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Started by Rolf Martens
Sat, 02 Feb 2008 15:33
VEREINIGT EUCH! Info #307de: Ex-Marxist H. Dicke zur Finanzkrise (lesenswert)
Author: Rolf Martens
Date: Sat, 02 Feb 2008 15:33
Date: Sat, 02 Feb 2008 15:33
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VEREINIGT EUCH! Info #307de: Ex-Marxist H. Dicke zur Finanzkrise (lesenswert)
[Geschickt: 02.02.2008]
Anmerkung: Die Posting-Serie "UNITE! (usw.) Info" (1995-) bef�rwortet die
politische Linie von Marx, Lenin und Mao Zedong. Alle Nummer, siehe
www.rolf-martens.com.
INTRO NOTE IN ENGLISH:
Hartmut Dicke, who earlier wrote articles and led a small, very advanced
Marxist-Leninist party in Germany under the pseudonym Klaus Sender, was once a
quite important, though internationally rather unknown, Marxist. Several
writings of his from the 1970s, up until and including the year 1980, can be
found at my homepage, in English under the subjects "KPD/ML (NEUE EINHEIT)" and
"Sender, Klaus" in its "Subjects in postings" section, in Swedish in the
section "N�gra texter p� svenska, 1975 -" and/or in their original German in
the section "Einige Texte auf Deutsch". A little about my earlier longtime
contact with and close co-operation with the party mentioned, the "NE", from
1974 on and up until April 1990, readers can find in my homepage section "On my
background".
Unfortunately, Dicke and the party led by him eventually degenerated, from some
point or other in the 1980s on, and by 1990 had turned completely bourgeois. On
this, see, in German, my Info #049de, "Kritik der NE, 1990", of 22.08.1997,
Teil 01/11 etc, or in English, Infos #050en, "My line & 'weklu's' weak lies",
likewise of 22.08.1997, part 1/6 etc, and further #104en, "Rattlesnake 'NE' &
the Congo", part 1/3 etc, #105en, "Rattlesnake 'NE' wriggles on", part 1/3 etc,
#106en, "More rattler 'NE' writhings", part 1/7 etc, #109en, "'Group NE'
confirms own crime", part 1/2 etc - all of those four Infos sent as parts of a
polemic in mid-1999 - and #270en, "H. Dicke on the Cultural Revolution - in
2006 vs in 1976-78", of 05.02.2007.
Although since a long time back in reality a phony"Marxist", bourgeois writer,
Hartmut Dicke still retains considerable knowledge in several important fields,
and therefore, many articles by him even in recent years, published at the
website of the publishing house owned by him, the Verlag Neue Einheit, at
http://www.neue-einheit.com/, have been well worth reading (while you should
take care of course not to fall into any of the various traps set up in some of
them). This is the case too with the recent "Internet Statement 2008-07 - Die
gegenw�rtige Krise und die Abwiegelei der Revisionisten" ("The present crisis
and the attempts by the revisionists to make things look peaceful and
harmless"), of 28.01.2008, which I'm reproducing in this Info. I find it quite
good and have seen nothing to object to in it.
Articles of my own on the same subject have appeared in Infos #275en, "Will the
world economy crash? (1)", of 15.03.2007, and #305en, "Will the world economy
crash? (2) - An article in the Boston Globe", likewise of 28.01.2008.
INTRO-ANMERKUNG AUF DEUTSCH:
Wegen des Verfassers des unten wiedergegebenen Artikels, Hartmut Dicke
(fr�heres Pseudonym: Klaus Sender), verweise ich einfachheitshalber an die
obige Intro-Anmerkung auf Englisch. Er war fr�her ein ganz wichtiger,
international aber ziemlich unbekannter Marxist, und beh�lt auch heute, obwohl
er seit langem ein pseudomarxistischer Schwindler ist, dem man grunds�tzlich
nicht trauen sollte, gro�e Kenntnisse auf mehreren wichtigen Gebiete.
