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Started by Boris Groendahl
Wed, 21 May 1997 00:00
ALERT: Krise bei der jungen Welt!
Author: Boris Groendahl
Date: Wed, 21 May 1997 00:00
Date: Wed, 21 May 1997 00:00
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Zu dieser Stunde arbeiten zwei Fraktionen innerhalb von Redaktion und Verlag der Tageszeitung junge Welt an zwei verschiedenen Ausgaben fuer morgen. Zwischen der weit ueberwiegenden Mehrheit der Redaktion einerseits und dem Verlag sowie einer Redaktionsminderheit andererseits herrschen buergerkriegsaehnliche Zustaende. Vergangene Woche hatte die Geschaeftsfuehrung des Verlages eine Umbildung der Chefredaktion vorgeschlagen, die von der Redaktion als Putsch empfunden wurde. An der Abstimmung ueber den Vorschlag gestern abend beteiligten sich 17 von 41 Mitarbeitern. Davon stimmten 14 dem Vorschlag der Geschaeftsfuehrung zu, es gab 3 Enthaltungen. 24 Redakteure boykottierten die Abstimmung. Die Geschaeftsfuehrung hat das Ergebnis der Abstimmung als Zustimmung gewertet und die Chefredaktion heute morgen ihres Amtes enthoben. Die zwei zerstrittenen Rumpfbelegschaften produzieren nun parallel Zeitungen fuer morgen; wer den Zugriff auf die Druck- und Vertriebswege erhaelt, ist offen. Telefon Martin Krauss (Ex-stellvertretender Chefredakteur): 030-53 63 55-25 -- -+----+------------------- Boris Groendahl -----+----+-+------++----- Texte Und Konzepte Fuer Medien -+------------------------ boris@well.com ---------------------+---- voice +49 (30) 53 33 43 58 --+----------------------- cellular +49 (172) 322 13 58 -----+-------------------- facsimile +49 (30) 53 33 43 57
Re: ALERT: Krise bei der jungen Welt!
Author: Lutz Donnerhacke
Date: Wed, 21 May 1997 00:00
Date: Wed, 21 May 1997 00:00
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* Boris Groendahl wrote: >empfunden wurde. An der Abstimmung ueber den Vorschlag gestern abend >beteiligten sich 17 von 41 Mitarbeitern. Davon stimmten 14 dem Vorschlag >der Geschaeftsfuehrung zu, es gab 3 Enthaltungen. 24 Redakteure >boykottierten die Abstimmung. > >Die Geschaeftsfuehrung hat das Ergebnis der Abstimmung als Zustimmung >gewertet und die Chefredaktion heute morgen ihres Amtes enthoben. Die zwei Im alten Griechenland wurde der, der an demokratischen Mittbestimmungsrechten nicht teilhaben wollte, als 'Idiot' bezeichnet. Dieser Tatbestand ist hier offensichtlich erf�llt.
Re: ALERT: Krise bei der jungen Welt!
Author: Matthias Watermann
Date: Fri, 23 May 1997 00:00
Date: Fri, 23 May 1997 00:00
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lutz schrieb am 21.05.97
zum Thema "Re: ALERT: Krise bei der jungen Welt!"
in/an CL.MEDIEN.ALLGEMEIN
> [...]
> Nebenbei halte ich es f�r ein merkw�rdiges Demokratieverst�ndnis,
> wenn die Leute, die eine demokratische Abstimmung boykottierten tats�chlich
> glauben, sie h�tten ein Anrecht daruf, durch Boykott mitbestimmen zu k�nnen.
> Idioten (griechisch: Verweigerer der eigenen Mitbestimmungsrechte) halt.
Obgleich Deine "griechische" Ableitung nicht ganz korrekt
ist (idiotes sind mehr die f�r sich Seienden, Privatleute),
stimme ich Deiner Schlu�folgerung zu. Zudem scheint es mir
�beraus bemerkenswert, wie hier aufgrund einer v�llig
=einseitigen= "Berichterstattung" Zeter und Mordio geschrieen und
zur Solidarit�t (mit wem, wof�r, wogegen und warum eigentlich?)
aufgerufen wird - auch nicht eben ein Zeichen verantwortungs-
bewu�ter Meinungsbildung ... Vielleicht sollte die eifrigen
Aufrufer auch mal die (Beweg-)Gr�nde des "b�sen Kapitalisten"
publizieren, damit man sich ein Urteil bilden kann?
--
Matthias
Liebe Deine Feinde, aber sei schneller als sie.
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