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Article #80

Bericht von der Graphik-Normung "GKS Maintenance"

#80
From: Ruediger Kolb
Date: Wed, 14 Feb 1990 16:18
145 lines
7059 bytes
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Date: Wed, 14 Feb 90 16:38:21 -0100
From: Klaus Kansy <kansy>
Subject: Bericht von der Graphik-Normung "GKS Maintenance"


Das Graphische Kernsystem GKS kommt in die Jahre. Deshalb sind
jetzt Aktivitaeten begonnen worden, Korrekturen und Ergaenzungen
an der Graphiknorm GKS anzubringen. In folgenden kommt ein Bericht
ueber die ersten Resultate dieses "GKS Maintenance" . Wer als
GKS-Anwender Anregungen und Wuensche fuer die Ueberarbeitung
anmelden moechte, kann sich bei mir melden.

Hinweis: Groessere konzeptionelle Ueberarbeitungen mit einem
weiteren Zeithorizont sind beim "GKS Maintenance"  nicht geplant.
Die laufen unter der Ueberschrift `New Application Programmer's
Interface (New API)' in einer anderen Gruppe.

		Klaus Kansy (kansy@gmdzi oder kansy@f3.gmd.dbp.de)
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Ergebnisse der Sitzung von ISO/IEC JTC 1/SC 24/WG 2
" GKS Maintenance"  in Paris , 23.-25. Januar 1990

1.	Vereinfachtes Segmentspeicherkonzept

Es gab mehrere Verbesserungswuensche zur Optimierung des
Segmentspeicher-Konzepts, z.B.  Eliminierung von Level 2, einfachere
WISS-Funktionen, REOPEN SEGMENT-Funktion. Die Diskussion fuehrte auf
folgende Loesung:

Die Konzepte einer WISS-workstation und des WDSS wird gestrichen.
Damit entfaellt auch ein Output-Level (Level 1 und 2 fallen zusammen).
Primitives outside segments sind nach wie vor moeglich (Level 0).

Es gibt einen Segmentspeicher (SS), der stets aktiv ist. Daher braucht
er keine Kontrollfunktion OPEN, ACTIVATE, etc. Der SS wird auch nicht
in der Liste der 'assozierten Workstations' in der 'segment state
list' aufgefuehrt, weil er sonst stets aufzufuehren waere. Es ist
moeglich, nach OPEN GKS direkt ein Segment zu oeffnen, ohne dass eine
Workstation aktiv ist. Ein solches Segment existiert nur im SS und
kann spaeter einer Workstation assoziiert werden.

REOPEN SEGMENT wird eingefuehrt. Es ist zugelassen fuer jedes
geschlossene Segment.

Was geschieht, wenn die Menge der aktiven Workstations zur Zeit CREATE
SEGMENT und REOPEN SEGMENT unterschiedlich ist? Bisher galt fuer
graphischen Output die Regel: Primitives gehen an alle aktiven
Workstations, Manipulationen an Segmenten wirken auf alle assozierten
Workstation. Jetzt gilt die allgemeinere Regel: 'Primitives outside
segment' gehen an alle aktiven Workstations, 'Primitives inside
segments' und Manipulationen an Segmenten wirken auf alle assozierten
Workstations. Mit dieser verallgemeinerten Regel kann man es nun
zulassen (und ist wohldefiniert), dass im Zustand 'Segment open'
Workstations geoeffnet, aktiviert, deaktiviert und geschlossen werden.
Die Menge der assoziierten Workstations wird zum Zeitpunkt CREATE
SEGMENT festgelegt und kann danach nur durch DELETE/ASSOCIATE SEGMENT
ON WORKSTATION veraendert werden.

Es entfallen Fehlerzustaende. Zum Beispiel kann jetzt INSERT SEGMENT
fuer jedes Segment erlaubt werden, Workstations und Segmente koennen
weniger restriktiv geoeffnet/aktiviert und geschlossen/deaktiviert
werden).

Fuer Kompatibilitaetszwecke kann eine Workstation WISS erhalten
bleiben. Sie hat dabei lediglich eine Liste von Segmenten zu verwalten
(Inhalte sind im SS gespeichert) und im Kompatibilitaetsmodus
geeignete Fehlermeldungen zu erzeugen.