�brigens w�rde ich es begr��en, falls Dicke, der u.a. einige nicht sehr
positive Einsch�tzungen von meiner politischen Linie an das Netz geschickt hat
(in den Jahren 1997 und 1999), oder vielleicht irgendeine(r) andrere(r)
Vertreter(in) der heutigen von ihm geleitete sog. "Gruppe Neue Einheit", in den
Diskussionen auf der von mir (im August 2007) geschaffenen Briefliste "Modern
Marxism", auf http://groups.yahoo.com/group/modern_marxism/, die jetzt 30
Mitglieder aus Verschiedenen L�nder auf 4 Kontinenten hat, teilnehmen w�rde. Es
k�nnte sich dabei eventuell eine ganz interessante �ffentliche Debatte
entwickeln. Meine merhfach an Newsgroups usw. geschickte �ffentliche Einladung
- siehe auch "Invitation" auf meiner Homepage - ist sicherlich meinen
"NE"-Ex-Genossen bekannt. - Nun ja, von Interesse (bzw. Mut) f�r eine solche
Sache gibt es bei Leute, die selber genau wissen, da� sie ja gar keine richtige
Linie sondern im Gegenteil eine mehr oder weniger "geschickt" getarnte
unbedingt falsche, reaktion�re solche vertreten, vielleicht nicht so viel.
Den Artikel von Hartmut Dicke, den ich jetzt widergebe, finde ich immerhin ganz
gut und habe gegen ihn nichts einzuwenden. Seine Originaladresse ist
http://www.neue-einheit.com/deutsch/is/is2008/is2008-07.htm.
[ZITAT:]
Internet Statement 2008-07
Die gegenw�rtige Krise und die Abwiegelei der Revisionisten
Derzeit laufen Krisenersch�tterungen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die
Finanzkrise hat ein solches Kaliber, da� selbst die b�rgerliche Presse den
au�erordentlichen Charakter zugeben mu�. Die Krise ist gr��er als etwa die von
1997/98 oder die von 1987. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Die
grunds�tzliche Krise des Kapitalismus r�ckt wieder in den Vordergrund, auch
wenn man noch nicht wei�, in welchem Umfang sich die Finanzkrise unmittelbar
auswirken wird. Eines d�rfte wohl klar sein: da� sich diese Entwicklung nicht
mehr mit wenigen Schritten beherrschen l��t.
Wichtig ist vor allen Dingen, da� nach Jahrzehnten einer elenden
Herunterwiegelei die extreme Gegens�tzlichkeit in der kapitalistischen
Produktion hier erneut durch die materiellen Tatsachen deutlich wird. Das kann
niemand beiseite reden, auch wenn die Revisionisten jetzt sofort versuchen
abzuwiegeln und die Krise als beherrschbar, als keine gr��ere Krise
hinzustellen. Da sind sogar die kapitalistischen Zeitungen ehrlicher, die
sagen, es handelt sich um einen ganz erheblichen Zusammensto� in der
internationalen �konomie.
Da dies aber unter linken Kr�ften und unter jungen Menschen ja auch zur Frage
f�hrt: �wieso kann das wieder sein, wo es doch vor wenigen Jahren noch hie�, im
Kapitalismus l�uft alles mehr oder minder paletti�, versuchen jetzt bestimmte
sog. Linke zu beschwichtigen und zu verhindern, da� es zur Beunruhigung �ber
die gegenw�rtige relativ gro�e Krise kommt. Revisionist bleibt Revisionist, und
das zeigt sich ganz besonders dann, wenn Krisen sich akkumulieren und
offenkundig nicht mehr so leicht bew�ltigt werden k�nnen und eben zu einer
entsprechenden Beunruhigung zumindest in Teilen der Bev�lkerung f�hren. Das ist
dann die Stunde der Revisionisten, die Sache so weit herunterzuwiegeln, da� es
m�glichst zu keiner Beunruhigung, zu keiner Ersch�tterung des internationalen
Weltbildes kommt. Da m�ssen sie sch�n bei der Stange bleiben, damit das Kapital
m�glichst ungeniert und ungest�rt weitermachen kann. So waren die Revisionisten
und so sind die Revisionisten, in fr�heren Situationen wie auch in der
gegenw�rtigen Situation. Aber offen gesagt: es hat ganz den Anschein, und zwar
nicht nur f�r die �Financial Times� und andere b�rgerliche Zeitungen, die sich
Sorgen um die Entwicklung machen, da� es sich hier um einen schweren
Zusammensturz der kapitalistischen �konomie handelt, �ber dessen genaue
Entwicklung noch niemand etwas wei�.
