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Article #535

Re: TU Berlin: Rechter Praesident gewaehlt

#535
From: Martin Schwartz
Date: Wed, 29 Jan 1997 00:00
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Olaf Brandes (brandes@cs.tu-berlin.de) wrote:

> Hier haben wir eine Wahlbeteiligung von kanpp 5%, wenn ich mich jetzt
> nicht sehr irre. Wir sprechen hier ueber die TU Berlin ...

Olaf, Du irrst Dich auch hier sehr. Um die Wahlbeteiligung herauszufinden, 
koenntest Du einfach mal in die Veroeffentlichungen der Pressestelle oder
auch nur zur Home-Page der TU zu schauen. Ohne Probleme wuerdest Du dann
13,9 Prozent nachlesen koennen.

Sapere aude!

>> Die Finanzierung von Bildung ist fuer mich eine der zentralen Aufgaben
>> eines Staates. Aus dieser darf er sich auch deshalb nicht
>> zurueckziehen, weil er ein gleichmaessig _hohes_ Bildungsniveau an
>> allen gleichartigen Bildungseinrichtungen gewaehrleisten sollte.

> Da sind wir einer Meinung, und Ewers wuerde wohl zustimmen.

Entschuldige, aber auch hier kennst Du die grundlegenden Diskussionen um
Studiengebuehren nicht. Der dummen Idee, die auch Ewers hier vertritt, 
liegt die Binsenweisheit zu Grunde, dass ein hohes Bildungniveau des 
Individuums ihm zum Vorteil gereicht - auch wirtschaftlich. Deshalb wuerden 
die Individuen auch dann an einem hohen "Bildungsstand" interessiert sein, 
wenn dessen Erlangung mit Kosten verbunden waere. Die Aufgabe des Staates 
waere es also, sich aus der Bildungsfinanzierung zurueckzuziehen - und um 
ein soziales Regulativ zu schaffen den Alleraermsten die Finanzierung 
zuzusichern. Aber auch nur diesen. Alle anderen wuerden mehr zahlen.

Solche Ansaetze werden in der politischen Landschaft "neoliberal" genannt.
Die grundlegende Idee hierhinter ist schlicht, dass wenn Wachstumsmaerkte
nicht mehr ergiebig genug erscheinen, der Wachstum eben ueber den Ausverkauf 
des Staates stattfinden soll.

Martin

-- 
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From: schwartz@cs.tu-berlin.de (Martin Schwartz)
Subject: Re: TU Berlin: Rechter Praesident gewaehlt
Date: 1997/01/29
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