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Article #219interbit gateway
From: poldi.dfn.de
Date: Fri, 20 Dec 1991 23:48
Date: Fri, 20 Dec 1991 23:48
108 lines
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Subject: Zum Thema SMTP/BSMTP - Gateway Lieber Herr Pawlik, lieber Herr Schachtner, schoenen Dank fuer die klaerenden Worte bezueglich des EARN/EUNET-Ueber- gangs. Ich hatte Sie bei unserem Telefonat vermutlich an einer Stelle nicht ganz richtig verstanden, daher war Ihre Nachricht eine grosse Hilfe. Ich habe mir ausserdem auch noch den bereits ueber das Thema "EUNET" zwischen der Universitaet Dortmund und uns gefuehrten Schriftwechsel herangezogen. Ich meine, dass wir die "Vergangenheit" nicht unberueck- sichtigt lassen duerfen. 1. Im Juli 1986 wurde ein Vertrag zwischen der Universitaet Dortmund und dem DFN-Verein abgeschlossen, der den Mailaustausch zwischen DFN/GMD und EUNET zum Inhalt hatte. Dem DFN-Verein wurden dafuer die ueblichen EUNET-Gebuehren in Rechnung gestellt. 2. Diese Vereinbarung war zunaechst bis zum 31. 12. 87 befristet, wurde jedoch stillschweigend verlaengert. 3. Mit Schreiben vom 8. 2. 1991 hatte der DFN-Verein eine kurze schriftliche Bestaetigung angefordert, dass es bei der bisherigen Hoehe der Pauschale fuer die Inanspruchnahme des EUNET-Uebergangs bleibt. Mit Schreiben vom 31. 7. 1991 baten wir erneut um eine entsprechende Information bzw. um ein Angebot. Ausserdem haben wir um eine Kostenaufstellung fuer das erste Halbjahr 1991 gebeten. 4. Nachdem wir mit Schreiben vom 28. 8. 91 eine Kostenaufrechnung bekommen hatten, haben wir die Vereinbarung aus dem Jahre 1986 fristgemaess zum 31. 12. 1991 gekuendigt (unser Schreiben vom 6. 9. 91). In diesem Schreiben haben wir vorgeschlagen, kuenftig unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Leistungsinanspruchnahme auf eine Kostenverrechnung zu verzichten, jedoch im beiderseitigen Interesse die Konnektivitaet beizu- behalten. Wir baten um Stellungnahme. 5. Mit Schreiben vom 10. 9. 91 wurde uns die Kuendigung der Vereinbarung von der Universitaet Dortmund (Herr Dr. Peter) bestaetigt. Bezueglich der weiteren Zusammenarbeit wurde eine Meinungsaeusserung fuer den Oktober 1991 in Aussicht gestellt. 6. Seit Beginn der Vereinbarung wird Mail aus dem EUNET in die X.400- Welt sowie in das BITNET weitergeleitet, *OHNE* dass EUNET dafuer ein Entgelt entrichten musste. Soweit zur Historie. Wir liegen also bezueglich einer Peer-to-Peer Regelung fuer SMTP-Mail zwischen EUNET und DFN nicht weit auseinander. Unabhaengig davon ist das Problem eines BSMTP/SMTP-Gateways. Bis Ende September 1991 wurde dieser Dienst von EUNET erbracht, ohne dafuer von den Nutzern ein zusaetzliches Entgelt zu erheben. Dieser Dienst soll (wenn ich die Mail von Ihnen in die News richtig interpretiere) kuenftig nicht mehr von Uni Dortmund/EUNET erbracht werden - richtig ? Wenn dem so ist, muss eine derartige Gateway-Dienstleistung von anderer Seite erbracht werden - auch richtig ? Dies ist mit Kosten verbunden, die irgendwie aufgebracht werden muessen. Die GMD ist jedenfalls nicht in der Lage, diese Dienstleistung ohne Er- stattung der Kosten zu erbringen (wir haben natuerlich gefragt, ob es auch ohne zusaetzliche Kosten geht, aber wir haben da einen Korb ge- kriegt). Das erforderliche Geld muss also aufgebracht werden oder es findet sich jemand, der diesen Dienst erbringt, ohne dafuer ein Entgelt zu verlangen. Unsere Reaktion war es nun, die Finanzierung im Umlageverfahren zusam- menzubringen. Dies wird ja mit Erfolg z. B. bei der Finanzierung des DEARN praktiziert. Einen Beitrag zur Finanzierung sollten sinnvollerweise dieje- nigen Einrichtungen leisten, die einen solchen Dienst in Anspruch nehmen moechten. Ihr Vorschlag einer Peer-to-Peer-Regelung ist im Hinblick auf den weiter oben aufgefuehrten Briefwechsel sicher hilfreich; in Bezug auf die Finan- zierung des Interbit bringt er uns jedoch nicht weiter. Im uebrigen bin ich nicht besonders erfreut darueber, dass von Ihnen ueber die News der Eindruck erweckt wird, dass durch Ihren Peer-to-Peer-Vorschlag das Finanzierungsproblem fuer den Betrieb des Interbit geloest sei. Dies ist eben genau nicht der Fall (siehe oben). Bei Ihren und unseren Nutzern wird Sollte ich dagegen "schief liegen", d. h. Sie beabsichtigen, einen BSMTP/ SMTP-Gateway-Dienst anzubieten, waere in diesem Fall bezueglich der Be- teiligung an den Kosten fuer den DEARN-Betrieb Herr Woehlbier mit hinzu- zuziehen (als EARN-Direktor). Ich kann dieses aber der Mail von Herrn Pawlik an mich nicht entnehmen, da dort als Austausch - Protokoll zwischen Dortmund und Bonn SMTP vorgeschlagen wird, nicht aber BSMTP wie zu der Zeit, wo der Gateway in Dortmund lief. dadurch der Eindruck erweckt, dass nur noch ein Briefwechsel zwischen EUNET und DFN-Verein erfolgen muss und dann sind alle Probleme geloest. Ich halte dies nicht fuer einen besonders guten Stil (aber Stilfragen sind ja bekannt- lich subjektiven Einschaetzungen unterworfen). Ich habe mir daher im Interesse einer Klarstellung des Sachverhaltes er- laubt, meine Antwort ebenfalls in die News-Gruppe dnet.general einzubrin- gen. Desweiteren moechte ich Sie erneut auf unsere bereits in unserem Schreiben vom 6. 9. 1991 angebotene Gespraechsbereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen dem DFN-Verein und EUNET hinweisen. Ich wuensche Ihnen bereits jetzt ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und viel Erfolg fuer das vor uns liegende neue Jahr. Mit den besten Gruessen aus Berlin Ihr Martin Wilhelm .
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