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1 total messages Started by Joerg Anslik Tue, 07 Jan 1992 22:41
Der Datenraub, Teil II
#215
Author: Joerg Anslik
Date: Tue, 07 Jan 1992 22:41
308 lines
18330 bytes
--
File: Datenraub2.txt, Copyright (C) by Joerg Anslik 1991
Path: HirnDisk1:TEXT/Texte/
Aut : Joerg Anslik
WWTM: NIGHTSHIFT

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=====				 Der Datenraub				 =====
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=====	    Ein Kriminalstueck nach einem Roman von Agatha Christeee	 =====
=====									 =====
=====				    TEIL II				 =====
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Die Personen:

- Kurt Kackmann, Kommissar des Koelner Datendezernates
- Hansi Frueh, Assistent von Kommissar Kackmann
- Magic "Bytelord" Ceee, Student der Philosophie und Wirtschaftsinformatik
- Die Rockerbande "Hell's Harddisks":

	"Uncle" Tom Becker, Chef der Bande
	"The Duke", Faelscher und Hersteller zweitklassiger Plagiate
	Frodo, Intellektueller und Gruendungsmitglied
	Karsten "Kicket", Bandendepp
	Udo Werner, Mitlaeufer

- Udo Schroeder, Agent der AOK im Aussendienst
- Stefan "SAL" Brain, Strohmann an der Universitaet Koeln
- Rudolf Schnee, Betreiber eines illegalen Datenbanksystems

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Zweites Buch							     Kapitel I

Das schrille Klingeln des Telefons riss Udo Schroeder aus dem Schlaf. Wer
wagte es, mitten in der Nacht anzurufen und ihn so um seine wohlverdiente
Erholung zu bringen? Aergerlich nahm er den Hoerer von der Gabel und kraechzte
mit verschlafener Stimme ein "Ja, verdammt!" hinein. Der naechtliche Stoeren-
fried entpuppte sich bereits nach dem ersten Satz als Stefan Brain, von seinen
wenigen Freunden "SAL" genannt. Er war Student der Mathematik an der Universi-
taet Koeln, wobei er durch gelegentliches Verkaufen brandheisser Informationen
an die Polizei, aber auch an Leute der Gegenseite, sein geringes BAFoeG auf-
besserte. Er schien seine Ohren ueberall zu haben, nichts entging ihnen, auch
nicht die geringste Kleinigkeit, und so war es denn auch nicht verwunderlich,
dass er bereits bestens ueber den bevorstehenden Datentransfer von Magic Ceee
und dem Raubzug der "Hell's Harddisks" Bescheid wusste. Noch etwas benommen
wischte Udo Schroeder sich ueber die Augen, wurde jedoch sofort hellwach als
er hoerte, was sein Gespraechspartner ihm da mitteilte.

"Pass' mal auf Udo. Wir kennen uns schon lange, und daher sollst du der erste
sein, dem ich ein fuer beide Seiten lukratives Angebot machen moechte, bevor
die Polizei davon Wind bekommt. Innerhalb der naechsten Woche wird ein Ding
ueber die Buehne gehen, von dem man - vorausgesetzt, es klappt - noch in
dreissig Jahren reden wird. Es geht um Datenraub im ganz grossen Stil.
Interesse?"

"Hm...erzaehl' mir noch'n bisschen mehr, wie soll ich denn jetzt schon wissen,
ob sich's lohnt?"

"Nee, nee! Das war eigentlich schon mehr als genug. Alles weitere kostet Geld;
aber du kannst mir glauben: wenn du meine Infos geschickt fuer dich einsetzt,
dann bist du im Handumdrehen der neue Chef bei euch. Vertrau' mir."

"Vertrauen? Das ich nicht lache! Aber gut - wieviel?"

"Zehntausend. Bar auf die Hand."

"Du spinnst doch wohl! Zehntausend! Fuer die Haelfte - gemacht."

"Also dann, mach's gut...!"

"Okay, okay, reg' dich ab. Muss' ja doch was dran sein, wenn du nicht mit dir
handeln laesst. Erzaehl!"

"Dann pass' mal gut auf..."

