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Article #12430Re: GAU in Frankreich...
From: Henning Schmiedehausen
Date: Wed, 05 May 1993 12:49
Date: Wed, 05 May 1993 12:49
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In article <1993May3.093522.1084@luthien.in-berlin.de>, Olaf Wagner writes:
> > Da hier sonst kaum jemand die comlink (cl) Hierarchie zu lesen scheint,
> > poste ich hier einfach mal zwei Artikel aus cl.atom.akw, die ein
> > wenig mehr Information enthalten, in der Annahme, dass es einige
> > interessiert. Hier gleich der erste:
> > (Er ist dummerweise ziemlich unleserlich in Spalten gesetzt.)
>
[...]
> Etwas, das es bis Tschernobyl offiziell gar nicht geben konnte. Damals
> hatten die Atomexperten definiert, dass der "groesste anzunehmende Unfall"
> (GAU) darin bestehe, dass die Kuehlwasserleitung reisst, das Kuehlwasser samt
> darin enthaltenen radioaktiven Stoffen verdampft, und so der Reaktorkern
> nicht mehr gekuehlt wird. Nach deutscher Sicherheits"philosophie " kommt
> dann die Atomspaltung zum Erliegen, da sie die Anwesenheit eines Stoffes wie
> z.B. Wasser zwischen den Brennstaeben voraussetze. Wasser soll als
*GENAU* Wenn Du nicht so polemik-verbohrt/technisch-unkundig waerst, dann
wuerdest Du wissen, dass in Tscherobyl eben Graphit als Moderator im Reaktor
eingesetzt wurde / wird und der Reaktor durch das Wasser gekuehlt wird.
Laeuft das Wasser aus, so wird die Kettenreaktion *SCHNELLER* und fuehrt
letztlich zu einer unkontrollierten Kernschmelze wie in Tsch. Ausserdem ist
das Graphit brennbar und wird durch die grosse Hitze entzuendet.
In deutschen Atomkraftwerken, sog. 'Leichtwasserreaktoren' wird Wasser
sowohl zur Kuehlung als auch zur Moderation verwendet. Wenn das Wasser
auslaeuft, kommt die Kettenreaktion zum Erliegen, weil nicht mehr genug
langsame Neutronen zur Spaltung des Urans vorliegen. Die bis zum erliegen
der Reaktion auftretende Restwaerme kann von den Notsystemen beherrscht
werden. So einen Reaktor nennt man auch 'fail-safe', weil es im Notfall im
sicheren Zustand bleibt. Tsch. war schon aufgrund der *physikalischen*
Voraussetzungen *K*E*I*N* 'fail-safe' System. (Hint: c't 4/93, S. 112ff)
Und wo war Dein Aufschrei, als Tschernobyl 1,2,4 wieder ans Netz gingen?
Hattest Du da besseres zu tun oder protestierst Du nicht gegen russische
Entscheidungen?
cu
Henning
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