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Article #26<mod-ki 0730> Informationen ueber den SFB 314
From: Hans-Werner Hein
Date: Tue, 02 Jul 1991 14:16
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To: mod-ki@unido.informatik.uni-dortmund.de
Date: Thu, 20 Jun 91 17:47:08 MET DST
Subject: <mod-ki 0730> Informationen ueber den SFB 314
Keywords: Forschungsprogramme, Forschungsprojekte, Szene
mod-ki message 0730
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Sonderforschungsbereich 314
Kuenstliche Intelligenz - Wissensbasierte Systeme
Einleitung
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit einem Umsatz von rund 1.2 Mia.
DM im Jahr hat drei grosse Verfahren zur Foerderung der Wissenschaft:
das "Normalverfahren" in dessen Rahmen jeder Forscher mit einer
abgeschlossenen Ausbildung einen Antrag stellen kann, der dann von den
gewaehlten Gutachtern begutachtet wird; das "Schwerpunktsverfahren", das
auf Antrag einer Gruppe von Wissenschaftlern dann eingerichtet wird,
wenn die koordinierte Foerderung fuer das betroffene Wissenschaftsgebiet
Gewinn verspricht; die "Sonderforschungsbereiche", die langfristige, in
der Regel auf die Dauer von 12 bis 15 Jahren angelegte
Forschungseinrichtungen sind. Ein SFB ist eingeteilt in Projektbereiche,
er hat einen Sprecher und stellvertretende Sprecher nach Bedarf. Jeder
SFB wird alle drei Jahre begutachtet. Eine solche Begutachtung dauert
zwei Tage und zu ihrer Vorbereitung wird ein umfangreicher Antragsband
fuer die kommenden drei Jahre sowie ein nicht weniger umfangreicher
Arbeits- und Ergebnisbericht fuer die zurueckliegenden drei Jahre
herausgegeben. Weitere Einzelheiten ueber die Foerderungsverfahren und
andere wichtige Details ueber die Arbeit der DFG koennen dem jaehrlich
herausgegebenen "Taetigkeitsbericht" der DFG entnommen werden.
Der SFB 314 begann nach etwa eineinhalb Jahren Vorbereitung seine Arbeit
am 1.1.85. Es soll aber hier nicht nur die Foerderung durch die DFG
genannt werden, sondern es muss betont werden, dass der SFB seine
Ausstattung massgeblich den Sondermitteln zu verdanken hat, die der
Bundesminister fuer Forschung und Technologie der DFG fuer die Zwecke
der Grundlagenforschung in der Informatik zur Verfuegung stellte. Am
Sonderforschungsbereich beteiligen sich die Universitaeten Karlsruhe,
Kaiserslautern und Saarbruecken, sowie das Fraunhofer-Institut fuer
Informations- und Datenverarbeitung in Karlsruhe.
Erste Foerderungsperiode: 1.1.85 - 31.12.87,
Zweite Foerderungsperiode: 1.1.88 - 31.12.90,
Dritte Foerderungsperiode: 1.1.91 - 31.12.93.
Nachfolgend werden die beteiligten Wissenschaftler, Institute und
Institutionen und dann eine Kurzdarstellung aller Projekte aufgefuehrt.
Beteiligte Institute:
Universitaet Karlsruhe
Institut fuer Logik, Komplexitaet und Deduktionssysteme
(Prof. Dr. P. Deussen, Sprecher, Prof. Dr. P. H. Schmitt)
Institut fuer Algorithmen und kognitive Systeme
(Prof. Dr. H.-H. Nagel)
Institut fuer Programmstrukturen und Datenorganisation
(Prof. Dr. P. C. Lockemann)
Institut fuer Prozessrechentechnik und Robotik
(Prof. Dr. U. Rembold, Prof. Dr. R. Dillmann)
Institut fuer Werkzeugmaschinen und Betriebstechnik
(Prof. Dr. J. Schmidt, Prof. Dr. H. Weule)
Fraunhofer-Institut fuer Informations- und Datenverarbeitung (IITB),
Karlsruhe
(Prof. Dr. H.-H. Nagel, Prof. Dr. H. Steusloff, Prof.Dr. M. Syrbe)
Universitaet Kaiserslautern
Fachbereich Informatik
(Prof. Dr. W. Avenhaus, stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. K.
