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Article #21

Re: zur legalisierung von Haschisch

#21
From: Christa Keil
Date: Mon, 06 Apr 1992 12:34
99 lines
4302 bytes
In article <948@watzman.quest.sub.org>, harm@watzman.quest.sub.org (Harm
Luebben) says:
>
>From article <92090.204230UMV001@DBNMEB1.BITNET>, by UMV001@DBNMEB1.BITNET
>(Christa Keil):

>der Staat verdient an Drogensteuern,

Stimmt, am Samstag nachmittag war ein Bericht im WDR-Fernsehen
(Hier und Heute unterwegs) ueber die Erfahrungen in Holland.

Unter anderem wurde gesagt, das der hollaendische Staat ca. 200
- 300 Millionen Gulden an Steuern einnimmt, durch den "Verkauf
von nicht-getrunkenem Kaffee in den Coffeeshops".

Interessant waren auch die Aeusserungen des Leiters des Rausch-
giftdezernats in Amsterdam. Er meinte, das seit der Duldung des
Kanabis-Handels, die Anzahl der "Drogentote" durch harte Drogen
nicht gestiegen sei (~ Einstiegsdrogemaerchen), im Gegenteil die
Zahl waere seit div. Jahren deutlich ruecklaeufig.

Ueberigens, der Handel mit Kanabis-Produkten ist in Holland immer
noch strafbar, er wird nur "geduldet".

Der Besitz von bis zu 30 gr wird nicht strafrechtlich verfolgt.

Desweiteren duerfen die Coffeeshops nur bis zu 400 gr hinter ihrer
Theke haben.


>aber die Entscheidung zur Sucht muss jeder allein faellen duerfen.

Tut ja wohl auch jeder.
Es ist wohl meine Entscheidung, ob ich nun irgendein Rauschmittel
nehme oder nicht und wenn ich das tue, dann bin ich mir der Tat-
sache auch voll bewusst.

Ausserdem sollte das Maerchen von der Einstiegsdroge Kanabis, endlich
mal vergessen werden.

Ich rauche seit mehr oder weniger 10 Jahre, von Zeit zu Zeit
irgendwelche Kanabis-Produkte, deshalb bin ich allerdings nie
zum Junkie geworden, habe auch nie das Beduerfnis gehabt staerkere
Rauschmittel zu konsumieren.

Und weiterhin moechte ich mal behaupten, das die Leute, die spaeter
auf haertere Mittel gerutscht sind, eigentlich so oder so von irgend-
was abhaengig geworden waeren.

Die Tatsache, das ich manchmal ein Bier trinke, macht mich noch
lange nicht zum Alkoholiker, genauso wenig wie das irgendein
anderer Alkohol macht.

Sobald ich allerdings "zu schwach" bin, meine Genuesse zu
kontrollieren, ist bei allen Dingen die "Gefahr" einer Sucht
gegeben.



>> Es ist doch ein mehr als gewaltiger Unterschied, ob sich jemand
>> 'nen Joint dreht, oder jeden Tag fuer 500 DM Kokain durch die
>> Nase jagt, bzw. fuer 'nen Betrag Heroin in die Adern jagt.
>
>Wo ist der Unterschied ? Im Preis ?

Noe, eigentlich eher darin, das bei Kokain und Heroin die Gefahr
einer koerperlichen Abhaengigkeit schneller gegeben ist.

Und wenn _ich_ mich berauschen will, dann hab _ich_ nicht das
Beduerfnis, das ich davon koerperlich abhaengig werde.
(Da reicht mir schon meine Abhaengikeit von Nikotin :-((((  )


>Noch nicht mal ein Rueckgaberecht hat der Abhaengige

Joh.. un da war dann noch der Typ, der sich 1 Pfund gepresstes
Fischfutter andrehen lies, nach dem "Proberauchen". Wenn ich
mich recht erinnere, ging die Umtauschaktion in der Bude des
Verkaeufers etwas heftig ab und nachher war wohl auch 'ne neue
Wohnungseinrichtung faellig ;-)

Allerdings ist das wohl eher die Ausnahme.

Aber aus dem Grunde, das ich eben keine Lust und Laune hab, von
irgendeinem kleinen Dealer abgezockt zu werden, hab ich es bis
dato immer abgelehnt "auf der Strasse" zu kaufen.

Bevor ich mich bescheissen lasse (und wie gesagt, im allgemeinen
ist das Rueckgaberecht nicht so doll), fahre ich lieber nach
Holland, geh in 'nen Coffeeshop, hol mir was zu rauchen, trink
in aller Ruhe meinen Kaffee und lass den lieben Gott einen netten
alten Mann sein ;-)


--
Du hast Dich gestern nacht ja absolut happy angehoert aufm Telebimmel.
Wenn Du frisch verliebt bist, bist du naemlich viel vertraeglicher fuer
Deine Umwelt ;-)                           (p) Ulli Horlacher, 10.03.92,
Christa.Keil@guug.de                               christa@germany.uucp
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Date: 6 Apr 92 12:34:09 GMT
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