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Article #31ai/Journal: FEEDBACK 1/96
From: Guido Gabriel
Date: Sat, 06 Jan 1996 00:00
Date: Sat, 06 Jan 1996 00:00
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------------------------------------------------------------------ amnesty international AI-JOURNAL ------------------------------------------------------------------ 01/96 - feedback Amnestie in Syrien Hunderte, vielleicht sogar 1000 politische Gefangene erlangten die Freiheit: Ende November hatte Staatspr�sident Hafez al-Assad zum 25. Jahrestag seiner Macht�bernahme eine Amnestie erlassen. Unter den Freigelassenen sind zahlreiche von amnesty international betreute gewaltlose politische Gefangene. Die Freilassungen umfa�ten sowohl politische Gefangene als auch inhaftierte Ausl�nder. Die Mehrheit der Freigelassenen sollen wegen ihrer Mitgliedschaft in der "muslimischen Bruderschaft" hinter Gittern gewesen sein. ai hat anl��lich der Freilassungen den Appell an die syrische F�hrung erneuert, alle gewaltlosen politischen Gefangenen sofort und bedingungslos freizulassen. Preis f�r nigerianische Journalistin Hohe Auszeichnung f�r Christine Anyanwu: Die nigerianische Journalistin (ai-Journal, Briefe gegen das Vergessen, 12/95) erhielt im November den Menschenrechtspreis der Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen". Die Chefredakteurin des oppositionellen "Sunday Magazine" hatte zuvor bereits mehrere Journalistenpreise gewonnen, darunter einen nigerianischen und einen US-amerikanischen. Christine Anyanwu ist seit M�rz 1995 im Gef�ngnis, weil sie Artikel �ber Prozesse gegen vermeintliche Umst�rzler in Nigeria ver�ffentlicht hatte. Wegen der "Verbreitung falscher Informationen" und "St�rung der �ffentlichen Ordnung" ist sie daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Mittlerweile wurde die Strafe in 15 Jahre Gef�ngnis umgewandelt. Die "Reporter ohne Grenzen" fordern mit amnesty international die sofortige und bedingungslose Freilassung der Journalistin. Belgien: Aus f�r Todesstrafe? Konsequenz nach 45 Jahren: In Belgien will die Regierungskoalition die Todesstrafe endg�ltig abschaffen. Zuletzt ist die Todesstrafe in Belgien ein seltsam anmutender Rechtsbegriff gewesen: Sie wurde durchschnittlich jeden Monat verh�ngt, aber automatisch vom belgischen K�nig in eine lebensl�ngliche Haftstrafe umgewandelt. Jetzt soll sie endlich aus den Gesetzb�chern verbannt werden - auch im Kriegsrecht. Das derzeit g�ltige Strafgesetzbuch von 1867 sieht die Verh�ngung der Todesstrafe bei mehreren schweren Delikten vor, noch 1975 wurden die Straftatbest�nde Entf�hrung, ein Jahr sp�ter auch Flugzeugentf�hrung hinzugef�gt. Als Hinrichtungsmethode ist das Enthaupten durch die Guillotine vorgesehen; im Milit�rstrafgesetzbuch sollen Erschie�ungskommandos die Urteile vollstrecken. Die realit�tsferne Gesetzgebung wird Belgien nach l�ngerer Diskussion hoffentlich bald aufgeben. Der EU-Staat konnte wegen seiner Gesetzgebung mehrere internationale Menschenrechtsabkommen nicht unterzeichnen. Schritt zum Strafgerichtshof Langsam, aber sicher r�ckt der Internationale Strafgerichtshof n�her: Am 29. November verabschiedete ein Unterausschu� der UNO-Gebaralversammlung einstimmig eine Resolution, nach der ein Vorbereitungskomitee eingerichtet werden soll, das ein Statut f�r den St�ndigen Internationalen Gerichtshof beschlie�en soll. Die UNO-Generalversammlung mu� der Resolution noch zustimmen - normalerweise ein formaler Akt. Auch Termine f�r die Sitzungen des Vorbereitungskomitees sind schon bekannt: Im M�rz/April sowie im August 1996 soll jeweils zweieinhalb Wochen lang getagt werden. Auf der 51. Sitzung der UNO-Generalversammlung soll dann eine internationale Konferenz in die Wege geleitet werden, die den Internationalen Gerichtshof endg�ltig und beschlie�en und alle noch offenen Detailfragen soll. Der Internationale Strafgerichtshof wird seit Ende des Zweiten Weltkrieges diskutiert. Er soll sicherstellen, da� die Verantwortlichen f�r schwere Kriegsverbrechen und V�lkermord auch dann vor Gericht gestellt werden, wenn einzelne Staaten einen Proze� nicht f�hren wollen oder nicht k�nnen. Erfolgreiche Briefe Atilay Aycin ist frei: Der t�rkische Gewerkschafter (ai-Journal, Briefe gegen das Vergessen, 11/95) konnte im November das Gef�ngnis verlassen. Grund f�r die Freilassung war die �nderung des Artikels 8 des t�rkischen Anti-Terror-Gesetzes, der "separatistische Propaganda" unter Strafe stellt. Aycin, der auf einer Veranstaltung des T�rkischen Menschenrechtsvereins in Istanbul �ber "grundlegende Rechte und Freiheiten" gesprochen hatte, mu� sich wahrscheinlich schon bald einem neuen Proze� in der gleichen Sache unterziehen. Polizeichef k�ndigt Reformen an Der amnesty-Bericht zu Mi�handlungen in D�nemark hat Positives bewirkt: In einem Untersuchungsbericht zu elf F�llen von Mi�handlung im Kopenhagener Stadtteil Christiania hat der Direktor der Kopenhagener Polizei verschiedene Reformen in seiner Beh�rde angek�ndigt. So sollen die Vorschriften beim Einsatz von Handschellen �berarbeitet und neue, weniger Schmerz zuf�gende Handschellen angeschafft werden. Auch die Regierung hatte aus einem amnesty-Bericht vom Juni 1994, der die Mi�handlungen in Christiania dokumentiert hatte, Konsequenzen gezogen: So hatte sie unmittelbar nach Erscheinen des Berichtes die "Beinfessel", eine besonders schmerzhafte Form der Fesselung, verboten. Inzwischen sind zur Verhinderung von Mi�handlungen bei Polizeieins�tzen auch die Methoden der Selbstverteidigung durch Polizisten �berarbeitet worden. Neben der Untersuchungen der Vorw�rfe hat es auch Entsch�digungszahlungen an Opfer polizeilicher Gewalt gegeben. ------------------------------------------------------------------ Aus: ai-Journal Januar 1996 (c) amnesty international 1995 Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international. Redak- tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/ 98373-46). amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Nationales Sekretariat, 53108 Bonn (Heerstrasse 178, 53111 Bonn) Telefon (02 28) 9 83 73-0, Telefax (02 28) 63 00 36 - Spendenkonto 80 90 100 bei allen Banken, Sparkassen sowie dem Postgiroamt Koeln ------------------------------------------------------------------ ai-de@amnesty.cl.sub.de
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