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Article #295

Protokoll der WiN-IP Planungsgruppensitzung vom 4.3.91 (Bonn)

#295
From: Claus Kalle
Date: Thu, 02 May 1991 22:47
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Liebe KollegInnen,
anbei zur Kenntnis o.g. Protokoll.
Viele Gruesse
Claus Kalle
------ snip ------
Protokoll der Sitzung der WIN-IP Planungsgruppe vom 04.03.1991 in Bonn

Protokollfuehrer: Gerald Timmer, Uni Osnabrueck

Teilnehmer:
Ruediger Volk,       Uni Dortmund,   <rv@informatik.Uni-Dortmund.de>
Andreas Schachtner,  Uni Dortmund,   <afs@germany.eu.net>
Gerd Beling,         FGAN-FFM,       <bel@rufsun7.ffm.fgan.de>
Gerald Timmer,       Uni Osnabrueck, <gtimmer@dosuni1.bitnet>
Frank Klapper,       Uni Bielefeld,  <uhrza053@dbiuni11.bitnet>
Lutz Brunke,         DKRZ Hamburg,   <brunke@dkrz-hamburg.dbp.de>
Karsten Leipold,     DFN-ZPL,        <leipold@dfn.dbp.de>
Juergen Rauschenbach,DFN-ZPL,        <rauschenbach@dfn.dbp.de>
Paul Mies,           GMD,            <mies@gmdzi.gmd.de>
Peter Merdian,       Uni Stuttgart,  <merdian@rus.uni-stuttgart.dbp.de>
Anton Hackl,         IPP Garching,   <hackl@sat.ipp-garching.mpd.de>
Hans Juergen Faerber,FHG Karlsruhe,  <fae@fhg.de>
Arnold Nipper,       XLINK,          <nipper@ira.uka.de>
Ferdinand Hommes,    GMD,            <hommes@dbngmd21.bitnet>
Manfred Bogen,       GMD,            <mabogen@dearn.bitnet.dbp.de>
Axel Clauberg,       Uni Koeln,      <clauberg@rrz.Uni-Koeln.de>
Claus Kalle,         Uni Koeln,      <a0061@rrz.Uni-Koeln.de>
Hans Frese,          DESY,           <F58FRE@DHHDESY3.bitnet>
Willi Porten,        GMD,            <porten@dbngmd21.bitnet>

Tagesordnung:

T1:  Festlegen der endgueltigen TO, Zeitplan;
 Genehmigung des Protokolls der Sitzung vom 21.01.91

T2:  Darstellung und Diskussion der verschiedenen IP-Dienste;
 Veraenderungen seit dem 21.01.91

T3:  Diskussion ueber die verfassten Papiere laut Sitzung vom 21.01.91

T4:  Fortfuehrung der Action Item Liste

T5:  Arbeit an speziellen Themen in Gruppen   )

T6:  Verschiedenes

T1: Es werden zwei Aenderungen im vorliegenden Protokollentwurf
der Sitzung vom 21.01.91 vorgenommen.

- Zu Punkt T0 im Protokollentwurf:
  Die Formulierung "Mitarbeiter des DFN in Dortmund anzulernen"
  wird ersetzt durch die Formulierung "Mitarbeiter des DFN in
  Dortmund mehr mit der Materie vertraut zu machen".

- Zu Punkt T1 im Protokollentwurf:
  Die mit Ausrunfungszeichen gekennzeichnete Sektion wird gestrichen,
  der mit dem Pfeil gekennzeichnet Absatz wird so ins Protokoll
  aufgenommen.

Der Entwurf wurde mit diesen Aenderungen angenommen.

Auf Vorschlag von A.Nipper wird hieran anschliessend eine kurze
Vorstellung aller Teilnehmer durchgefuehrt, da die Herren Rauschenbach
und Seipold der ZPL das erste Mal in der PG anwesend sind.

Im Verlauf der Vorstellung berichtet Herr Kalle, dass Herr
Ullmann von der ZPL versucht habe sehr kurzfristig von ihm
Auusagen ueber die Dienstguete in IP-Netzen im Zusammenhang
mit dem Vertragsentwurf fuer die GMD zu erlangen. Herr Kalle
aeussert sein Erstaunen ueber dieses Ansinnen. Es wird in
diesem Zusammenhang noch einmal darauf hingewiesen, dass die
ZPL, die schon auf der Sitzung am 04.12.90 erhobene Forderung,
den Vertragsentwurf fuer die Uebernahme der DFN-IP Dienste
mit der GMD der PG zur Verfuegung zustellen immer noch nicht
erfuellt ist.

