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Started by Martin Recke
Tue, 27 May 1997 00:00
Medialist 24.97: Phoenix im Berliner Kabel
Author: Martin Recke
Date: Tue, 27 May 1997 00:00
Date: Tue, 27 May 1997 00:00
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Medialist 24.97: Phoenix im Berliner Kabel
Hgg. von Martin Recke
Themen dieser Ausgabe:
- MABB gibt Phoenix einen Kanal im Berliner Kabelnetz
- SFB-Verwaltungsrat stimmt Radiokooperation mit ORB
zu
- Puls-TV vor dem Aus?
MABB vergibt Kabelkanal an Phoenix -- Voice of America soll
UKW-Frequenz erhalten -- SFB und ORB behalten acht Frequenzen in
Berlin
Nach dem Willen der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) soll
Phoenix ins Berliner Kabelnetz eingespeist werden. Der MABB-Medienrat
hat dem Anfang April gestarteten Dokumentations- und Ereigniskanal von
ARD und ZDF den Sonderkanal 26 zugewiesen. Dies teilte die
Medienanstalt am 27. Mai mit. Der SK 26 ist von der Telekom
l�ngerfristig f�r die digitale �bertragung vorgesehen, ebenso wie zwei
weitere Hyperbandkan�le, die der Medienrat bereits im Februar an Super
RTL und Nickelodeon/TM3 vergeben hatte.
Zur Begr�ndung verwies der Medienrat darauf, da� sich inzwischen
abzeichne, da� die Deutsche Telekom bis zur Funkausstellung Ende
August "nicht in nennenswertem Umfang Decoder f�r die digitale
Kabelverbreitung" bereitstellen k�nne. Die Medienanstalt erwarte von
der Telekom, so hie� es, da� sie die drei analogen Kan�le
"unverz�glich zur Verf�gung stellt, statt das ausgebaute Netz weiter
zu blockieren". Die Telekom hatte bereits gegen die Entscheidung der
MABB vom Februar geklagt und die Umsetzung verweigert.
Der Beitrag von Phoenix zur Vielfalt sei vom Medienrat als "besonders
hoch" bewertet worden, so die MABB-Erkl�rung. Deswegen solle der
Ereigniskanal einen bis zum 31. Dezember dieses Jahres befristeten
Platz im Kabelnetz bekommen. Andernfalls h�tte Ph�nix erst nach
Ablauf der geltenden Kanalbelegung im n�chsten Jahr ber�cksichtigt
werden k�nnen.
Der Medienrat beschlo� au�erdem, f�r die Berliner UKW-Frequenz 87,9
MHz ein Programm in Aussicht zu nehmen, das lokale Zulieferungen unter
rundfunkrechtlicher Verantwortung der Voice of America (VoA) vorsieht.
Die VoA sendet derzeit bereits auf dieser Welle. Anders als beim
gescheiterten Vorg�nger Radio Charlie solle der neue VoA-Partner
Dornier Medien nicht Inhaber einer Teil-Sendeerlaubnis werden.
Dornier Medien solle lokale Programmteile und das Musikprogramm im
Country-Music-Format zuliefern. Dazu k�men Programmteile der VoA.
SFB und ORB k�nnen nach dem j�ngsten MABB-Beschlu� damit rechnen, am
Standort Berlin weiterhin �ber insgesamt acht UKW-Frequenzen zu
verf�gen. Dies sind zwei Frequenzen mehr als im Medienstaatsvertrag
Berlin-Brandenburg als Mindestausstattung festgeschrieben. Der
Medienrat setze voraus, da� das neue, in Zusammenarbeit mit dem NDR
geplante unter dem Arbeitstitel "Klassik Plus" geplante
Klassikprogramm "wesentliche regionale Bestandteile" enthalten werde,
so die MABB-Mitteilung.
�ber die Zuordnung der Programme zu den Frequenzen k�nnen die beiden
Rundfunkanstalten selbst�ndig entscheiden. "Sie haben dar�ber zu
entscheiden, welche Priorit�t zum Beispiel Multikulti bei der
Frequenzausstattung zukommt." Das ambitionierte Ausl�nderprogramm SFB
4 Multikulti wird derzeit auf einer in Teilen Berlins schwer zum
empfangenden Frequenz ausgestrahlt.
