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Article #364

Protokoll der WIN-IP-Planungsgruppensitzung vom 21.1.91 (Koeln)

#364
From: Claus Kalle
Date: Thu, 21 Mar 1991 13:55
513 lines
24421 bytes
Liebe KollegInnen,
wie letzte Woche auf der 12. Betriebstagung versprochen, hier das Protokoll
des Treffens der Planungsgruppe im Januar. Es sind Ueberlegungen im Gange,
Papiere zur IP-Koordination in Deutschland per anonymous ftp
bereitzustellen (Protokolle, Requirements, Dokumentation etc.). Ich werde
Sie demnaechst weiter informieren.
Viele Gruesse
Claus Kalle
------ snip ------
(`="Umlaut")
Protokoll der Sitzung der WIN-IP-Planungsgruppe am 21.01.91 in K`oln

Protokollf`uhrer: J. Klein`oder, Uni Erlangen

Teilnehmer:
    J`urgen Klein`oder,	Uni Erlangen, 	<kleinoeder@informatik.uni-erlangen.de>
    Toerless Eckert,	Uni Erlangen, 	<eckert@informatik.uni-erlangen.de>
    Axel Clauberg, 	Uni K`oln, 	<clauberg@rrz.Uni-Koeln.de>
    Willi Porten, 	GMD, 		<porten@dbngmd21.bitnet>
    Claus Kalle,	Uni K`oln,	<a0061@rrz.Uni-Koeln.de>
    Gerd Beling,	FGAN-FFM,	<bel@rufsun7.ffm.fgan.de>
    R`udiger Volk,	Uni Dortmund,	<rv@informatik.uni-dortmund.de>
    Paul Mies,		GMD,		<mies@gmdzi.gmd.de>
    Frank Klapper,	Uni Bielefeld,	<uhrza053@dbiuni11.bitnet>
    Ferdinand Hommes,	GMD,		<hommes@dbngmd21.bitnet>
    Andreas Schachtner,	Uni Dortmund,	<afs@germany.eu.net>
    Hans J`urgen F`arber, FHG-Karlsruhe,<fae@fhg.de>
    Manfred Bogen,	GMD,		<mabogen@dearn.bitnet.dbp.de>
    Arnold Nipper,	XLINK,		<nipper@ira.uka.de>
    Ulrike Dillmann,	BelW`u,		<dillmann@rus.uni-stuttgart.dbp.de>
    Lutz Brunke,	DKRZ Hamburg,	<brunke@dkrz-hamburg.dbp.de>
    Hans Frese,		DESY,		<F58FRE@DHHDESY3.bitnet>
    Gerald Timmer,	Uni Osnabr`uck,	<GTIMMER@DOSUNI1.bitnet>


Tagesordnung:
    T0: Stand des GMD-Auftrags, Situation bei Dortmund und EASInet
    T1: Selbstverst`andnis der WIN-IP-PG
    T2: Protokoll der letzten Sitzung im Dezember in Berlin
    T3: Erstellung einer Action-Item-Liste
    T4: welche Arbeiten sind in Angriff zu nehmen
    T5: Sonstiges


T0: Bericht der Uni Dortmund
    R`udiger Volk berichtet `uber die Verhandlungen mit der
    Gesch`aftstelle des DFN kurz nach der letzten Sitzung der PG.

    - von Dortmunder Seite gibt es keine Zusage gegen`uber dem DFN,
      da`s der DFN-Verein sp`ater etwas `ubernehmen w`urde - Dortmund
      hat lediglich die Zusage gegeben, da`s der bisherige Betrieb
      weitergeht.
    - Dortmund ist bei richtiger Finanzierung bereit, den derzeitigen
      Dienst zu verbessern und hat Herrn Maass angeboten die
      NIC-Funktion f`ur das deutsche IP  fortzuf`uhren und auszubauen.
    - Dortmund hat keine Einw`ande, Mitarbeiter des DFN in Dortmund
      naeher mit der Taetigkeit vertraut zu machen.
    - die derzeitigen Absprachen beziehen sich jetzt auf 6 Monate und
      sind mit 3-monatiger Vorank`undigung verlangerbar - in dieser
      Zeit besteht die M`oglichkeit das weitere Vorgehen zu kl`aren,
      ohne das es zu Betriebseinschr`ankungen gegen`uber bisher kommen
      mu`s.
    - einige bisher von der Uni Erlangen betreute Funktionen sind
      jetzt verwaist (z.B. die Unterst`utzung bei der Installation von
      Routen `uber die Garchinger Leitung), Dortmund sieht aber nicht
      ein, diese Dienste zu `ubernehmen 

