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Article #149Re: Verantwortung (Re: Abtreibung)
From: Bruno Blissenbach
Date: Sun, 29 Dec 1991 22:14
Date: Sun, 29 Dec 1991 22:14
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In ihrem Artikel <1991Dec19.172221.19858@mpifr-bonn.mpg.de> sagt spz@speckled.mpifr-bonn.mpg.de (Petra Zeidler) : > In unserer Gesellschaft heisst die Existenz eines Babys so gut wie immer, > dass die Mutter fuer die naechsten 5 Jahre mindestens auf ein eigenes > Leben verzichten muss. Leider. > Ich glaube nicht, dass es soo viele ledige Vaeter > gibt, die willens sind fuer die nexten 5 Jahre nach der Geburt nur noch > fuer ihr Kind dazusein. Ich kenne keinen einzigen Vater, dagegen aber ueber ein Dutzend Muetter mit dieser Einstellung. > Das alles trifft latuernich nicht zu, wenn sich die Eltern des Kindes > verstehen und zusammenleben. Dass bei einem unehelichen Kind nur jeweils > ein Elternteil das Sorgerecht haben KANN, ist hirnverbrannt. Ja, vom Standpunkt der Gleichberechtigung finde ich das auch. Vom Standpunkt der praktikablen und erfolgreichen (d.h. oft einfach nur: eindeutigen) Entscheidungsfindung her nicht unbedingt. Gott was fuer ein scheusslicher Ausdruck. Ich meine folgendes: Es kommt nichts dabei herum, wenn sich zwei Eltern staendig uneinig sind in Dingen, die das Kind betreffen und endlos rumlabern, weil sie sich einigen *muessen*. Einfacher fuer alle drei und weniger nervenaufreibend und zeitfressend ist es wenn einfach eine(r) entscheidet. Das kann natuerlich beliebig unbefriedigend fuer den anderen Elternteil sein. Angenehmerweise sind erst mal die Chancen a priori dieselben, so zu fuer das Kind positiven Entscheidungen zu gelangen. Ein Weg fuer unverheiratete Eltern, ein gemeinsames Sorgerecht zu bekommen ist, heiraten, sobald als moeglich scheiden lassen (i.d.R. dauert das ein Jahr, kann aber unter bestimmten Bedingungen innerhalb von etwa drei Monaten ueber die Buehne gehen, Anwalt fragen!) und dabei gemeinsames Sorgerecht vom Gericht bestaetigen lassen. Das letztere ist aber ein VaBanque-Spiel. Ich wuerde es nur riskieren, wenn *dieses* Gericht schon mal fuer gemeinsames Sorgerecht entschieden hat. Ich bin ein rechtloser Vater (abgesehen davon, dass ich natuerlich zahlen darf) und weil Kind, Mutter und ich sich meistens relativ gut miteinander verstehen, hat es bisher keine groesseren Probleme gegeben - allerdings haben wir beide Eltern wenig finanzielle Sorgen :-) Zur Freude des Jugendamts-Menschen zahle ich (glaube ich) etwa den zehnfachen gesetzlichen Minimalsatz fuer Mutter und Kind (o.k. offiziell ist das nur fuers Kind - aber siehe oben ueber die Zeit, die eine Mutter braucht mit dem Kind und fuers Kind) weil ich finde, dass mit weniger ziemlich schlecht auszukommen ist, bei den Preisen heutzutage. Abgesehen davon sind solche Sachen wie Schulgeld und Urlaub wohl nicht in der Kalkulation des Gesetzgebers enthalten - einverstanden, das muss nicht sein, ist Luxus, und ich bin auch immer ohne ausgekommen, aber haben koennen ist auch schoen oder ? Meine Ansicht ist, dass unsere Familien- und Sozialpolitik voellig verfehlt ist, wo es um die Beduerfnisse der Kinder geht. Nicht dass ich was fuer die Indokrinations-Anstalten der verschwundenen DDR uebrighaette, die da Kindergaerten hiessen, genausowenig wie ich fuer die BRD-Aequivalente "Kirchenkindergarten aufm Lande" uebrig habe, der gedankliche Ansatz, der jedem Kind einen Krippenplatz oder Kindergartenplatz zubilligen will ist sicher gut. Fuer falsch halte ich die weltfremde "Verwahreinrichtung", die in Mitteleuropa in der Regel daraus wird. Da ist meine Meinung eher, zu fordern, dass jeder Verwandte (Eltern/Ehepartner/Geschwister/Kind/Enkel) seine Verwandten bei der Arbeit besuchen oder begleiten koennen muss (Ja sicher, das schafft Probleme) Dass Ehen durch freiere Gruppenbildungen abgeloest oder ergaenzt werden, wo viele, auch gleichgeschlechtliche Menschen zusammenleben und -wirtschaften. Erst eine hinreichend grosse Gruppe kann die gemeinsamen Kinder (ohne Zwang zur "Fremdablieferung" in einer Instution wie Kinderkrippe Kindergarten Schule) einigermassen stressfrei emotional versorgen und einen guten Boden bieten auf dem sie alles das lernen koennen das sie brauchen. In kleinen Einheiten sind immer alle ueberfordert - Kinder, Elternteile oder Grosselten/Nachbarn und zuletzt Erzieher und Lehrer. Puh, so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber das musste wohl mal sein. B.Blissenbach - Domain: brubli@purodha.GUN.de GeoNet: MBK1:B.Blissenbach OshoNet: 49/52. -- X.400: G=Bruno; S=Blissenbach; O=B.Blissenbach; PRM=GeoNet; ADM=DBP; CO=DE.
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