J.Rauschenbach entgegnet hierauf, dass die ZPL die Idee hatte
den Vertragsentwurf durch einen Vertreter der PG einsehen zu
lassen.

T2: Bericht der Universitaet Dortmund

Ruediger Volk berichtet ueber den Stand der IP-Dienste der
Universitaet Dortmund.

Die Ende letzten Jahres neu eingefuehrten Systeme laufen
mittlerweile stabiler, aber immer noch nicht so wie man
sich das wuenscht.

Am 01.03. sollte die neue 64 KB-Leitung von Dortmund nach
Amsterdam installiert sein. Tatsaechlich ist aber erst ein
Modem eingetroffen. Es scheint hier Abstimmungsschwierigkeiten
zwischen der deutschen und niederlaendischen Post zu geben.
Die 64 KB-Leitung sollte aber in der Woche vom 04.03 - 08.03.
vollstaendig installiert sein.

Der Nameserverdienst steht dem DFN zur Verfuegung. Die
entsprechenden Systeme werden in 2 Wochen endgueltig freigegeben.
Der Zustand dieses Dienstes ist mittlerweile stabil. Dieser
Dienst ist aus Dortmunder Sicht kein Eunet-Dienst.

A.Nipper stellt in diesem Zusammenhang die Frage, wann ein
Root-Nameserver nach Deutschland bzw. Europa kommt.
R.Volk erklaert hierzu, dass in Deutschland zunaechst das Problem
mit den gespaltenen Zonen bestehe. Auf Anfrage von H.Frese aeussert
R.Volk, dass diese Zonen bis Anfang Mai zusammengefuehrt sein sollten.
R.Volk erlaeutert, dass es in Deutschland einige Zonen gibt, die nicht
korrekt gefuehrt sind. Dies ist in anderen Laendern nicht der Fall.
Hier ist offensichtlich noch nicht das richtige Problembewusstsein
vorhanden.

A.Nipper regt an, dass die richtige Konfiguration eines lokalen
Nameservers in Form einer Anleitung niedergelegt werden sollte.
Hier koennte auf das in der Neubearbeitung befindliche Papier der
Uni Stuttgart zurueckgegriffen werden. R.Volk will sich mit der
Bearbeiterin Lisa Golka in Verbindung setzen, um die spezielle
Problematik mit den international nicht konnektierten Netzen in
dieses Papier einfliessen zu lassen.

Abschliessend wird nach einigen weiteren Diskussionsbeitraegen
folgende zeitliche Vorgehensweise durch die PG beschlossen:

- Bis zum 05.04.91 wird ein Papier erstellt, welches die korrekte
  Konfiguration eines lokalen Nameservers beschreibt.

- Bis zum 05.04.91 erfasst die Uni Dortmund diejenigen Zonen in
  der .DE Domaene, die zu Problemen fuehren und teilt dies den
  zustaendigen Administratoren mit.

- Bis zum 28.04.91 muessen die Daten dieser Zonen dann auf einen
  korrekten Stand gebracht sein.

- Weisen die Daten dieser Zonen nach dem 28.04.91 immer noch
  Fehler auf, werden ihre entsprechenden Eintraege in den Daten
  der .DE Zone geloescht, womit jegliche Nameservice-Anbindung
  entfaellt.

T2: Bericht der ZPL

Juergen Rauschenbach erklaert, dass man nur zum Sammeln von
Informationen an der PG-Sitzung teilnimmt und daher auch keinen
Statusbericht anbieten kann.

T2: Bericht des IPP in Garching

Anton Hackl traegt Zahlen zur Verkehrsstatistik des Links vom
IPP zum ESNET vor. Danach lag das Verkehrsaufkommen im Oktober
1990 beim Input bei 9.4 MB/tag und beim Output bei 49 MB/Tag.
Diese Zahlen beliefen sich im Februar 1991 beim Input auf 149 MB/Tag
bzw. beim Output bei 151 MB/Tag. Es wird zur Zeit eine Spitzenauslastung
von 80 - 90% erreicht. Der effektive Durchsatz liegt pro Verbindung
bei 0.2 - 1.0 KByte/sec. . Diese Auslastung wird zur Zeit erzeugt
durch 20 Netze und zwar:

TU Muenchen, DKRZ Hamburg, IPP Garching, LRZ Muenchen, Uni 
Erlangen,
Uni-BW Muenchen, netCS Berlin, Uni Passau, Uni Kaiserslautern,
MPI Mathematik Bonn, FHI Berlin, Uni Tuebingen, MPI Biochemie 
Martinsried,
Uni Stuttgart, GWDG Goettingen, PCS Muenchen,
MPI Festkoerperphysik Stuutgart, GMD Birlinghoven

Nach Aussage von A.Hackl besteht eine grosse Chance den bestehenden
Link beizubehalten. Zwar ruht zur Zeit das Projekt in den der Link
eingebunden war, doch wird Ende April entschieden ob es weiter
gefuehrt wird. Wenn dieses Projekt hauptsaechlich in Muenchen 
angesiedelt
bleibt will das IPP den Link weiterbetreiben.