      - Herr Klein`oder meint dazu, da`s die Uni Erlangen aufgrund der
        aktuellen Personal- und Betriebssituation auf keinen Fall in der
        Lage ist, diese Dienste auch nur vor`ubergehend weiterzuf`uhren
      - Herr Mies wirft ein, da`s er zu diesem Punkt sp`ater noch etwas
        berichten m`ochte (siehe im Protokoll weiter hinten)

    - Dortmund sieht jetzt die M`oglichkeit zur Verbesserung der
      Betriebssituation auch zus`atzliche Maschinen bereitzustellen. In
      absehbarer Zeit ist dadurch eine wesentliche Verbesserung zu
      erwarten.

    Zur Frage einer `Ubernahme der Nameserverfunktionen durch den DFN
    kommt nochmals Diskussion auf:
    - Herr Nipper erwartet eine `Au`serung von Dortmund, da`s nicht
      daran gedacht wird, die Nameserverfunktionen an die
      Gesch`aftsstelle des DFN abzugeben
    - R`udiger Volk dazu: ich habe gegen`uber Herrn Maass ge`au`sert,
      da`s eine `Ubergabe nur im Konsens mit der IP-Community in
      Deutschland erfolgen kann!
    - Ferdinand Hommes fragt nach der rechtlichen Situation der
      Angelegenheit
    - R`udiger Volk: Derzeitig ist Dortmund die Nameserver-Authority.
      Normalerweise f`uhrt das NIC nur mit Einverst`andnis des derzeitigen
      Nameserver-Autorit`at `Anderungen durch.
      In einem Gespr`ach mit dem RIPE-Vorsitzenden, hat ihm dieser
      berichtet da`s die Amerikaner generell gro`sen Wert darauf legen,
      sich nicht in ausl`andische Streitf`alle zu verwickeln (was das IP
      betrifft!). RIPE unterst`utzt diese Einstellung. In einem Fall in
      Europa wurde eine Verlagerung des Nameservers zu einer
      "offizielleren" Stelle abgelehnt, weil der bisherige Betrieb
      anstandslos funktioniert hat.
    - J`urgen Klein`oder meint dazu: Der DFN sieht momentan wohl auch
      nicht recht ein, da`s er ja nur eine der IP in Deutschland
      betreibenden Gruppen vertritt - der Nameserver aber ja f`ur alle
      gemeinsam existiert.
    - R`udiger Volk: Ja - und das Argument, da`s es sich um eine
      hoheitliche Aufgabe handelt ist auch nicht sehr stichhaltig - in
      den USA wird der Nameserver-Betrieb auch `uberall an
      Betriebsorganisationen `ubergeben.


T0: Bericht der GMD
    Manfred Bogen wird als Leiter des Projektes bei der GMD
    vorgestellt, das u. a. die IP-Dienste anbieten wird.

    Manfred Bogen berichtet kurz `uber die historische Entwicklung:
    - 02/90 erfolgte eine Ausschreibung des DFN f`ur IP und andere
      Relays
    - die GMD hat eine Angebot dazu abgegeben, die Dienste in
      Zusammenarbeit mit DEC und der Uni Dortmund zu betreiben
      (der IP-Dienst sollte dabei von der Uni Dortmund angeboten
      werden)
    - 04/90 wurde diese Aussschreibung aufgehoben, weil keiner der
      Anbieter den formalen Kriterien gen`ugt hat und/oder alle
      ausgeschriebenen Dienste angeboten hat.
    - danach hat sich eine Weile erst mal nichts getan
    - der DFN trat dann mit dem Wunsch an die GMD heran, da`s die GMD
      auch den Betrieb des IP-Gateways `ubernehmen soll
    - am 30.11.90 hat der DFN der GMD dann mitgeteilt, da`s die GMD
      nur den operationellen Teil des IP-Dienstes `ubernehmen sollte,
      der Namerserver soll aber von der Gesch`aftstelle des DFN selbst
      `ubernommen werden
    - Anfang 01/91 hat die GMD einen Letter of Intent vom DFN
      erhalten, den IP-Gateway-Dienst zu `ubernehmen.  Ein Vertrag, bzw.
      auch nur eine erste Vertragsversion liegen aber noch nicht vor.
    - f`ur den IP-Gateway soll eine 128kb-Leitung von Princeton nach
      St. Augustin geschaltet werden

