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Article #537HRG-Novelle a la BMBF
From: Marcus Gottsleben
Date: Fri, 08 Nov 1996 00:00
Date: Fri, 08 Nov 1996 00:00
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Schon vor ein paar Wochen wurde hier in den News auf ein 'Diskussionspapier' aus dem BMBF zur Novelle des Hochschulrahmengesetzes hingewiesen. Inzwischen habe ich mir das Teil besorgt und durchgelesen, und ich habe es auch eingescannt und aufs WWW gelegt. Wer also wissen will, wie man sich im Hause von Zukunftsminister J"urgen R"ckw"arts die ,,Hochschulen f"ur das 21. Jahrhundert'' vorstellt, schaue unter http://www.th-darmstadt.de/fsmathe/hopo/BMBF.HRG-Novelle.html nach. (Wer keinen WWW-Zugang hat, kann das Teil von mir per Mail bekommen.) In Stichworten geht es in dem Papier um Folgendes: Grundannahmen, Prinzipien: - Rohstoff Information als Produktionsfaktor, Hochschulen als Standortfaktor - Nur noch Mindeststandard soll garantiert werden; Rest regeln Markt und Wettbewerb Ziele: - die bestehenden Hochschulen reichen f"ur die ca. 2 Mio. Studierenden, m"ussen aber ,,auf die z"ugige Vermittlung berufsqualifizierender Abschl"usse eingestellt und f"ur diesen ersten Zweck auch neu ausbalanciert werden'' - Amerikanische Abschl"usse Bachelor, Master, PhD einf"uhren; Diplom etc. als Auslaufmodell - LehrerInnenausbildung in wesentlichen Teilen an die FHs verlagern und umstrukturieren - ,,duale Studieng"ange durch Lernortkombination von Betrieb und Hochschule'' - HS-Zugang nicht mehr durch Abitur garantiert, sondern Auswahl durch die Hochschule (soweit verfassungsrechtlich m"oglich): In ZVS-F"achern soll ein Teil der Strudienpl"atze f"ur die ,,leistungsst"arksten'' BewerberInnen reserviert werden - StudienabbrecherInnenquote: Hauptproblem ist ,,- nach Abzug einer gew"unschten Selektion - nicht in erster Linie die H"ohe der Quote, sondern der oft erst zu sp"ate Zeitpunkt des Abbruchs.'' - Regelstudienzeiten sollen ,,von der "uberwiegenden Mehrzahl der Studenten eingehalten werden'' - K"urzere Studienzeiten durch mehr ,,F"uhrung, Betreuung und Leistungs- hinweise''; klare und verbindliche Gliederung der Studieng"ange: Leistungsnachweise und Zwischenpr"ufungen obligatorisch - Freischu"sregelung - ,,Eine Studenten-Chipkarte ist zugleich Studienausweis, Studienbuch, An- und Abmelderegistratur, Parkausweis und Mensa-Karte.'' - Frage nach Studiengeb"uhren ist ,,zul"assig'', aber Studiengeb"uhren w"ahrend des Studiums erscheinen ,,nicht sinnvoll'' - Betrachtung eines Gesamtpakets: Studiengeb"uhren, Refinanzierung, BAf"oG, Stipendien - BAf"oG als ,,soziale Basis-Ausbildungsf"orderung'' plus Stipendien als ,,besonderer Anreiz f"ur ein hohes Qualit"atsniveau''. Dazu n"otig: ,,tat- s"achliche, notwendigerweise studienbegleitende Leistungsfeststellung'' - Berufungen: ,,hochschulp"adagogische Eignung'' st"arker ber"ucksichtigen; auf Habilitation verzichten - Lehr'professorInnen' ,,ohne eigene Forschungsaufgaben, aber mit der Pflicht zur st"andigen Rezeption der aktuellen Forschung ihres Fachgebietes'' - Vorlesungen von CD-ROM oder via Internet - wissenschaftliche Erkenntnisse schneller wirtschaftlich verwertbar machen Umsetzungsinstrumente: - Novelle des HRG, aufbauend auf Eckwertepapier (1993) etc. - ,,Anpassungen sollten im Detail nicht staatlich verordnet werden, sondern sich im Wettbewerb aller Hochschulen entwickeln'' - leistungsorientierte Hochschulfinanzierung, Globalhaushalte - Studienzeitverk"urzung sollen die Hochschulen erledigen; dazu ,,sollen zuk"unftig die Zahl der Studierenden und der Abschl"usse innerhalb der Regelstudienzeit entscheidende Kriterien bei der Verteilung der staatlichen Mittel f"ur die Lehre auf die Hochschulen sein.'' - Weitere Kriterien (Forschung): Umfang der eingeworbenen Drittmittel; Patentanmeldungen; bewertete Publikationen; wissenschaftliche Preise - Hochschulen sollen Drittmittel voll behalten k"onnen, ,,um das Leistungsspektrum der einzelnen Hochschule in Forschung und Lehre nach Ma"sgabe der Zweckbestimmung zu erweitern'' - ,,Forschungsverg"utung f"ur Professoren, die private Drittmittel einwerben und entsprechende Forschungsvorhaben durchf"uhren'' - ,,entscheidungsf"ahiges Hochschulmanagement'' entsprechend den ,,betriebs- wirtschaftlichen Anforderungen, die heute an die effiziente F"uhrung eines Dienstleistungsbetrieb dieser Gr"o"senordnung zu stellen sind'' - St"arkung der Leitungs-/Managementorgane innerhalb der Hochschulen bzw. fachbereiche; ,,Entlastung'' der Gremien von ,,Alltagsentscheidungen'' - Evaluation (interne und externe) als Teil von ,,Qualit"atssicherung und Leistungsoptimierung'' - Personalhoheit von L"andern auf Hochschulen verlagern (auch bei Berufungen) - F"orderung privater Hochschulen, um neue Modelle in Forschung, Lehre, Organisation und Finanzierung einzuf"uhren; Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Hochschulen Soviel f"ur heute -- auf da"s sich eine rege Diskussion entspinnen m"oge (Z"undstoff d"urfte das ja genug bieten). Gru"s, Marcus Gottsleben -- Kokain Ecstasy Cannabis Semtex LaTeX RAF AIZ System Unterdr"uckung Schweine Kapitalismus Banken Bonzen Bullen zerschlagen radikal militant Kampf Castor Uran Plutonium Garching Z"under Iran Irak Libyen Pakistan Syrien Kurdistan PKK Konzerne Siemens Daimler-Benz BASF NATO Mossad Bundestag Kohl Sch"auble BRD EU Antifa Knast Zensur "Uberwachung PGP Clipper -- Gru"s nach Pullach!
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