Anschliessend an diese Ausfuehrungen schliesst sich eine Diskussion
ueber die Bandbreite bestehender, bzw. geplanter Transatlantikleitungen
( insbesondere der Leitung GMD - Princeton ) an.

P.Mies und H.Frese stellen in Bezug auf die Auesserungen von A.Hackl
fest, dass offensichtlich die Bandbreite von 128 KB fuer eine
Transatlantik-Leitung zu gering ist. Solche Verbindungen sollten
mindestens eine Kapazitaet von 256 KB aufweisen.

A.Hackl weisst darauf hin, dass die amerikanische Seite, hier das ESNET,
auch damit rechnen, das in Zukunft hier eine 256 KB Leitung vorliegt.

P.Mies und H.Frese stellen fest, dass unabhaengig von der 
Dimensionierung
internationalen Verbindungen die Anbindung dieser Leitungen ans WIN
den naechsten Engpass darstellen, da die 64 KB Bandbreite hier zu gering
ist. Zum Status des 2 MB WIN ist im Moment nichts bekannt.

F.Klapper bemerkt, dass es in der Zukunft finanziell guenstiger sein
wird Transatlantikleitungen zusammenzulegen und es eigentlich nicht
wuenschenswert ist eine Reihe von zu klein dimensionierten
Verbindungen zu betreiben.

R.Volk stellt hier auch die Frage, wie denn eigentlich die Einbindung
der IPP Leitung in die restliche IP Landschaft in Deutschland aussehen
sollte.

T2: Bericht der GMD

Manfred Bogen berichtet ueber den Status der von der GMD beantragten
128 KB Leitung. Das Antragsformular wurde Ende Februar and die FTZ
abgeschickt, doch diese konnte auf Anfrage keine Auskunft ueber den
Fortgang dieses Antrages machen. Es scheint hier auch einige 
Abstimmungs-
probleme zwischen der Post und der amerikanischen Seite zu geben.

M.Bogen berichtet ferner, dass die GMD in der laufenden Vertrags-
verhandlung mit dem DFN versucht habe eine Aussage ueber moegliche
Standleitungen zwischen den IP-Dienstanbietern zu erhalten. Man
erhielt zu diesem Punkt keine Antwort von der ZPL.

Ferner seien fuer den kommenden IP Dienst der GMD Stellen 
ausgeschrieben
worden und koennen wohl bis zum 01.04. bzw. 01.05. besetzt werden.

M.Bogen berichtet ferner, dass am 05.03. eine Vorstandssizung des DFN
stattfindet auf der auch der Vertragsentwurf zwischen DFN und GMD
beraten wird.

A.Nipper stellt die Frage welche Beruecksichtigung die europaeische
Anbindung der IP-Dienste der GMD in dem Vertragsentwurf gefunden hat.
M.Bogen erlaeutert hierzu, dass die GMD in den Verhandlungen darauf
hingewiesen hat, dass das WIN bzw. das IXI fuer dies Anbindung nicht
ausreichend sei. Die GMD hat versucht die europaeische IP Anbindung
explizit in die Vertragsentwuerfe fuer die Endanwender aufzunehmen.

F.Hommes und J.Rauschenbach stellen hierzu fest, dass im letzten Entwurf
die Unterstuetzung aller internationaler Netze zugesichert wird.
Allerdings kommt nach Ansicht der ZPL hierfuer nur IXI in Frage.

R.Volk erklaert, dass die PG in der Vergangenheit hier schon auf massive
Defizite bezueglich der europaeischen Anbindung hingewiesen hat.

Auf Anfrage weisst P.Mies darauf hin, dass die ZPL darauf gedrungen
hat, die Vertragsentwuerfe fuer die Vertraege mit den Endanwendern
nicht an Dritte weiterzugeben.

Nach kurzer Diskussion stellen alle Teilnehmer fest, dass IXI nicht
geeignet sei eine vernuenftige europaeische IP-Anbindung zu gewahr-
leisten.