So sagt der �sozialistische� Wirtschaftsprofessor und wirtschaftpolitische
Sprecher der �Linksfraktion� im Bundestag Herbert Schui in der �Jungen Welt�
vom 24.1.08: �Das ist nicht der Niedergang des Kapitalismus.� Nun, den
Niedergang des Kapitalismus alleine an dieser Krise festzumachen, das w�re ja
auch �bertrieben. Finanzkrise und Immobilienkrise sind nat�rlich f�r sich
genommen nicht der Niedergang des Kapitalismus. Das behauptet auch niemand.
Aber man kann auch nicht �bersehen, da� eine F�lle von Zeichen in der heutigen
Welt auf einen Niedergang des Kapitalismus hinweisen. Manche Verteidiger des
Kapitalismus hoffen, da� es ja nicht nur die Finanzkrise, sondern auch den
Aufschwung in einigen asiatischen Staaten wie China und Indien gebe, dort werde
vielleicht auch der Rettungsanker in den gegenw�rtigen Ersch�tterungen des
internationalen Finanzsystems gefunden. Und wenn? Die Verlagerung der
industriellen Schwerpunkte der Welt in diese L�nder in Kombination mit der
Liquidationspolitik gegen�ber den �alten� Zentren ist selbst eine wesentliche
Mit-Ursache der aktuellen Krise, und sie versch�rft in diesen L�ndern selbst
und in den internationalen Beziehungen die Widerspr�che unvermeidlich weiter.
Von daher ist weitere Unruhe gewi�, selbst wenn das Kapital nun vor�bergehend
�konomische St�tzen dort finden sollte. Die Unbeherrschbarkeit der modernen
Produktivkr�fte als das Grundkennzeichen des Kapitalismus erweist sich auf
vielen Feldern, und die internationale Krisenentwicklung ist nur einer der
Faktoren, die den Niedergang des Kapitalismus belegen. Niemand w�rde ernsthaft
von einer einzelnen Krise gleich als von dem Ph�nomen des Niedergangs des
Kapitalismus reden, wie das hier nun die Revisionisten zur Beruhigung
verbreiten.
Wichtig an der gegenw�rtigen Zuspitzung ist, da� die Krisenhaftigkeit des
Kapitalismus sich an der �konomie erneut zeigt und verwirklicht mit
Konsequenzen, die die n�chsten Wochen und Monate beherrschen werden. Und
normalerweise w�re das f�r Sozialisten ein Grund zu sagen: Halt, Stop! 20 bis
30 Jahre lang hat das Kapital der �ffentlichkeit eingeredet, der Kapitalismus
laufe auf einigerma�en ruhigen Spuren, es ist zwar nicht immer alles in
Ordnung, aber der Kapitalismus entwickelt sich m�chtig und stark - jetzt aber
ist klar, da� von m�chtig und stark kaum eine Rede sein kann, sondern von
tiefen Verwerfungen mit noch unbekannten Konsequenzen, die keiner beherrscht.
Und ehrlicherweise steht in gro�en kapitalistischen Bl�ttern sogar zu lesen,
da� es gar keiner beherrscht. Und da kommen die Revisionisten an und sagen:
kein Grund zur Beunruhigung. Diese Revisionisten sind Betr�ger, die immer dann,
wenn es darauf ankommt, die Zusammenbr�che den Menschen ins Bewu�tsein zu
rufen, gerade das Gegenteil tun und sagen, es ist alles halb so wild, ihr
braucht euch nicht zu beunruhigen. Die kleinb�rgerliche Spie�ernatur mu� vor
der Einsicht bewahrt werden, pl�tzlich vor einem Scherbenhaufen des
Kapitalismus zu stehen und nicht auf dem soliden Fundament, das sie sich
zeitweilig herbeigew�hnt hat.