Madlener, Prof. Dr. M. M. Richter, Prof. Dr. J. H. Siekmann,)
Universitaet Saarbruecken
Fachbereich Informatik
(stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. W. Wahlster)
Fachrichtung Computerlinguistik
(Prof. Dr. H. Uszkoreit)
Adresse des Sprechers:
Prof. Dr. P. Deussen
Institut fuer Logik, Komplexitaet und Deduktionssysteme
Universitaet Karlsruhe
Postfach 6980
D-7500 Karlsruhe 1
Telephon: (0721) 608-3975
Fax: (0721) 69 77 60
Teletex: 721166=UNIKar
Netzadresse: deussen@ira.uka.de
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P R O J E K T E
V1: Schnittstelle zu hoeheren Abstraktionsstufen bei der Auswertung von
Bildfolgen
(Prof. Dr. H.-H. Nagel, Dr. W. Enkelmann, U Karlsruhe und FhG-IITB)
Eine mit einer Videokamera aufgezeichnete Bildfolge ist durch ein
Bildauswertesystem so zu analysieren, dass die dabei ermittelten
Beschreibungen mit Hilfe eines sprachverstehenden Systems in natuerliche
Sprache umgesetzt werden koennen. Die Untersuchung der weiter zu
entwickelnden Algorithmen erfolgt zum einen an Strassenverkehrsszenen
und zum anderen an Ausschnitten von Fussballspielen. Dabei wird
besonderes Gewicht auf die Bewegungserkennung nicht-starrer Koerper
(z.B. Fussgaenger, Radfahrer) gelegt:
* Modellierung sowohl der Gestalt als auch der Bewegungen solcher in
der 3D-Szene auftretenden nicht-starren Koerper,
* Entwicklung wissensbasierter Ansaetze zur Bewegungserkennung dieser
nicht-starren Koerper mit dem Ziel, 3D-Informationen ueber deren
Bewegungsablaeufe aus Bildern abzuleiten,
* Kopplung des Bildauswertesystems im Projekt V1 mit dem
natuerlichsprachlichen System VITRA in Projekt N2.
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V2: Navigation eines mobilen Roboters auf der Grundlage von
Maschinensehen
(Prof. Dr. H.-H. Nagel, U Karlsruhe und FhG-IITB)
In Zusammenarbeit mit den Teilprojekten R1 und R2 werden Verfahren
entwickelt, die den mobilen Roboter der Universitaet Karlsruhe KAMRO mit
Hilfe von Videokameras befaehigen sollen:
* in einer industriellen Umgebung selbstaendig und omnidirektional zu
navigieren, indem Merkmale der Umgebung automatisch extrahiert und
mit einer eingelernten Umgebungsbeschreibung verglichen werden,
* Hindernisse in der Fahrspur des Roboters zu erkennen und zu umgehen
* auf kritische Situationen wie Verdeckungen oder Mangel an dem,
Roboter bekannten Merkmalen in seinem Sichtfeld reagieren zu koennen.
Zur Loesung der ersten Teilaufgabe wird ein Schlitten-Stereo-Verfahren
eingesetzt, mit dem die Positionen der gelernten Landmarken bezueglich
eines roboterfesten Koordinatensystems ermittelt werden. Danach werden
die Korrespondenzen zwischen der durch Bildauswertung ermittelten
Konfiguration von Landmarken und den in der Weltkarte enthaltenen
Landmarken hergestellt und schliesslich die Position des Roboters im
Raum ermittelt. In der kommenden Entwicklungsphase soll auf ein
Zwei-Kamera-Stereo-Verfahren mit variabler Basislaenge uebergegangen
werden, mit dem die fortlaufende Bestimmung der Roboterlage angestrebt
wird, so dass das Sichtsystem in den Navigationsregelkreis des KAMRO
(vgl. R1) integriert werden kann.
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D2: TICS: Inferenzen in kommunizierenden Systemen
(Prof. Dr. J. H. Siekmann, Dr. H. J. Ohlbach, U Kaiserslautern)
Im Projekt TICS sollen fuer kommunizierende Systeme bzw. Agenten
logische Methoden entwickelt werden, die die Modellierung
"vernuenftigen" Verhaltens unterstuetzen. Als konkrete Anwendung, aus
der heraus die genauen Anforderungen an die zu definierenden Logiken und
Inferenzverfahren erwachsen, ist ein natuerlichsprachliches Dialogsystem
geplant, das im Projekt N1: PRACMA entwickelt werden soll. In diesem
System sollen verschiedene Agenten durch Kommunikation untereinander
bzw. mit dem menschlichen Benutzer versuchen, ein vorgegebenes relativ
abstraktes Ziel zu erreichen.
Dem Projekt TICS fallen dabei im wesentlichen drei Aufgaben zu:
* Untersuchung und Entwicklung von anwendungsorientierten (i.a.
nichtklassischen) Logiken, die bestimmte Konzepte wie Aktionen,
Zeitabhaengigkeiten, Wissen ueber Wissen, Nichtmonotonien usw.
unterstuetzen. Analog zu den bisher fuer Modallogiken entwickelten
Uebersetzern sollen fuer diese Logiken Compiler entwickelt werden,
die Formeln auf eine interne Repraesentationssprache abbilden.
* Auf der Basis vorhandener Entwicklungen, praedikatenlogische
Beweiser, PROLOG, KL-ONE etc. soll eine logikbasierte
Repraesentationssprache mit zugehoerigen Inferenzregeln entwickelt
werden, die als Zielsprache fuer die oben erwaehnten Compiler dient.