F.Klapper auessert in diesem Zusammenhang, dass man zur Schaffung
eines leistungsfaehigen Netzes bestehende Leitungen zusammenfuehren
muesse. Dies ist wirtscxhaftlich sinnvoll und vereinfacht die
Topologie des Netzes.

Daraufhin ergeht die Frage an die IP-Anbieter, wer auf eigene
Leitungen verzichten wuerde.

A.Hackl und H.Frese sind der Meinung, dass eigentlich der Aufpunkte
internationaler Leitungen nicht wichtig seien. Allerdings muss
gewaehrleistet sein, dass die ihnen jetzt zur Verfuegung
stehende Bandbreite im wesentlichen erhalten bleibt.

F.Hommes sagt, dass nachdem die PG sich gegen IXI als europaeische
Anbindung ausgesprochen hat, Vorschlaege fuer eine solche Anbindung
von der PG gemacht werden sollten.

An dieser Stelle schliesst sich eine kurze Diskussion :ber die
europaeische IP-Anbindung an, die aber nach kurzer Zeit abgebrochen
wird und auf den Nachmittag verschhoben wird.

T2: Bericht von EASINET

Ferdinand Hommes berichtet, dass es eigentlich keine Neuigkeiten gaebe,
die fuer die deutschen IP-Teilnehmer von Bedeutung waeren.

R.Volk stellt die Frage ob Routinginformationen von EASINET
RIPE bekannt gemacht werden. Teilweise sind innereuropaeische
Verbindungen zu EASINET durch die Vereinigten Staaten geroutet
worden.

T2: Bericht von XLINK

Arnold Nipper berichtet, dass man seit dem 30.01. eine 56 KB Leitung
in die USA betreibt. Die europaeische Anbindung von XLINK liegt
allerdings immer noch im argen. Er meint, dass die deutschen
IP-Anbieter sich schnell dieser Problematik annehmen muessen.

T2: Bericht ueber das letzte RIPE Treffen

R.Volk berichtet ueber diejenigen Punkte des letzten RIPE-Meetings
vom 27.02. - 01.03.91 in Amsterdam, die fuer die PG von Interesse
sind.

Auf diesem Treffen wurde verabschiedet, dass IXI nur fuer Punkt zu
Punkt IP-Verbindungen genutzt werden soll und diese Routen nicht
nach aussen annonciert werden duerfen. Die Vollvermaschung, wie sie

in IXI vorhanden ist, ist fuer den IP-Verkehr nicht einsetzbar.
Damit stellt IXI nur eine ergaenzende Konnektivitaet zu einem
Backbone von Standleitungen dar.

Spezielle Probleme tauchen aber nicht nur in Deutschland, sondern
auch in Grossbritannien auf, wo eine Anbindung der Fat Pipe an die
europaeischen Zentralkonten Amsterdam und CERN nur indirekt 
vorhanden
ist.

Das NIKHEF berichtet auf dem RIPE-Meeting ueber ihre schlechten
Erfahrungen im IXI. Es sind an manchen Tagen bis zu 50000 Fehlerevents
aufgetreten. Diese Zahl konnte zwar in den letzten Wochen auf etwa 5000
heruntergedrueckt werden, allerdings ist diese zahl fuer einen guten
und stabilen Netzbetrieb immer noch zu hoch.

Innerhalb von RIPE werden 2 Papiere ueber die Erfahrungen mit IXI, bzw.
X.25 erstellt.

Weiterhin wurde die Administration des Domain Name Service auf dem
Meeting besprochen. Dazu gehoerten die Frage nach der Einrichtung
neuer Top-Level Domains, die Information ueber frehler in der
BIND-Software, die Erstellung von Ratschlaegen fuer DNS-Manager und
weiteres.

Zum Network Control Center (NCC) hat es auf dem Treffen einige
Diskussionen gegeben. Das zentrale Routingproblem wurde auch hier
nicht angegangen, man konnte aber Hersteller dazu bewegen Industrie-
support in dieser Frage leisten zu wollen.

Weiterhin gab es Diskussionen ueber den Osteuropaverkehr, da hier
immer noch Zugangsbeschraenkungen in die amerikanischen Netze
bestehen.

Im Nordunet wird zur Zeit der Einsatz eines Root-Nameservers
erprobt.

Waehrend der Berichte, bzw. im Anschluss an diese wurden folgende
Beschluesse durch die PG gefasst:

- Die PG vertritt die Meinung, dass Vertraege zwischen dem DFN
  und Endanwendern, in denen eine europaeische Anbindung nicht
  substantiell beinhaltet sind nicht abgeschlossen werden sollen.

