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Article #214Re: Gericht stoppt Bundesauftrag an Microsoft
From: Stefan Werner
Date: Fri, 05 Jun 2009 10:17
Date: Fri, 05 Jun 2009 10:17
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Visvanath Ratnaweera schrieb: > Stefan Werner wrote: >>>> nichts anderes. Auf dem Desktop mache ich bei fast jedem SuSE oder >>>> Ubuntu-Release mal wieder einen Versuch. Bisher gab es aber immer >>>> irgendwas, was halt nicht ging. > > "Es geht", "Es geht nicht" ist eine vereinfachte Denkweise. Die > anderen Fragen: Was geht nicht? Was geht? Wie weit? Warum nicht > weiter? und so weiter. Das ist richtig. Bloss: Wer den PC als Werkzeug benutzt, neigt zur vereinfachten Denkweise. �hnlich wie beim Auto: Es hat einfach zu laufen. Die genauen Details, warum die Z�ndkerze nicht funkt sind mir egal, wenn ich lediglich von A nach B fahren will. Und wenn das Fahrzeug von Hersteller A halt einfach aus irgendwelchen meinetwegen nachvollziehbaren und mit ein wenig M�he und Internet-Recherchen auch behebbaren Gr�nden bei bestimmten Witterungsverh�ltnissen nicht anspringt, dann nehme ich im Zweifelsfall eher das Fahrzeug vom Hersteller B, das diese Marotte nicht hat. Wie gesagt, ich bin ja nicht PC-feindlich und schon gar nicht Linux-feindlich. Aber wenn auch jemand wie ich bei ganz normaler Alltagsarbeit dar�ber stolpert, dass etwas beim Linux PC nicht oder erst nach gr�sserer Anstrengung geht, dann ist dieses Problem bei jemandem, der PC's gegen�ber eher distanziert oder �ngstlich ist, mit Sicherheit noch gr�sser. >>> Was meistens daran lag, dass die Ger�te "windowsspezifische" Treiber >>> erfordern? >> Ja, klar. F�r Windows gibts halt die Treiber, f�r Linux nicht oder >> schlechter oder erst nach aufw�ndigerem Suchen. > > Das ist aber laaange her! Es wird heute gemunkelt, dass das Sorgenkind > was Treiber betrifft sei Windows Vista ;-) Aktuelle Beispiele: - Seiko slp 100 LabelPrinter: Unter Windows einstecken, einschalten, rattert ein wenig rum, emldet "Treiber installiert", fertig. Unter Ubuntu 8.10: Im Internet nach einem Treiber suchen, dann: Druckt zwar, ber�cksichtigt aber nicht die Etikettengr�sse und l�sst sich nicht auf Querformat umschalten. - Dymo LabelWriter 400: Unter Vista gleich wie oben, unter Ubuntu: Wird ebenfalls sofort erkannt, allerdings als anderes Modell, aber auf die Etikette kommt immer nur die H�lfte des Ausdrucks, Die tats�chliche Etikettengr�sse l�sst sich im Treiber nicht einstellen. Ich denke, man k�nnte das wahrscheinlich irgendwie reparieren, aber die Tatsache, dass es m�hsamer, zeitaufw�ndiger und damit f�r ein Unternehmen teurer ist als unter Vista, kann man nicht wegdiskutieren. > Apropos Ruf, tats�chlich gibt es Leute, die _vor_ dem Kauf von > Hardware sich �ber ihre Kompatibilit�t informieren. Richtig, das muss man tun, wenn Linux-Kompatibilit�t erste Priorit�t hat. Bei mir sind die Priorit�ten anders: Ein Labeldrucker z.B. muss schnell und korrekt die Etiketten ausdrucken k�nnen, die ich brauche, das ist zugegeben eine andere Priorit�tssetzung, die aber im Gesch�ftsumfeld nicht ganz ungew�hnlich ist. > > >> Egal. Wer den PC aber >> haupts�chlich hat, um irgendeine andere Arbeit zu machen, als >> PC-Konfigurationen, der will in erster Linie, dass es einfach l�uft. >> Und deswegen greift so jemand eher zu welchem System? -> Bingo. > > Nat�rlich User ist nicht gleich User: > "Remember When Men Were Men and Wrote Their Own Device Drivers?" > http://www.linuxtoday.com/developer/2007092100426OPHWDV > ;-) Ja, ich habe auch mal einen Treiber f�r den C64 geschrieben, um meine Typenradschreibmaschine anzuschliessen. Das war lehhreich, aber auch sehr zeitaufw�ndig, Als Student hatte ich genug Zeit und Lust f�r sowas, heute habe ich nichtmal mehr genug Zeit/Lust, ein paar Stunden im Internet nach dem Treiber zu suchen und die vielversprechendsten Kandidaten auszuprobieren. Such is life. > Und zum urspr�nglichen Thema zur�ck zu kommen: Wir reden nicht vom > Hans Fritz, der im Discounthaus den billigsten Drucker gekauft hat > und zu Hause versucht den anzuschliessen, sondern von einem grossen > staatlichen Organ mit Millionen-Budget f�r IT. Es ist anzunehmen, > dass sie _vor_ dem Kauf die Produkte evaluieren, Offerten holen, ... Du hast im Prinzip recht. Aber, wie gesagt, ich gehe davon aus, dass die Profis, die die IT