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Article #26Re: EMMA Metadiskussion
From: Erhard Sanio
Date: Mon, 16 Dec 1991 11:45
Date: Mon, 16 Dec 1991 11:45
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In article <1991Dec14.193650.5150@unibi.uni-bielefeld.de> boris@math10.mathematik.uni-bielefeld.de (Boris Hemkemeier) writes: >In article <esa.692467200@nagoya> esa@nagoya.sni.de (Sanio) writes: >>Nur mal eine Frage: >>Soweit ich weiss, gibt es beim deutschen Presserat eine Stelle, die sich >>mit den uebelsten Auswuechsen von Schmutz- und Verleumdungsjournalismus >>beschaeftigt. IMHO gehoert der EMMA-Artikel in diese Kategorie und sollte >>daher nicht ungeprueft bleiben. > >Hier solte man doch nicht das Augenmass verlieren. Ich glaube, dass fast >alle Leser Pornographie im Usenet fuer unerwuenscht halten und sich ueber >das Problem im Klaren sind. Bisher hat sie einfach hingenommen. Die Richtig. So wie wir in soc.history und soc.culture.jewish etc. Beitraege von Neonazis ueber angebliche Nichtexistenz des Holocaust hinnehmen, auch wenn es manchmal schwerfaellt, die Beherrschung zu behalten. (Uebrigens heisst hinnehmen nicht: widerspruchslos hinnehmen) Wuerde nun irgendeine Zeitschrift - mit welchen ehrenwerten Zielen auch immer - behaupten, das USENET sei ein Nazi-Netzwerk und alle deutschen Net- benutzerInnen Konsumenten von Nazipropaganda bzw. selber Nazis, wuerde ich mich darueber genauso aufregen . > >EMMA ist eine sexistische Zeitschrift. Ich meine das in keiner Weise >abwertend. Sie nimmt fuer sich in Anspruch, die Seite der Frauen zu >vertreten. Das uns Usenetlesern bei so einem Selbstverstaendnis von EMMA >ein harter Wind ins Gesicht weht, sollte uns nicht wundern. Ich denke, EMMA >hat auch das Recht schlampig zu recherchieren und in einem sehr aggressivem >Stil zu schreiben. Es zwingt uns niemand, dieses Zeug zu glauben. Aber wir >sind sehr wohl gezwungen, uns mit diesem Thema zu beschaeftigen. (Ich bin >uebrigens sehr ueberrascht, dass nicht wie im Usenet ueblich 98% der >Diskussion aus crap besteht.) Zu welchem Ergebnis man dann kommt, ist eine >ganz andere Sache. Das Ergebnis ist dann aber auch unter den von EMMA >angefuehrten Gruenden diskutiert worden und mehr *kann* EMMA nicht >erreichen. Es geht nicht darum, wie sich die USENET-LeserInnen, die wissen, was das USENET ist, durch EMMA informiert fuehlen. Es geht darum, dass ueber eine komplexe Materie Halb- und Unwahrheiten verbreitet werden. Journalismus heisst auch Verantwortung. Es ist keineswegs das Recht von JournalistInnen, zu luegen und zu hetzen. Waere im gleichen Stil ueber Auslaender, Juden oder auch Frauen geschrieben worden wie hier ueber NewsbenutzerInnen (auch Frauen lesen News, auch die pictures, wie ich mittlerweile erfahren konnte), wuerdest Du das wohl (hoffentlich) anders sehen. Die praktischen Gruende, warum man auf dem einen site eine Gruppe toleriert, auf dem anderen nicht, auch die Feststellung, dass Unis und andere oeffent- liche Stellen - soweit technisch durchfuehrbar - die Verbreitung copyright- geschuetzten wie strafbaren Materials unterbinden muessen, all das sind sachliche Fragen, ueber die diskutiert werden kann und muss. Eine pauschale Verleumdung des USENET-Dienstes und seiner BenutzerInnen ist etwas anderes. >Mir ist sehr wohl klar, dass EMMA vielleicht einen auesseren Druck (bspw. >ueber oeffentliche Geldgeber) aufbauen kann. Deswegen verfolge ich diese >Diskussion auch nicht uneigennuetzig. In Bielefeld bekommen wir fast nur >comp.*, sci.* und dnet.* Gruppen. Dafuer haben wir ein bisschen Aerger mit >data raiders. Nach dieser Diskussion glaube ich allerdings nicht mehr, dass >das HRZ liberaler wird. Woher weisst Du dann, das 98% des USENET crap ist? Ich finde das eine reichlich arrogante Behauptung, abgesehen davon, dass ein Medium, das eine Art permanenter weltweiter Leserbriefseite ohne redaktionelle Zensur darstellt, nicht mit den gleichen professionellen und stilistischen Massstaeben zu messen ist wie eine Zeitung. > >>Weiss jemand, wie man an diese Stelle (die sich u.a. auch mit Barschel in der >>Badewanne beschaeftigt und eine Ruege erteilt hat) herankommt? >>Und wer waere berechtigt, eine Ueberpruefung des Artikels einzuleiten? > >In dem angesprochenen Barschelbild handelte es sich um eine angenommene >Verletzung des Persoenlickeitsrechtes. Das ist eine weitaus wichtigere >Sache als ein paar Halbwahrheiten ueber eine Gruppe von vielen tausend >Leuten. Ich fuehle mich ebenfalls in meinen Persoenlichkeitsrechten verletzt. Ich bin kein Pornokonsument (weder im USENET noch ausserhalb), ebenso- wenig ist es die ueberwiegende Mehrheit der BenutzerInnen dieses Mediums. Der Presserat ist nicht die Polizei, als freiwillige Einrichtung der Medien ueberprueft er Beschwerden und spricht Ruegen aus. Er ist ein Mittel, die/den Einzelne(n) oder auch Gruppen gegen den Missbrauch der Medienmacht durch JournalistInnen zu schuetzen. Das Schueren von Hass und Vorurteilen ist in meinen Augen schlimmer als die photographische Darstellung eines toten Menschen. > >Gruss, >Boris H. regards, es
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