- Auf der Sitzung vom 04.12.90 wurde die ZPL aufgefordert bis zum
  15.01.91 die Vertragsentwuerfe fuer den Vertrag des DFN mit der
  GMD und die Entwuerfe fuer die Vertraege des DFN mit Endanwendern
  der PG vorzulegen, bzw. kenntlich zu machen. Die PG aeussert grosse
  Enttaeuschung, dass dies bis heute nicht erfolgt ist. Das Verhalten der
  ZPL muss hier als Missachtung der PG gegenueber gedeutet werden.

- Es ergeht die Aufforderung der PG and den DFN sich verstaerkt an der
  Einbindung der IP Aktivitaeten in Deutschland in die entsprechenden
  europaeischen Initiativen, insbesondere RIPE, zu beteiligen.

- Es ergeht die Auuforderung der PG an den DFN sich aktiv bei der
  Schaffung eines europaeischen Backbones zu beteiligen.

- Die PG stellt fest, dass IXI fuer die europaeische Anbindung von
  IP-Netzen in Deutschland unzureichend ist und daher nicht eingesetzt
  werden sollte. Dies geht konform mit einem Beschluss von RIPE, wonach
  IXI bestenfalls fuer einige Punk zu Punkt Verbindungen genutzt werden
  kann und nicht zum Aufbau eines europaeischen Backbones.
  Die PG fordert ferner, dass in jedem Fall ausgeschlossen sein muss,
  dass innereuropaeischer Verkehr ueber Transatlantikleitungen
  geleitet wird.

- Es ergeht die Aufforderung der PG an den DFN durch eine Weiter-
  entwicklung des WIN und/oder zusaetzlicher Netzstrukturen schon
  jetzt eingetretene oder absehbare Engpaesse auszuraeumen.

- Die PG wird sich aktiv bei der Erarbeitung von Loesungsvorschlaegen
  in all diesen Bereichen beteiligen.

T2: Diskussion ueber die internationalle IP-Anbindung
der deutschen IP-Netze

Die schon waehrend der Berichte der einzelnen IP-Anbieter
begonnene Diskussion ueber die internationale Anbindung
wurde im folgenden vertieft.

Zunaechst entwarf R.Volk eine Topologieskizze der wesentlichen
IP-Verbindungen in Europa.

                   128
         ----------------------o  Nordunet
                              /
                            /
                          / 192
                        /
             128      /
         -----------o            o DESY
           Amsterdam \          /
                       \ 64   / 448
                         \  /
                          /\
                        /   o Dortmund
             128      /
         ------------/------o GMD, Birlinghoven (geplant)
             56     /
         ----------/--------o Karlsruhe
             64  /
         -------/-----------o Muenchen
         T1   /
         ---o CERN
             \
               \
                 \ 512
                   \
                     \
                       o Bologna

Er erlaeutert, wie eine Verteilung des IP-Verkehrs in die
europaeischen Nachbarlaender aussehen koennte. Verbindungen
in den suedlichen Teil koennten ueber die DESY-CERN Leitung
abgewickelt werden, Verbindungen in den Norden und Westen
ueber Dortmund. Die wesentliche Schwierigkeit besteht dabei
in der korrekten Verteilung von Routinginformationen.
Daher waere es auch wuenschenswert ueber eine leistungsfaehige
Verbindung zwischen Dortmund und DESY zu verfuegen, die den
Transport von Netzwerkmanagement- und Routinginformationen
uebernehmen sollte.
Als weitere Aufgabe in einem solchen Modell ist die Frage
der IP-Anbindung der deutschen IP-Netze an Dortmund und DESY
zu loesen.

F.Klapper erklaert, dass 2 Verbindungen von Deutschland in die
europaeischen Nachbarlaender sehr vernuenftig waeren, da in
Problemfaellen eine der Leitungen als backup genutzt werden
koennte. Er wirft die Frage auf, ob IXI als reine Backupverbindung
genutzt werden kann.

H.Frese weisst darauf hin, dass beim Aufspalten des Verkehrs
in Nord und Sued, wie von R.Volk vorgeschlagen, die Verbindung
Dortmund - Amsterdam unterdimensioniert waere. Die noetige
Konsequenz ist dann diese Leitung in ihrer Kapazitaet zu erhoehen,
was natuerlich mit hoeheren Kosten verbunden ist. Er stellt die
Frage, wer diese Kosten tragen koennte.