* Fuer die Inferenzregeln der internen Repraesentationssprache muessen
Steuerungsmechanismen entwickelt werden, die verschiedene Formen von
Inferenzen, Deduktion, Abduktion, Modellgenerierung, Planung usw.
realisieren.
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KRIM: Wissensbasiertes Schliessen in der Mathematik
(Prof. Dr. J. H. Siekmann, U Kaiserslautern)
Ziel dieses Projektes ist es, KI-Methoden im automatischen Beweisen
einzusetzen. Wir wollen versuchen, die Vorgehensweise von Mathematikern
zu verstehen, dann formal zu repraesentieren und fuer die automatische
Beweissuche und Darstellung nutzbar zu machen. Im einzelnen sollen
folgende Aufgaben bearbeitet werden:
* Um mit automatischen Beweisern, wie einem Resolutionsbeweiser,
nichttriviale Theoreme der Mathematik zu beweisen, ist es von
Vorteil, Beweisplaene zu verwenden. Diese muessen problemabhaengig
gefunden und vom Beweiser ausgefuehrt werden koennen.
* Um Beweisplaene zu entwickeln, verwenden Menschen in starkem Umfang
Analogie. Entsprechend sollen hier aus erfolgreich durchgefuehrten
Beweisen eines Theorems Beweisplaene fuer "analoge" Theoreme
entwickelt werden
* Um einen Beweis so strukturiert darzustellen, wie ihn Mathematiker
ueblicherweise aufschreiben, wollen wir abstraktere Inferenzregeln
definieren sowie Techniken zur Linearisierung und eine
Beweisdiskurstheorie entwickeln.
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D4: Term-Ersetzungssysteme fuer das Rechnen und Schliessen in
gleichungsdefinierten Strukturen
(Prof. Dr. J. Avenhaus, Prof. Dr. K. Madlener, U Kaiserslautern)
Dieses Projekt beschaeftigt sich mit der Frage, wie man automatisch
Aussagen ueber algebraischen Strukturen beweisen kann, die durch
Gleichungen definiert sind. Das zentrale Verfahren in
gleichungsdefinierten Theorien und Datenstrukturen ist das
Vervollstaendigungsverfahren von Knuth & Bendix, das jedoch nur selten
in seiner urspruenglichen Form verwendbar ist. Um die Einsetzbarkeit und
Effizienz dieses Verfahrens in der Praxis zu erhoehen, z.B. bei der
Verifikation algebraischer Spezifikationen von Datentypen sowie beim
Korrektheitsnachweis der Implementierung einer Spezifikation durch eine
andere, werden insbesondere die folgenden Punkte bearbeitet:
* Entwicklung und Verfeinerung spezialisierter Vervollstaendigungs-
verfahren, vor allem fuer induktive Beweise.
* Verbesserte Methoden zum Terminierungsnachweis von Regelsystemen
Techniken zur Analyse und Vermeidung der Nichtterminierung von
Vervollstaendigungsverfahren.
* Konzepte und Methoden fuer wissensbasierte Beweisplanung.
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D5: Wissensbasierte Plangenerierung mit Hilfe deduktiver Datenbanken
(Prof. Dr. P. C. Lockemann, Prof. Dr. P. H. Schmitt, U Karlsruhe)
Planungsaufgaben setzen auf drei wesentlichen Grundbegriffen auf:
Situation als einem Zustand der betrachteten Domaene, der insbesondere
die dort vorkommenden Objekte mit ihren Beziehungen umfasst; Aktion zur
Ueberfuehrung einer Situation in eine andere; Plan als eine sinnvolle
Folge von Aktionen, die zur Erreichung einer gegebenen Zielsituation
auszufuehren ist. In Abgrenzung von andersartigen Ansaetzen verfolgt das
vorgesehene Vorhaben einen praedikatenlogischen Ansatz. Ueblicherweise
wird eine Aktion a durch eine Vorbedingung P(a) (a ist in Situation S
anwendbar, falls P(a) in S gilt) und eine Konsequenz K beschrieben. Die
nach Ausfuehren von a entstandene Situation setzt sich aus vier
Bestandteilen zusammen:
- einer Menge von Formeln, die Eigenschaften der Welt beschreiben, die
durch keine Aktion geaendert werden koennen,
- einer Menge von Formeln, die nach der Ausfuehrung von a auf jeden
Fall wahr sein sollen,
- einer Menge von Formeln, die nach Ausfuehrung von a nicht mehr wahr
sein koennen,
- einer Menge von Formeln, deren Gueltigkeit von der speziellen Aktion
a nicht beruehrt wird.