Dieser Kapitalismus wird hier und in anderen Punkten schwere Krisen erzeugen,
manchmal mit erstaunlicher Geschwindigkeit wie dieses Mal, und die �gro�en�
Auguren, die kapitalistischen Wissenschaftler und �au�erordentlichen
Autorit�ten� sehen sich dann einer Lage gegen�ber, da� sie in Wirklichkeit ganz
wenig wissen �ber die internationale Entwicklung. Sie k�nnen sie �berhaupt
nicht beherrschen und m�ssen erstmal die Tatsache konstatieren, da� ganze
vulkanische Eruptionen im Kapitalismus ablaufen, die zu unabsehbaren
Weiterungen f�hren k�nnen, die sich hier vielleicht noch abbremsen, aber
vielleicht auch zu noch gr��eren Eruptionen f�hren k�nnen.
Da� b�rgerliche Journalisten den Kapitalismus sch�nreden, ist normal, es ist ja
auch ihr Beruf. Aber es ist besonders ekelerregend, wenn ausgerechnet etwa im
�Neuen Deutschland� oder anderen Zeitungen in besonders penetranter Form in
dieses Horn geblasen wird. Im �Neuen Deutschland� vom 25.1. lesen wir etwa gar:
�Vielf�ltiger Gegenwind f�r Davoser Wirtschaftsforum. Globalisierungskritiker
monieren Etikettenschwindel
Von Martin Ling
Das Weltsozialforum, das 2001 als Gegenereignis zum Weltwirtschaftsforum in
Davos im brasilianischen Porto Alegre seinen Ausgang nahm, macht dieses Jahr
erstmals Pause. In Davos pr�sent sind die Globalisierungskritiker trotzdem.�
Und weiter:
�Global Action Day
�Eine andere Welt ist m�glich� - unter diesem Motto mobilisieren weltweit
Millionen Frauen, M�nner, Organisationen, Gruppen, Netzwerke und Gewerkschaften
gemeinsam zum Globalen Aktionstag des Weltsozialforums (WSF) am 26. Januar.
2009�
Oh, da sind aber die Kapitalisten sicherlich in gro�er Furcht bei solch einer
umwerfenden Propaganda, da� es jetzt um eine andere Welt geht, f�r die man in
Davos und anderswo demonstriert. Da, wo die Widerspr�che sich unvers�hnlich
entwickeln und sich wahre Gr�ben auftun in Form einer massiven Finanzkrise mit
noch unbekannten Konsequenzen, da soll man sich nicht beunruhigen, das sei noch
nicht die Weltwirtschaftskrise im ganz gro�en Stile, das sei noch nicht der
Niedergang des Kapitalismus, wie absurderweise die �Junge Welt� schreibt. Aber
man soll seine Hoffnung setzen auf ein kleines gr�nes L�mpchen vor der Davoser
Konferenz, wenn da die Revisionisten stehen und ihren Protest gegen die
kapitalistische Akkumulation und gegen die Globalisierung kundtun.
Es w�re die Aufgabe aller sozialistischen Gruppen, die den Begriff ernsthaft
vertreten, jetzt auf m�glichst breiter Ebene die Unvers�hnlichkeit des
Kapitalismus, die Unbeherrschbarkeit der ganzen Krisenentwicklung des
Kapitalismus zu benennen und klarzumachen. Es w�re ihre Aufgabe, bei einer
langsam sich akkumulierenden Krisenentwicklung die Erkenntnis in die
Bev�lkerung hineinzutragen, da� die kapitalistische Entwicklung unvermeidlich
zu katastrophalen Entwicklungen f�hrt, und nicht herunterzuwiegeln, wie es die
Revisionisten gerne machen, genau dann, wo es darauf ankommt,.
