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Article #102Bericht ueber GI-Fachgespraech "Graphik und KI"
From: Ruediger Kolb
Date: Mon, 02 Jul 1990 06:56
Date: Mon, 02 Jul 1990 06:56
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------------------------------------------------------------------------------ Date: Mon, 25 Jun 90 17:56:36 +0100 From: Klaus Kansy <kansy@f3svb> Subject: Bericht ueber GI-Fachgespraech "Graphik und KI" Das Fachgespraech "Graphik und KI", das von der Gesellschaft fuer Informatik vom 3. bis 4. April 1990 in Koenigswinter veranstaltet wurde, hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine Bruecke zwischen den Disziplinen Graphische Datenverarbeitung und Kuenstliche Intelligenz zu schlagen und die vielfaeltigen Beziehungen und Wechselwirkungen darzustellen. Die Graphische Datenverarbeitung hat sich in den letzten Jahren von einer Spezialdisziplin fuer inhaerent graphische Anwendungen wie CAD und Kartographie zu einer Basistechnik entwickelt fuer Anwendungen, bei denen komplexe Zusammenhaenge visualisiert und umfangreiches Informationsmaterial dargestellt werden muss. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" gilt aber nur, wenn angemessene Darstellungs- und Manipulationsformen gefunden werden. Je komplexer der darzustellende Gegenstandsbereich, um so schwieriger ist das Generieren einer angemessenen Darstellung. Dazu sind sehr leistungsfaehige Werkzeuge und Unterstuetzungssysteme erforderlich. Die Kuenstliche Intelligenz stellt die notwendigen wissensbasierten Techniken bereit, um geeignete graphische Darstellungsformen auszuwaehlen und deren Parameter sinnvoll einzustellen oder eine Darstellung automatisch zu generieren und nach inhaltlichen und aesthetischen Gesichtspunkten zu optimieren. Umgekehrt ist die Kuenstliche Intelligenz ein Gebiet, in dem komplexe Modelle entwickelt und vielfaeltige Manipulationstechniken eingesetzt werden. Der Zustand der Modelle und die Effekte der Operationen sind nur schwer zu ueberblicken und muessen dem Anwender angemessen veranschaulicht werden. Graphische Techniken kann man hier einsetzen, um umfangreiche Wissensbasen ueberschaubar, komplexe Operationen verstaendlich und ein grosses System damit kontrollierbar zu machen. Die Tagung wurde mit einem eingeladenen Vortrag von Prof. Feiner, Columbia University New York, eroeffnet, der mehrere Projekte zu wissensbasierten graphischen Erklaerungs- und Illustrierungskomponenten vorstellte. Der erste Vortragsblock beschaeftigte sich mit intelligenten graphischen Oberflaechen. Hier wurden konkrete Systeme beschrieben, aber auch die Erweiterung von formalen Repraesentationsformalismen durch semiformale Repraesentationen (Piktogramme) vorgeschlagen. Durch Piktogramme koennen Teile der Realitaet in die Benutzeroberflaeche einbezogen werden, die sich einer streng formalen Verarbeitung entziehen. Zugleich implizieren Piktogramme Meldungen, die vom System verstanden und weiterverarbeitet werden koennen. Ein zweiter Schwerpunkt lag bei der wissensbasierten Praesentation von Informationen. Hier wurden textlinguistische Methoden zur Beschreibung der Beziehungen zwischen Text und Graphik vorgestellt fuer die integrierte Erzeugung von Text-Graphik-Dokumenten. Ein anderer Vortrag stellte ein Visualisierungswerkzeug vor, mit dem selektierte Objekte aus einer objektorientierten Datenbank in einer Form praesentiert werden, die sowohl die Art der konkreten Anfrage als auch die spezifischen Daten beruecksichtigt. Der dritte Teil behandelte Probleme beim automatischen Generieren von Graphiken. Es wurde ueber Erfahrungen mit einem Algorithmus berichtet, der eine abstrakte symbolische Beschreibung der intendierten Graphik in konkrete Koordinatenwerte verwandelt, die letztendlich benoetigt werden, um eine konkrete Zeichnung erstellen zu koennen. Ein anderer Vortrag beschaeftigte sich mit der Visualisierung zweidimensionaler Objekte auf struktureller und konzeptioneller Ebene. Berichte ueber die Anwendung von graphischen Methoden und KI-Techniken im CAD, zur Kontrolle von grosstechnischen Anlagen und bei der Roboterprogrammierung beschlossen die Tagung. Die Vortraege sind im Springer-Verlag als Informatik-Fachbericht 239 erschienen. Mit 120 Teilnehmern war das Fachgespraech sehr gut besucht. Durch ihre Teilnahme und durch Diskussionsbeitraege zeigten die Teilnehmer, dass ein grosses Interesse am Tagungsthema besteht. Selbst aus der DDR waren kurzfristig noch 13 Teilnehmer gekommen, die in einer Podiumsdiskussion die Situation in der DDR auf den Gebieten Graphik und KI darstellten. Es ist geplant, die Thematik in etwa 2 Jahren in einem weiteren Fachgespraech wieder aufzugreifen. Klaus Kansy, kansy@gmdzi.gmd.de, Phone: (+49 2241) 14-2333, Fax:14-2618 German National Research Center for Computer Science (GMD) Schloss Birlinghoven, D-5205 St.Augustin 1, FRG -- Ruediger Kolb Phone: +49-2241-14-2644 GMD e-mail: Postfach 1240 kolb@gmdzi D-5205 Sankt Augustin kolb@f3.gmd.dbp.de
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