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Article #278

DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 1/91 VOM 11.01.1991

#278
From: Bernd P. Kieck
Date: Thu, 10 Jan 1991 22:32
136 lines
7227 bytes
     DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 1/91 VOM 11.01.1991
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BONN:
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Der  Bundesminister  fuer Post und Telekommunikation hat eine vo-
ruebergehende  Lockerung der Amateurfunkbestimmungen bekanntgege-
ben.  Danach ist es den deutschen Funkamateuren nun erlaubt, Mel-
dungen von sowjetischen Funkamateuren an deutsche Hilfsstellen zu
empfangen  und  diese  Nachrichten an die vorgesehenen Empfaenger
weiterzuleiten. Durch diese Neuregelung wird eine  schnelle  Wei-
terleitung  von Meldungen zur Abwicklung der laufenden Hilfsmass-
nahmen vielfach erst ermoeglicht.
In  einer Pressemitteilung weist das BMPT darauf hin, dass beson-
ders  in  laendlichen Gebieten der Sowjetunion eine Infrastruktur
der  Telekommunikation  nur  eingeschraenkt  vorhanden sei. Daher
werde im Rahmen der Hilfsmassnahmen in der UdSSR auch auf die Un-
terstuetzung  einheimischer  Funkamateure  zurueckgegriffen.  Die
neue  Regelung,  so  die Mitteilung der Post, ermoegliche nun den
deutschen Funkamateuren die Unterstuetzung der Sowjetunion-Hilfe.
Der Postminister wies ebenfalls darauf hin, dass gelegentlich von
seiten  deutscher  Hilfsorganisationen der Wunsch an Funkamateure
herangetragen werde, Hilfsguetertransporte in die Sowjetunion mit
ihrer  Amateurfunkanlage zu begleiten. Fuer einen derartigen Ein-
satz  ist  die Genehmigung einer offiziellen Regierungsstelle der
UdSSR erforderlich.
Wie die deutsche Botschaft dem DARC auf Anfrage mitteilte, geneh-
migt  das  sowjetische  Postministerium  Antraege auf Einsatz von
Amateurfunkgeraeten  bei  Konvoibegleitung  auf  unbuerokratische
Weise.  Allerdings muesse jeder Einsatz von Amateurfunkgeraet aus
zollrechtlichen Gruenden individuell genehmigt werden.
Interessenten koennen ihre Antraege in englischer Sprache richten
an  den  Leiter  der  Auslandsabteilung des Ministeriums fuer das
Post-  und  Fernmeldewesen der UdSSR, Herrn Kurakow, Fernschreib-
nummer 411 874, Telefax 007-095-230 29 46.
Antraege  auf  Genehmigung  muessen  folgende  Angaben enthalten:
technische  Beschreibung  der  Geraete, benutzte Frequenzen, Name
des Verantwortlichen fuer die Geraete, Beschreibung der Reiserou-
te,  bei  der  die  Geraete  eingesetzt werden, und Benennung der
Grenzuebergangsstelle,  damit das sowjetische Postministerium den
dortigen Zoll unterrichten kann.


BERLIN:
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Die  alliierte  Kommandantur  in Berlin, die auch bei der Nutzung
von  Funkfrequenzen  mit besonderen Privilegien ausgestattet war,
wurde  zum 03.10.1990 aufgeloest. Danach wurden die Vorrechte der
Alliierten fuer Berlin aufgehoben. Dadurch koennen im Raum Berlin
dringend benoetigte zusaetzliche Frequenzen durch zivile Bedarfs-
traeger  wie  Polizei, Hilfsdienste, Taxis, Energieversorgungsun-
ternehmen  und  andere Firmen genutzt werden. Bei Gespraechen des
BMPT im November und Dezember 1990 in Bonn zeigten sich Vertreter
der  Alliierten schon jetzt bereit, eine Vielzahl der bisher fuer
ihre  Zwecke reservierten Frequenzen ersatzlos freizugeben. Hier-
von  sollen  vorrangig Frequenzen aus den bereichen um 70 MHz und
150 MHz an die Bedarfstraeger zugeteilt werden.


