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1 total messages Started by Karl Dietz Thu, 18 Feb 1999 00:00
Postpaedagogische (=amicative) Kommunikation
#126
Author: Karl Dietz
Date: Thu, 18 Feb 1999 00:00
50 lines
3263 bytes

===begin of forwarded message============================


http://www.free.de/fmk/AMICAT2.HTM


               Die Grundlage postpaedagogischer Kommunikation
   ______________________________________________________________________

   Anfang der 70er Jahre wurde die Erwachsenen-Kind-Beziehung einer
   radikalen, bislang unbekannten Analyse unterzogen. Der Erwachsene
   fragt in der Kommunikation mit Kindern nicht mehr "Was ist gut fuer das
   Kind?" sondern "Wer bin ich? Was ist gut fuer mich?". Und er sucht von
   dieser authentischen, durch keine Paedagogik gebrochenen Basis den Weg
   zum Kind. Diese in der Postmoderne verwurzelte Position geht von der
   existentiellen Gleichheit der Menschen und ihrer Erkenntnisse aus und
   verlaesst die Erziehung mit ihrem Fuehrungs- und Formungsauftrag. Der
   Erwachsene versteht sich im Zusammensein mit Kindern nicht mehr als
   Homo faber (aus Kindern Menschen machen) sondern als Homo politicus
   (mit Kindern in Beziehung sein und handeln).

   Wissenschaftler und Forscher vieler Disziplinen und Laender formten den
   postpaedagogischen Impuls, z.B. Heinrich Kupffer (Deutschland,
   Paedagogikprofessor), Carl R. Rogers (USA, Psychotherapeut), Margaret
   Mead (USA, Kulturanthropologin), Ronald D. Laing (Grossbritannien,
   Antipsychiater), John Holt (USA, Lehrer und Kinderrechtler), Richard
   Farson (USA, Psychologe und Kinderrechtler), Christiane Rochefort
   (Frankreich, Romanautorin und Kinderrechtlerin), Paul Feyerabend (USA,
   Wirtschaftstheoretiker).

   1976-1978 fuehrte Hubertus von Schoenebeck ein wissenschaftliches,
   empirisches Forschungsprojekt mit Kindern im Alter von 3 bis 17 Jahren
   zur Erkundung postpaedagogischer Kommunikation an der Universitaet
   Osnabrueck/Vechta durch. Im Anschluss an seine Feldforschung legte er
   ein Konzept fuer eine erziehungsfreie Theorie und Praxis vor, dem die
   postpaedagogische Idee, Aussagen der Kinderrechtsbewegung und
   Erkenntnisse der Humanistischen Psychologie zugrunde liegen und das
   "Freundschaft mit Kindern" und "Unterstuetzen statt Erziehen" heisst.

   Die Erfahrungen und Reflexionen des Forschungsprojektes von Hubertus
   von Schoenebeck sowie die bei der Umsetzung und Anwendung gewonnenen
   Erkenntnisse haben zu einer alle Lebensbereiche umfassenden
   spezifischen - postmodernen, postpatriarchalischen, postpaedagogischen
   - Weltsicht gefuehrt, die AMICATION genannt wird. AMICATION umfasst
   insbesondere - neben den vielfaeltigen anderen Facetten menschlicher
   Realitaet - eine existentielle Philosophie und Ethik, Emotionalitaet und
   Praxis. AMICATION ist die Grundlage postpaedagogischer Kommunikation.
   ______________________________________________________________________
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