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Article #12396Re: Radioaktivitaet und Medien
From: Heinrich Seebauer
Date: Mon, 07 Mar 1994 09:02
Date: Mon, 07 Mar 1994 09:02
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In article <2lcuacE95g@uni-erlangen.de> unrza3@cd4680fs.rrze.uni-erlangen.de (Markus Kuhn) writes: > Path: maicgn!Germany.EU.net!EU.net!howland.reston.ans.net!vixen.cso.uiuc.edu!sdd.hp.com!nigel.msen.com!math.fu-berlin.de!news.th-darmstadt.de!fauern!rrze.uni-erlangen.de!not-for-mail > Xref: maicgn bln.misc:27 de.etc.misc:146 de.sci.medizin:586 de.soc.umwelt:14 > [..] > > Du siehst das voellig richtig. Das zugrundeliegende Problem liegt > darin, dass heute Politik im wesentlichen von Medien bestimmt wird. > Das ist ansich richtig (sonst haetten wir schnell eine Diktatur), > fuehrt aber (nicht nur gelegentlich) dazu, dass sich die Politik > und die Oeffentlichkeit mit photogenen aber unwesentlichen Tatbestaenden > beschaeftigt und dabei viel wichtigere Sachverhalte aus den > Augen verliert. > Da� die Medien h�ufig in die Politik eingreifen, ist sicher richtig und gut. Daraus aber zu folgern, die gesamte Politik w�rde im wesentlichen von den Medien bestimmt, halte ich f�r etwas �bertrieben. > Etwas sichtbares, filmbares, anschaubares wie einige Tonnen > verstrahlte Molke erlaubt es Journalisten (im Interesse der Auflagen-/ > Zuschauerzahl) grossen Druck auf Politiker auszuueben. Diese > sehen sich dann zu Handlungen genoetigt, die den Steuerzahler irrsinnig Worum geht es denn den Journalisten nun? Auflage oder Druck auf Politiker? > viel Geld kosten. Im Fall der Caesium-Molke waere es sicher voellig > unbedenklich gewesen, diese z.B. zu verklappen, da ja ohnehin rundrum Das Caesium war durch die Milchaufbereitung in der Molkerei (->Molke) schon stark angreichert. Aus der Milch wurde ja K�se gemacht, der die Grenzwerte einhielt. Was glaubst Du, was das f�r eine Schmierage gibt, wenn Du x Tonnen Molkepulver (das in der Molkerei entsteht und gew�hnlich f�r industrielle Zwecke gebraucht wird: Schololade, Kraftriegel, Fertiggerichte,...) verklappst, mal unabh�ngig von der Strahlung? > die millionenfache Menge Caesium in den Wasserhaushalt gelangt ist > und nicht von Kuehen gefressen worden ist. Die Folgen waeren, wenn man > es richtig macht, nicht mal messbar gewesen. S.o.: es geht nicht nur um das Caesium, sondern auch um die Molke. > Die Schuld an diesem Dilemma sehe ich in erster Linie in unserer > Medienlandschaft. Sensationshascherei und oftmals erschreckend > mangelndes Fachwissen von Journalisten (mir faellt nur wieder gerade der > traurige Artikel ueber 'archie' als subversives Hackertool in der letzten > 'Chip' ein ...) fuehrt dazu, dass wir von vielen Vorgaengen ein > sehr verzerrtes Bild durch die Medien bekommen. Teilweise kann ich Dir zustimmen. Aber den �berbringer der Nachricht f�r den Inhalt der Nachricht zu k�pfen, die Zeiten sollten vorbei sein. 'erschreckend mangelndes Fachwissen von Journalisten' bezieht sich auf Chip? :-] > > Die Loesung waere IMHO in erster Linie eine besseres Verantwortungs- > bewusstsein unter Journalisten. Politiker koennen in solchen Faellen > eher weniger dafuer, da sie falls sie nicht auf den journalistischen > Druck eingehen schnell ausselektiert (d.h. zum Ruecktritt genoetigt) > werden. Mehr Verantwortungsbewu�tsein t�te uns allen gut, nicht nur den anderen. Und da� PolitikerInnen zum R�cktritt gebracht werden, wenn sie Verfehlungen begangen haben, kann man sicherlich begr��en. Und Mi�st�nde geh�ren aufgedeckt. > > Markus > Heinrich. -- My onions are my own.=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-= /M/A/I Deutschland GmbH, Softwarezentrum Koeln Heinrich Seebauer Mathias-Brueggen-Str. 85 Software Engineering 50829 Koeln, Federal Republic of Germany Phone: x221/956400-0 Phax: x221/956400-69 email: heinrich@mai.de =-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
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