    Paul Mies berichtet zum letzten Stand `uber die neue
    Transatlantik-Leitung: am 01.03 kann MCI auf amerikanischer Seite
    den Carrier zur Verf`ugung stellen. MCI hat aber von deutscher 
    Seite (Telekom) bisher noch keine Reaktion.

    Manfred Bogen: bei der ZPL sind die Antragsformulare
    eingetroffen, gehen von dort weiter an die GMD und dann zur Post
    - d.h. es wird noch einige Verz`ogerungen geben.

    Claus Kalle fragt nach der technischen Seite des Betriebs
    (Ger`ate). Bis 15.1.91 hatte die WIN-IP-PG ja den DFN-Vorstand
    aufgefordert, einen Vertragsentwurf vorzulegen.

    Paul Mies meint dazu, da`s aufgrund des LoI Stellenausschreibung
    und Beschaffungen durch die GMD schon mal in die Wege geleitet
    wurden. Nachdem es sich bei den Mitteln f`ur dieses Projekt um
    Drittmittel handelt und diese von der Ausgabensperre beim BMFT
    nicht betroffen sind k`onnte das auch relativ schnell gehen.

    Manfred Bogen: Projekt-Personal f`ur den Betrieb des DFN-IP-Dienstes ist
    bei der GMD nat`urlich noch nicht vorhanden. Es wurde aber innerhalb
    der GMD eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die sich aus Mitgliedern
    der GMD-internen IP-Verwaltung und der EASInet-Verwaltung
    zusammensetzt. Die AG soll eine schnelle Betriebsaufnahme
    erm`oglichen.
    Er glaubt au`serdem, da`s der bisher von der IP-Planungsgruppe
    geplante Termin f`ur einen Vertragsabschlu`s zwischen dem DFN und
    der GMD - der 12/13.02.91 - nach seinen Erfahrungen aus der
    Vergangenheit bestimmt utopisch ist. Die GMD tritt aber auch ohne
    Vertrag erst einmal in Vorleistung - nach dem LoI wird der DFN
    diese Vorleistungen auch in dem Fall, da`s es nicht zu einem
    Vertragsabschlu`s kommen w`urde honorieren.

    Manfred Bogen berichtet au`serdem, da`s es bisher im Vorfeld der
    Vertragsverhandlungen noch kein gemeinsames Verst`andnis `uber
    den Dienstumfang f`ur IP-Management zwischen GMD und DFN gibt.

    Toerless Eckert fragt nach einem Zeitpunkt, bis zu dem mit einer
    ersten Betriebsbereitschaft  bei der GMD zu rechnen ist.

    Paul Mies: zuerst wird die GMD einen Start mit vorhandenem alten
    Equipment versuchen. Es wird aber eine gute Trennung zwischen dem
    DFN-Projekt und anderen Diensten der GMD angestrebt

    Paul Mies berichtet weiter `uber eine Telefonat mit Herrn Hackl
    vom IPP in Garching zur Verwaltung der Garchinger Leitung: Herr
    Hackl sieht demnach eine gute Chance, da`s die Leitung auch
    zuk`unftig erhalten bleibt. Das IPP k`onnte dann seine Rolle als
    Service-Point am Ende der Leitung beibehalten. Herr Hackl m`ochte
    dann in Zukunft an den Besprechungen der WIN-IP-PG auch teilnehmen

    Toerless Eckert fragt dazu, wer die administrativen Aufgaben - 
    z.  B. Netze in den USA anmelden - `ubernehmen wird

    Paul Mies: aus Termingr`unden wurde zu diesem Punkt bislang nicht
    unternommen - es mu`s jetzt aber kurzfristig etwas getan werden.
    Er meine schon, da`s die GMD da einspringen mu`s.