Der Niedergang des Kapitalismus ist seit langem zu sehen, es brauchte nicht
erst eine solche Krise wie die jetzige, um ihn zu zeigen. Die Unvertr�glichkeit
der kapitalistischen Ordnung mit den sich entfaltenden Produktivkr�ften zeigt
sich allenthalben. Der Niedergang des Kapitalismus zeigt sich an vielen
Punkten, an der internationalen Widerspr�chlichkeit, die sich durch nichts
bremsen l��t, an verschiedensten weiteren Ph�nomenen. Er wird nicht erst an
einer einzigen Erscheinung wie der jetzigen Finanzkrise klar. Aber diejenigen,
die in einer solchen Situation der Versch�rfung mit dem bl�dsinnigen Satz �Das
ist nicht der Niedergang des Kapitalismus� antworten, das sind die Abwiegler,
mit denen sich die sozialistische Bewegung schon immer konfrontieren mu�te, das
sind die ewigen Revisionisten.
Der Fall Nokia - etwas Besonderes im Kapitalismus?
Diese internationale Krise ist auch einem einzelnen Arbeitskonflikt wie bei
Nokia �bergeordnet, zumal der ja denselben allgemeinen kapitalistischen
Verh�ltnissen entspringt. Es ist vorrangig, sich mit der Allgemeinheit des
ganzen Kapitals auseinanderzusetzen und nicht nur mit der kapitalistischen
Wirklichkeit eines einzelnen Betriebs oder eines einzelnen Produktionszweiges.
Es w�re die Aufgabe aller Gruppen und Organisationen, die die Kritik am
Kapitalismus zum Ziel haben und umzusetzen zu gedenken, genau diesen Punkt ins
Bewu�tsein zu rufen und angesichts der im Finanzwesen ausgebrochenen Krise zu
sagen: hier wird deutlicher als je zuvor, da� ein Setzen auf den Kapitalismus
als einer ausgeglichenen Entwicklung v�llig auf Sand gebaut ist und zu nichts
f�hren kann au�er zur Verblendung. Die inneren Widerspr�che des Kapitalismus
selbst zeigen sich deutlicher am Werk als seit langem, die Katastrophen liegen
im System selbst, h�rt zu, Leute: davon kann uns niemand befreien au�er der
Sozialismus. Und wenn der in der Vergangenheit nicht perfekt war, ist das kein
Grund, auf den Kapitalismus zu setzen, denn der kann nicht mehr entscheidend
gebessert werden, wohl aber der zu schaffende k�nftige Sozialismus. Kommt es
jetzt zu schweren Krisen, dann gibt es auch die entsprechende Arbeitslosigkeit
und andere massive Auswirkungen auch in den westeurop�ischen kapitalistischen
L�ndern, weil die Krise niemand aufhalten kann. Und jedes Gerede, bei dem den
Menschen eingetr�ufelt wird, der Kapitalismus ist nicht so schlimm, es ist
alles halb so wild, mit ein paar politischen Korrekturen am Kapitalismus mu� es
garnicht zur tieferen Krise kommen usw., soll die Menschen m�glichst weitgehend
zur Unf�higkeit zur Reaktion auf die Krise erziehen. Gewi� haben wir die Krise
noch nicht in vollem Umfang, aber diejenigen, die den Menschen einreden, die
kommt auch gar nicht, es ist alles halb so wild, sind letztendlich diejenigen,
die die Menschen auf die Schlachtbank f�hren.
Derweil die strukturelle Schw�che des Kapitalismus deutlich wird an solchen
Wochen und Monaten, wie wir sie jetzt haben, wo dies selbst von den Auguren des
Kapitals nicht weggeredet werden kann, gibt es noch ein anderes Ph�nomen, das
wir als ein Mittel der Ablenkung sehen m�ssen.
