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Article #672

PC-Hardware-Emulator

#672
From: Jens Ey
Date: Mon, 31 Jul 1989 17:26
98 lines
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Der nachfolgende Text fiel mir heute in der TORNADO-Mailbox in HH in die
Haende:
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Moin !

Es ist kaum zu glauben, aber heute war der Tag aller Tage in Bezug auf
die laegendaere Sache mit einem HARDWARE-PC Emulator fuer den ST.

Nun, ich sitz' da gemuetlich inner Werkstatt, kommt doch glatt jemand
vorbei und haelt mir seinen Mega ST vor die Nase, zusaetzlich ein
kleines, weisses und recht unscheinbares Kaestchen. PC-SPEED stande
drauf ... Moment sachte ich, da war doch was, da war doch was ... ?!

Ok, ran an's Werk. Eine gute und sehr detaillierte Einbauanleitung, die
auch fuer Leute verstaendlich ist, die einen Loetkolben auch mal an
der falschen Seite anfassen, stimmte mich schon mal positiv ein.

Die Hardware-Emulator besteht aus einer ca. 10 cm x 12 cm grossen Platine,
die auf die 68000er CPU geloetet wird. Die Groesse und Form der Platine
wurde so eingerichtet, dass der Einbau bei jeden Rechner (260,520,1040, Mega)
der ST Serie problemlos ist. Es ist hierbei ratsam, die CPU auszuloeten,
zu sockeln und dann erst die Platine auf die CPU zu loeten, da man sonst
z.B. beim MEGA ST sehr schwer korrekte Verbindungen geloetet bekommt (weil
u.a. der Megabus doch arg stoert :-(   ).

Es muessen keine weiteren Hardware-Installationen erfolgen. Auf der Platine
befindet sich ein V30 Chip, drei 74HC373 (Bustreiber), sowie zwei GAL's.
Abgesehen von ein paar Wiederstaenden und einem Kondensator war's das
schon. Ein wenig skeptisch war ich ja, aber dazu spaeter mehr.

Also, Rechner wieder zusammengebaut. Erstmal habe ich jetzt getestet, ob
sich der PC Emulator im normalen ST Betrieb bemerkbar macht. Aber nein,
nichts. Nach einigen Tests mit verschiedenen Geraeten (Harddisk, Streamer,
Wechselplatte, Laserdrucker und ner' Menge Software) griff ich dann zur
beigelegten Disk, auf der sich der Software-Teil des Emulators befindet.

Auf der Disk befinden sich nur vier Programme. Einmal ein Installations-
Programm, mit dem man seinen 'PC' konfigurieren kann. Hier fiel mir gleich
etwas sehr positives auf. Der Emulator ist in der Lage, saemtliche Parti-
tionen einer bereits vorhandenen Festplatte zu nutzen, ohne das irgendetwas
geaendert werden muss. Man kann jede Partition in freier Wahl einem PC-
Drive zuordnen. Auch nicht 'GEM' Partitionen koennen auf Wunsch verwendet
werden, man kann sich also auch reine PC Partitionen anlegen.

Neben den bereits von PC-Ditto her bekannten Funktionen wie Auswahl des
Keyboards, internes/externes Drive kann man zwischen einer Herkules und
einer CGA Emulation waehlen. Nix dolles, aber immerhin.

Nach erfolgreicher Installation laedt man den eigentlichen Emulator. Nach
dem Laden eroeffnet sich ein altbekanntes Bild. Der Init-Screen gleicht
dem vom PC Ditto fast wie ein Ei dem Anderen, abgesehen von der anderen
Copyright Meldung. Man sieht allerdings, das in Sachen Geschwindkeit bereits
hier was getan wurde, der Bildschirmaufbau ist genauso fix wie unter TOS
mit dem Software-Blitter TURBO-ST.

Man wird hoeflich aufgefordert, eine DOS Systemdisk in das interne Laufwerk
einzulegen und die RETURN Taste zu druecken. Gesagt, getan. Und nach kurzer
Bootzeit meldet sich auch schon der langweilige MS-DOSe Prompt, allseits
bekannt. Auf der beigelegten Disk (die auch einen MS-DOS Bootsektor hat)
befinden sich zwei Treiber. Mit dem einem kann man die Atari-Mouse zur
Microsoft-Mouse 'patchen'. Gleich vorweg : Klappt einwandfrei, getestet
mit PC-GEM.

Jetzt ging es an die Sachen : Turbo-Pascal, div. Compiler, Norton-Landmark.
Hier war ich jetzt auf die Hilfe eines PC Freaks angewiesen, da ich selbst
null Ahnung von Landmark und ueberhaupt PC's habe. Jener bestaetigte mir
doch, was ich bereits ahnte : Der Emulator zieht ab. Und das nicht zu
wenig. Der Emulator braucht sich nicht hinter einem PC zu verstecken. Im
Gegenteil, die Geschwindigkeit uebertraf teilweise die eines Turbo-XT's
mit 8 Mhz. Es muss hierbei natuerlich gesagt werden, dass in der Praxis
dieser Wert nie dauerhaft gehalten wird. Beim Compilieren eines ca. 20 KB
langen Sourcecodes unter TP 3.0 war ein herangeschaffter, vergleichbarer
XT immer noch um einige Prozent schneller. Aber trotzdem - Der PC-Speed
Hardware Emulator kann sich sehen lassen. Der Unterschied zum PC-Ditto
wird bereits in der Bootphase erkennbar und hebt sich immer wieder vom
gemaechlichen Tempo des reinen Software-Emulators PC-Ditto ab.

Die Frage aller Fragen : Wozu das Ganze ?

Nun, der PC-Speed ist nicht billig. Ganze 598 DM muss man fuer die paar
Bauteile auf den Tisch legen. Ok, man bekommt im Gegensatz zu all den
Falschmeldungen endlich einen funktionierenden Emulator zu Gesicht, jedoch
sollte man sich im Klaren sein, dass man fuer knapp 800 DM bereits einen
ganz einfachen XT (o.Bildschirm) bekommt. Und es ist immerhinm fraglich,
inwiefern der Emulator wirklich laeuft. Mir blieb ja leider nur eine
Testzeit von ca. 2 Std. zur Verfuegung, schliesslich wollte der Kunde
auch sein Rechner wiederhaben.    ;-)

Weiterhin Testend,
The Frontier
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From: jens@mcshh.UUCP (Jens Ey)
Newsgroups: dnet.atari,sub.sys.st
Subject: PC-Hardware-Emulator
Keywords: PC-Speed
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Date: 31 Jul 89 17:26:35 GMT
Distribution: dnet
Organization: M.C.S. Hamburg, West Germany
Lines: 98
Posted: Mon Jul 31 18:26:35 1989