Article View: dnet.mod-ki
Article #4622.European Workshop on Natural Language Generation
From: Hans-Werner Hein
Date: Thu, 18 May 1989 08:52
Date: Thu, 18 May 1989 08:52
124 lines
7354 bytes
7354 bytes
From: "S.Busemann/ H.Horacek" <BUSEMANN%DB0TUI11.BITNET@tub>
To: mod-ki@unido.uucp
Date: Mon, 08 May 89 11:46:41 MEZ
Subject: 2.European Workshop on Natural Language Generation
Keywords: Berichte
mod-ki message 0248
************************************************************************
Bericht ueber den
"Second European Workshop on Natural Language Generation"
6.-8. April 1989, Universitaet Edinburgh
Stephan Busemann (TU Berlin), Helmut Horacek (Univ. Bielefeld)
In einer der schoensten Staedte der britischen Insel fand zwei Jahre
nach dem Treffen in Abbeye de Royaumont in Frankreich der zweite
europaeische Generierungsworkshop statt, der von Robert Dale, Chris
Mellish und Michael Zock hervorragend vorbereitet wurde. Er war mit 37
Teilnehmern aus zehn Laendern (zwei Drittel davon aus Grossbritannien,
den Niederlanden und den USA) international besetzt, und Vielfalt
spiegelte sich auch im Gesamtbild der 15 Vortraege, die es in der
knappen Zeit gerade noch erlaubten, den Ueberblick zu behalten. Ohne die
zu Beginn der Veranstaltung verteilten 'Extended Abstracts' (deren
Einreichung eine Voraussetzung fuer die Vortragsannahme bildete) waere
das kaum moeglich gewesen.
Die Eroeffnung bildet der eingeladene Vortrag von Kathy McKeown
(Columbia Univ., USA). Sie berichtet von der Zusammenfuehrung mehrerer
Arbeiten mit Textschemata aus unterschiedlichen Domaenen. Dabei haben
sich hierarchische Abhaengigkeiten zwischen Schemata herausgestellt,
die je nach Art der in der jeweiligen Domaene ueblichen Beschreibungen
zu unterschiedlichen Auspraegungen fuehren.
Auch im weiteren sind am ersten Tag Textplanung und Diskurs dominante
Themen. Helmut Horacek (Bielefeld) beschreibt die Architektur der
Generierungskomponente von WISBER, einem Beratungssystem, das sowohl
natuerlichsprachliche Analyse als auch Generierung beinhaltet.
Hervorzuheben sind dabei Teilkomponenten zur Inhaltsbestimmung mittels
Transformationen sowie fuer adaequate und eindeutige Beschreibungen,
jeweils auf rein terminologischer Ebene, und ein unifikationsbasiertes
Verbalisierungsverfahren.
Mit Textstrukturierung und dem Generieren von referierenden Ausdruecken
beschaeftigt sich Robert Dale (Edinburgh) in seinem System EPICURE.
Anhand der Domaene der Kochrezepte demonstriert er die Erzeugung
verschiedener Arten von Verkuerzungen sowie geeigneter Referenzen auf
Objekte, z.B. solche nach einer Zustandsveraenderung.
Denis Carcagno (Montreal) behandelt die Generierung einer
Zusammenfassung fuer umfangreiche Protokolle eines Betriebssystems. Er
konzentriert sich dabei auf die Bestimmung von Textinhalt und
Textstruktur.
Alison Cawsey (Edinburgh) beschaeftigt sich mit der Generierung von
erklaerendem Text, wobei die Interaktion mit dem Benutzer einbezogen
wird. Dabei wird gezeigt, wie Verstaendnisfragenan kritischen Stellen
und deren Beantwortung den weiteren Verlauf einer Erklaerung
beeinflussen.
(Noch) keine Loesungen, aber einige Probleme (in diesem Vortrag)
beschreibt Ed Hovy (USC/ISI, Marina del Rey) in Bezug auf die Planung
von Textpassagen: die Formalisierung der Rhetorical Structure Theory;
das Auffinden von geeigneter Information, um kommunikative Ziele zu
realisieren; die Fokusbehandlung sowie die Organisation des Inhalts von
Saetzen und Nominalphrasen.
Den zweiten Tag eroeffnet Ivan Rankin (Linkoeping), der Generierung
im Bereich Expertensysteme betrachtet, wobei eine Kritik eines
Benutzervorschlags fuer Problemloesungen erzeugt wird. Aufgrund der
Differenzen zum (im Sinne des Expertensystems) optimalen Loesungsweg
werden Korrekturen und Erweiterungen verbalisiert und
situationsbedingt auch Begruendungen fuer Abweichungen geliefert.