Die Berechnung einer neuen Situation erfordert die Kenntnis der drei
letzten Mengen aus K. Das Vorhaben soll diese Mengen automatisch
berechnen. Hauptgedanke der Loesung ist die Zurueckfuehrung auf das
Problem der Konsistenzueberwachung in deduktiven Datenbanken. In einem
vorhergegangenen Projekt des SFB (X4) wurden die Mittel zur Diagnose und
Reparatur von Konsistenzverletzungen in deduktiven Datenbanken
erarbeitet. Die erarbeiteten Deduktionstechniken sollen so erweitert
werden, dass sich die vorgeschlagene Aufgabenstellung damit loesen
laesst.
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X1: Innerbetriebliche Integration von Expertensystemen durch
Datenbankkopplung
(Prof. Dr. J. Schmidt, Prof. Dr. H. Weule, U Karlsruhe)
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von Methoden zur
informationstechnischen Einbettung wissensbasierter Planungs- und
Konfigurierungssysteme in produktionstechnischen Aufgabenstellungen.
Dies bedeutet sowohl die Ausnutzung bereits vorhandener betrieblicher
Datenbestaende fuer die Expertensystemanwendung als auch die
Bereitstellung der erzeugten Ergebnisse zur weiteren Verwendung durch
andere betriebliche Funktionsbereiche. Diese Zielsetzung erfordert einen
heterogenen Integrationsansatz, naemlich die "feste Kopplung" zwischen
Expertensystem und Datenbank. Dabei existiert die besondere
Randbedingung, dass die Struktur einer betrieblichen
Produkt-/Produktionsdatenbank als "Initialstruktur" vorgegeben ist, auf
deren Basis die Struktur der angestrebten Wissensbank schrittweise
aufgebaut und die Interaktion mit dem Expertensystem gestaltet werden
muss.
In der Aufbauphase des Expertensystems dient die Datenbank damit als
Grundlage fuer den Wissenserwerb. Die enthaltenen, problemrelevanten
Strukturen sollen dabei mit Hilfe eines Monitors extrahiert, interaktiv
um spezifisches Expertenwissen ergaenzt und dieses Wissen anschliessend
homogen und redundanzfrei in der Datenbank abgelegt werden. In der
Einsatzphase soll eine moeglichst vollstaendige Spezifizierung der
Planungsaufgabe durch die schon in der Datenbank vorhandenen
Informationen (Objekte und Beziehungen) stattfinden. Waehrend des
Planungsprozesses soll eine vorausschauende Komponente die fuer die
weitere Planung noch notwendigen Informationen (Regeln oder weitere
Fakten) asynchron beschaffen. Nach Planungsende soll eine optimierende
Suche in der Datenbank die technischen Realisierungen der
Loesungsspezifikation liefern.
Zur Validierung der Interaktionskonzepte wird die im Rahmen des
frueheren Projekts ES3 sowie in X3 entwickelte Shell "SYLLOGIST" und
eine am Institut vorhandene Produkt-/Produktionsdatenbank eingesetzt
werden. Als Anwendungsdomaene wird die Planung flexibler Montagesysteme
betrachtet.
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X2: Ein Verwaltungssystem fuer multiple Modelle und seine Verwendung in
der Diagnose
(Prof. Dr. H. Steusloff, FhG-IITB)
Die Erfahrungen der letzten Jahre, insbesondere im
Expertensystembereich, haben gezeigt, dass die Repraesentation von
speziellem Problemloesungswissen in vielen Faellen nicht ausreicht. In
modellbasierten Ansaetzen wird deshalb allgemeineres Wissen ueber das
Anwendungsgebiet, in der Diagnose z.B. Wissen ueber Struktur und
Verhalten des zu diagnostizierenden Systems, einbezogen. Dabei wurde
zunaechst versucht, das gesamte Wissen in ein Modell zu packen und
dieses fuer die aktuelle Problemstellung geeignet "zurechtzustutzen".
Aus verschiedenen Gruenden erweist sich jedoch eine Aufteilung auf
mehrere Modelle als geeigneter.
Die Arbeiten in X2 zielen darauf ab, multiple Modelle desselben
technischen Systems in simulationsbasierten Diagnoseexpertensystemen
nutzbar zu machen. Hierfuer soll ein prototypisches
Modellverwaltungssystem erstellt werden, das die deklarative Darstellung
von Wissen ueber die Modelle ermoeglicht und dieses als
Informationssystem zur Verfuegung stellt. Informationen ueber Modelle
umfassen z. B. Modellierungsannahmen (diese implizieren Grenzen fuer die
Anwendbarkeit eines Modells), Wissen ueber die Beziehungen zwischen den
Modellen und Heuristiken fuer die Verwendungen von Modellen in einem
diagnostischen Schlussfolgerungsprozess. Waehrend der Diagnose bildet
solches Wissen die Grundlage fuer Modellauswahl und Wechsel zwischen
Modellen.
