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Article #321Re: IP-Router: Empfehlungen gesucht
From: Toerless Eckert
Date: Tue, 18 Jun 1991 16:53
Date: Tue, 18 Jun 1991 16:53
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> Ich suche Erfahrungsberichte mit Cisco-, Proteon- und Wellfleet-Routern. > (Gibt es noch andere wichtige Hersteller?) Besonders interessieren mich > Kommentare zu Zuverlaessigkeit, einfacher Konfigurierbarkeit, > Unterstuetzung durch den Vertrieb, Software-Updates. Andere Hersteller: 3Com Distributor z.b. Wetronic, Ascom ACC Distributor z.b. Wetronic Network Systems Direktvertrieb Schneider & Koch Mehr fallen mir im Moment nicht ein. > Wir planen, eine Bridge zu ersetzen und so unser Subnetz (ca. 25 > Rechner, vorwiegend Sun-Workstations) durch einen Router vom Backbone zu > trennen. > Minimal-Anforderungen: > 1) 2 Ethernet-Interfaces > 2) IP-Routing > 3) RIP > 4) Standalone-Betrieb (kein Booten von einem Server beim Start noetig) > und wuenschenswert: > 5) Sperren von Verbindungen fuer einzelne Hosts/Ports moeglich > 6) in Zukunft auch Verwendung anderer Routing-Protokolle neben RIP > moeglich (IGRP? OSPF?) Wenn Sie den Router nur im lokalen Netz einsetzen wollen, d.h. keine Fernferbindungen ueber X.25 oder HfD Leitungen, dann haben Sie eigentlich keine grossen Probleme und koennen so gut wie alles kaufen, da hier die Funktionalitaet im Grundbereich ziemlich identisch ist, d.h. die Anforderungen 1-6 erfuellt Ihnen jeder Router. Zum zukuenftigen Routingprotokoll kann man wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlickeit sagen, dass sich hier OSPF durchsetzen wird, da dies bereits bei vielen Herstellern entweder angekuendigt, oder bereits auf dem Markt ist. Ungeklaert ist im Moment dabei noch das Problem, wie man OSPF und RIP zusammen in einem Netz zweckmaessig laufen laesst, was die Einfuehrung von OSPF wohl hinauszoegern duerfte (im eigenen Netz), wenn man noch Workstations hat, die als Router fungieren. Inwieweit OSPF fuer Workstations kommt, ist nicht so recht abzusehen, weil dazu im Betriebsystem der Workstations 2 Eigenschaften gefordert sind, die bis jetzt die wenigsten Hersteller bieten: - IP Multicast Moeglichkeit - Variabel lange Subnetzmasken (evtl. verzichtbar). Ansonsten waere OSPF schon sehr interessant, gerade, wenn man redundante Pfade im Netz hat, weil es erheblich besser als RIP mit Fehlersituationen zurechtkommt - dazu gibt es auch interessante Reviews in gedruckter Form. IGRP ist ein Protokoll von Cisco, das auch in Zukunft nur auf Cisco Routern existent sein wird, ( = kdv). Die Punkte, wo die Router anfangen sich zu unterscheiden sind etwa: - Wie flexibel sind Routingfilter. - Wie bequem laesst sich der Router konfigurieren. - Wie gut laesst sich die Arbeit des Routers debuggen. - Wenn gewuenscht: Wie laesst sich der Router aufruesten. Wie gesagt, Ihre Anwendung stellt keine grossen Anforderungen, schwierig wird es erst, wenn man mehrere Router braucht, insbesondere mit X.25 oder HfD Verbindungen dazwischen, weil da doch die Funktionalitaet schon mehr auseinandergeht. Es ist wohl auch sinnvoll, sich nicht von 6 verschiedenen Herstellern Geraete ins Haus zu stellen, da das zuviel Arbeits - und Einlernaufwand bedeutet, aber falls Sie nicht gedenken, das Geraet als Einstieg in eine groessere Menge zu nehmen, koennen Sie wahrscheinlich recht erfolgreich einfach nach dem Preis kaufen. Mit der Bequemlichkeit des Routers ist das auch so eine Sache - das ist eher eine Philosophie, als eine exakte Wissenschaft: Bei einer Art Geraete koennen Sie ohne ein Handbuch nichts anfangen, weil der Router ihnen keinen Hinweis gibt, was man alles konfigurieren kann, dafuer aber koennen Sie interaktiv und im Betrieb die Konfiguration zeilenweise aendern, und die Konfiguration auch bequem extern auf einem Rechner erstellen und dann per Filetransfer auf den Router laden, und dort im NVram absichern, so dass die Maschine beim Booten von nichts abhaengig ist. Bei der zweiten Art von Geraeten, die ich kenne, kommen Sie schon ziemlich weit ohne Handbuch, d.h.: beim Konfigurieren koennen sie erfahren, was fuer Kommandos es gibt, und was fuer Optionen die Kommandos haben. Dafuer wird dann die Konfiguration auch immer gleich auf einer lokalne Floppy gehalten, statt im NVram, und man kann die Konfiguration auch nicht vom Rechner runterladen, und die Floppy ist auch nirgendwo als auf dem Router lesbar. Die Moeglichkeit, im Betrieb die Konfiguration zu aendern ist hier allerdings auch vorhanden. Bei der dritten Art Geraeten gibt es ein Super-Duper Menuesystem wo Sie die Konfiguration fast im Schlaf eingeben koennen, und abgesehen von einigen Grundbegriffen (so Sie sich in der Materie ein wenig auskennen) das Handbuch garnicht brauchen). Dafuer muss mann dann aber auch den Router bei jeder Aenderung neu booten, was das Netz erstmal fuer 2-3 Minuten lahmlegt, und die Konfigurationsdatei wird auf einer Diskette abgespeichert - diesmal im MS-DOS Format, was schon sehr hilfreich ist. Per tftp kann man die Konfiguration auch von und zum Rechner transportieren, sieht dann aber nur noch eine wilde Menge von Zahlen, d.h.: mit der Hand edieren ist ziemlich sinnlos. Es kommt also darauf an, was fuer sie am wichtigsten ist. > Eine Alternative waere es, eine vorhandene Sun SPARCstation mit einem > zweiten Ethernet-Interface auszuruesten. Diese Loesung erfuellt aber > Anforderung 5) nicht, und ein fuer die Workstation sinnvoller Aufstellungsort > fuehrt zur Ueberschreitung der maximal zulaessigen Transceiverkabellaenge. Darueber koennen Sie dann aber nicht mehr bridgen oder andere Protokolle als IP routen (im Prinzip jedenfalls). Das billigste, was ich im Moment als Router kenne ist ein Router mit genau 2 Ethernet Interfaces und kostet etwa 6KDM, kann genau IP routen und RIP, ansonsten Bridging und filtern und SNMP - ob das allerdings zukunftsicher ist (OSPF), ist die Frage. Ansonsten liegen Router mit genau 2 Ethernets bei etwa 10-12 KDM. Die Geraete sind dann aber nicht mit weiteren Ethernets erweiterbar.
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