R.Volk erwidert auf diese Frage, dass Anteile an dieser Verbindung
durch den DFN-Verein getragen werden koennte.

In der PG wird die Frage aufgeworfen, ob eine Standleitung
Dortmund-DESY zum Austausch von Routinginformationen benoetigt
wuerde.

A.Nipper ist der Meinung, dass eine solche Leitung durch geschicktes
Routing vermeidbar waere. Allerdings ist dann die Verwendung von
Routingprotokollen notwendig.

R.Volk weist daraufhin, dass direkte Verbindungen zwischen den 
Schwerpunkten des deutschen IP-Verkehrs in einigen Faellen sowohl
fuer den nationalen wie den internationalen Verkehr vorteilhaft waeren.
Als Schwerpunkte kommen dabei sowohl die Aufpunkte der
internationalen Leitungen als auch die Anschlusspunkte der vorhandenen
Regionalnetze mit WiN-unabhaengiger Infrastruktur (insbesondere
BelWue, Berliner Verbund) in Frage. Besonders zwischen Regionalnetzen
und internationalen Aufpunkten wuerden das Routing vereinfacht und das
WiN - speziell der WiN-Anschluss des Aufpunktes - entlasten.

A.Nipper erwidert, dass man hier eigentlich nur stufenweise
vorgehen kann und dass die Entwicklung des 2 MB WIN berueck-
sichtigt werden sollte.

M.Bogen stellt die Frage ob man durch Standleitungen zwischen
der Uni Dortmund und DESY tatsaechlich eine Lastreduktion im
WIN erzielen wuerde, da nicht ganz klar ist welchen Anteil die
die Menge der Routinginformationen zum Gesamtverkehrsaufkommen
beitraegt.

A.Nipper entwirft ein zweites Modell, in dem nach den jetzigen
Gegebenheiten eine Aufteilung der IP-Community in Deutschland
nach dem Verhaeltnis von 448/64 auf DESY und Dortmund vorgenommen
werden sollte. Seiner Meinung nach stellt dieser Vorschlag die Loesung
des rein technischen Problemes dar, aber leider nicht die Loesung auf der
politischen Ebene. Wichtig sei aber in jedem Fall, dass europaeische
Netze ueber europaeische Verbindungen erreicht werden.

H.Frese aeussert, dass auch mit diesem Modell kein statisches Routing
moeglich sei, da die Zahl der europaeischen Netze sehr gross ist.
Man muss daher doch wohl auf Routing-Protokolle zurueckgreifen, was
leider den Nachteil des zusaetzlichen Routing-Verkehrs nach sich zieht.
Diese zusaetzliche Belastung ist aber durch Standleitungen zwischen
den IP-Anbietern GMD, XLINK, IPP, DESY und Dortmund vermeidbar.
H.Frese stellt in diesem Zusammenhang die Frage nach der Zahl der IP-
Netze
in  Deutschland.

R.Volk antwortet, dass etwa 120 Netze registriert sind. 25-30 werden
durch die Uni Dortmund versorgt.

C.Kalle meint, dass es offensichtlich wichtig sei bei der
Verteilung von Routing-Information eine Delegation durch-
zufuehren. Daher sind regionale Cluster vorteilhaft. Wegen
der Topologie des WIN sollte man pro X.25 Switch im WIN
(Hannover, Duesseldorf, Augsburg, Mannheim, Berlin) einen
Cluster bilden.

H.Frese stimmt dem zu und bemerkt, dass durch diese zweistufige
Verteilung eine Lastreduktion zu erzielen sei, und die
"europalosen" Anbieter (IPP, GMD, XLINK) besser abgedeckt seien.
Weiterhin ist dieses Verfahren sofort durchfuehrbar und man
benoetigt keine neue Software fuer die Router.

M.Bogen geht noch einmal auf die Verwendung von IXI fuer die
europaeische IP-Anbindung ein. IXI ist zu diesem Zweck nicht
brauchbar. Die Gruende dafuer sind:
- IXI ist zunaechst nur ein Testnetz. Die Finanzierung ueber das
  Ende 91 ist nicht geklaert.
- Die Aussagen und Empfehlungen von RIPE sprechen gegen IXI.
- Das Nikhef hat schlechte Erfahrungen mit IXI berichtet
  (Anzahl Fehlerevents, Verfuegbarkeit).
- Die Leitung vond Duesseldorf nach Amsterdam ist in der
  Bandbreite wesentlich zu gering dimensioniert.

Hier wird noch einmal der von der PG gefasste Beschluss, dass IXI
fuer die europaeische IP-Anbindung nicht geeignet sei bekraeftigt.