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X3: Integration von Aktionsplanung und Konfigurierung
(Prof. Dr. U. Rembold, Prof. Dr. J. Schmidt,
Prof. Dr. H. Weule, U Karlsruhe)
Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Realisierung einer
integrierten Planungsshell, die Methodiken der Aktionsplanung und
Konfigurierung in sich vereint und systematisch miteinander verbindet.
Der Ansatz der Integration ergibt sich aus der Untersuchung einer realen
technischen Planungsdomaene, die wir ausgehend von den Vorarbeiten des
Vorgaengerprojektes X3 "Planungsshell" durchgefuehrt haben. Als
Anwendungsbeispiel wurde hier die Planung flexibler Montagesysteme
betrachtet. Die Untersuchung dieser Planungsdomaene ergab die
Notwendigkeit eines integrierten Planungsansatzes, der die verbindenden
Bezuege der beiden Planungsbereiche zueinander angemessen umsetzt.
Ein integriertes Planungssystem muss einerseits verbindende
Darstellungen fuer die verschiedenen zur Planung gehoerigen
Wissensformen verwenden. Ein wesentlicher Schwerpunkt der
Projektarbeiten liegt daher in der Entwicklung entsprechender
Darstellungsformen. Der andere wesentliche Aspekt ist der
Planungsmechanismus, der diese Wissensformen manipuliert. Hier muss zur
Entwicklung eines integrierten Verfahrens eine Systematik zur Behandlung
der Wechselwirkungen zwischen Aktionsplanung und Konfigurierung
entwickelt werden.
Die einzelnen Arbeitspunkte des Projektes sind:
* Entwicklung einer integrierten Repraesentationsform fuer das
Domaenenwissen,
* Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Aktionsplanung und
Konfigurierung,
* Implementierung eines Prototypen des integrierten Planungssystems,
* Validierung des integrierten Planungsansatzes durch Untersuchung von
Anwendungsdomaenen
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X9: Lernen und Analogie in technischen Expertensystemen
(Prof. Dr. M. M. Richter, U Kaiserslautern)
Ziel des Projektes ist es, Techniken des analogen und fallbasierten
Schliessens bzw. des maschinellen Lernens auf ihre Verwendbarkeit im
Bereich der Planung und der Diagnose in technischen Domaenen zu
untersuchen.
Aufbauend auf den Ergebnissen der Teilprojekte X6/MOLTKE (Diagnose) und
X7/IDA (Konzeption und Konfiguration) sollen entsprechende Mechanismen
neu entwickelt bzw. erweitert und angepasst werden. Schwerpunkte des
Vorhabens sind die Entwicklung geeigneter Formalismen zur moeglichst
natuerlichen Repraesentation von Faellen, sowie die Bestimmung von
geeigneten Loesungstransformationen mit denen die bekannte Loesung eines
aehnlichen Falles an die aktuell vorliegende Situation angepasst werden
kann. Da sich die Guete einer gewaehlten Transformation erst a
posteriori ergibt, muss die Definition eines fuer eine bestimmte Domaene
geeigneten Aehnlichkeitsbegriffs iterativ erfolgen. Die Suche nach einem
geeigneten Mass fuer die Aehnlichkeit zweier Faelle kann also ebenfalls
als ein Lernprozess aufgefasst werden. Die entwickelten Methoden sollen
dann prototypisch an einer hinreichend komplexen Anwendung evaluiert
werden. Fuer das Projekt wurde dazu in Kooperation mit dem CIM-Centrum
Kaiserslautern (Prof. Dr.-Ing. G. Warnecke) der Bereich der
Arbeitsplanung ausgewaehlt, da menschliche Arbeitsplaner bei
wohlstrukturierten oder sich haeufig wiederholenden Problemen oft auf
Anhieb (sub-)optimale Loesungen finden, indem sie sich an bereits
bekannten Arbeitsplaenen orientieren. Fuer die Loesungstransformation
sind hier auch Aspekte der generischen Planung zu beruecksichtigen.
Voruntersuchungen beschaeftigen sich zunaechst mit dem fall- und
analogiebasierten Schliessen im Bereich der Diagnose von
CNC-Werkzeugmaschinen.
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X10: Wissenstransformationen von Diagnosewissen
(Prof. Dr. P. Deussen, Dr. F. Puppe, U Karlsruhe)
Diagnostik ist ein Problemtyp, bei dem die Problemloesungen (Diagnosen)
aufgrund der Problemmerkmale (Symptome) ausgewaehlt werden. Fuer die
Diagnostik mit unsicherem Wissen gibt es folgende
Problemloesungsmodelle: assoziative (heuristische) Diagnostik,
statistische Diagnostik, fallvergleichende Diagnostik, Diagnostik mit
Fehlermodellen und mit funktionalen Modellen.
