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Article #313

Re: Diskussion ueber Map-"Reform" in Berlin bedroht das Subnetz

#313
From: Uwe Doering
Date: Sat, 20 Feb 1993 13:55
121 lines
8093 bytes
wusel@hactar.hanse.de (Kai 'wusel' Siering) writes:

>In article <BNTABKXT@geminix.in-berlin.de>, Uwe Doering writes:
>
>% Die Mail darf auf keinen Fall "versehentlich" die Infrastruktur einer
>% an einen Provider zahlenden Domain mitbenutzen. Fuer den Uebergang vom
>
>     Die Domain zahlt einzig fuer die Anbindung, nicht fuer die, ja wohl auch
>in Berlin, privat finanzierten Modemstrecken zwischen den einzelnen Sites;
>jene haben mit dem Provider nichts zu tun, was auf diesen ablaeuft oder nicht,
>entscheiden die beiden Endpunkte der Strecke (bzw.  letzen Endes der, der f�r
>die Verbindungskosten aufkommt). Es ist durchaus zul�ssig -- so keine Linkbe-
>treiber was dagegen haben --, `Fremdtraffic' quer durch diese Infrastruktur
>zu schleusen; bezahlt die Domain den Link, bestimmt sie, falls nicht ...

Tja, wie Du schon schreibst, "wenn kein Linkbetreiber was dagegen hat".
Ich nehme mir, genau wie fub, ueber die Win/Internet-Problematik hinaus
die Freiheit heraus, keine Mails von sub.org-Sites weiterleiten zu wollen,
die nicht bei Einlieferung ueber das Internet sowieso ueber meinen Rechner
gegangen waeren. Denn fub sitzt in der Mitte von in-berlin. Von dort aus
sind im statistischen Mittel die Zustellungswege am kuerzesten, d.h., Mails
werden nur durch Sites geleitet, die unbedingt notwendig sind, um den
Empfaenger zu erreichen. Das ist, ebenfalls statistisch gesehen, billiger.
Liefert hingegen eine sub.org-Site Mail an eine in-berlin-Site ein, die
im Verteilerbaum unterhalb meines Rechners liegt, und der Empfanger haengt
in einem ganz anderen Teil des Baumes, dann muss ich die Mail ueber meine
Leitungswege leiten, obwohl das bei Internet-Einlieferung gar nicht
notwendig gewesen waere. Es entstehen fuer mich also zusaetzliche Kosten,
und die will ich nicht tragen.

Du hast natuerlich recht, dass man so eine periphere Einlieferung von
Mail in den Teilen von in-berlin zulassen kann, wo die Betreiber mit
einer Weiterleitung einverstanden sind. Es kann ja niemandem vorgeschrieben
werden, was er mit den von ihm finanzierten Telefonleitungen macht. Nur
wuerde so ein Sonderstatus in Teilen des in-berlin-Netzes auch den Leuten
Arbeit machen, die, wie ich, nicht an so einer peripheren Einlieferung
interessiert sind. Es muss naemlich kontrolliert werden, ob sich die
Sites auch alle daran halten, diese von mir unerwuenschte Mail nicht
ueber meinen Rechner zu routen. D.h., ich muss mein Mail-Logfile
regelmaessig analysieren. Denn ich kann mich dabei wohl kaum darauf
verlassen, dass die Site, die die sub.org-Mails in in-berlin einspeist,
schon dafuer sorgen wird, dass sowas nicht vorkommt. Meistens kenne ich
den Betreiber nicht mal persoenlich. Wie soll ich da beurteilen, ob er
die technische Kompetenz besitzt, so einen Missbrauch auszuschliessen?

Das Problem ist doch, dass man, sowie man Sonderregeln zulaesst, deren
Einhaltung auch kontrollieren muss. Die logische Schlussfolgerung daraus
ist, dass man, wenn man keine Sonderregeln zulaesst, auch nichts kontrol-
lieren muss, also keinen Mehraufwand dadurch hat. Daher wuerde ich es
bevorzugen, wenn es in ganz in-berlin nicht zulaessig waere, Mails aus
fremden Netzen peripher einzuspeisen. Dann ist das Netz ueberschaubarer
und es kann keinen Aerger geben mit Leuten, die sich nicht daran halten,
nicht ueber bestimmte in-berlin-Rechner zu routen. Das macht fuer die
Verteiler, die sowieso schon den meisten Aufwand in Netz haben, das
Leben einfacher. Es ist mir klar, dass es umgekehrt auch fuer einige
Leute das Leben komplizierter macht, weil sie jetzt alles ueber
smurf.sub.org routen muessen, aber das sind keine in-berlin-Teilnehmer,
also interessieren mich deren Sorgen erst in zweiter Linie. Man muss
Prioritaeten setzen.

