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Article #12426Re: Fragen zu Radioaktivitaet/Strahlenbelastung
From: Matthias Kloas
Date: Wed, 09 Feb 1994 13:18
Date: Wed, 09 Feb 1994 13:18
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Ich versuche mal erste Antworten zu geben. Vielleicht kann sich mal ein Mediziner
dazu aeussern? Die kennen sich bestimmt besser mit den Auswirkungen auf den
menschlichen Organismus aus.
>- Dort ist es ueblich, die Strahlenbelastung der Luft auf Leuchttafeln
> anzuzeigen. Diese zeigen Werte um 0,015 MR/h (mrem ?) an.
> - Wie hoch ist bei uns die Strahlenbelastung pro Stunde im Schnitt bzw.
> wie sind diese Werte zu beurteilen (hoch/normal/niedrig)?
Bei uns ist die Strahlenbelastung im Mittel 120 mrem/a, also 0.013 mrem/h.
Nur mal zum Vergleich: Im Massiv Central in Frankreich sind Strahlenbelastungen
von ca. 300 mrem/a vorhanden also 0.035 mrem/h.
Beruflich belastete Personen der Kategorie A (hoechste Kategorie, die meussen
jaehrlich einmal zur Strahlenschutzuntersuchung) duerfen 2,5 mrem/h (bei
40h/Woche Arbeitszeit) abbekommen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Werte
leiten sich aber nicht aus dem gesundheitlich Vertraeglichem ab, sondern aus
der mittleren Schwankung der Strahlung in Deutschland: 30 mrem/a darf die
zusaetzliche Belastung von "normalen" Personen durch technische Anlagen
betragen.
> - Was bedeutet das fuer die Gesundheit (Folgeschaeden, heilbar)?
So pauschal kann man hier noch keine Aussage treffen.
Handelt es sich ausschliesslich um aeussere Strahlenbelastung, so sind die oben
genannten Werte voellig unbedenklich. Problematisch wird das ganze dadurch,
dass es zur Aufnahme von radioaktiven Nukliden in den Organismus kommen kann.
Diese zerfallen dann spaeter - tragen also nicht unmittelbar zu den gemessenen
Werten mit bei. Leider konzentriert der Koerper einige diese Stoffe auf, wie
zum Beispiel Jod in der Schliddruese. Sofern es sich dabei um alpha-Strahler
handelt ist die Angelegenheit besonders unangenehm, da sie vollstaendig vom
Koerper abgeschirmt werden; sprich: Ionisationen hervorrufen.
>- Auf einer Strahlenkarte (von 1992) sind Gebiete mit ihrer jeweiligen
> Belastung in Cu/km2 (Curie ?) eingezeichnet. Die Staffelungen sind:
> 1 - 5 Cu/km2; 5 - 15; 15 - 40; > 40 und "Sperrzone".
> - Wie hoch ist bei uns die durchschnittliche Belastung?
> - Welche Folgen hat ein Aufenthalt bzw. Leben in diesen Gebieten?
Mit den Angaben kann ich nicht allzuviel anfangen. Da ueberlasse ich die Antowrt
lieber anderen ;-). Die Messung der Flaechenbelastung macht aber Sinn, da sie ein
Mass fuer die Belastung der Luft mit Radionukliden ist.
Hope it helps,
Matthias
Matthias Kloas (ti@buran.fb10.tu-berlin.de)
Technical Details
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