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Article #314

Re: Diskussion ueber Map-"Reform" in Berlin bedroht das Subnetz

#314
From: Uwe Doering
Date: Sat, 20 Feb 1993 14:37
111 lines
6832 bytes
wusel@hactar.hanse.de (Kai 'wusel' Siering) writes:

>In article <KPTABXTV@geminix.in-berlin.de>, Uwe Doering writes:
>
>% urlichs@smurf.sub.org (Matthias Urlichs) writes:
>[...]
>% liegenden Sites mit diesen Mails zu tun? Die belastet deren Maschinen
>% und kostet deren Geld. Es ist voellig legitim, wenn eine Domain sowas
>% ablehnt, ganz unabhaengig von den Internet-Regelungen. Ich koennte mir
>
>     Es ist legitim, da� derjenige, der den Link ZAHLT, sowas entscheidet. Es
>ist nicht legitim, da� irgendeine Organisation ihren Teilnehmern vorschreibt,
>wie sie ihr Geld auszugeben haben. Falls die Teilnehmer dieser Einschr�nkung
>ihrer Verf�gungsgewalt �ber ihre Einrichtungen zustimmen, ist ihnen freilich
>nicht mehr zu helfen =:-<

Wohl kaum. Es ist schon laengst gang und gaebe, dass in Interessengruppen,
die Mail- und News-Rechte bei einem Provider eingekauft haben, nicht jeder
einzelne beliebig ueber die Weitergabe von Mails und News entscheiden
kann. Das ist auch voellig korrekt, denn der Erwerb dieser Rechte kostet
Geld, und um genuegend Leute zusammenzubekommen, die die Mittel aufbringen,
muss man nun mal verhindern, dass Leute, die nichts bezahen, in den
Genuss dieser Rechte kommen. Sonst waere ja fuer niemanden ein Anreiz da,
was einzuzahlen. Ueber die Illusion vom freien Netzwerk ohne Restriktionen
sind wir doch schon hinweg. Das funktioniert unter den derzeitigen Rand-
bedingungen nicht, oder allenfalls schlecht.

>% vorstellen, dass z.B. die FU nicht gerade scharf darauf ist, den sub.org-
>% Traffic der umliegenden Regionen mit zu uebernehmen. Wenn dem so ist, dann
>% ist es die freie Entscheidung der FU bzw. deren Admins, solche Mails
>% anzulehnen. Denn sub.org hat ja einen eigenen Eingang ins Internet,
>
>     Genau, die der FU. Wenn bla.in-berlin.de aber von seiner Nachbarsite
>fasel.sub.org Mails entgegen nehmen will (Richtung egal), so ist das einzig
>sein Problem, nicht das der FU oder der Domain. Wer diesen Traffic nicht
>will, hat halt f�r einen diesbez�glichen Mapeintrag und ggf. durch technische
>Ma�nahmen f�r dessen EInhaltung zu sorgen.

Das siehst Du falsch. Derjenige, der diesen unerwunschten Mail-Traffic
ueberhaupt erst moeglich macht, also die einspeisende Site, hat dafuer
zu sorgen, dass andere nicht mit Mails belaestigt werden, die sie nicht
weiter-routen wollen. Das unterscheidet ein organisiertes Netz von einem
anarchischen Netz.

>% >Und wenn es diese Restriktion gibt, wieso gilt die ausgerechnet fuers Subnetz
>% >und nicht auch fuer laber@irgendwo.edu?
>%
>% Es geht um die Mitbenutzung von Infrastrukturen, ohne dass die Leute, die
>% diese Infrastrukturen bezahlen, was davon haben. Bei internationaler Mail
>% ist das anders. Die kommt sowieso ueber das Internet, und die Infrastruktur
>% der Domain braucht nur fuer das kleine Stueck bis zum Empfaenger der Mail
>% verwendet zu werden. Dieser Empfaenger ist immer ein zahlender Teilnehmer
>% der Domain, denn sonst wuerde die Mail ja gar nicht zu dieser Domain
>
>Immer? Was ist mit <@fub.uucp:user%bla.x@kiste.in-berlin.dep>?

Nicht zulaessig. Der Empfaenger muss in-berlin-Mitglied sein.

>% geroutet werden. Also sind diese Kosten abgegolten, und diese Nutzung
>% der Infrastruktur ist von den Domain-Teilnehmern erwuenscht.
>
>[...]
>% Ich will hier niemanden angreifen. Ich bin sicher, dass jeder Admin davon
>
>     Ich auch nicht, das nur, um Flames vorzubeugen. Das das Konzept liest
>sich derzeit leider ziemlich diktatorisch und f�r das Subnetz als solches (im
>Sinne von Gesamtheit aller privaten deutschen (ok, �sterreich und Schweiz
>gibt's auch noch ein paar =:->) Rechner) keineswegs f�rderlich.

Wieso Subnet? Es geht hier um in-berlin.de. Was hat das mit dem Subnet
"als solches" zu tun? Ein gemeinsames Subnet, wie noch vor einigen Jahren,
gibt es nicht mehr. Es gibt regionale Interessengruppen von Privatpersonen,
die sich zu Domains zusammengeschlossen haben, und diese wiederum zum IN.
Und dann gibt es noch die Sites, die uebriggeblieben sind, entweder
unter der Domain sub.org, oder ganz ohne Domain. Als Teilnehmer von
in-berlin vertrete ich die Interessen von in-berlin, nicht die der
uebriggebliebenen Sites. Durch die Bedingungen der Provider, denen sich
die meisten Sites des ehemaligen Subnet inzwischen unterworfen haben,
ist es gar nicht mehr moeglich, sich zum Subnet und dessen Philosophie
zu zaehlen. Wach doch mal aus diesem Traum auf!

Was den diktatorischen Einschlag angeht, den Du entdeckt zu haben glaubst,
so kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass Dir jegliche Regelungen,
denen Du Dich unterwerfen musst, diktatorisch erscheinen. Was ist denn
diktatorisch daran, dass eine Mitgliederversammlung von in-berlin per
demokratischer Abstimmung darueber entscheidet, ob dieses Mail-Konzept
angenommen wird oder nicht? Wenn es angenommen wird, dann gelten die
Regelungen fuer alle Teilnehmer. Das sind doch ureigenste demokratische
Spielregeln.

>% >Andere sind durchaus nicht dieser Meinung. Das Thema betrifft _zumindest_
>% >die Betreiber irgendwelcher Links nach Berlin.
>%
>% Ja, nur bleibt ihnen nichts anderes uebrig, als die Entscheidung von
>% in-berlin zu akzeptieren. Ich meine, wenn in-berlin entscheidet, dass
>% das neue Mail-Konzept angenommen wird, dann kann die sub.org-Site zwar
>% schmollen, aber zu einem Link gehoeren immer zwei Seiten, und die
>% Berliner Seite ist dann weggefallen. Unterrichtet werden sollten die
>
>     Man kann aber vielleicht auch ein paar andere Gesichtspunkte aufzeigen,
>was das fuer das SubNetz als ganzes fuer Auswirkungen haette -- bevor eine
>solche Entscheidung, vielleicht aufgrund nicht ausreichend umfassender Sicht
>der Dinge, gef�llt wird ...

Es gibt kein Subnetz mehr "als ganzes"!

      Uwe
-- 
Uwe Doering  |  INET : gemini@geminix.in-berlin.de
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From: gemini@geminix.in-berlin.de (Uwe Doering)
Subject: Re: Diskussion ueber Map-"Reform" in Berlin bedroht das Subnetz
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Organization: Private UNIX Site
Date: Sat, 20 Feb 1993 14:37:57 GMT
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