2.	Einfuehrung eines 'name set'-Attributs

Die Einfuehrung des 'name set'-Attributs in Anlehnung an PHIGS erlaubt
es, highlighting, visibility und detectability auf Primitive-Ebene zu
setzen. Der 'name set' definiert fuer jedes Primitive 0 - n Namen. In
einem In-/Exklusionsfilter werden ueber diese Namen die Primitive
ausgewaehlt, die das entsprechende Attribut haben sollen. Es musste
nur geklaert werden, wie die 'name set' -Attribute mit
Segmentattributen und 'pick identifier' zusammenarbeiten. Dafuer kann
man folgende Regel definieren: Fuer alle Primitive gelten zunaechst
die Defaultattribute 'sichtbar', 'nicht hervorgehoben', 'nicht
pickbar'. Der Defaultwert wird geaendert, wenn es das Segmentattribut
verlangt oder das Primitive durch den entsprechenden Filter selektiert
wird.

'Pick identifier' wird als Spezialfall des 'name set'-Attributs
betrachtet. Im Kompatibilitaetsmodus entspricht der 'pick identifier'
dem Eintrag im 'name set'. 'Default pick identifier' entspricht
'leerer name set'. Mehrere Eintraege im 'name set' sind nur durch neue
Funktionen moeglich; daher kann dieser Fall im Kompatibilitaetsmodus
unberuecksichtigt bleiben.

Der 'pick identifier' kann deshalb als 'deprecated' deklariert werden.
Dies bedeutet, dass er bei der naechsten Revision voellig entfallen
wird.


3.	Vermehrte Verwendung abstrakter Datentypen zur Beschreibung
von Parametern.

4.	Anpassung der Interpretation von 'display surface size'
und 'workstation viewport' in Windowing-Systemen

5.	Einfuehrung von 'Fill Area Set' mit Edge-Attribut

6.	Zusaetzliche Farbmodelle

7.	Linientypen, Schraffuren, Muster durch Anwender frei spezifizierbar


8.	Erzeugen von Metafiles

Es gibt eine neue Funktion, mit der Teile des Segmentspeichers auf
einen Metafile geschrieben werden koennen (wie der PHIGS Archive). CGM
addendum 3 bietet die dazu notwendige Funktionalitaet.

Das Schreiben von Bildern ist noch nicht entschieden worden. Es werden
drei Alternativewn untersucht:

1.	GKSM ist eine Workstation (wie bisher). Durch explizite
Definition der Effekte (insbesondere im Zusammenhang mit 'implicit
regeneration') ist eine eindeutige Festlegung von Bildanfang, -ende
und -inhalt moeglich.

2.	Es werden neue Funktionen BEGIN/END PICTURE eingefuehrt, die
den Inhalt des Bildes festlegen. Der Bildzustand zur Zeit END PICTURE
definiert den Zustand des gespeicherten Bildes. (Diese Loesung
entspricht 1 mit dem Unterschied, dass der Metafile nicht als
Workstation angesprochen wird, sondern implizit durch die separaten
Funktionen BEGIN/END PICTURE.)

3.	Definition eines Bildbegriffs wie in GKS-N. So definierte
Bilder koennen durch WRITE/READ PICTURE TO GKSM geschrieben und
gelesen werden. Hier besteht die Gefahr von Widerspruechen zum
traditionellen GKS-Bildkonzept, das durch ACTIVATE/ DEACTIVATE
WORKSTATION gesteuert wird.

Klaus Kansy
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From: kolb@gmdzi.UUCP (Ruediger Kolb)
Newsgroups: dnet.graphik
Subject: Bericht von der Graphik-Normung "GKS Maintenance"
Keywords: GKS, Graphik-Normung
Message-ID: <2026@gmdzi.UUCP>
Date: 14 Feb 90 16:18:45 GMT
Distribution: dnet
Organization: GMD, Sankt Augustin, F. R. Germany
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Approved: kolb@gmdzi.UUCP