    Zu einem sp`ateren Zeitpunkt der Sitzung fragt J`urgen Klein`oder
    noch einmal nach der Unterst`utzung f`ur den Betrieb der
    Garchinger Leitung, nachdem die Uni Erlangen hier ja nicht mehr in
    der Lage ist t`atig zu werden

    Paul Mies antwortet darauf, da`s die GMD diese Frage kl`aren werde.



T0: Situation bei EASInet
    Willi Porten berichtet, da`s das EASInet-Projekt bei der GMD unabh`angig
    von DFN durch IBM finanziert und organisiert ist, da`s man aber innerhalb
    der GMD eine gemeinsame IP-Management-Gruppe mit Personal aus EASInet,
    DFN und GMD-Vernetzung etabliert hat.
 

    Dezeitiger Stand: das Netz steht. Seit 03/90 existiert ein T1-Link
    vom Cern in die USA. Die EASInet-Verwaltung steht in enger
    Kooperation mit ihren Kolegen bei MERIT in den USA. In Deutschland
    wurde erst in letzter Zeit ein 768kb-Link vom DESY zum Cern in
    Betrieb genommen. Dieser Link kann von all den Netzen genutzt
    werden, die einen Sponsor unter den EASInet-Mitgliedern (RWTH Aachen,
    Uni Braunschweig, GSI Darmstadt, DESY Hamburg, KFK Karlsruhe)
    haben. Bei der Anmeldung neuer Netze (die noch keine
    USA-Verbindung haben) gibt es derzeit Verz`ogerungen, weil die
    Amerikaner alle Antr`age beim DFN r`uckfragen (1 -2 Monate).
    F`ur Netze, die bereits bisher USA-Zugang haben, ist lediglich eine
    `Anderung des Routings notwendig.

    Toerless Eckert fragt nach der EASInet-Politik f`ur die
    Genehmigung einer Netz-Mitbenutzung

    Willi Porten: Sobald eine deutsche EASI-Net-Site das Sponsoring
    `ubernimmt, beantragt die GMD den Zugang in den USA.

    Claus Kalle: Gibt es auch Sponsoring ohne da`s die IP-Absichtserkl`arung
    beim DFN abgegeben wurde.

    Gerald Timmer: Ja - bei uns wurde das gemacht.



T1: Diskussion zum Selbstverst`andnis der WIN-IP-PG

    Die Diskussion ergibt folgende Aussagen und Ergebnisse

    Interessanterweise hat kein Mitglied der ZPL es f`ur
    notwendig gefunden hat, an dieser Sitzung teilzunehmen.

    In der letzten Sitzung hat die Planungsgruppe eine
    schriftliche Stellungnahme des DFN-Vorstands zu den Forderungen
    der PG erbeten - dies ist nicht erfolgt.

    Das Protokoll dieser Sitzung soll auch direkt an die Mitglieder des
    DFN-Vorstand gesendet werden

    In der Diskussion kommt die Frage auf, inwieweit handelt die Gruppe aus 
    Eigeninteresse und inwieweit im Auftrag des DFN.

    Das Selbstverst`andnis der Gruppe wird folgenderma`sen zusammengefa`st:
    - Vor etwas `uber einem Jahr hat der DFN-Vorstand angek`undigt eine
      solche Gruppe zu initiieren, daraus folgte dann das erste Treffen
      am 03.11.89 in bei der FHG in Karlsruhe.  
    - Die Gruppe w`are aufgrund der Notwendigkeiten Ende 89 auch sonst 
      entstanden.
    - Der Anspruch der Gruppe kann aber so formuliert werden: der 
      DFN-Verein hat uns eingeladen im Bereich "Planung des Betriebs von 
      Internet-Protokollen im WIN" beratend t`atig zu sein.  
    - Die PG kann aber nicht zur Leistung betrieblicher und administrativer 
      Aufgaben gedacht sein - wie es aber bisher  in Ermangelung
      anderer Institutionen teilweise notwendig war.
    - Eine weitere wichtige Aufgabe der PG ist au`serdem, die
      Koordinierung der verschiedenen IP-Anbieter in Deutschland (DFN,
      XLINK, EUNET, EASInet, IPP) - also integrierend `uber den DFN
      hinaus zu wirken.  Diese Koordinierung ist eine absolut
      notwendige Aufgabe.  Es gibt derzeit kein anderes Gremium als die
      PG, das dies leisten k`onnte.
    - Nachdem der DFN-Verein den Anspruch erhebt, die Hoheit `uber
      die IP-Koordniation in Deutschland zu haben. mu`s er das auch
      koordinieren - hierf`ur ben`otigt er die PG.