P.Merdian spricht sich dafuer aus, dass die jetzt aktiven
IP-Service Provider Daten ueber den Anteil der europaeischen
Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen sammeln sollen. Diese Zahlen
koennen dann Entscheidungsrichtlinien fuer die zukuenftigen
Entscheidungen bilden.

A.Nipper schaetzt, dass etwa 10-20% des Gesamtverkehrs
innereuropaeisch ist.

H.Frese fragt A.Nipper, wie sich XLINK im Zuge einer Vereinfachung
der Leitungstopologie zum Vorschlag einer Standleitung von
Karlsruhe zum DESY verhalten wuerde.

A.Nipper antwortet, dass XLINK mit einer solchen Loesung durchaus
einverstanden waere, wenn die bestehenden Dienste wie bisher weiter
betrieben werden koennten. Allerdings sieht er ein Problem
bezueglich der kommerziellen IP-Teilnehmer, die wohl nicht
den T1 Link des CERN benuetzen duerften.

H.Frese sagt darauf, dass dann zwei Aufpunkte in Deutschland
notwendig sind, von denen einer die Benutzung kommerzieller
Teilnehmer gestatten muss.

F.Hommes meint, dass die Diskussion die Zielrichtung deutlich
aufgezeigt hat:
- Noetig sind weniger, aber leistungsstaerkere Transatlantik-
  verbindungen.
- Noetig sind weniger deutsche Aufpunkte fuer die europaeische
  IP-Anbindung.

M.Bogen regt an, dass die deutschen IP-Anbieter sich mit dem DFN
mit dem Zweck einer vernuenftigen Planung fuer die Zukunft
zusammensetzen solle.

H.Frese weisst darauf hin, dass es sehr schwierig ist
in der ZPL wirkliche Entscheidungstraeger zu finden. In der
Vergangenheit ist dies ein grosses Problem gewesen. Die
Vertreter der ZPL in der PG waeren nicht in der Lage gewesen
in der PG zu konkreten Vereinbarungen beizutragen. Offensichtlich
sei die Aufgabenverteilung in der ZPL auch nicht vernuenftig
geregelt.

Die weitere Diskussion wird an dieser Stelle abgebrochen und es
werden folgende Beschluesse gefasst:

- Die PG unterstuetzt eine wesentliche Vereinfachung der
  der Topologie der internationalen Anbindung der deutschen
  IP-Netze.
  Darueberhinaus sollen auf der nationalen Ebene regionale
  IP-Cluster gebildet werden, die fuer die nationale Anbindung
  an die IP-Anbieter Uni Dortmund und DESY zustaendig sind.
- Bis zum 05.04.91 treffen sich die IP-Anbieter IPP Garching,
  XLINK, GMD, Uni Dortmund und DESY und erarbeiten Vorschlaege
  fuer eine zukuenftige Topologie des IP-Netzes in Deutschland.

T3: Diskussion ueber die verfassten Papiere laut Sitzung vom 21.01.91

Zunaechst wird festgestellt, dass zum Problemkreis
dynamisches Routing keine Ergebnisse vorliegen, wie auch aus
den vorhergehenden Diskussionen deutlich wird.

Die vorliegenden Entwuerfe fuer die NIC bzw. NOC Requirements
sind sehr aehnlich.

F.Hommes sagt, dass man die NOC Requirements auf dem Hintergrund
der Vorhaben der GMD gesehen habe.

Die PG befuerwortet, dass eigentlich keine Trennung zwischen
NIC oder NOC, sondern eher zwischen den Anbietern vorgenommen
werden sollte. Es gilt der Grundsatz:
- Jeder Anbieter hat ein NOC zu fuehren.
- Es gibt ein einheitliches NIC fuer alle IP-Netze in Deutschland.

Das NIC umfasst traditionell Nameserverdienste und die
Registration neuer IP-Netze und Domainnamen.

Im diesem Zusammenhang tritt wegen des Nameserverdienstes die
alte Frage auf wo das NIC betrieben werden soll.

R.Volk bekraeftigt noch einmal, dass die Uni Dortmund nicht
bestrebt ist die von ihr gefuehrten NIC Dienste nach Berlin
in die ZPL zu ueberfuehren.

J.Rauschenbach moechte hingegen gerade diese Migration diskutieren.
Dies wird kategorisch durch die PG abgelehnt, da es zu diesem
Punkt einen eindeutigen Beschluss auf der Sitzung am 21.01.91 gab.

