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Article #292Re: Abtreibung
From: Harald Fuchs
Date: Mon, 09 Dec 1991 13:58
Date: Mon, 09 Dec 1991 13:58
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In article <1991Dec07.184437.124736@hrz.tu-chemnitz.de> flachow@hrz.tu-chemnitz.de (Holm Flachowsky) writes: Ich denke, wir duerfen nicht ganz vergessen, dasz wir alle (auszereuropaeische Auslaender evtl. ausgeschlossen) einer seit vielen Jahrhunderten christlich gepraegten Gesellschaft entstammen. Ich glaube nicht, dasz dies ein Relikt alter Zeiten ist, sondern ein nicht ganz kleiner Teil unserer geschichtlichen Idenditaet. Diese zu verleugnen hat wohl kaum Sinn - sie ist es nun mal. Notwendig ist es wohl eher, sich mit dieser Idenditaet auseinanderzusetzen. Wozu? Um zum Beispiel auch solche Leute wie Dyba zu verstehen (zumindest den INHALT deren Meinung) Ist zwar im Prinzip richtig, aber man sollte vielleicht "christlich" durch "kirchlich" ersetzen. Ich denke, Christus (wenn man denn seine Existenz anerkennt) wollte die Menschen nicht bevormunden, sondern ueberzeugen. Ein solches Gedankengut wie - Abtreibung ist unchristlich - Abtreibung ist ein Verbrechen - Frau gehoert an den Herd und zu den Kindern -... kommt doch nicht (nur) aus der konservativen Ecke, sondern ist doch auch ein Produkt einer laengeren gesellschaftlichen Entwicklung. Kommt drauf an, wie man "konservativ" definiert. Wenn Du CDU/[CD]SU und Konsorten meinst, dann ja. Ansonsten heisst konservativ ja eigentlich "an den Produkten einer laengeren gesellschaftlichen Entwicklung festhaltend, komme da was wolle". Ich bin sehr wohl der Meinung, dasz hier weitreichende Veraenderungen noetig sind. Allerdings glaube ich nicht, dasz sie sich so einfach umsetzen lassen. Und ob es mit dem Anhaengsel "In" getan ist, sei dahingestellt. Die weiblichen Wesen, deren Selbstwertgefuehl auf das Vorhandensein eines grammatikalisch inkorrekten und IMHO haesslichen Suffixes gegruendet ist, tun mir leid. Was ich sagen will: Etwas mehr sachliche Beitraege (nicht nur in den News hier) mit einem zumindest begreifenden Blick in unsere christlich-abend- laendische Geschichte taeten der 218- Diskussion wohl besser. Ok. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anfuehren, dass ich mich dem aktuellen Argumentationsstil angepasst habe. Dyba's sind so nicht zu akzeptieren - doch wer auf sie schimpft und flamed blaest wohl eher Wind in ihr Feuer. Und noch was: Wenn solche Leute partout nicht sachlich reden wollen - hilft (manchmal) penetrante Ignoranz (manche merken dann, dasz sie was falsch machen). Manchmal hilft vielleicht auch das Lachen - siehe Umberto Ecos "Name der Rose". -- Harald Fuchs <hf@informatik.uni-kl.de>
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