    Der DFN sollte die Arbeit der PG mehr als bisher anerkennen.
    Schlie`slich sind in der PG Personen vertreten, die mit als erstes
    in Deutschland IP-Netze im WAN-Bereich betreiben und zu den
    gr`o`sten Know-How-Tr`agern auf diesem Gebiet geh`oren. Diese
    Personen opfern wertvolle Zeit f`ur die Sitzungen der
    Planungsgruppe und k`onnen damit auch erwarten, da`s diese Arbeit
    zumindest anerkannt wird - und das Empfehlungen nicht einfach
    ignoriert werden, wenn sie nicht genehm sind.

    Der DFN w`are ohne eine Koordinierung des IP-Verkehrs im WIN (eine
    der wesentlichen Leistungen der PG im letzten Jahr) von Anfang an
    auf keinen Fall ausgekommen (siehe z.B. die Probleme mit dem
    Doppelverkehr u. `a.).

    Bei dieser Gelegenheit kommt nochmals die Diskussion auf, wer denn
    eigentlich in der PG teilnehmen kann und soll. Dabei wird auf
    einen Beschlu`s in einer fr`uheren Sitzung hingewiesen, da`s die
    Gruppe nicht beliebig erweitert werden soll, sondern sich auf
    folgenden Personenkreis beschr`anken soll:
      - Vertreter regionaler Netze + wenige Ausnahmen
      - Vertreter von IP-Dienst-Anbietern
    Damit soll eine m`oglichst effiziente Arbeit in nicht zu gro`sem
    Kreis erm`oglicht werden.

    Die PG bittet den DFN-Verein nochmals um eine offizielle
    Anerkennung:  
    Sollte vom DFN-Vorstand keine Reaktion kommen, wird die PG ihr
    Anliegen auf der n`achsten Mitgliederversammlung vortragen.
    Die PG wird ihre Arbeit aber unabh`angig davon auf jeden Fall 
    fortsetzen.



T2: zum Protokoll der letzten Sitzung in Berlin

    nachdem von den Kollegen der ZPL uns kein Protokoll vorgelegt
    wurde, wurde versucht, die wichtigen Punkte aus den Mitschriften
    der PG-Mitglieder zu rekonstruieren. Zentrales Thema waren die sog.
    4 Punkte an den DFN-Vorstand. Die Punkte werden einzeln diskutiert:

    1. bis zum 15.01.91 mu`s eine Entscheidung getroffen werden, die
       den mit dem Betrieb des DFN-IP-Gateways Beauftragen
       handlungsf`ahig macht.

    Paul Mies sagt hierzu, dieser Punkt sei durch den LoI von Anfang
    Januar erf`ullt

    2. (entsprechend dem Brief von Claus Kalle an die PG vom 07.01.91)
       Die PG lehnt die Einrichtung eines Nameservers bei der ZPL
       wegen Zweifeln an der fachlichen Kompetenz des dortigen
       Personals zur Zeit und weiterhin aus Netztopologiegr`ungen ab.
       Vielmehr sollte diese Aufgabe im Rahmen des vom Vertragspartner
       zu betreibenden NIC/NOC wahrgenommen werden.

    nach kurzer Diskussion verst`andigt sicht die PG darauf, diese
    Aussage so aufrecht so erhalten. Selbst wenn einzelne
    DFN-Mitarbeiter sich das Know-How in Dortmund erwerben, ist bei
    der Gesch`aftstelle eine Betriebsform, die zuverl`assig genug ist
    nicht zu erwarten.

    3. der Betreiber des DFN-Gateways mu`s mit den anderen
       Dienst-Anbietern in Verhandlungen treten, um eine gute
       Koordinierung der Dienste zu erreichen (Beispiel: es macht
       keinen  Sinn, wenn sich ein DFN-IP-Kunde seine news aus den USA
       holt, blo`s weil er in Dortmund etwas daf`ur zahlen mu`s -
       das mu`s zwischen DFN-IP und Dortmund geregelt werden, um den
       unn`otigen Transatlantikverkehr von vorneherein zu vermeiden)

    dieser Punkt kann noch nicht beurteilt werden, weil solche
    Verhandlungen noch nicht stattfinden konnten. Die Notwendigkeit
    wird von der PG nochmals unterstrichen.