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								    Kapitel II

Kommissar Kackmann und sein Assistent hatten einen ruhigen Tag gehabt. Die
Kollegen vom Morddezernat baten sie um Hilfe bei der Identifizierung eines
ausgeschlachteten Rechners, den man in einer Kiesgrube in der Naehe von
Pulheim gefunden hatte und der offensichtlich einer Gewalttat zum Opfer gefal-
len war. Kackmann und Frueh mussten also gezwungenermassen ihr warmes Buero
verlassen, um in der verregneten Kaelte ihren Job zu tun. Und als ob dies
nicht schon Strafe genug waere, rutschte der Kommissar auch noch auf einem
glitschigen Stein in der Kiesgrube aus und rollte einige Meter die matschige
Boeschung hinab. Mantel und Hose waren voll von klebrigem Lehm und Sand, und
Kackmann bot ein Bild des Jammers, wie er da leicht zitternd in seiner klammen
Kleidung in der Kiesgrube stand, sichtlich bemueht, seine Beherrschung ange-
sichts des Gelaechters seiner Kollegen nicht zu verlieren.

Im Buero kochte Oberinspektor Frueh ihm erstmal einen starken Kaffee, den
Kackmann mit einem guten Schluck aus seiner im Aktenschrank verborgen
gehaltenen Cognacflasche verfeinerte, hinterher jedoch dazu ueberging,
zwischen Kaffeetasse und Flasche zu wechseln, um schliesslich bei der Flasche
haengenzubleiben, die aufgrund ihres groesseren Fassungsvermoegens nicht so
schnell leer wurde, wie dies bei der Tasse der Fall war. Seine Frau brachte
ihm, nachdem er sie am Telefon darum gebeten hatte, trockene Kleidung ins
Buero, wobei sie sich ihre Bemerkung die Fahne Kackmanns betreffend verkniff
und fuer den Abend aufhob.

Gluecklicherweise war die taegliche Besprechung im Buero des Dezernatsleiters
schon kurz nach Dienstbeginn gewesen, so dass Kackmann um eine etwaige Recht-
fertigung seiner Trunkenheit im Dienste herumkam. Oberinspektor Frueh hingegen
erledigte den anfallenden Papierkram und liess die leere Cognacflasche elegant
im Papierkorb eines Bueros der Drogenfahndung verschwinden, wobei er sich be-
muehte, ein Entdecken derselben durch den Leiter dieser Abteilung moeglichst
einfach zu gestalten, um so den werten Herren Fahndern mal so richtig eins
auszuwischen, da sie seiner Meinung nach durch die Bank arrogant waren und An-
gehoerige der anderen Abteilungen konsequent herablassend behandelten. Er und
Kackmann lachten sich fast halb tot, als Herr Dr. Schorn, seines Zeichens
Leiter der Drogenfahndung, die gesamte Belegschaft um das von ihm aufgefundene
Beweisstueck antraben liess und von jedem einen Test mit dem Alkoholmessgeraet
absolvieren liess. Bei Sandberg, einem besonders arrogantem Mitarbeiter von
Dr. Schorn, schlug das Geraet dann auch tatsaechlich Alarm. Umsonst beteuerte
er, in der Mittagspause nur ein Glas Koelsch getrunken zu haben, als Dr.
Schorn ihn aufforderte, in sein Buero zu kommen.

Das war der einzige Lichtblick an diesem trueben Tag, und als Kackmann nach
Dienstschluss den Heimweg - fast nuechtern - antrat, schmunzelte er noch immer
ueber diesen Streich von Oberinspektor Frueh. Bei dem Gedanken an das, was er
jedoch gleich zu Hause zu hoeren bekommen wuerde, wich alle Heiterkeit aus
seinem Gesicht.

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								   Kapitel III

Udo Schroeder war zu erregt, um in dieser Nacht erneuten Schlaf finden zu
koennen. Wenn das, was SAL ihm da eben mitgeteilt hatte, tatsaechlich stimmen
sollte (er zweifelte jedoch nicht daran), dann hatte er nun etwas in seinen
Haenden, mit dem es ihm gelingen konnte, seinen verhassten Chef aus dem Leder-
sessel, der ihm, wie er meinte, viel besser zu Gesicht stand, herauszukatapul-
tieren. Er musste aber behutsam vorgehen, durfte keinen Fehler machen und
musste den Trumpf im richtigen Moment ins Spiel bringen.