Wenn das die eine oder andere Berliner sub.org-Site allzu sehr wurmt,
kann sie ja immer noch in-berlin beitreten, dann hat sie wieder lokalen
Zugang zum in-berlin-Netz. Es ist naemlich so, dass wir konkurrierende
Netze in Berlin eigentlich gar nicht gebrauchen koennen. Diese Diversi-
fikation schwaecht uns nur bei Verhandlungen mit den Providern. Nur
wenn die Privatteilnehmer alle an einem Strang ziehen, kann man
guenstige Bedingungen fuer das Privatpersonennetz herausholen. In
sofern hat das ganze also auch einen politischen Aspekt.

>% sub.org- bzw. dem "freien" UUCP-Netz in das Netz der zahlenden Domains
>% ist also auf jeden Fall immer der in der Submap definierte offizielle
>% Uebergabepunkt zu verwenden (smurf.sub.org). Die Einspeisung an anderer
>% Stelle in zahlende Domains ist nicht zulaessig (schon alleine weil es
>% mit vertretbarem Aufwand gar nicht kontrollierbar ist, ob dort kein
>% Missbrauch stattfindet).
>
>     Es hat genau der Rechner daf�r zu sorgen, da� kein unerlaubter Traffic
>�ber bestimmte Leitungen flie�t, an dem diese Leitungen enden; hier also fub,
>netbmx und andere Grenz�berg�nge vom in-berlin-Netz ins WiN/EuNet/... Es ist
>das Problem genau dieses Rechners, nicht da� aller anderen; kommt mir ein
>klein wenig unausgewogen vor, was die Aufgabenverteilung angeht ... Der Auf-
>wand ist vertretbar, im Gegensatz zu der Definition mit allen Sites als
>�bergabepunkten.

Aber genau das Vertrauen habe ich nicht, zumindest was periphere Sites
anbelangt. Wie schon in anderen Postings angedeutet, ist es technisch
aufwendig, solche Routing-Unterscheidungen abhaengig vom Absender zu
treffen, und ich glaube nicht daran, dass das 100%ig funktioniert. Also
muesste ich doch bei mir kontrollieren, ob die Regeln eingehalten werden,
und das macht Arbeit, die ich letztendlich wegen anderer Leute Privat-
vergnuegen habe.

>     Au�erdem: ich hoffe doch, der Plural in `Einspeisung an anderer Stelle
>in zahlende Domains' ist ein Tippfehler, oder will in-berlin allen anderen
>Domains auch noch die Verantwortung f�r ihre Links aufb�rden?!

Nein, das war nur lokal gemeint. Jede Domain muesste natuerlich selber
darauf achten, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Auch weiss ich
natuerlich nicht, ob die periphere Einspeisung von Mails aus fremden
Netzen andernorts vielleicht weniger eng gesehen wird. Ich hatte einfach
mal angenommen, dass dort aehnliche Ueberlegungen stattfinden wie in
Berlin.

>     Ich verstehe das richtig, da� eine nicht-in-berlin-Site, um eine andere
>nicht-in-berlin-Site zu erreichen, entweder einen eigenen Link zu dieser
>aufbauen mu� (selbst wenn beide an einer in-berlin-Site h�ngen) oder aber
>�ber Fernlink->smurf->Fernlink routen mu�? Und jede Berliner Site, die einen
>Link nach au�erhalb der Reichshauptstadt hat, sich eine zweite Domain suchen
>und wom�glich auch noch munteres Headerrewriting � la smurf machen mu�?

Ja. Das angestrebte Ziel ist eine voellige Entflechtung der Infrastrukturen
der verschiedenen Netze. Das bedeutet entweder, dass die Mails eben ueber
den Fern-Link gehen muessen, oder dass sich die regionalen Teilnetze zu
einem einzigen Netz zusammenschliessen, was ich aus oben genannten
Erwaegungen heraus bevorzugen wuerde.

     Uwe
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Uwe Doering  |  INET : gemini@geminix.in-berlin.de
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