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Article #158Re: Abtreibung
From: Juergen Christoffel
Date: Sat, 14 Dec 1991 23:55
Date: Sat, 14 Dec 1991 23:55
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In <1991Dec12.093925.6416@fbi-news.Informatik.Uni-Dortmund.DE> klute@tommy.informatik.uni-dortmund.de (Rainer Klute) writes: >Es aber nun mal nicht in das Belieben eines einzelnen gestellt, wann er >denn einen Menschen als solchen zu bezeichnen geruht. Dies ist eine Frage >der Wissenschaft, keine des Ermessens. Und da ist es nun mal so, dass der >Mensch mit der Verschmelzung von Spermium und Eizelle entsteht. Punkt. ^^^^^ Du irrst. Du verwechselst religioeses Wunschdenken mit Wissenschaft. Was Wissenschaftler zu dem Thema zu sagen haben, kann man zum Beispiel in DIE ZEIT (23. August 1991) auf Seite 61 im Artikel[1] "Eine Zelle ist noch kein Mensch" von Kuno Kirschfeld nachlesen. Der Autor ist Biologe und Direktor am Max-Planck-Institut fuer biologische Kybernetik in Tuebingen. Der Artikel hat eine Zweitueberschrift, die den Inhalt treffend zusammenfasst: "Dass das Leben zum Zeitpunkt der Befruchtung beginnt, darf man glauben -- zu beweisen ist es nicht." Es ist erklaerbar, warum die Kirchen versuchen, mit aller Macht eine Antwort der Wissenschaftler zu erhalten: in einer reinen Glaubensfrage kann man naemlich kaum strafrechtliche Sanktionen verlangen. Deshalb erhoffen sie sich eine "Objektivierung" durch die Wissenschaft. Da es sich um eine *weltanschauliche* Frage handelt, kann man nicht erwarten, dass man einen Konsens zwischen allen Mitgliedern der Gesellschaft findet. Und waere es nicht pervers, wenn ein Teil der Gesellschaft dem anderen Teil seine Vorstellungen durch das Strafrecht aufzwingt? Dann koennten wir im Strafgesetzbuch auch wieder den Paragraphen 175 (Homosexualitaet) einfuehren. Und vielleicht auch noch den unehelichen Geschlechtsverkehr bestrafen? Meine Weltanschauung unterscheidet sich gewaltig von Deiner und ist vermutlich genauso wenig zu objektivieren. Aber ich fuerchte, dass Du die Konsequenzen aus dieser Tatsache *nicht* verstehst, denn das hat etwas mit Toleranz zu tun und die habe ich in Deinen Stellungnahmen noch nie gefunden. Es waere ganz gut, wenn Du wirklich mal einen Punkt machen wuerdest. --jc [1] Der Artikel war der dritte in einer Serie "Paragraph 218: Wann beginnt das Leben? Theologen und Juristen hoffen auf eine Antwort der Wissenschaft." in der noch einige andere Leute zu Wort kamen. -- Juergen Christoffel, jc@gmdzi.gmd.de, (++49 2241) 14-2421 GMD (German National Research Center for Computer Science)
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