Bei neuen technischen Systemen (z.B. einer Fertigungsanlage) hat man
typischerweise zunaechst nur ein funktionales Modell, da
Erfahrungswissen fehlt. Diagnostik mit funktionalen Modellen ist jedoch
meist sehr aufwendig, da alle denkbaren Defekte der Komponenten als
Ursachen fuer beobachtete Fehler in Betracht gezogen werden muessen. Mit
zunehmender Erfahrung wird sowohl die Anzahl der zu beruecksichtigenden
Defekte als auch die Komplexitaet des Modells erheblich eingeschraenkt.
Den Prozess, die Problemformulierung durch Erfahrungswissen zu
vereinfachen, wollen wir in unserem Projekt nachbilden.
Dabei gehen wir nicht von einer blossen "Wissenskompilierung" aus,
sondern von einem echten Hinzufuegen von Wissen. Zunaechst soll das
funktionale Modell zu einem Fehlermodell umgewandelt werden, in dem nur
noch die Auswirkungen von Fehlern als Beziehungen zwischen Zustaenden
repraesentiert werden (Zustand-1 verursacht Zustand-2 mit Schweregrad-1)
und die Unterscheidung zwischen Komponenten und Materialien wegfaellt.
Dazu ist Erfahrungswissen ueber die typischen Fehler notwendig. Im
naechsten Schritt werden die Ursache-Wirkung-Beziehungen zu
heuristischen Regeln umgedreht und zusaetzlich mit heuristischen
Wahrscheinlichkeiten qualifiziert. Wenn sehr viele Faelle verfuegbar
sind, wollen wir noch einen Schritt weiter gehen und die
Wahrscheinlichkeiten statistisch berechnen oder einen direkten
Fallvergleich durchfuehren. Beim Fallvergleich wird zu einem neuen Fall
ein moeglichst aehnlicher Fall gesucht, um dessen Loesung zu
uebernehmen. Auch dafuer ist Zusatzwissen vom Experten zur Spezifikation
des Aehnlichkeitsmasses erforderlich.
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N1: PRACMA: Processing of Arguments between Controversially Minded
Agents
(Dr. A. Kobsa, Prof. Dr. W. Wahlster, U Saarbruecken)
Das Ziel des Projekts PRACMA ist die Untersuchung interessensbasierter
Argumentation zwischen Akteuren, deren Ziele in bestimmtem Umfang
divergieren. Dazu wird ein Dialogsystem entwickelt, das partiell
unkooperatives Verhalten zeigen kann, wenn dies seinen Interessen
nuetzt. Daher liegt der Forschungsschwerpunkt in der Pragmatik, dem
Gebrauch von Sprache.
Das Dialogverhalten dieses Systems muss dabei stark situationsangepasst
und auch flexibel genug realisiert werden, um dynamische
Dialogveraenderungen zu beruecksichtigen:
- Ziele der Dialogteilnehmer,
- Einstellungen und Bewertungen in bezug auf die Gespraechsdomaene,
- bisheriger Dialogverlauf, sowie
- aktuelle Argumentationsstrategien
beeinflussen Analyse und Generierung von Dialogbeitraegen und werden
daher explizit modelliert. Sowohl das PRACMA zugrundeliegende
Argumentationsmodell als auch seine Systemarchitektur sowie der
verwendete Wissensrepraesentations- und Reasoningformalismus spiegeln
diese Notwendigkeit zur Flexibilitaet wider.
PRACMA beruht auf den Ergebnissen des Vorgaengerprojekts XTRA: Ein
natuerlichsprachliches Zugangssystem zu Expertensystemen. Ziel des XTRA
Projekts waren die theoretische Analyse, der Entwurf und die Entwicklung
eines natuerlichsprachlichen Zugangssystems zu Expertensystemen, das die
Interaktion eines Benutzers mit solch einem System erleichtert, dabei
jedoch weitgehend unabhaengig von der Anwendungsdomaene und der
speziellen Architektur des Expertensystems gehalten ist. Daraus ergaben
sich als Arbeitsschwerpunkte:
* die Analyse und Generierung von Sprache verknuepft mit Zeigegesten
(wodurch die Kommunikation erheblich vereinfacht und praezisiert
wird),
* die Entwicklung von Repraesentationsformalismen fuer die
verschiedenen benoetigten Wissensarten samt den darauf operierenden
Inferenzprozessen,
* die Interaktion der konzeptuellen Wissensbasis des Expertensystems
und des Zugangssystems (um Redundanz- und Inkonsistenzprobleme zu
vermeiden),
* und eine Systemarchitektur, die die Realisierung dieser vielfaeltigen
Ansprueche erlaubt.
Als Ergebnis des Projekts liegt nun ein gemaess diesen Anspruechen
entwickeltes Zugangssystem zu einem Expertensystem vor, das einen
Benutzer beim Ausfuellen eines Lohnsteuerformulars unterstuetzt.
Desweiteren wurde XTRA an ein Pilzklassifikationssystem angeschlossen.