John Levine (Cambridge, UK) benutzt eine bidirektional verwendbare
Unifikationsgrammatik mit Montague-Semantik zur taktischen Generierung
innerhalb eines Frage-Antwort-Systems.
Gertjan van Noord (Univ. Utrecht)plaediert fuer Bottom-Up-Generierung
in unifikationsbasierten Formalismen und zeigt anhand der
Subkategorisierung in HPSG, warum eine Top-Down-Strategie nachteilig
(fuer lexikonzentrierte Formalismen) sein kann.
Fuer eine angemessene Objektkennzeichnung schlaegt Ehud Reiter (Harvard
Univ.) Regeln aufgrund der Grice'schen Maximen vor, die ausdruecken, was
bei der Kennzeichnung implizit bleiben darf und andere, die fordern, was
implizit bleiben muss.
Einige psycholinguistische Arbeiten rundeten den zweiten Tag ab.
Koenraadt de Smedt (Nijmegen) beschreibt inkrementelle Generierung
syntaktischer Strukturen anhand des Formalismus der Segment-Grammatik.
Solche Strukturbildung kann als verteilte Unifikation aufgefasst werden,
die eine teilweise parallele Verarbeitung erlaubt.
Helen Petrie (Univ. of Sussex) zeigte recht eindrucksvoll den Kontrast
zwischen kuenstlichen, geplanten Texten (a la Davey 1978) und
natuerlichen, gesprochenen Texten (aus eigenen Tonbandprotokollen) auf.
Anhand von Pausen, Zoegern und Fehlern untersucht sie, wie Menschen
syntaktische Strukturen planen und generieren.
Bei kaum einer Konferenz in einem einschlaegigen Bereich fehlt
derzeit ein Beitrag ueber Konnektionismus. In Edinburgh wird dieser
von George Houghton (Cambridge, UK) bestritten, der ein im Vergleich
zu anderen Ansaetzen geeigneteres Netzwerkmodell praesentiert, das
Woerter in Form von Lautsequenzen lernt.
Am letzten Tag bildeten zwei Vortraege ueber Grammatik-Formalismen
den Abschluss des Workshops. Stephan Busemann (TU Berlin) beschreibt
unterschiedliche Top-Down-Generierungsstrategien mit GPSG (grammatik-
vs. strukturgesteuert) und damit verbundene Probleme hinsichtlich der
Interaktion von separat repraesentiertem Wissen ueber Sprache und
Kontrollfluss.
Patrick Saint-Dizier (Toulouse) stellt ein Bottom-Up-Verfahren zur
Satzgenerierung aufgrund einer X-Bar-Syntax und der Prinzipien der
GB-Theorie vor, die in Dislog, einer Prologerweiterung, modelliert sind.
Alle, die ein Papier eingereicht haben, sollen von den Organisatoren zur
(begutachteten) Veroeffentlichung aufgefordert werden. Der naechste
europaeische Generierungsworkshop soll, mit etwas mehr Zeit fuer
Diskussionen, in etwa zwei Jahren in einer eher laendlichen Gegend
stattfinden. Helmut Horacek (Bielefeld) wird ihn vorbereiten; Michael
Zock (Paris) bot seine Unterstuetzung an. Es koennte sein, dass
Gelegenheit zum Skifahren geboten wird...
************************************************************************
Technical Details
Message-ID:
<470@unido.UUCP>Path:
arc1-ca.pugleaf.net!gmdzi!unido!mod-kiShow Full Headers
Complete Article Headers
X-Google-Language: GERMAN,ASCII-7-bit X-Google-Thread: 1684e7,e9fc3be886317358,start X-Google-Attributes: gid1684e7,public X-Google-ArrivalTime: 1989-05-18 06:00:19 PST Path: arc1-ca.pugleaf.net!gmdzi!unido!mod-ki From: mod-ki@unido.UUCP (Hans-Werner Hein) Newsgroups: dnet.mod-ki Subject: 2.European Workshop on Natural Language Generation Keywords: Berichte Message-ID: <470@unido.UUCP> Date: 18 May 89 08:52:41 GMT Reply-To: "S.Busemann/ H.Horacek" <BUSEMANN%DB0TUI11.BITNET@tub> Distribution: dnet Organization: Institut fuer Roboterforschung (IRF), Uni Dortmund Lines: 124 Approved: mod-ki@unido.UUCP (Hans-Werner Hein) Posted: Thu May 18 09:52:41 1989