dieses staatlichen Organs leiten, sich bestens mit Windows, aber kaum mit Linux auskennen. Zur Evaluation geh�rt deswegen auch die Absch�tzung des Schulungsaufwands nicht nur f�r die Anwender, sondern auch f�r die IT-Leute. Alles andere w�re keine seri�se Evaluation. Wie gesagt, ich gebe Dir v�llig Recht, dass man OpenSource mit evaluieren sollte, und ich finde es auch v�llig ok, dass man jetzt einen Aufstand gemacht hat. Ich relativiere nur ein wenig die Unterstellung, die seien alle allein schion deshalb inkompetent, weil sie Microsoft Anwendungen bevorzugt haben. >> Ich denke nicht, dass es irgendjemandem hilft, wenn man so tut, als sei >> OpenSource fehlerfrei, gratis und perfekt und ClosedSource sei teuer, >> virenverseucht und absturzfreudig. >> Da jeder sieht, dass das nicht stimmt, schiesst der OpenSource-Advokat >> sich mit solchen Behauptungen selber ins Bein. > > Wo hat hier das behauptet? In diesem Thread niemand. Ich ziehe das Argument zur�ck. > Die Standards, mit denen ich arbeite, waren schon immer "frei" (und > zwar lange vor der Frei-Open-Euphorie): > http://www.ietf.org/rfc.html > http://de.wikipedia.org/wiki/Request_for_Comments Das ist richtig. Der Vorteil der amerikanischen Sitte, von Regierung und Universit�ten bezahlte Entwicklungen grunds�tzlich gemeinfrei zu machen, ausser bei Geheimhaltung. > >> Dazu kommt, dass ausser bei den absoluten Mainstream-Produkten >> OpenSource-Anwendungen eher fehleranf�lliger sind, > > Kannst du das bitte pr�zisieren? Ein OpenSource-Produkt ausserhalb des Mainstreams wird selten reviewed. Den Quellcode kennen die Entwickler, sonst eigentlich niemand. Hand aufs Herz: Wie oft hast Du schon den Quelltext der von Dir genutzen OpenSource-Programme genau analysiert? Bei kleineren Projekten werden h�ufig auch coding-standards nicht eingehalten und die Dokumentation des Codes ist sp�rlich, so dass es auch schwierig ist, den Code zu analysieren. Manchmal gilt das auch bei grossen Projekten. Wenn Du das nichts glaubst, dann versuch mal den Code der Java-Schnittstelle von OpenOffice zu verstehen (Officebean). Sogar mit den dazugeh�rigen Beispielen ist das nicht leicht, weil die Beispiele selber massenhaft @deprecated Methoden verwenden und man am Schluss nicht mehr weiss, welche Methoden �berhaupt stabil sind. Das heisstm wir haben also ein Produkt, das von ein, zwei bis einer Hand voll Leuten in der Freizeit entwickelt wird. Und genau das merkt man auch. Man findet f�r jede beliebige Aufgabe OpenSource Programme, aber wenn man den Pfad des Mainstream verl�sst, dann sind �ber den Daumen gepeilt 80% davon fehlerbehaftet oder nicht ihrer eigenen Spezifikation entsprechend, dass sie nicht oder nicht oft korrekt ablaufen. Das heisst, man muss oft mehrere durchprobieren, bis man eins findet, das die Aufgabe wunschgem�ss erledigen kann. Das ist keine Geringsch�tzung der Arbeit der Programmierer, aber es ist f�r eine Firma ebenfalls wieder ein Kostenfaktor: Evaluation kostet Zeit und Geld. > >> und man bei Problemen >> keine Firma als Ansprechpartner hat. Das Peer-Review findet de facto nur >> bei grossen Projekten statt. > > Wenn man ein Produkt einsetzt, macht man automatisch Gedanken da�ber, > wer dann es wartet. Es kann eigene IT sein, externe sein oder beide. Genau. Und diesen "jemand" muss man entweder finden oder selber ausbilden. > Wir reden aber �ber �ffentliche Hand. Die Sache ist dort viel komplexer: > Wirtschaflichkeit, kurz- und langfristig, Abh�ngigkeit vom Hersteller, > Vertraulichkeit (sind immerhin Staatsakten), langlebigkeit (wer kann > dieses 120 j�hrige Word 2.0a Dokument entziffern?), usw. Das ist korrekt. Allerdings ist es auch nicht ganz sicher, dass man in 120 Jahren noch OpenDocument entziffern k�nnen wird. PDF/a ist eher ein sicherer Wert, aber auch darauf w�rde ich nicht allzuviel verwetten. Vermutlich kann man in 120 Jahren die Datentr�ger nicht mehr lesen, auf denen die Dokumente gespeichert sind, so dass das Format dann sowieso egal ist. Mit anderen Worten: Diese �berlegung ist zwar korrekt, spielt aber keine grosse Rolle. Wenn man ehraltungsw�rdige Dokumente sowieso alle paar Jahrzehnte auf aktuelle Medien transferieren muss, kann man sie auch gleich in dann aktuelle Formate transcodieren oder komplette geeignete Lese-Appliances mit einmotten. -stef
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