R.Volk erklaert, dass er versucht habe der ZPL diesen Sachverhalt
klar zu machen.

Die PG fasst den Beschluss:

Fuer die Gesamtheit aller IP-Netze in Deutschland und die
Administration der DE-Domaene soll es ein einheitliches NIC
geben.

P.Mies bemerkt, dass wegen der Trennung von NIC und NOCs eine
klare Aufgabenteilung zwischen diesen vorgenommen werden muss.

Die PG bearbeitet die vorbereiteten Papiere. Diese werden in
einigen Punkten modifiziert. Fuer den genauen Wortlaut wird auf
diese Papiere verwiesen. Zusammengefasst sind folgende Aenderungen
fuer die Requirements von NIC und NOC vorgenommen worden:

NIC:
 - Das NIC verwaltet die Datenbank des 188.1.0.0 Netzes.
 - Das NIC vergibt Adressen fuer IP-Netze, es vergibt
   Domaenennamen und Routeradressen im 188.1.0.0 Netz.
 - Das NIC stellt Informationen ueber Tools und Informationen
   ueber Inhalte weiterer Server zur Verfuegung.
 - Die Angaben ueber die Ausstattung des NICs werden
   erweitert. Das NIC unterstuetzt mindestens SMTP und FTP
   als Mail- bzw. Filetransferdienst. Weiterhin werden
   Aussagen ueber die Dienstguete der NIC-Funktionen aufgenommen.

NOC:
 - Das NOC verwaltet eine Mailingliste fuer die Anwender, die
   durch das NOC betreut werden.
 - Das NOC erstellt Statistiken ueber den Betrieb des von ihm
   betriebenen Netzes. Diese Statistiken werden dem NIC zur
   Verfuegung gestellt.
 - Das NOC kooperiert mit dem NIC.

Die PG diskutiert das vorbereitete Papier der Router-Requirements.
Es werden folgende Aenderungen vorgenommen:

 - Ein Telnet Zugang sollte zumindest vom Netz 188.1.0.0
   moeglich sein. Weitere Zugangsmoeglichkeiten werden
   den lokalen Administratoren anheim gestellt, aber nicht
   gefordert.

 - Das Router-Requirement wird erweitert durch zusaetzliche
   Hinweise fuer die Konfiguration durch die lokalen
   Administratoren.

A.Nipper wird zusammen mit der Gruppe der Bearbeiter ein erweitertes
Router Requirement Papier erstellen.

Die Diskussion des Dokumentations-Requirements wird auf die naechste
Sitzung verschoben.

T4: Fortfuehrung der Action Item Liste

Die Action Item Liste wird erweitert durch:

A.Nipper und A.Clauberg erstellen ein Papier ueber die Konfiguaration
eines Domain-Name-Servers bis zum 05.04.91.

R.Volk stellt die Problematik des dynamischen Routings bezogen auf
die deutsche Situation bis zum 05.04.91 dar.

Wie unter T1 beschlossen werden die verschiedenen DE-Zonen bis zum
28.04.91 zusammengefuehrt.

Wie unter T2 beschlossen nehmen die verschiedenen IP-Anbieter bis
zum 05.04.91 Verhandlungen ueber die Zukunft der IP-Dienste in
Deutschland auf.
Die GMD wird zu diesem Treffen einladen.

T5: Arbeiten in Gruppen

Entfaellt wegen Zeitmangel.

T6: Verschiedenes

Die naechste Sitzung findet am 29.04.91 um 11.00 ct. in
Koeln statt. Zu ihr wird noch gesondert eingeladen.

-- 
Claus Kalle, University of Cologne              i   i
Regional Computing Center                       M   M  The
System Software and Networking Dept.            M   M    Cologne
E-Mail: a0061@rrz.Uni-Koeln.DE                 /I\ /I\     Cathedral
Phone: +49 221 478 5580                        MIIIIII
Fax:   +49 221 478 5590                        MiMiMiM
Snail-Mail: Robert-Koch-Str. 10, 5000 Koeln 41 MIMiMiM  Germany
Technical Details
Message-ID: <9105020731.AA197127@aix370.rrz.Uni-Koeln.DE>
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From: a0061@AIX370.RRZ.UNI-KOELN.DE (Claus Kalle)
Newsgroups: dnet.inet
Subject: Protokoll der WiN-IP Planungsgruppensitzung vom 4.3.91 (Bonn)
Message-ID: <9105020731.AA197127@aix370.rrz.Uni-Koeln.DE>
Date: 2 May 91 22:47:13 GMT
Organization: The Internet
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