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Article #363Re: Monopolbildung und Triumph des Eigennutzes?
From: Kai 'wusel' Siering
Date: Wed, 24 Feb 1993 09:03
Date: Wed, 24 Feb 1993 09:03
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In article <1m6kpc$l9s@news.cs.tu-berlin.de>, Carsten Rossenhoevel writes:
% Der gar nicht wuselige wusel@hactar.hanse.de (Kai 'wusel' Siering) schrieb:
^
Nicht? Oooch, nicht wenigstens ein klein bi�chen? =:->
Aber zum Thema:
% gemini@geminix.in-berlin.de (Uwe Doering) antwortete darauf:
[...]
% Die Provider DFN und EUnet gestatten keinen Fremdverkehr, weil sie
% standes- bzw. profitorientiert arbeiten: gut;
% die FU will das Subnetz nicht unterstuetzen (auch soweit das legal
% waere), weil der Arbeitsaufwand zu hoch ist: das muss akzeptiert werden;
Bis hier gehe ich ja noch konform, aber was jetzt kommt:
% das IN will seine MitgliederInnen dazu bringen, sich gegen andere
% Vereinigungen, die den gleichen Vereinszweck haben, abzuschotten:
... finde ich sonderbar, wo hast Du das her? Auszug aus der Satzung:
ANHANG F Satzung des Vereins "Individual Network"
Beschlossen am 21.6.1992 durch die Gruendungsmitglieder des Individual
Network eV.
[...]
� 2 Zweck des Vereins
1. Der Verein bezweckt die Foerderung der privat betriebenen
Datenkommunikation. Dazu gehoert insbesondere:
a) Foerderung von Bildung und Wissenschaft durch die Schaffung eines
oeffentlichen Zugangs zu internationalen elektronischen Diskussionsforen
und Kommunikationsnetzen.
b) Aufbau, Foerderung und Unterhalt von oeffentlichen Netzzugaengen zur
Benutzung durch Mitglieder und Nichtmitglieder gegen Erstattung der
entstehenden Kosten. Diese werden von regionalen und organisatorischen
Einheiten verwaltet (Domains(. Naehere Einzelheiten regelt ein Benutzer-
vertrag.
c) Einfuehrung und Fortbildung von Mitgliedern und interessierten Nicht-
mitgliedern in den Umgang mit nationalen und internationalen
Kommunikationsnetzen.
d) Vertretung oeffentlicher Interessen im Bereich der privaten
Datenkommunikation; insbesondere die Zusammenarbeit mit staatlichen
und nichtkommerziellen Institutionen.
e) Foerderung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet
der elektronischen Kommunikation.
f) Der Verein stellt seine Arbeit der Oeffentlichkeit zur Vertretung der
ideellen Belange seiner Mitglieder dar:
- mittels Durchfuehrung von oeffentlichen Workshops und Anwenderseminaren.
- durch Eigendarstellungen in den Medien.
g) Durchfuehrung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.
[...]
� 4 Mitglieder
Mitglieder des Vereins koennen regionale oder organisatorische Einheiten
(Domains) werden, die sich als eingetragene oder nicht eingetragene Vereine
konstituieren und sich zu den Zielen des Vereins bekennen. Die Domains sind in
ihrer inneren Struktur frei. Jede Domain hat bei Beschluessen und Abstimmungen
eine Stimme. Jede Domain bestimmt einen oder mehrere Vertreter, die dieses
Stimmrecht auf Mitgliederversammlungen oder im Praesidium wahrnehmen.
Natuerliche Personen koennen dem Verein nur als Foerdermitglieder beitreten.
Foerdermitglieder besitzen kein Stimmrecht.
Woraus leitest Du Deine Behauptung ab? Wenn in-berlin.de als Mitglied des IN
was in der Richtung betriebe/propagierte/wasauchimmer, hiesse das nicht, da�
das die Vereinslinie w�re.
% Ist das eine verantwortungsvolle, im eigentlichen Sinne gemeinnuetzige
% Politik?
Nun, zuerst mu� man sicher die eigene Organisation sehen, erst dann kann
man sich um andere k�mmern. Und wenn die Mitglieder in der Mehrheit keine
`Trittbrettfahrer' wollen, was soll das F�hrungsgremium machen?
% > Wenn das die eine oder andere Berliner sub.org-Site allzu sehr wurmt,
% > kann sie ja immer noch in-berlin beitreten, dann hat sie wieder lokalen
% > Zugang zum in-berlin-Netz. Es ist naemlich so, dass wir konkurrierende
% > Netze in Berlin eigentlich gar nicht gebrauchen koennen. Diese Diversi-
% > fikation schwaecht uns nur bei Verhandlungen mit den Providern.
%
% Aha. Du moechtest also ein Datenkommunikationsmonopol fuer Privat-
% personen in Berlin, das durch IN-Berlin ausgeuebt werden soll.
% Weil dadurch das Subnetz mittelbar geschwaecht wird, bzw. weil das IN
% solche Monopole vermutlich in absehbarer Zeit auch in Hamburg oder im
% Ruhrgebiet anstreben wird (zu behaupten, die Situation in Berlin haette
% keine Auswirkungen auf den Rest des Bundesgebietes, waere absurd),
% ist Dein Ziel offenbar, den VzFdpbDk zu vertreiben.
Ich hoffe, es wird sich in Hamburg nicht in diese Richtung entwickeln;
im Gegentum, Hamburg ist vielleicht sehr bald eine SubNet-Hochburg ...
% Mir scheint diese Politik keinen Deut besser zu sein als die
% herkoemmlicher Provider; wer garantiert, dass ein Verein, der so
% egoistisch denkt, nicht irgendwann die soziale Komponente ganz aus dem
% Programm streicht und mit einer aehnlich technokratisch orientierten,
% scheinbar einleuchtenden Argumentation wie der derzeitigen
% "marktgerechte" Tarife verlangt?
Hmm, niemand?
% > Nur wenn die Privatteilnehmer alle an einem Strang ziehen, kann man
% > guenstige Bedingungen fuer das Privatpersonennetz herausholen. In
% > sofern hat das ganze also auch einen politischen Aspekt.
%
% ... den Du leider gruendlich missverstanden hast.
% "An einem Strang zu ziehen" bedeutet nicht, ein Monopol aufzubauen,
% dem sich alle unterzuordnen haben. Sondern Verbaende zu schaffen,
% deren Teilnehmer alle Aufgaben, die ohne gemeinsame Steuerung genauso
% gut erfuellt werden koennen, selbst regeln.
% Nur grosse Aufgaben, bei denen es notwendig ist, die Interessen zu
% vereinigen, um eine staerkere Position zu erlangen, muessen gemeinsam
% angegangen werden.
Ab hier wieder Zustimmung,
kai
-- _
_ // Kai 'wusel' Siering, Villa Straylight, Hamburg, Germany. Go for MIME!
\X/: <wusel@hactar.hanse.de> Exile: <wusel@wolfhh.hanse.de> iso-8859-1: ����
Hugh Hefner is a virgin.
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