    4. Der DFN-Vorstand informiert die Mitglieder der PG schriftlich
       `uber seine Entscheidung zu diesen Punkten.

    Die PG stellt mit Bedauern fest, da`s keines der Mitglieder Post
    bekommen hat.

    Hans Frese bemerkt, da`s ein wichtiger Punkt der Sitzung im
    Dezember total vergessen wurde: 
    damals hat die PG festgestellt, da`s es vermutlich nicht ausreichen
    wird, wenn die IP-Dienst-Anbieter in Deutschland nur `uber WIN
    miteinander verbunden sind, sondern da`s `uber HFD-Leitungen
    nachzudenken ist.




T3: Welche Aktionen sind als n`achstes notwendig?

    1. Erstellen einer NIC-Requirement-Liste.
       Koordinierung:  Arnold Nipper
       Mitarbeit: Manfred Bogen, R`udiger Volk, Claus Kalle, Axel Clauberg
       Fertigstellung: 04.02.91

    2. Erstellen einer NOC-Requirement-Liste.
       Koordinierung: 
       Mitarbeit: GMD/EASInet, Unido, XLINK
       Fertigstellung: 18.02.91

    3. dynamisches Routing
       in der vorletzten Sitzung hat J`urgen Klein`oder angeboten,
       da`s Toerless Eckert gemeinsam mit einigen anderen Mitgliedern
       erste EGP-Test fahren wird. Erste Tests zwischen Dortmund und
       Erlangen vor der Sitzung der PG im Dezember haben gezeigt, da`s
       es sehr viel gr`o`sere Probleme als urspr`unglich erwartet
       gibt.
       R`udiger Volk meint, um die Probleme in den Griff zu bekommen,
       sei ein Klausur-Treffen (2 - 3 Tage) einiger Experten - unter 
       Einbeziehung eines Experten der Fa. Cisco -  notwendig.

       Als Teilnehmer an dieser Klausrtagung werden Michael Ernst
       (DESY), R`udiger Volk, Willi Porten und Arnold Nipper
       festgelegt. Toerless Eckert bedauert, derzeit aus terminlichen
       Gr`unden nicht in der Lage zu sein, daran teilzunehmen.

       Als Punkte f`ur die Klausurtagung nennt R`udiger Volk:
       - Kl`arung: was ist an nationaler Routen-Verteilung machbar
       - wie ist die administrative und routen-technische Organisation
         (Abstimung mit dem RIPE-Backbone)
       - wie kann man die Verteilung der Routen in Deutschland
         (Diffusion) organisieren
       - Ergebnisse der Klausur: was ist derzeit `uberhaupt m`oglich

       Der Termin der Klausur soll innerhalb der n`achsten Woche
       festgelegt werden.

    4. Dokumentations-Requirements
       (es soll eine `Ubersicht `uber notwendige Dokumentation
       erstellt werden - nicht jedoch die Dokumentation selbst - das
       `ubersteigt derzeit die Kapazit`at der PG-Mitglieder)

       Koordiniation: Ulrike Dillmann
       Mitarbeit:  alle anderen PG-Mitglieder liefern Stichpunkte
       Termin: 04.02.91

       - IP im WIN (Definition von VFRs, etc - etwa analog zu den
         Folien von J`urgen Klein`oders Vortrag auf der DFN-BT 06/90)

       - Domain-Name-Service 

       - deutsche IP-Map
	 
       - Router-Requirements 
	 Koordination: Arnold Nipper
	 Mitarbeit: Frank Klapper, Lutz Brunke, Gerald Timmer
	 Fertigstellung: 18.02.91


zus`atzlicher TOP:
    es kommt die Frage auf, wer die in T3 genannten Termine
    koordiniert und wer nach au`sen in Zukunft als Sprecher der PG
    auftritt - bzw. ob so etwas notendig ist.

    Es wird Claus Kalle f`ur diese Amt vorgeschlagen.
    Der Vorschlag trifft auf allgemeine Zustimmung.

