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2 total messages Started by Boris Kemp Wed, 11 Dec 1991 14:15
Damals wars: Pornos an der TU
#65
Author: Boris Kemp
Date: Wed, 11 Dec 1991 14:15
100 lines
4445 bytes

	Um noch etwas Hintergrund zu den Ereignissen an der TU Berlin
	zu Anfang des Jahres zu liefern, hier ein Artikel, den
	ich bei der damaligen Diskussion gepostet habe.

	...


	Hier nochmal der

|	AUSZUG aus der Niederschrift ueber die 432. Sitzung des 
|               Akademischen Senats am 24.4.1991
|
|  TOP 11 Pornographische Darstellungen an Arbeitsplaetzen der TU Berlin
|
|	...
|
|	Der Akademische Senat beschliesst, Darstellungen mit pornographischen
| 	und sexistischen Inhalten in Bild, Wort und Schrift insbesondere auf
|	Bildschirmen sowie deren Verbreitung in den Raeumen der TU Berlin zu
|	untersagen. Er fordert die Fachbereiche und Zentralen Einrichtungen 
|	auf, den Beschluss in ihren Einrichtungen durchzusetzen und bei Zu-
|	widerhandlungen geeignete Sanktionen - auch auf der Grundlage von
|	Benutzungsregelungen - fuer alle Statusgruppen festzulegen, wie z.B. 
|	die Einschraenkung von Rechnerressourcen.

	
	Wer sich nun den ersten Satz mal genauer ansieht, wird feststellen, 
	dass dieser Beschluss mehr vorsieht, als nur das Untersagen von
	pornographischen und sexistischen Darstellungen auf Bildschirmen
	von Rechnern des Fachbereichs (was man ja auch verstehen kann,
	schliesslich haben pornographische Darstellungen nichts in der
	Informatik-Ausbildung zu tun und fuer solche Dinge sind die teuren
	Systeme nicht angeschafft worden). Soweit so gut.

	Allerdings liesst sich der Beschluss nun wie folgt:

	Die Fachbereiche und Zentralen Einrichtungen haben JEGLICHE
	Darstellungen pornographischen und sexistischen Inhalts in
	Bild, Schrift und Wort zu untersagen und zu UNTERBINDEN.

	Also Zeitungen, Zeitschriften, Comics, Romane, u.ae. 
	Druckerzeugnisse, Tonbaender, Musikkassetten, Plakate, Zeichnungen
	und Unterhaltungen (!) mit sexistischem oder pornographischem
	Inhalt sind zu UNTERBINDEN und bei Zuwiederhandlung entsprechende
	SANKTIONEN einzuleiten.
	
	
	So, dass sollte man sich jetzt nochmal durchlesen um die Tragweite
	dieses Beschlusses zu erfassen. 

	Vielleicht wird jetzt klar, warum ich meinte, dass dieser Beschluss
	nicht durchzusetzen ist, selbst wenn er rechtlich abzusichern waere.

	Das ist naemlich auch eine Frage, die sich mir stellt:
	
	Kann der Akademische Senat solch weitreichende Massnahmen, die ja
	die persoenliche Freiheit einschraenken, ueberhaupt beschliessen?

	Die naechste Frage waere dann auch schliesslich, wer entscheidet,
	dass eine Darstellung pornographischen oder sexistischen Inhalts
	ist.

	Wer mit dem neuesten Stern in die Uni kommt, dessen Titelblatt mal
	wieder eine barbusige Frau zeigt, hat dann aus'gesternt.

	Jemand der gerne Stones oder Doors oder die Aerzte oder sonstwen
	im Radio oder per Walkman hoert, darf sich dann ab jetzt von
	seiner Musik in der Uni verabschieden.


	Nur leider hilft da solch ein Beschluss wenig.

	Denn eine traurige Tatsache bleibt:

			 Die Menschen sind schlecht!

	Jegliche Versuche, den Menschen das Interesse am anderen 
	Geschlecht zu nehmen und ihre Begeisterung fuer den Fort-
	pflanzungakt zu daempfen, haben nicht so ganz gegriffen.
	Diesem offenbar natuerlichen Drang werden die beiden Geschlechter
	wohl auch noch fuer die weitere Zeit unterworfen sein.


 
	...


	Gruesse, Boris

__ 
  ___________ __
 |__    __   |  | Boris Kemp        Bitnet/Earn: KEMP@DB0TUI11.BITNET
    |  |  |  |  |                                KEMP@DB0TUI11.CS.TU-BERLIN.DE
    |  |  |  |  | Informatik        UseNet/uucp: Boris.Kemp@cs.tu-berlin.de
    |__|  \__|__/ Rechnerbetrieb                 kemp@opal.uucp      
 
    Technische Universitaet Berlin, Fachbereich 20 (Informatik), Sekr. FR 5-3
    Franklinstr. 28/29, 1000 Berlin 10, Telefon (030) 314-73453, Raum FR 5096
Re: Damals wars: Pornos an der TU
#81
Author: Jelske Kloppenburg
Date: Thu, 12 Dec 1991 09:52
22 lines
1038 bytes
In article <5813@siesta.cs.tu-berlin.de> kemp@opal.cs.tu-berlin.de  
(Boris Kemp) writes:
> 
> ...
> 	Denn eine traurige Tatsache bleibt:
> 
> 			 Die Menschen sind schlecht!
> 
> 	Jegliche Versuche, den Menschen das Interesse am anderen 
> 	Geschlecht zu nehmen ...
> 
> 	Gruesse, Boris
> 
> __ 
> ...
Soll ich daraus schliessen, dass das Interesse am anderen Geschlecht
schlecht ist?

gruss j.k.
--
  Jelske Kloppenburg, +49 2241 14-2433, <Kloppenburg@gmd.de>
  German National Research Center for Computer Science (GMD)
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