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N2: VITRA: Kopplung bildverstehender und sprachverstehender Systeme
(Prof. Dr. W. Wahlster, U Saarbruecken)
Das Projekt VITRA (VIsual TRAnslator) beschaeftigt sich mit Grundfragen
der Beziehung zwischen Sprache und Sehen. Experimentelle Studien werden
im Bereich der Kopplung von bildverstehenden und sprachverstehenden
Systemen mit dem Ziel der Entwicklung eines Systems zur
natuerlichsprachlichen Beschreibung von Bildfolgen durchgefuehrt.
VITRA arbeitet im Bereich der Stadt- und Strassenverkehrsszenen sowie
der Fussballszenen. Die Eingabedaten ueber bewegte Objekte werden in
Form von geometrischen Szenenbeschreibungen von dem Projekt V1 mit Hilfe
des am FhG-IITB entwickelten Bildverarbeitungssystem ACTIONS geliefert.
Zwei Systeme wurden im Rahmen des Projektes VITRA entwickelt. Das System
CITYTOUR beantwortet natuerlichsprachliche Fragen ueber raeumliche
Relationen, ueber stattgefundene Bewegungen sowie ueber Wege. Beide
Gespraechsteilnehmer werden als an derselben Stelle in der Szene
befindlich angenommen. Der Forschungsschwerpunkt liegt hier bei einer
Referenzsemantik fuer raeumliche Konzepte, insbesondere Praepositionen,
sowie bei Verfahren fuer die Wegsuche und Wegbeschreibung.
Das System SOCCER generiert simultan zum aktuellen Geschehen
natuerlichsprachliche Beschreibungen von Bildfolgen fuer einen Zuhoerer,
der die Szene nicht selbst beobachtet. Forschungsschwerpunkte sind die
inkrementelle Ereigniserkennung und Textgenerierung, die inkrementelle
Erkennung und Beschreibung von Plaenen, Intentionen und
Plan-Interaktionen, die Planausfuehrungsueberwachung und Fehleranalyse
sowie der Aufbau eines Hoerermodells unter Verwendung einer bildhaften
Repraesentation.
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N3: BiLD: Bidirektionale linguistische Deduktion
(Prof. Dr. H. Uszkoreit,U Saarbruecken)
In BiLD soll die optimale Kombination von Generierung und Parsing
natuerlicher Sprache in einem uniformen Deduktionssystem untersucht
werden. Dabei sollen die Endergebnisse (semantische und graphemische
bzw. phonetische Form) in der gleichen Repraesentationssprache, einem
erweiterten Formalismus fuer die Merkmalsunifikation, kodiert werden.
Methoden aus dem automatischen Beweisen sollen auf ihre Verwendbarkeit
in der linguistischen Verarbeitung geprueft werden. Die wichtigsten
Forschungsprobleme bzw. Fragestellungen des Projekts sind:
* Anwendungen der bidirektionalen Methode zur simultanen Rueckkopplung,
* Kodierung von Kontrollstrukturen fuer die Deduktionsrichtungen in den
linguistischen Wissensbasen,
* Abkuerzungen bei der Deduktion durch die Zusammenfassung von haeufig
vorkommenden Sequenzen von Deduktionsschritten,
* Anwendung von Methoden aus dem Theorembeweisen,
* Einschraenkung des Suchraums durch fruehzeitige Anwendung von
Beschraenkungen, die sich aus der konzeptuellen Semantik und der
Pragmatik ergeben,
* Verwendung paralleler Algorithmen fuer die linguistische Deduktion,
* Verschiedene Indizierungen des gleichen Lexikons fuer Parsing und
Generierung,
* Implementierung von Beispielsystemen zur Ueberpruefung und
Demonstration der Ergebnisse.
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R1: Autonome mobile Montageroboter fuer flexible Fertigungszellen und
deren Umgebung
(Prof. Dr. U. Rembold, U Karlsruhe)
Das Projekt R1 hat die Entwicklung des autonomen, mobilen
Zweiarmrobotersystems KAMRO (Karlsruher autonomer mobiler Roboter) zum
Ziel, welches in der Lage ist, komplexe Montage- und Transportaufgaben
in einer realen, dynamischen Umwelt durchzufuehren. Autonomie bedeutet
hierbei, dass das System die Faehigkeit hat, eine gestellte Aufgabe mit
einem gewissen Grad an Selbstaendigkeit und "Intelligenz" zu loesen,
ohne dass ein menschlicher Experte Hilfestellung leisten muss. Die
bisherigen Arbeiten umfassten u.a.:
* Realisierung der realen Robotereinheit (Aktuatoren, Sensoren, etc.),
* Entwicklung von modellbasierten off-line-Planungssystemen fuer
Navigation und Montage,
* Realisierung einer Steuerungsarchitektur fuer die sensorgestuetzte
online-Montageplanung,
* Integration eines kameragestuetzten Navigationssystems (zusammen mit
Projekt V2),
* Experimentelle Erprobung aller Komponenten in einer Fertigungszelle.