Das war angesichts der knappen Zeitspanne, die ihm verblieb, kein leichtes Un-
terfangen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor war die Polizei. Wenn sie bereits
im Vorfeld Wind bekam, dann konnte er nichts mehr ausrichten, da ihm dann die
Haende gebunden waren. Aber wenn SAL nicht plauderte, dann hatte er wohl
reelle Chancen, dass dies nicht passieren wuerde.

Dieser Kackmann! Der Kommissar bereitete ihm die groessten Sorgen. Kackmann
war ein alter schlauer Fuchs, klug und gewitzt durch seine lange Dienstzeit.
Auch er hatte seine Informanten, zu denen bisweilen auch SAL zaehlte, und auch
er wusste hin und wieder von Sachen lange bevor jemand anders sie erfuhr. Er
hatte dieses gewisse Gespuer fuer Ungereimtheiten und konnte aus scheinbar
belanglosen Einzelteilen das Puzzle einer glasklaren Loesung beinahe muehelos
zusammensetzen, wie er es eindrucksvoll in mehreren Faellen unter Beweis ge-
stellt hatte.

Der Kommissar war Schroeders schaerfster Konkurrent, doch er hatte dank SAL
den entscheidenden Vorsprung, den es nun auszubauen galt. Die Vereitelung des
Datenraubes kam ihm bei weitem nicht in den Sinn; vielmehr wollte er die Bande
nach erfolgtem Raubzug in Udo Werners Wohnung stellen und sie um die Beute
prellen. Das Diebesgut wuerde er dann seinem Chef unterjubeln und ihn der Mit-
taeterschaft bezichtigen, worauf dieser fuer lange Jahre hinter Gittern ver-
schwinden und Schroeder zum Chef befoerdert werden wuerde. Nun ging es darum,
die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, um seine am Tage X vorgebrachten
Beschuldigungen gegen seinen Chef untermauern zu koennen.

Er stand auf, zog sich seinen Morgenmantel ueber und ging leise ins Wohn-
zimmer, um seine Frau und die beiden Kinder - in Kuerze wuerden es drei sein -
nicht zu wecken. Er setzte sich an den Computer, schaltete ihn ein und
startete die Textverarbeitung. Dir werd' ich's geben! sagte er zu sich, als
vor seinem geistigen Auge das Bild seines Chefs erschien. Mit geuebten
Haenden und viel Fantasie begann er nun, einen Schriftwechsel zwischen seinem
Chef und dem Anfuehrer der "Hell's Harddisks" zu erfinden, welcher beiden bei
der Verhandlung, zu der es durch seine Mithilfe kommen wuerde, das Genick
brechen sollte.

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								    Kapitel IV

Die geraeumige Wohnung in dem Mehrfamilienhaus in Koeln Riehl war durchweg ge-
muetlich zu nennen, auch wenn sie mit ihren fuenf Zimmern, die nur von zwei
Personen genutzt wurden, etwas zu gross erschien. Magic Ceee hingegen war
froh, dass er auf diese Weise zwei Zimmer zur Verfuegung hatte, von denen er
das eine zum Arbeiten und Entspannen, das andere hingegen zum Schlafen nutzte.
Das Arbeitszimmer platzte mit seinen zwoelf Quadratmetern aus allen Naehten,
so sehr war es mit Computern, Buechern, Gitarren und allerlei anderen Sachen
vollgestopft. Bisweilen wunderte er sich, dass er noch nicht mitsamt der Ein-
richtung durch den Fussboden in die darunterliegende Wohnung eingebrochen war,
denn nach seinen Schaetzungen befanden sich in diesem Raum ungefaehr sechzig
Prozent des Gesamtgewichtes der Wohnungseinrichtung.