In Frankfurt/Oder und Cottbus sollen neue Frequenzen f�r die neuen
Gemeinschaftsprogramme von SFB und ORB geplant werden, beschlo� der
Medienrat. SFB und ORB hatten Ende Februar beschlossen, k�nftig ein
"High-Quality"-Programm namens "Radio Eins" (Arbeitstitel) und ein
Kulturradio "Radio Drei" gemeinsam zu veranstalten. Au�erdem soll die
Klassikwelle NDR 3 aus Hamburg �bernommen und mit lokalen Fenstern
erg�nzt werden (Medialist 12.97 und weitere Meldung in dieser
Ausgabe). (mr)
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SFB-Verwaltungsrat stimmt nun doch zu -- Kooperation mit dem ORB wird
ausgeweitet -- Frequenztausch in Berlin vereinbart
Die weitreichende Zusammenarbeit von SFB und ORB im H�rfunkbereich
kann nun doch wie geplant stattfinden. Der SFB-Verwaltungsrat stimmte
am 14. Mai dem Vertrag mit dem ORB zu. Dies gab der SFB am gleichen
Tag bekannt. Das Gremium nahm das Anfang M�rz von den beiden
Intendanten paraphierte Vertragswerk (Medialist 12.97) mit sieben
Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen an. Ein Mitglied des insgesamt
elfk�pfigen Gremiums war nicht anwesend.
Mit Beginn der Internationalen Funkausstellung im August sollen
demnach drei neue gemeinsame H�rfunkprogramme auf Sendung gehen: In
Potsdam beim ORB wird das "High-Quality"-Programm "Radio Eins"
(Arbeitstitel) produziert, in Berlin beim SFB das Kulturradio "Radio
Drei". Au�erdem soll die Klassikwelle NDR 3 aus Hamburg �bernommen
und mit lokalen Fenstern erg�nzt werden (Arbeitstitel "Klassik Plus").
Dazu wird es nun weitere Gespr�che mit dem NDR geben, wie SFB-Sprecher
Thomas Str�tling auf Anfrage mitteilte. Zugunsten der neuen Programme
werden die Kulturprogramme SFB 3 und Radio Brandenburg sowie das vom
SFB produzierte B Zwei eingestellt.
Der Entscheidung des SFB-Verwaltungsrats waren monatelange
Auseinandersetzungen in Berlin vorangegangen. SFB-Chef G�nther von
Lojewski und seinem ORB-Kollegen Hansj�rgen Rosenbauer war vorgeworfen
worden, weder die Gremien noch den Personalrat vor der Paraphierung
des Vertrags informiert zu haben (Medialist 13.97). Ein Papier der
Berliner Senatskanzlei hatte das Vertragswerk als "unvorteilhaft" f�r
den SFB bezeichnet (Medialist 15.97). Die notwendige Zustimmung des
Verwaltungsrats galt seit M�rz als unsicher und war zuletzt am 28.
April verweigert worden (Medialist 22.97).
Damals hatte das Gremium mit ebenfalls sieben Stimmen die Empfehlung
abgegeben, auf die geplante teilweise �bernahme des Klassikprogramms
NDR 3 zu verzichten und seine Zustimmung f�r den Fall angek�ndigt, da�
dieser Empfehlung Rechnung getragen w�rde. Die beiden Intendanten und
der ORB-Rundfunkrat hatten jedoch einm�tig Nachverhandlungen abgelehnt
(34/97). Vereinbart wurde nun zwischen den beiden H�usern, die bisher
geplante Frequenzverteilung in Berlin zu �ndern: "Radio 3" soll die
reichenweitenst�rkere Frequenz 92,4 MHz erhalten, auf der derzeit B
Zwei sendet. "Klassik Plus" hingegen wird auf die Frequenz 96,3 MHz
r�cken, die zur Zeit von SFB 3 benutzt wird.
SFB-Verwaltungsratschef Hartmann Kleiner erkl�rte in einer Mitteilung
an den Rundfunkrat, das Gremium habe sich bei seiner Entscheidung
davon leiten lassen, da� durch den Kooperationsvertrag "auf den bisher
vom �ffentlich-rechtlichen Rundfunk genutzten Frequenzen in unserer
Region trotz der knapper gewordenen finanziellen Ressourcen beider
Anstalten" weiterhin ein anspruchsvolles Programm ausgestrahlt werden
k�nne. SFB und ORB k�nnten die regionale H�rfunk-Grundversorgung
damit aus eigener Kraft leisten.
SFB-Intendant G�nther von Lojewski wertete die Entscheidung als einen
"wichtigen Schritt zur Zukunftssicherung" des �ffentlich-rechtlichen
Rundfunks der Region. SFB und ORB w�rden "im h�rtesten Rundfunkmarkt
der Bundesrepublik nicht nur �berleben, sondern klar akzentuierte
H�rfunkprogramme hoher Qualit�t" gegen die Programmflut kommerzieller
Anbieter setzen k�nnen, so Lojewski. Mit der Entscheidung des
Verwaltungsrats k�nne auch die wirtschaftliche Konsolidierung
fortgesetzt werden. Durch die Kooperation will Lojewski in der
laufenden Geb�hrenperiode insgesamt 13,5 Millionen Mark einsparen.
