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Article #244Re: Gericht stoppt Bundesauftrag an Microsoft
From: Stefan Werner
Date: Mon, 08 Jun 2009 15:01
Date: Mon, 08 Jun 2009 15:01
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Theo Schmidt schrieb: > Stefan Werner schrieb: > ... >>> ... Einerseits kennen es viele Händler selber nicht, und andererseits >>> scheuen sie sich ein weiteres OS zu supporten. >> >> Das ist sicher richtig festgestellt (und macht aus der Sicht des >> Händlers auch Sinn). Die Marktwirtschaftslehre würde allerdings >> nachelegen, dass einige Händler in der Marktlücke ihr Glück suchen und >> finden müssten. Das findet nicht statt. FOSS wird in Foren und Usenet >> zwar heftig verteidigt und empfohlen, aber offensichtlich kaum gekauft. > > Nun, die meiste FOSS muss ja nicht gekauft werden. Ich bin auch > überzeugt, dass mehr verwendet wird als angenommen. Schliesslich hat > jeder grössere Kiosk zu jedem Zeitpunkt Dutzende von Heften an Lager, > welche hauptsächlich Linux Distributionen dabei haben. Wer aber so ein > Heft kauft, erscheint nicht in der Statistik als Linux User, ausser er > verwendet es dermassen viel um z.B. in Browser-Statistiken aufzutauchen. Ich fürchte, die meisten Heft-CD's wandern in den Kübel. Bei mir tun sie das. Ich kaufe ein Heft weil mich ein oder zwei Artikel draaus interessieren, aber für die DVD habe ich keine Zeit. Wenn ich ein FOSS-Programm brauche, lade ich es herunter. Ich finde, es ist ein gigantischer Trugschluss und führt direkt in die Sackgasse, dass FOSS nichts kosten soll. Die Euphorie klingt bereits ab. Eclipse hat dieses Jahr weniger zahlende Partner als letztes Jahr, und IBM buttert nicht mehr Millionen hinein ohne einen return zu bekommen. StarOffice und MySql wurden von Sun aufgekauft, und Sun inzwischen von Oracle - Zwei Firmen, die den FOSS-Weg gegangen sind, werden von einem Closed-Source-Riesen aufgekauft, weil offensichtlich zuwenige bereit waren, für die FOSS zu bezahlen. Die Vorstellung, dass die riesige Arbeit, die in einem guten Softwareprodukt steckt, einfach gratis sein soll, ist ja eigentlich von vornherein albern. Dass der Enthusiasmus der Protagonisten nachlässt, ist abzusehen. Was dann bleibt ist FOSS von minderer Qualität, die von einzelnen Schülern, Studenten und Freaks in der Freizeit zusammengehackt und nach Abschluss des Studiums oder Kennenlernen einer neuen Freundin nicht mehr supported wird. > Nein, nicht Microsoft und auch nicht Privatleuten, sondern denjenigen > Vertretern der öffentlichen Hand, welche nicht zwischen ihren > persönlichen Bedürfnissen und dem Wohl der Öffentlichkeit unterscheiden > können. Und es ist klar, dass eine FOSS-Szene viel weniger Resourcen hat > als die grossen Firmen. Natürlich kann man das nicht Microsoft anlasten. > Aber die FOSS-Firmen und Vertreter müssten erwarten von den Behörden > ernster genommen zu werden, als dies der Fall ist. Im Prinzip schon. Andererseits: Wenn die Bundesverwaltung auf ABIWord Setzt, und AbiWord wird nächstes Jahr eingestellt, dann war's das mit der günstigen FOSS. Es ist noch nichtmal so leicht, jemanden zu finden, der sich verantwortlich fühlt. Offenbar hat eine Firma namens "SourceGear" damit angefangen, es dann aber "donated". Tja, wer ist jetzt zuständig? Aha: "The Community". Hm, und wenn jetzt jemand von "The Community" einen Trojaner einschmuggelt, wen kann man dann verantwortlich machen? RedHat? Nein, die machen in den Lizenzbedingungen sehr deutlich, dass die von ihnen installierten Pakete nicht in ihrer Verantwortung liegen. Sag jetzt nicht sie sollen halt OpenOffice nehmen ;-) Das Problem liegt bei vielen FOSS-Produkten ganz ähnlich. > Dort, wo Geld wirklich ein Problem ist und FOSS eingesetzt wird, z.B. > bei den Schulen in Extremadura in Spanien, ist die TCO per Definition > besser, da man sich die Alternative gar nicht leisten kann. Da wo zu Das ist richtig. Der Trade-Off ist: Wenn Zeit/Arbeit günstig ist, dann ist die TCO von FOSS tiefer. Wenn qualifizierte Arbeitszeit aber teuer ist, dann ist sie höher. (Bei uns verlangt ein einigermassen kompetenter IT-Fachmann 180.- pro Stunde. Wenn er drei Stunden kommen muss, um Linux zu installieren und konfigurieren, dann bin ich mit dem vorinstallierten Windows halt einfach deutlich günstiger.) > viel Geld vorhanden ist, wie bei uns, dürfte die TCO bei FOSS erst > langfristig sinken. Die Hauptsache ist es jedoch, aus den Es ist nicht "zuviel Geld vorhanden" (zumindest nicht in meinem Portemonnaie), sondern qualifizierte Arbeit ist gteuer im Vergleich zu guten kommerziellen Produkten. > Machen wir. Aber es reicht nicht. Das ist wie wenn du einem armen Bauer > in einem Entwicklungsland sagst, dass er langfristig mit Biolandbau > besser dasteht, als wenn er das Gift und patentierte Saatgut von > Monsanto und Syngenta kauft. Nur die wenigsten Bauern merken dies, > sondern fallen auf das Marketing der Grossfirmen und von ihnen > bestochenen Regierungen hinein. Der Staat ist verantwortlich für die > Schulen. Er setzt die SchülerInnen in der Schule ja wenigstens in der > Schweiz nicht Firmen wie Coca Cola oder MacDonalds aus. Aber bei der ICT > tut er genau das, und es ist falsch. (Dasselbe gilt natürlich sinngemäss > für Privatschulen.) Stimmt. -stef
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