber ich gebe
mich in der Hinsicht keinen Illussionen hin...
> Bei Leuten, die aus wirtschaftlichen Gruenden Promotion und Prostitution
> verwechseln, das klingt ja auch so aehnlich,
Du scheinst eine undeutliche Aussprache zu haben.
> sollte man ernsthaft
> die Moeglichkeit juristischer Schritte pruefen.
Wegen was? Wenn ich nicht sehr desorientiert bin, ging es hier um die
legale Veroeffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten. Welche rechtlichen
Schritte soll man dagegen unternehmen?
Rainer "wovon lebst Du?" Rauschenberg
Technical Details
Message-ID:
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