Die "besseren Argumente" h�tten den Ausschlag f�r die Kooperation
gegeben, erkl�rte ORB-Intendant Hansj�rgen Rosenbauer am 14. Mai in
einer Stellungnahme zur SFB-Entscheidung. Gremien und Intendanten
beider Sender h�tten mit dem Vertrag auch ein Zeichen f�r die
Reformf�higkeit der ARD gesetzt, so Rosenbauer: "ORB und SFB brauchen
keine Ratschl�ge aus Leipzig", wie in den letzten Jahren auf vielen
Gebieten bewiesen worden sei. Es sei der falsche Weg, sagte der
ORB-Chef, kleinere ARD-Anstalten abschaffen zu wollen und durch ein
"falschverstandenes Primat der �konomie Arbeitspl�tze zu vernichten."
(mr)
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CME stellt Zahlungen f�r Puls TV ein -- Sendebetrieb l�uft vorerst
weiter -- Gesamtverlust mehr als 140 Millionen Mark
Central European Media (CME) wird die Finanzierung von Puls TV
einstellen. Dies erkl�rte die Firma am 13. Mai. Sie bezifferte ihre
Verluste mit der Berliner Lokalstation auf mehr als zwanzig Millionen
US-Dollar. Daraufhin beschlossen die Gesellschafter von Puls TV am
14. Mai, das Kommanditkapital der Gesellschaft nicht mehr zu erh�hen.
Diese Kapitalerh�hung w�re notwendig gewesen, um die in den n�chsten
Monaten erwarteten "operativen Verluste" von Puls TV auszugleichen,
hie� es in einer Erkl�rung.
Die Gesamtinvestitionen f�r Puls TV, das als "IA Brandenburg"
gestartet war, bezifferten die Anteilseigner auf 140 Millionen Mark
seit 1993. Der lokale Fernsehwerbemarkt habe sich nicht so schnell
wie erwartet entwickelt, so die Gesellschafter. In den vergangenen 18
Monaten habe die Station monatlich mehr als zwei Millionen Mark
Verlust erwirtschaftet, hie� es in der CME-Erkl�rung.
Die CME, die offiziell mit 21,6 Prozent an Puls TV beteiligt ist und
einen weiteren Anteil dieser H�he treuh�nderisch h�lt, bezifferte
ihren Gesellschafteranteil nun auf 59 Prozent. Dieser Anstieg der
Beteiligung d�rfte auf die alleinige Finanzierung der Station durch
CME in den letzten zw�lf Monaten zur�ckzuf�hren sein. Central European
Media hatte den anhaltend quotenschwachen Sender finanziert, nachdem
die anderen Eigent�mer Time Warner, George Soros, APA Falladium und
Ulrich Schamoni sich zur�ckgezogen hatten.
Seit Herbst 1996 sucht die Deutsche Morgan Grenfell im Auftrag der CME
nach neuen Partnern f�r die Station. Der Versuch, neue Investoren und
ein neues Management zu finden, sei gescheitert, erkl�rte CME nun. Zu
den Interessenten z�hlten der M�nchner Medienkaufmann Thomas Kirch und
der Hamburger Medienunternehmer Frank Otto (Medialist 23.97).
Kirch-Vertreter Reinald Walter hatte Ende April erkl�rte, es habe seit
Monaten keine Gespr�che nicht mehr mit der CME gegeben.
Der amtierende Puls-TV-Gesch�ftsf�hrer Stefan Ziegenhagen teilte am
14. Mai auf Anfrage mit, der Sendebetrieb werde vorerst nicht
eingestellt. In der Branche wird damit gerechnet, da� eine L�sung nun
in zwei bis drei Wochen gefunden werden mu�, um eine Schlie�ung der
Station abzuwenden. Da die CME ihre bisherigen Verluste nun
abschreiben und mit den Ergebnissen des zweiten Quartals verrechnen
will, d�rfte eine L�sung m�glich sein, bei der ein neuer Investor
nicht die bisherige Verluste �bernehmen m��te. (mr)
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The Medialist distributes various news about media topics. It's in
German.
Die Medienliste verbreitet diverse Medienmeldungen mit dem Schwerpunkt
Berlin. Sie erscheint in den Newsgroups de.soc.medien, bln.medien und
prenzlnet.medien sowie auf
<http://userpage.fu-berlin.de/~mr94/medialist/>. Die Liste ist
moderiert. Beitraege nimmt Martin Recke <mr94@prenzlnet.in-berlin.de>
entgegen.
Um die Medienliste per Mail zu beziehen, genuegt eine Mail an
<medialist-request@prenzlnet.in-berlin.de> mit SUBSCRIBE im Body.
HELP im Body schickt einen Hilfstext.
Kommerzielle Weiterverwertung der Medienmeldungen ist generell nicht
gestattet. Falls Sie dies dennoch beabsichtigen, wenden Sie sich
bitte an Martin Recke <mr94@prenzlnet.in-berlin.de>.
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