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Article #281Re: Schoepfung/Evolution
From: Ralf Stephan
Date: Sun, 17 Nov 1991 13:53
Date: Sun, 17 Nov 1991 13:53
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schweik@cppob.ruhr.de (Martin Schweikert) writes: > hagbard@ark.abg.sub.org (Ralf Stephan) writes: > >Es geht nicht um den Beweis. [ ... ] > >Es geht > >wie in der Juristik um hinreichende Verdachtsmomente. > > Es ist nicht ganz so wie in der Kriminalistik (die meinst Du > wahrscheinlich mit "Juristik"). Bei Ursprungsmodellen muss man > vor allem anderen die Grundsatzentscheidung treffen, ob man als Axiom > den Urknall [1] akzeptiert oder den Schoepfergott. Axiom deshalb, weil beide > sich der wissenschaftlichen Erforschbarkeit entziehen. Dafuer gibt es > kein Analogon in der Kriminalistik. Nur kurz darauf hinweisend, dass wir besser von "Schoepfungsprinzip" sprechen sollten, moechte ich betonen, dass jedes Erforschen von Ereignissen eine Beschaeftigung mit der Vergangenheit bedeutet, ob es nun Kriminalfaelle sind oder Anderes. Selbst wenn es erdrueckende Beweise gibt, wird man immer nur sagen koennen: "So _muss_ es gewesen sein.", nie: "So _ist_ es gewesen." Der Unterschied, um den es mir hier geht, liegt vielleicht nur in der Forderung William Occam's: Dass man die Entitaeten, die man zur Erklaerung von Ereignissen braucht, nicht _ueber_Gebuehr_ vermehren sollte (entia non sunt multiplicanda praeter necissitatem). Will heissen: Um die Entstehung des Weltalls zu erklaeren, verwende ich besser nur wissenschaftliche Hypothesen als wiss. Hypothesen _plus_ einen darauf aufgepropften hypothetischen Gott. Es heisst nicht, dass Gott fuer andere Bereiche menschlichen Lebens nutzlos waere. > Moeglicherweise hast Du meine ersten Beitraege zu diesem Thema nicht > mitbekommen. Darin habe ich dargelegt, dass es mir nicht um die > Auseinandersetzung zwischen kirchlicher Dogmatik mit dem Stand von vor > Jahrhunderten einerseits und um moderne Wissenschaft andererseits geht, > sondern um das Schoepfungsmodell, das heute (!) von Naturwissenschaftlern > (!) vertreten wird und konkrete Ergebnisse liefert. Auf dieser Basis > sollte die Auseinandersetzung stattfinden. Zu dumm nur, dass der Stand kirchlicher Dogmatik vor Jahrhunderten auch dem Stand von heute entspricht. Aber auch ich bin bemueht, Kriege nicht weiter zu schueren. Es haette z.B. auch das Turiner Grabtuch nie auf sein Alter hin untersucht werden duerfen: Aus solchen Ueberschneidungen zweier grundverschiedener menschlicher Welten entsteht keine neue Information. Deswegen auch lehne ich Gedanken an goettliche Eingriffe bei der _wiss._ Untersuchung der Schoepfung ab, oder hat das jemals eine konkrete fruchtbare Information gebracht? Bitte verweise mich auf einen entsprechenden Artikel, sollte es ihn geben. Wir koennen aber darueber diskutieren, inwieweit die Hypothesenbildung durch Praeferenzen des Einzelnen beeinflusst wird. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass Menschen geneigt sind, zuerst einfache Erklaerungen zu suchen und erst wenn diese nicht mehr _funktionieren_, gezwungen sind, sich mit komplizierteren zu befassen. Wenn es nun eine Religion gibt, die es dem Menschen leichter macht, an schwierige Sachverhalte mit dem noetigen Staunen und Bewunderung, Respekt und Willen zur Neuerung heranzugehen, will ich mich ihr gerne anschliessen. Ich fuerchte nur, die muss sich jede/r selbst basteln. ObJoke: Ein Mann, der lange in den Schulen der Weisheit gelernt hatte, starb schliesslich in der Fuelle der Zeit und stand vor den Toren der Ewigkeit. Ein Engel naeherte sich ihm und sagte: "Geh nicht weiter, Sterblicher, bevor du mir nicht bewiesen hast, dass du das Paradies zu betreten wuerdig bist." Aber der Mann sagte: "Einen Moment bitte! Zuallererst, kannst du mir beweisen, dass das ein _wirklicher_ Himmel ist und nicht die sehnsuechtige Einbildung meines durch den Tod verwirrten Geistes?" Bevor der Engel antworten konnte, erscholl aus dem Inneren eine Stimme: "Lass ihn rein, er ist einer von uns!" Gruss (8-#)} Roller
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