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Article #338

Re: Gericht stoppt Bundesauftrag an Microsoft

#338
From: Visvanath Ratnaweera
Date: Sat, 30 May 2009 18:51
81 lines
5158 bytes
Hello Stefan

Stefan Werner wrote:
> Visvanath Ratnaweera schrieb:
>>
>> b) alles muss nicht nicht in einer Urknall umgestellt werden- ein
>> einfaches Beispiel: OpenOffice l�uft auch auf Windows.
> 
> Das ist richtig. Meine pers�nliche Erfahrung beim Einsatz von OpenOffice
> bei meinen in ihrem Beruf sonst durchaus kompetenten Angestellten zeigt,
> dass sie in der Lehre Microsoft Word gelernt haben. Punkt. Jedes Men�
> das anders bezeichnet ist, und jede Shortcut-Taste. die etwas anderes
> bewirkt, bringt erstmal Aufwand mit sich. Entweder f�r die Schulung oder
> f�r die Anpassung in OpenOffice. Bei einigen tausend Bundesangetsellten
> darf man diesen Aufwand vermutlich durchaus mit tausend multiplizieren.
> Und dann hat man erst OpenOffice eingef�hrt.

Das hat mal Prof. J�rg Nievergelt im Rahmen eines �ffentlichen Vortrags
auf den Punkt gebracht: "Wir k�nnen schon Word 2.0 unterrichten. Wenn
die Version 3.0 rauskommt, sollen sie wieder zu uns in den Unterricht
kommen."

Leider nicht jeder Trainer sieht/denkt nicht so. Siehe z.B.
http://www.lsfm.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/life_sciences/Dateien/Studium/weisungen_merkblaetter_allg/Voraussetzungen_Informatik.pdf
Man liesst:
- "Unbedingt: Microsoft Office 2007 Professional Plus (enth�lt
neben Word 2007 und Excel 2007 auch Access 2007)"
- "Open Office oder Sch�lerversionen von Microsoft Office (ohne
Access) sind ungeeignet und gen�gen den Anforderungen im Unterricht
nicht"

>> c) ihre interne Anwendungen m�ssen sie nicht ver�ffentlichen. Bsp.
>> Fachanwendungen, Archivierungen, eigene Formate, etc.
> 
> Die m�ssen si aber ermutlich teilweise mit erheblichem Aufwand auf
> Windows bzw. OpenOffice portieren. VisualBasic oder WorBasic-Anwendungen
> sind gar nicht mal si einfach zu portieren. Dasselbe gilt f�r komplexere
> Excel-Anwendungen. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten internen
> Anwendungen ehr so Applikationsorientiert sind und kaum in Java oder C++
> programmiert sein werden...

Genau das ist es. Sie haben proprit�re Technologien verwendet und kommen
nicht weg. Die wohlbekannte "propriatory lock" Falle.

>> d) Voraussetzung f�r die "Mischung" oben ist, dass die Schnittstellen
>> offen sind. Man spricht von offenen Standards: Formate, Protokolle, etc.
> 
> Meine Rede :-)

Offene Formate ist der Schl�ssel, den M$ mit allen Mitteln zu vernichten
versucht. Den bitteren Kampf um OOXML damals hat man noch nicht
vergessen. Siehe die Liste der Links zu unterst auf
http://www.heise.de/newsticker/Neuer-Protest-gegen-ISO-Zertifizierung-von-Microsofts-OOXML--/meldung/115301

Hier ist z.B. der aktuelle Stand:
http://blogs.zdnet.com/BTL/?p=18317
http://homembit.com/2008/11/microsoft-interoperability-i-think-that-now-i-really-understood.html
http://www.odfalliance.org/blog/index.php/site/microsofts_odf_support_falls_short/
http://www.robweir.com/blog/2009/05/battle-for-odf-interoperability.html

>> Eben, das Thema ist nicht, was du und ich m�gen, sondern was f�r die
>> BV langfristig richtig ist, bzw. was sie mit den Steuergeldern machen.
> 
> Langfristig w�re es sch�n, wenn OSS ein Thema w�rde. 

Das Thema BV bringt nat�rlich viele politische Aspekte mit. Hier sind
z.B. die Meldungen der "Digitale Nachhaltigkeit"
http://www.digitale-nachhaltigkeit.ch/

> Aber wie von mir
> umrissen ist es eben nicht damit getan, einfach "auch" OSS
> auszuschreiben. Da h�ngt ein recht grosser Schwanz an Schulungs-
> Umstellungs- und Supportaufwand dran. Und wie gesagt, in der Schweiz ist
> es sehr schwierig, Linux- oder OpenOffice Profis zu finden. Nichtmal auf
> der OpenExpo gibt es viele davon :-)

Wir sind bereits in der Wissensgesellschaft. Wer das Wissen einfriert,
ist zum Scheitern verurteilt.

Gruss
VR
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