Ein Schwerpunkt der weiteren Projektarbeit wird die Erhoehung der
Fehlertoleranz des Gesamtsystems beim Auftreten unvorhergesehener
Ereignisse sein. Neben der eigentlichen Fehlererkennung sind in diesem
Zusammenhang die Fehlerdiagnose und darauf beruhend eine Modifikation
der gestellten Aufgabe wichtige funktionale Eigenschaften. Als Beispiel
fuer den moeglichen Einsatz eines solchen intelligenten Robotersystems
soll der Bereich komplexer Montageaufgaben oder die Inspektion bzw.
Wartung von Fertigungsmaschinen dienen.
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R2: Lernverfahren fuer autonome mobile Roboter
(Prof. Dr. R. Dillmann, U Karlsruhe)
Waehrend sich bisherige Implementierungen von lernenden Systemen auf
simulierte oder kuenstliche Situationen und vereinfachte
Weltbeschreibungen beschraenken, ist das Ziel des Projektes R2, Systeme
in einer realen physikalischen Umwelt zu betrachten. Im Rahmen des
Projekts R1 wurden die Grundlagen fuer ein autonomes, mobiles
Robotersystem entwickelt. Anwendungsgebiet ist dabei die automatische
Montage von Produktteilen sowie der Transport von Materialien durch den
Roboter. Zu diesem Zweck wurde eine hierarchische Kontrollstruktur
realisiert. Die verschiedenen Planungsmodule des KAMRO (vgl. R1) koennen
bisher nicht auf Erfahrungen aus frueheren Planungen bzw.
Planausfuehrungen zurueckgreifen, wenn eine neue Aufgabe an das System
gestellt wird.
Ziel der Arbeiten dieses Teilprojekts ist die Erweiterung der
Systemarchitektur der einzelnen Agenten des KAMRO um angepasste
Lernkomponenten, die das System befaehigt, Erfahrungswissen aus
geloesten Problemstellungen bzw. Planausfuehrungen zu gewinnen und
anzuwenden. Als weiteres Ziel soll untersucht werden, inwieweit
Erfahrungswissen eines Agenten einem anderen verfuegbar gemacht werden
kann. Die Hauptaufgaben innerhalb von R2 sind insbesondere eine genaue
Identifikation der Ansatzpunkte fuer die Lernkomponenten in der
Kontrollhierarchie, sowie eine Spezifikation des zur Verfuegung
stehenden oder noch benoetigten Hintergrundwissens. Ein System, das in
einer realen Umwelt operiert, bietet Ansatzpunkte fuer unterschiedliche
Lernverfahren (induktives, deduktives, analoges Lernen). Die Arbeiten
des Teilprojektes R2 zielen auf eine Integration der Lernverfahren, um
aus moeglichst vielen der verschiedenen "Erfahrungen" des Systems zu
lernen.
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S2: Programmieren in Logik
(Dipl. Inform. Chr. Brzoska, Prof. Dr. P. Deussen, U. Karlsruhe,
Dr. I. Varsek, Digital-CEC Karlsruhe)
Ziel des Projektes sind die Verbesserung der Ausdrucksmaechtigkeit und
der Laufzeiteffizienz logischer Programmiersprachen. Die wichtigsten
bisherigen Ergebnisse sind:
* Sprachdefinition eines Prolog mit Modulsystem: KA-Prolog,
* Konzeption und Realisierung eines rein uebersetzergestuetzten
Prolog-Systems mit Eigenschaften interpretierender Systeme und
korrektem Occur-Check: KA-Prolog-System,
* Entwurf einer RISC-Architektur fuer das KA-Prolog-System,
* Definition einer Erweiterung von Prolog um Sorten: LOPSTER,
* Konzeption und Realisierung einer ordnungssortierten Erweiterung des
KA-Prolog-Systems: LOPSTER-System,
* Definition eines erweiterten Prolog mit Boolescher Unifikation,
* Untersuchung Boolescher Unifikationsalgorithmen und Einbau in das
KA-Prolog-System,
* Theoretische Untersuchungen zur Integration des logischen und
funktionalen Programmierens (1. Ordnung) auf der Grundlage von
bedingter Termersetzung und Narrowing,
* Bereitstellung eines Werkzeugs zum Vergleich und zur Bewertung von
Narrowing-Strategien: KANAL,
* Vergleichende Untersuchungen zum temporalen logischen Programmieren.
Gegenwaertig stehen im Zentrum der Bemuehungen:
* Entwurf und Realisierung einer logisch-funktionalen Erweiterung des
KA-Prolog-Systems (abstrakte Termersetzungs- und Narrowing-Maschine),
* Grundlagenuntersuchungen zum temporalen logischen Programmieren.
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