Der grosse Schreibtisch hingegen bog sich schon merklich unter der Last der
auf ihm abgestellten Geraetschaften, so dass Magic Ceee ihn aus Angst, er
koennte in der Mitte durchbrechen, an statisch wichtigen Stellen durch Akten-
ordner und Diskettenkaesten abgestuetzt hatte. Seine Mutter betrat diesen
Abschnitt ihrer Wohnung schon seit langem nicht mehr, nachdem sie feststellen
musste, dass alle ihre Aufraeumungsarbeiten zum einen Geschrei ihres Sohnes
heraufbeschwoerten, der nach solcherlei gutgemeinten Aktionen behauptete,
nichts mehr finden zu koennen, und zum anderen eh nach wenigen Tagen wieder
zunichte gemacht wurden, wenn eben dieser wieder alle seine Sachen, die er
irgendwann mal gebraucht hatte, an noch freien Plaetzen des Fussbodens liegen-
liess, wo sie dann allmaehlich entweder verstaubten oder selbst zu Staub
wurden. "Kreativitaet entsteht nicht in Kasernen!", pflegte er ihr mitzutei-
len, wenn sie wieder einmal die Sprache auf das Chaos in seinem Zimmer
brachte, verschwieg jedoch, dass er diese Weisheit in irgendeinem Bericht
ueber einen Designer gelesen hatte, der nach dieser Auffassung lebte. Dieser
bebilderte Artikel hatte deutliche Spuren beim ihm hinterlassen, und er
ernannte den Schoepfer jenes Ausspruches zu seinem Meister in Sachen Unordnung
mit dem Bestreben, ihm als Schueler gerecht zu werden.

Nach dem vormittaglichen Stress im Hoersaal - er hatte nur wenig von dem, was
der Professor da als Wissen an den Mann brachte, aufgenommen - sass er nun auf
seinem altersschwachen Sofa und trank eine Tasse gezuckerten Milchkaffees, den
er nach amerikanischer Art immer sehr schwach zuzubereiten pflegte, um Unmen-
gen davon trinken zu koennen und lauschte abwesend dem Programm des lokalen
Rundfunksenders, der bei der Wahl der Musik jedoch seinen Geschmack bei wei-
tem verfehlte. Als die ersten Takte eines Liedes der "New Kids on the Block"
ertoenten, schaltete er entsetzt das Radio aus, legte eine CD in den
CD-Spieler und schenkte sich eine neue Tasse Kaffee ein. Er hatte an diesem
Nachmittag nicht viel fuer sein Studium zu tun, der Kram aus Vorlesung ueber
die Boolesche Algebra war ihm durch den staendigen Einsatz derselben beim
Schreiben von Programmen sowieso gelaeufig. Er erhob sich vom Sofa und setzte
sich an den Tisch, schaltete seinen (wie er ihn nannte) "Lieblingscomputer"
ein und probierte die neuen Spiele aus, die Rolf ihm mitgegeben hatte. Nach
drei verlorenen Weltraumschlachten und somit gescheiterten Versuchen, die Welt
vor der Unterjochung durch ferngesteuerte Androiden zu retten beschloss er, an
dem vor einiger Zeit begonnenen Kriminalroman weiterzuschreiben. Er konnte ja
nicht wissen, wie sehr ein paar Leute darauf warteten, dass er endlich fertig
werden wuerde...

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								     Kapitel V

Rudolf Schnee war das, was man gemeinhin als Hehler bezeichnet, obwohl er je-
des seiner Geschaefte so mit Serioesitaet auszukleiden verstand, dass ihm die
Polizei bisher nie etwas nachweisen konnte. Er unterhielt eine Reihe von
Scheinfirmen, darunter auch eine Autowerkstatt nahe seiner Wohnung, ueber die
alle Transaktionen abgewickelt wurden. War er tagsueber der sorgende Ehemann
und Vater, so wurde er nachts zum skrupellosen Geschaeftsmann, an dessen
Haenden das Blut von mehr als einem Kunden klebte, der es gewagt hatte, Preise
ueber Gebuehr beim Ankauf heisser Ware druecken oder beim Verkauf anheben zu
wollen. Natuerlich erledigte er diese Art der Beendigung jedweder Geschaefts-
beziehungen nicht selber. Dies war Aufgabe eines von ihm bezahlten Killers,
der in der Koelner Unterwelt unter dem Namen "Schmal" beruehmt und beruechtigt
war. "Schmal" arbeitete sauber, lautlos und unauffaellig, hinterliess keiner-
lei Spuren bei der Ausuebung seiner Taetigkeit und war verschwiegen wie ein
Grab; kurz: der ideale Mann, wenn es darum ging, laestig gewordene Leute und
Schnueffler zuverlaessig loszuwerden. Und mit solchen hatte Rudolf Schnee
haeufig zu tun.