    Claus Kalle nimmt an, jedoch mit der Bitte, da`s diese Funktion
    nicht zu erh`ohter Arbeitsbelastung f`uhren darf.


T4:
    einziger Punkt, welche Arbeiten kurzfristig zu erledigen sind:
    EASInet, XLINK und unido m`ussen sich koordinieren, welche Netze
    in welche Router eingetragen werden sollen.
    Die betroffenen Personen vereinbaren weitere Kontakte in K`urze zu
    diesem Thema.


T5: weitere Statusberichte - 1. DESY

    Hans Frese (der am Vormittag bei dem Bericht von Willi Porten
    noch nicht anwesend war) berichtet nochmals kurz zum Stand der
    DESY-CERN-Leitung: 
    Die Verbindung ist seit kurz vor Weihnachten sehr stabil. Es
    werden `uber Band-Splitter 4 Protokolle auf der Leitung betrieben,
    f`ur IP stehen 440kb/s zur Verf`ugung.
    Bei ftp mit den USA sind `Ubertragungsraten bis zu 140kb/s zu
    beobachten. 
    Das DESY hat derzeit 5 WIN-Anschl`usse, in diesen Wochen kommen
    zwei weitere hinzu.
    Dabei ergibt sich ein bisher ungel`ostes Problem: wie kann man 
    den IP-Verkehr auf mehrere WIN-Anschl`usse verteilen?

    Claus Kalle fragt, ob es die Einschr`ankung gibt, da`s nur
    Organisationen, die die 1500.-DM DFN-IP-Geb`uhr bezahlen diese
    Verbindung nutzen d`urfen.

    Hans Frese: 
    DESY geht davon aus, da`s die DFN-Mitglieder, die mit DESY IP-Verkehr
    haben, die DFN-IP-Geb`uhren bezahlt haben.
    Damit haben sowohl die Partner aus der HEP- als auch aus der EASI-Welt
    die M`oglichkeit, IP-Verkehr ueber die DESY-CERN-Leitung abzuwickeln.

    weiter berichtet Herr Frese, da`s DESY f`ur einen 2 Mbit
    WIN-Anschlu`s angemeldet ist.


T5: weitere Statusberichte - 2. unido

    R`udiger Volk berichtet kurz von Problemen bei der Umstellung auf
    einen neuen Rechner f`ur den Knoten unido.
    Danach gab es erhebliche Probleme beim Nameserver-Betrieb.

    Ende 02/Anfang 03.91 rechnet Dortmund mit einer Aufstockung der
    Dortmund-Amsterdam IP-Verbindung auf 64kb

    Derzeit wird der Betrieb auf der Strecke nach Amsterdam durch IXI
    erg`anzt.

    Zur Zuverl`assigkeit vom IXI berichtet Herr Volk, da`s es
    Ausf`alle `uber 3 - 4 Tage gab.

T5: sonstiges

    Hans Frese bemerkt, da`s es bei dem Betrieb von IP `uber IXI
    Problemem geben kann, wenn der IXI-Betrieb beim Partner (au`serhalb
    Deutschlands) Geld kostet. Als Beispiel f`uhrt er an, da`s Cern
    f`ur EINEN IXI-Anschl`usse genauso viel, wie man f`ur 3
    internationale 64kb HFD-Leitungen nach Hamburg bezahlen m`u`ste


    Arnold Nipper berichtet, da`s XLINK Ende der Woche die USA-Leitung
    auf 56kb erweitert.

    n`achster Termin:
    Ferdinand Hommes erkl`art sich freundlicherweise bereit, zur
    n`achsten Sitzung einzuladen.
    Termin: Montag, 04.03.91 11 Uhr c.t.
    Einladung folgt noch.

-- 
Claus Kalle, University of Cologne              i   i
Regional Computing Center                       M   M  The
System Software and Networking Dept.            M   M    Cologne
E-Mail: a0061@rrz.Uni-Koeln.DE                 /I\ /I\     Cathedral
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From: a0061@AIX370.RRZ.UNI-KOELN.DE (Claus Kalle)
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Subject: Protokoll der WIN-IP-Planungsgruppensitzung vom 21.1.91 (Koeln)
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Date: 21 Mar 91 13:55:02 GMT
Organization: The Internet
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