ROSTOCK:
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Seit  dem 01.12.1990 verwendet die Kuestenfunkstelle Ruegen-Radio
das  Rufzeichen DHS anstelle von bisher Y5M und Rostock Radio DHT
statt bisher Y5R.


BAUNATAL:
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Von  der  sowjetischen  Raumstation  Mir wird wieder regelmaessig
Amateurfunkbetrieb  durchgefuehrt.  Nach dem 18.11.1990 wurde der
Kosmonaut  Gennady  Strekalov unter dem Rufzeichen U9MIR gehoert.
Anfang  Dezember  1990  wurde er von Mousa Manarov abgeloest, der
bereits  frueher an Bord der Station arbeitete. Unter dem Rufzei-
chen  U2MIR wurde er in den letzten Wochen haeufiger auf der Fre-
quenz 145,550 MHz gehoert.


WASHINGTON, DC:
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Am 27.12.1990 gab die amerikanische Fernmeldebehoerde FCC mehrere
Verfuegungen  ueber  den Amateurfunkdienst heraus. Auf Antrag des
amerikanischen  Amateurfunkverbandes ARRL wurden die Sondergeneh-
migungen fuer eine Reihe von Packet-Radio-Digipeatern im Kurzwel-
lenbereich um ein Jahr verlaengert.
Wie  von  der  ARRL beantragt, kann ab 14.02.1991 Behinderten auf
ein  aerztliches  Attest  hin  die  Morsepruefung von 65 bzw. 100
Buchstaben pro Minute erlassen werden.
Ab 14.02. wird eine neue Lizenzklasse geschaffen. Es handelt sich
um  die  "Codefree  Technician Class", mit der ohne Morsepruefung
Funkbetrieb im Frequenzbereich oberhalb von 30 MHz gestattet ist.
An den anderen bestehenden Lizenzklassen soll sich dadurch nichts
aendern. Bisherige Technician-Lizenzen behalten ihre Gueltigkeit.


TOKYO:
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Japanische  Forscher  unternehmen derzeit die 32. Forschungsreise
in  die  Antarktis. Am 14.11.1990 verliess der Eisbrecher Shirage
Tokyo,  um  ein 55koepfiges Team fuer zwei Jahre ins Suedpolarge-
biet zu bringen. Elf von  ihnen besitzen eine japanische Amateur-
funkgenehmigung.  Von  den  Stationen  Showa,  8J1RL,  und Asuka,
8J1RM,  soll auch Amateurfunk ueber Satelliten durchgefuehrt wer-
den.  Auf den Kurzwellenbaendern 7, 14 und 21 MHz ist Betrieb von
09:30 bis 10:30 Uhr UTC geplant.


FUNKWETTERBERICHT: (08.01. von DJ2RE)
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Seit  Anfang Dezember gestaltete sich bei niedriger Sonnenaktivi-
taet  das  Erdmagnetfeld ruhig. Besonders die Fernausbreitung auf
den  niederfrequenten  Baendern  wurde von dieser Entwicklung be-
guenstigt.  Am  07.01. erreichten Fleckenzahl und 10-cm-Strahlung
120 bzw. 204 Einheiten. Die Tendenz ist weiterhin steigend.
Die  Wiederkehr zweier Aktivitaetsgebiete, in denen sich waehrend
der  letzten  Rotation 13 mittlere und zwei grosse Eruptionen er-
eigneten,  steht  unmittelbar  bevor. Infolgedessen ist in Kuerze
mit  einer erneuten Zunahme der Sonnentaetigkeit und der magneti-
schen  Aktivitaet zu rechnen, die voraussichtlich bis zur Monats-
mitte   wechselhafte  Ausbreitungsbedingungen  nach  sich  ziehen
duerfte.  Hier noch ein Hinweis: Ab sofort werden die Sonnenflec-
ken-Relativzahlen  in  der  europaeischen  Skala angegeben. Diese
Werte  liegen  um  10 bis 30 % unter der bisher verwendeten Skala
von Boulder/USA.


              Ende des DL-RS Nr. 1/91 vom 11.01.1991

Bearbeitung: DC7XJ @ DB0GR
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