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Article #455

Arbeitsberichte des NFZKKI

#455
From: Hans-Werner Hein
Date: Fri, 31 Mar 1989 19:17
96 lines
5634 bytes
From: "R. Lipa" <lipa@nfzkki.uni-kiel.dbp.de>
To: mod-ki@unido.uucp
Date: Sat, 01 Apr 89 10:55:00 +0100
Subject: Arbeitsberichte des NFZKKI

mod-ki message 0233
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NFZKKI-89-001
R. Lipa & R. Zesch
  "Vergleichende Empirie zur Weltabbildungstreue
   bei humanoiden und kuenstlichen Intelligenzen"
   Januar 1989, 183 Seiten.

Gegenstand  der  Untersuchung  waren  die  Topics  "Realitaetsnaehe  der
Wissensrepraesentation"  und  "Konsequenz   der   Wissensinterpretation"
einer  repraesentativen  Gruppe  von  Personen   mit   unterschiedlichem
Berufshintergrund (Forschung, Administration, Politik), und einer  Reihe
von Expertensystemen aus BMFT-verantworteten Verbundvorhaben.  Es  ergab
sich, dass Menschen nicht  nur  in  ihrem  Weltbild  von  der  Realitaet
signifikant  deutlicher  abweichen,  sondern  auch  dazu  neigen,   beim
Inferieren vorhandene Fakten zu uebergehen,  wenn  sie  die  intendierte
Diagnose nicht unterstuetzen. Im Ergebnis  kann  man  feststellen,  dass
bereits nach fuenf Jahren zentral gelenkter KI-Forschung die  erstellten
KI-Systeme die kognitive Performanz von Menschen  in  sehr  wesentlichen
Punkten uebertreffen. Einer Anwendung dieser Fortschrittstechnologie zur
Erstellung     kostensparender     sogenannter      "Referentensysteme",
"Ministersysteme" oder sogar "Kanzlersysteme" steht also nichts entgegen.
(Dieses Projekt wurde vom BMFT unter Nr.TXQ368A452 gefoerdert)
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NFZKKI-89-002
R. Zesch
  "Kognitive und non-kognitive Kriterien fuer die Benutzer von
   Expertensystem-Shells und anderen KI-Systemen"
   Februar 1989, 6 Seiten.

Erfreulicherweise   weichen   die    koerperlichen    und    motorischen
Anforderungen (z.B. Augenabstand, Fingerandruckkraft, etc. )  von  denen
fuer  Benutzer  konventioneller  EDV-Systeme  kaum  ab.  Als  kognitiver
Constraint ergab sich aber, dass fuer eine erfolgreiche Anwendung  eines
KI-Systems der IQ des Benutzers groesser als der  IQ  des  Systems  sein
muss.  Das  Untersuchungsergebnis  zeigte  sich  immerhin  als  von  der
Betriebssystemumgebung (MS-DOS, BS2000, MVS) des KI-Systems unabhaengig.
Trotzdem  ist  bei  Einfuehrung   von  "Intelligenten  Assistenten"  der
Austausch eines groesseren  Anteils  von  Topmanagern  des  exemplarisch
betrachteten Unternehmens zu erwarten.
Die Studie  wurde  finanziell  unterstuetzt  durch  eine  Ludwigshafener
Firma.    Ihr    wurde   eine   sehr   umfassende    Folgestudie   ueber
softwaretechnologische  Massnahmen  zur bedarfsweisen  Senkung  des  IQs
von KI-Programmen empfohlen.
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NFZKKI-89-003
R. Lipa
  "Sozio-konnektionistische Ueberpruefung des
   society-of-minds-Paradigmas der kuenstlichen Intelligenzforschung"
   Maerz 1989, 30 Seiten.

Im Gegensatz zu den optimistischen Annahmen der bisherigen  KI-Forschung
ist Intelligenz  nicht  kumulativ,  sondern  disjunktiv.  Die konnektive
Intelligenz mehrerer Menschen ergibt  nicht  einen  hoeheren  kognitiven
Level, sondern hoechstens den  des  kleinsten  gemeinsamen  Nenners  der
Einzelintelligenzen  des   sozio-konnektionistischen   Systems.   Dieser
Effekt  einer  "ungraceful  degradation"  laesst  sich  nicht  nur  fuer
KI-Workshops,  sondern  auch   fuer   die   Zusammenschaltung   mehrerer
Expertensysteme theoretisch prognostizieren.
(Studie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung)
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NFZKKI-89-004
R. Zesch & R. Lipa
  "Grundlagenforschung wissensorientiert angewendet"
   (erscheint nach Freigabe durch den NFZKKI-Aufsichtsrat;
     - oder durch Entscheid des Arbeitsgerichts Freiburg)

In  diesem  bislang  internen  Diskussionspapier  wird,  basierend   auf
aktuellen Forschungsergebnissen, zweifelsfrei abgeleitet:

 - dass unintelligente  Menschen auch durch das beste KI-System nicht zu
   einer produktiven Benutzung ihres Personalcomputers befaehigt  werden
   koennen,

 - dass der Bau  von  XPS-Shells,  mit  denen  Gruppen  durchschnittlich
   intelligenter     Menschen     ueberdurchschnittlich     intelligente
   KI-Programme herstellen sollen, der doppelt untaugliche Versuch  ist,
   ein kognitives Perpetuum Mobile zu bauen.

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Die Arbeitsberichte des Nationalen Forschungszentrums fuer  Kognitions-,
Konnektionismus- und Intelligenzforschung (NFZKKI) in  Freiburg/Br. sind
kostenlos erhaeltlich. Sie entstanden in der Kieler  Arbeitsgruppe  fuer
Anwendungsorientierte Wissensgrundlagen des Freiburger Zentrums.

       Bestellungen bitte an: lipa@nfzkki.uni-kiel.dbp.de
       oder beim Freiburger Sekretariat: (0761) 13-6177

Viele Gruesse,
   R. Lipa
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Technical Details
Message-ID: <439@unido.UUCP>
Path: arc1-ca.pugleaf.net!gmdzi!unido!mod-ki

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From: mod-ki@unido.UUCP (Hans-Werner Hein)
Newsgroups: dnet.mod-ki
Subject: Arbeitsberichte des NFZKKI
Keywords: Veroeffentlichungen
Message-ID: <439@unido.UUCP>
Date: 31 Mar 89 19:17:02 GMT
Reply-To: "R. Lipa" <lipa@nfzkki.uni-kiel.dbp.de>
Distribution: dnet
Organization: Institut fuer Roboterforschung (IRF), Uni Dortmund
Lines: 96
Approved: mod-ki@unido.UUCP (Hans-Werner Hein)
Posted: Fri Mar 31 20:17:02 1989