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Article #14Nieren und anderes Gekroese
From: Andreas Raab
Date: Thu, 23 Jul 1992 09:13
Date: Thu, 23 Jul 1992 09:13
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fritsch@fsinfo.cs.uni-sb.de (Lothar Fritsch) writes:
> rz73@nz50.rz.uni-karlsruhe.de (Erik Weber) writes:
> [...]
> : stichwort "Fleisch".
> : und dann soll demnaechst ein neues organspendegesetz kommen. macht's dem
> : schwarzen markt schoen leicht: jeder tote wird zum ausweiden freigegeben,
> : es sei denn, eine urkunde taucht auf, in der er organentnahme ausdruecklich
> : ablehnt/untersagt.
> Wer seine Nieren mit ins Grab nimmt, ist mitverantwortlich dafuer, dass
> Kleinkindern Affennieren eingepflanzt werden.
Als ich das gelesen habe, beschlich mich ein sehr ungutes Gefuehl. Rationell
gesehen ist es natuerlich sinnvoll, gebrauchte Organe zu recyclen. Ethisch
habe ich aber so meine Probleme damit. Wenn ich tot bin ist es mir zwar
egal, aber trotzdem, das ungute Gefuehl bleibt.
Hauptgrund fuer das Fehlen von Spenderorgenen, vor allem Nieren sind die
vielen Opfer von Verkehrsunfaellen (Schock - die Nieren versagen zuerst) und
die Folgen falscher Ernaehrung (Z.B.Diabetes).
An den Ursachen wird wenig getan, dafuer werdsen die ueberlebenden Reste als
Ersatzteillager angesehen. Fuer mich ist das der falsche Weg, es passt aber
irgendwie ganz gut in die heutige Zeit.
Ich finde es falsch, den Menschen als Maschine anzusehen, bei der
fehlerhafte oder verschlissene Teile einfach ausgetauscht werden.
Ich versuche nicht, mich gegen eine Organentnahme nach meinem Tod zu wehren,
trotz aller Horrorgeschichten. Einem Familienmitglied wuerde ich auch heute
schon ohne zu zoegern eine Niere abgeben falls noetig.
Eine Organentnahme per Gesetz als Regelfall vorzuschreiben halte ich aber
fuer reichlich makaber und ich kann gut verstehen wenn dafuer Vokabeln wie
"schlachten" und "ausweiden" verwendet werden. Konsequent waere es, auch den
restlichen Kadaver wiederzuverwenden. Moeglichkeiten gibt es ja genug und
warum sollte daran etwas auszusetzen sein?
Andreas
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