Er liebte es, nach der "Arbeit" seinem Hobby, dem Betreiben einer privaten Da-
tenbank am oeffentlichen Telefonnetz - das einzig Illegale, das man ihm haette
nachweisen koennen - nachzugehen, ueber die auch unter anderem die Mordauf-
traege fuer "Schmal" abgewickelt wurden. Die Datenbank erfreute sich regen
Zulaufs von Seiten der Computeranwender, die ihre Moeglichkeiten zur
schnellen Verbreitung von Anfragen oder privater Mitteilungen untereinander
zu schaetzen wussten. Die Nutzung des Systems war, abgesehen von den Kosten
fuer die Telefonverbindung, gebuehrenfrei. Doch wohl jeder haette einen
grossen Bogen um die Datenbank gemacht, wenn er geahnt haette, welch eiskalte
Bestie ihr Betreiber war.

Niemand wusste von dem Doppelleben, das Rudolf Schnee fuehrte; selbst seiner
Frau gegenueber hatte er immer verschwiegen, auf welche Art und Weise er sein
Geld verdiente. Denn wer vermutet schon hinter der Maske des sorgenden Ehe-
mannes die fuerchterliche Fratze eines Schwerverbrechers? Die gelegentlichen
Hausbesuche der Polizeibeamten schrieb sie seinem grossen Freundeskreis zu.
War es denn nicht so, dass ihr Mann hin und wieder saemtliche Nutzer seiner
Datenbank einlud, um sie im Rahmen eines Gartenfestes naeher kennenzulernen?
Warum also sollten hierunter nicht auch Polizisten sein? Nein, sie war
wirklich weit von der Wahrheit entfernt; doch haette sie sie geglaubt, wenn
man sie ihr gesagt haette? Wohl kaum.

Um sich neue Verkaufsquellen und potentielle Kunden zu sichern, war Schnee na-
tuerlich immer daran interessiert, neue Nutzer in seine Datenbank zu holen. Da
in Koeln jedoch, wie fast ueberall, eine schier unueberschaubare Anzahl von
solchen Systemen existierten, musste man sich schon einiges einfallen lassen,
um Leute von anderen Systemen weg in das eigene zu locken. Das Zauberwort
hierfuer hiess: Daten. Wer in seinem System aktuelle und informative Daten
bereithielt, dem war eine starke Frequentierung gewiss - und an solcher war
Schnee natuerlich in hohem Masse interessiert, wenn er nicht auf seiner zum
Verkauf stehenden Hehlerware sitzen bleiben wollte. Sicher, es bestand die
Moeglichkeit, sein System mit denen anderer Betreiber zu vernetzen, um auf
diese Weise Daten der anderen empfangen und anbieten zu koennen; doch das
Risiko, Angebote an einen eingeschleusten Spitzel zu vermitteln war ihm zu
hoch, denn die Teilnehmer der anderen Systeme waren ihm ja unbekannt - im
Gegensatz zu jenen in seinem System, wo er von jedem den Namen und die
Anschrift besass. Nein, er musste seine Daten auf andere Art und Weise
besorgen.

Wie gelegen kam ihm da das Angebot von "Uncle" Tom Becker, gegen entsprechende
Bezahlung hochwertiges Datenmaterial, frisch aus der Hand des Erzeugers, be-
kommen zu koennen. Ueber den Preis war man sich schnell einig geworden, doch
erschien die vereinbarte Summe Schnee nun doch etwas zu hoch, da er ja
ungepruefte Ware ankaufte. Doch wer wollte ihn denn zur Bezahlung zwingen? Es
gab ja auch noch "Schmal"...

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Teil 3 demnaechst auf diesem Bildschirm!

Bis dann,
		Magic Ceee   *8^)

   _
_ // Barbarus hic ego sum quia non intellegor ulli.
\X/  Anyway, life's a Bratwurst.
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