Thread View: dnet.witze
2 messages
2 total messages
Started by Heinrich Seebauer
Thu, 14 Nov 1991 09:25
True Story (Ville)
Author: Heinrich Seebauer
Date: Thu, 14 Nov 1991 09:25
Date: Thu, 14 Nov 1991 09:25
56 lines
3565 bytes
3565 bytes
Hier zur Abwechslung mal eine wahre Geschichte. Die mundartlichen
Passagen bitte ich zu entschludigen, ich werde sie hinterher
uebersetzen. Die beiden Protagonisten der Geschichte leben noch, ich
werde daher nur ihre Vornamen nennen. Die Orthographie ist der
lokalen Ausspracheregelung des Vorgebirgsplatts angenaehert. So steht
z.B. "saarens" fuer "sag (ein)mal", das man in der Koelnischen
Orthographie etwa als "saach ens" schreiben (und auch sprechen wuerde)
wuerde, so eine Art Liaison wie im Franzoesichen also.
Ich hoffe, das Ganze ist kein Insiderwitz, wer die beiden kennt, kennt
diese Geschichte, und kann sehr gut beurteilen, ob man sie den beiden
zutraut oder nicht. Die Geschichten, die man sich ueber die beiden
erzaehlt, machen sie schon irgendwo zu Originalen. But, here we go.
Die Geschichte spielt irgendwann anfang der siebziger Jahre, in denen
bei uns im Vorgebirge (zwischen Bonn und Bruehl) noch der Geist der
fuenfziger und die Wirtschaftskraft der sechziger Jahre Stand der
Dinge waren. Es war die Zeit, als de Ies-Koebes [Jakob, der
Eisverkaeufer] noch mit seinem Anhaenger durch Waldorf fuhr, des
sommers Eis und des freitags Fisch verkaufte (dieses hausgemachte Eis
schmeckte, ausser samstags, sehr gut) und die Portion zehn oder
zwanzig Pfennig kostete. Der Fisch war frisch und ohne Quecksilber,
der Bonner Rheinuferbahnhof (der natuerlich nicht am Rheinufer lag,
sondern nur so hiess, weil er Endhaltestelle der Rheinuferbahn war,
die jetzt einfach 18 heisst) stand noch; kurzum, die Zeiten waren noch
in Ordnung, damals.
Es war jene Zeit, als Hein und sein Bruder Schang [Heinrich u. Jean]
ab und an "in die Stadt" fuhren. Bonn, damals etwa halb so gross wie
der Chicagoer Zentralfriedhof, dafuer aber doppelt so tot, war eben
"die Stadt". Nach einem ausgiebigen Bummel (ein Rheintour, hier 'rein,
da 'rein usw.) langten die beiden im Rheinuferbahnhof an, dessen
Bahnhofsrestauration nicht immer den besten Ruf hatte.
Nun, es begab sich, dass unsere beiden, die urspruenglich nur die
Wartezeit auf den naechsten Zug ueberbruecken wollten, doch ein wenig
laenger warteten und auch mehr als das geplante eine Bierchen zu sich
nahmen. Schang sass seinem Bruder gegenueber an einem Tisch und
beobachtete aufmerksam die gegenueberliegende Wand. Dies bemerkte sein
Bruder, worauf er fragte:
"Saach, wat oechste de janze zick do eroever?"
[sag, aus welchem Grunde schaust du die ganze Zeit dort hinueber?"]
"Joo, esch passe op mingenhoodop. De dinge'esatt zwanzisch menutte fott."
[Ja, ich passe auf meinen Hut auf. Der deine ist schon seit zwanzig
Minuten weg]
H.
--
/---S---\ Heinrich Seebauer
BARDE---Y-----BARDE Institut fuer Informatik Abteilung fuer Informatik IV
\---N---/ Roemerstr. 164, W-5300 Bonn 1, x228 / 550 223
\---C-/ dataflow - the better way
True Story (Muelheim am Rhein) (War: Re: True Story (Ville) )
Author: Bruno Blissenbach
Date: Mon, 18 Nov 1991 11:43
Date: Mon, 18 Nov 1991 11:43
41 lines
3006 bytes
3006 bytes
Hier ohne Abwechslung mal eine weitere wahre Geschichte. Sogar aus einer nicht weit entfernten Gegend, aehnliches Thema. NUR: viel aelter, so aus der Zeit von 80 bis 85, als das heutige Koeln-Muehleim noch richtig Muehlheim am Rhein hiess und selbstaendig war und nicht mal durch eine Bruecke mit dem "ewigen" Koelle verbunden war. Selbst die Schiffsbruecke war nur an manchen Wochentagen - Tagen, nicht Naechten - fuer Fussgaenger geoffnet und kostete wahnsinnige 5 Pfennige pro Fussgaenger; kurz, also zu einer Zeit, die noch viel mehr in Ordnung war, als die in der unter "References: " genannten Message beschriebene .... Mundartliche Passagen bitte entschuldigen, oder uebersetzen. Die beiden Protagonisten dieser Geschichte leben lange nicht mehr, auch sie waren Brueder. Sie waren fuer gewoehnlich nuechtern, arbeitsam und freundlich. Es kam jedoch einmal vor, dass der eine Bruder einige Abende nacheinander in einer naheliegenden Weetschaff verbrachte und diese relativ blau wieder verliess. Die beiden ersten Male war er allein dort, und weil er dabei jedes Mal einen Mantel einbuesste - mehr besass er nicht - besprach er sich mit seinem Bruder, und am dritten Abend gingen sie zusammen hin. Sie hatten verabredet, "Mir drinkenjederepaabier, undann jommer ahndejaderob, unsoekenuns derschoensterus, undamit jommerdann heim." Man muss dazu wissen, dass fuer beide und in der damaligen Zeit, ein Mantel einen erheblichen Wert darstellte, fuer den man nicht so einfach & preiswert wie heute Ersatz beschaffen konnte. Also gingen die beiden wieder in die Wirtschaft, und kamen ebenso wieder betrunken nach hause. Am naechten Morgen fanden sie, dass sie ihren Vorsatz mehr als wahrgemacht hatten, und *jeder* einen Mantel hatte "mitgehen" lassen. Bei genauerem Hinsehen stellten sie fest, dass sie sogar genau die beiden Maentel erwischt hatten, die dem einen Bruder in der Wirtschaft gestohlen worden waren .... B.Blissenbach P.S. Die Wirtschaft existiert noch ... - Domain: brubli@purodha.GUN.de GeoNet: MBK1:B.Blissenbach OshoNet: 49/52. -- Expressed opinions are mine, & usual disclaimers. - Live & :-) (C) Copyright is mine also )C(Copyleft as well.
Thread Navigation
This is a paginated view of messages in the thread with full content displayed inline.
Messages are displayed in chronological order, with the original post highlighted in green.
Use pagination controls to navigate through all messages in large threads.
Back to All Threads