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Article #17Re: L'kunde Ethik Reaktorunglueck
From: Peter Much
Date: Sat, 04 May 1996 00:00
Date: Sat, 04 May 1996 00:00
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In article <960417135704.4420AAAAM.diethelm@wostock>,
<diethelm@buran.fb10.tu-berlin.de> wrote:
>Lebenskunde, Ethik und Reaktorunglueck
Lieber Herr Schroeder-Richter!
Prinzipiell bin ich ein Befuerworter der freien Meinungsaeusserung.
Allerdings denke ich, dass Menschen, die so bodenlos dumm sind wie Sie,
Herr Schroeder-Richter, das Recht der Meinungsaeusserung entzogen werden
sollte, um die dadurch verursachte Gefaehrdung von Leib und Leben anderer
zu vermeiden.
>Grunde kann ich mir eine ethisch und moralisch vertretbare friedliche Nutzung
>der Kernenergie vorstellen. Dies setzt allerdings einen verantwortungsvollen
>Umgang mit dieser Technik voraus, der sich nur durch die Regeln einer
>zivilisierten Demokratie wie etwa in der Bundesrepublik Deutschland
>gewahrleisten lasst. Es ist eine Tragoedie der Menschheitsgeschichte, dass
>diese Technik einst in falsche Haende geriet und infolge der Arroganz der
>Sozialistischen Diktatur nicht in ethischer Verantwortung sondern zum Zweck
>des egoistischen Machterhalts eingesetzt wurde. Diese fehlende demokratische
>Kontrolle fuehrte im April 1986 zu dem verheerenden Unfall von Tschernobyl.
Wie wir alle wissen, lautet das erste Marktgesetz in den kapitalistischen
Regimes Westeuropas und Amerikas:
>> Gute Produkte sind marktschaedigend. <<
Logischerweise - eine Firma, die Produkte von hoher Qualitaet herstellt,
Produkte, die langlebig, zuverlaessig und ausfallsicher sind, kann ihren
Konkurs absehen. Denn sobald der Marktbedarf abgedeckt ist, gibt es keinen
Umsatz mehr.
Aus diesem Grund hat sich der Produktionsstil der (ueberlebenden) Firmen
unter den kapitalistischen Regimes spezialisiert auf komplexe, fehleran-
faellige und verschleissreiche Produkte, da nur so ein Folge-Geschaeft aus
Reparaturen, Updates und Nachbesserungen aufrechterhalten werden kann, das
zum Weiterbestand der Firmen nach der Marktsaettigung erforderlich ist.
Produkte werden daher nicht mit der Zielsetzung hoher Qualitaet herge-
stellt, sondern mit der Zielsetzung eines guten Folgegeschaeftes; dies
ist identisch mit hoher Fehler- und Ausfallanfaelligkeit. Als Folge dieser
Zielsetzung ist die Befaehigung der Ingenieure, ueberhaupt Produkte von
hoher Zuverlaessigkeit und Lebensdauer zu konstruieren, verlorengegangen.
In Laendern, die den sozialistischen Gemeinsinn vertreten, kann ein solcher
Effekt nicht auftreten, da der zugrundeliegende Anlass nicht besteht.
Aus diesem Grund ist das von Risikotechnologien ausgehende Risiko in
kapitalistisch regierten Laendern um ein Vielfaches hoeher als in sozia-
listisch organisierten Laendern.
Herzlichen Gruss
--
Write to: Peter Much * Koelnische Str. 22 * D-34117 Kassel * +49-561-774961
peter@citylink.dinoex.sub.org * much@hrz.uni-kassel.de
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