Es gibt jetzt z.B. im Zusammenhang mit dem Stillegungsbeschlu� von Nokia - der
auch ein ganz spezielles, nicht unwichtiges Kapitel ist - den deutlichen
Versuch, hier mit rechter Propaganda einzusteigen. Zum Beispiel schreibt die
Ost-Bildzeitung �Berliner Kurier� vom 25- 1.08 auf Seite 1: �Pfui Nokia. Finnen
jubeln �ber Rekordgewinn und in Deutschland weinen die Menschen.� Und auf der
Innenseite dann �Die Zahl der Gier, 7 Mrd Euro, so viel verdiente der
Handy-Riese im vergangene Jahr.� Dies wird in verschiedenen Variationen von
mehreren Zeitungen vorgebracht. Ein durchsichtiges Man�ver in einem Falle, wo
�unser� deutsche Kapitalismus selbst nur eine kleine Rolle spielt oder gar
keine. Nach dieser Darstellung sind es vor allem die ausl�ndischen Konzerne,
die das �B�se� in unser kleines Land hereinbringen, z.B. verursachen �gierige
finnische Kapitalisten� die Katastrophe bei Nokia.
Die Menschen sollen also gegen die Gier des ausl�ndischen Kapitals
protestieren. Sie werden nicht etwa darauf gelenkt, da� die Unvers�hnlichkeit
des Kapitals solche Handlungsweisen zwangsweise hervorbringt, und dies �berall,
sondern sie unterliegen hier angeblich den b�sen Gesetzen der finnischen
Kapitalisten. Jede Art dieser Propaganda ist rechte Propaganda, die statt auf
die inneren Widerspr�che des Kapitals, die in unserem Land wie in allen anderen
L�ndern herrschen, auf das �b�se Handeln� ausl�ndischer Kapitalisten hinweist.
Diese Hetze ist in ihrem Wesen rechts. Und sie taucht interessanterweise ganz
besonders bei solchen Zeitungen, die irgendwo mit den Revisionisten
zusammenh�ngen, auf. Man nehme z.B. das �Neue Deutschland�: �Mega-Gewinn reicht
Nokia noch nicht.� Als wenn jetzt beim Nokia-Konzerns die besondere Gier
vorl�ge und diese nicht allen gro�en kapitalistischen Konzernen eigen w�re. Wie
verhalten sich denn deutsche Konzerne im Ausland? Ist das irgend etwas
Besonderes, was wir hier erleben, oder wie ist das? Gegen diese rechte
Propaganda, wie sie hier im �Neuen Deutschland� oder im �Berliner Kurier� oder
in anderen Bl�ttern so gerne auftaucht, sollte man sich sehr deutlich wenden.
Da wird rechtes Zeug ausgebr�tet und davon ausgehend w�rde sich die rechte So�e
auch auf anderen Kan�len verbreiten. Es ist die Gesetzm��igkeit des
Kapitalismus, die sich bei Nokia bemerkbar macht, und nicht die besonderen
Eigenschaften von irgendeinem Land. Und das Revisionistenpack, das auch aus
Quellen der DDR hervorgegangen ist, macht fr�hlich mit bei dieser Sorte von
rechter Propaganda. Es f�llt direkt auf, da� es �stliche Zeitungen sind, die
besonders stark in dieser Richtung propagieren.
Es ist die kapitalistische Gesetzm��igkeit am Werke, und sie f�hrt zu
entsprechenden Konsequenzen. Und das haben alle ehrlichen revolution�ren und
linken Gruppen in unz�hligen Varianten in die Menschen hineinzutragen, und
nicht das Gegenteil, da� das ganze nur an den b�sen Absichten eines einzelnen
Kapitalisten, an �berm��iger finnischer Gier oder sonstwas liegt, sondern da�
es nichts anderes als die profane Entwicklung des Kapitals selbst ist, die zu
diesen Dingen f�hrt. Jeder, der die entgegengesetzte Propaganda f�hrt, arbeitet
in Wirklichkeit an Chauvinismen und an rechten Entwicklungen im weiteren, egal
unter welchem Etikett � als sog. Linker oder Liberaler oder sonstwas � er
auftritt. Nichts ist so wichtig wie die Pflicht, aufzuzeigen, da� der
Kapitalismus insgesamt auf Entwicklungen wie bei Nokia zusteuern mu� und in
keiner Hinsicht von einer speziellen Nationalit�t abh�ngig ist.
Redaktion NE -hd
28.01.2008
[ENDE ZITAT]
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Rolf Martens
Malm�, Schweden
Telefon und Fax:
+46 - 40 - 124832
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