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Article #49Re: DE-NIC RFC
From: Michael Storz
Date: Fri, 11 Sep 1992 16:43
Date: Fri, 11 Sep 1992 16:43
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Bei einer Sitzung im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) zum Papier der
DE-NIC-Kommission ueber die Anforderungen an ein DE-NIC ergaben sich die
folgenden Fragen und Bemerkungen.
Teilnehmer dieser Sitzung waren:
Alfred Laepple, Leiter der Abteilung Kommunikationsnetze
Wolfgang Beyer, Leiter der Gruppe Netzbetrieb und DIGI-Vertreter des LRZ
Ekkehard Lang, Betreuer des LRZ-Backbones und des WIN-IP-Anschlusses
Werner Spirk, Postmaster
Michael Storz, Postmaster
1) Grundsaetzliches
Es waere wuenschenswert, wenn die aktuellen Mitglieder der DE-Kommission auch
genannt worden waeren oder sind diese geheim?
Es sollte unterschieden werden zwischen den Aufgaben eines DE-NICs und der
Ausschreibung fuer den Betrieb eines DE-NIC. Der erste Teil des Papieres sollte
die Aufgaben und Dienstleistungen des DE-NICs in einer Form beschreiben, sodass
man diesen Teil spaeter an die Teilnehmer am deutschen Teil des Internets
verteilen kann. Der zweite Teil sollte dann genau zu jedem Punkt aus Teil 1
spezifizieren, welche Informationen man von einem Bewerber erwartet. Diese
Informationen sollten Aufschluss darueber ergeben, wie der Bewerber gedenkt,
diesen Aufgaben und Dienstleistungen nachzukommen.
Im Ausschreibungsteil muss auch auf einen Migrationsplan zum Uebergang vom
aktuellen DE-NIC auf das spaetere DE-NIC eingegangen werden.
Insgesamt sollte das Papier besser strukturiert sein und genauer und
konsistenter in der Wortwahl bei der Beschreibung der Aufgaben.
Formulierungen wie 'hat zu machen' oder 'hat zu erbringen' sollten durch 'macht'
und 'erbringt' ersetzt werden.
Es taucht nirgendwo der Begriff 'Connect Status' auf. Ist dieser in diesem
Zusammenhang nicht relevant?
Es fehlt ein Abschnitt, in dem beschrieben wird, was das DE-NIC nicht macht,
also die Abgrenzung zu einem NOC (sogenannte Negativ-Definition).
Es sollte genau beschrieben werden, dass das DE-NIC seinen Sitz in Deutschland
haben muss (dies ist bisher nur aus einem kleinen Satz unter 3.4 zu sehen).
Ebenso ist der Ort der Gerichtsbarkeit festzulegen.
2) zu den einzelnen Punkten
zu 1)
- Worin unterscheiden sich Nutzer von Internet-Technologie von Nutzern im
Internet bzw. Anbietern? -> diesen Teil des Satzes streichen
- Den Satz "Der Betrieb ..." streichen, die Betonung von technischen Aspekten
macht keinen Sinn.
- Absaetze 3 bis 7 aus Anforderungen heraus- und in Ausschreibungsteil
uebernehmen.
- Wir wuerden folgendes zu Punkt 1) schreiben:
Das DE-NIC erbringt eine Reihe von Dienstleistungen sowohl f"ur
die Nutzer als auch f"ur die Dienstanbieter von Internet-bezogenen
Netzdiensten innerhalb des deutschen Teils des Internets.
Um seinen Aufgaben, insbesondere seinen Koordinationsfunktionen
gerecht zu werden, muss das DE-NIC gegenueber den Anbietern und
Nutzern eine neutrale Stellung einnehmen.
Im Anhang B sind Angaben zur aktuellen Groesse und Umfang des
DE-NICs zu finden.
zu 2)
Dieser Teil sollte genauer strukturiert werden in Verwaltungs-, Betriebs-,
Koordinations- und Datenhaltungs-Aufgaben.
Was ist der Unterschied zwischen verwalten, vergeben und zuteilen? Fuer die
selbe Art von Aufgaben sollten die gleichen Beschreibungen verwendet werden
(dies ist der Unterschied zwischen Germanistik und Informatik bei der Text-
gestaltung).
Die Daten und deren Verwendung, die das DE-NIC zur Wahrung seiner Aufgaben
speichert, sind genau zu spezifizieren.
Was bedeutet konsistent halten bei jaehrlichem Abgleich? Bedeutet dies
moeglichst aktuell oder etwas anderes?
zu 2.1)
- Es sollte genau ein Begriff verwendet werden und zwar Internet Protokol
Adresse (IP Adresse)
- Was ist Supernetting und CIDR?
- Welche Implikationen koennen sich daraus ergeben?
- Wir sehen keinen Sinn oder Vorteile in der autonomen Vergabe von IP-Adressen
durch IP-Dienst-Anbieter.
- Woher bekommt das DE-NIC die IP Adressen (und falls IP Anbieter doch selbst
welche verteilen sollen, woher diese)
zu 2.3)
- Wenn RIPE bzw. DDN-NIC Daten fuer eine Netzadministration festgelegt haben,
dann muessen dies entweder hier oder in einem Anhang aufgefuehrt werden.
- Wie ist die Stellung des DE-NIC zu RIPE, DDN-NIC oder den 'uebrigen
Netzadministrationen'? Haben diese irgendwelche Anordnungsbefugnisse? Wenn
ja, welche und wo sind diese festgelegt?
zu 2.4)
- Es sollte erst die Aufgabe spezifiziert werden, dann eine Erklaerung dazu.
- Bedeutet dies nun, dass Aenderungen an den internationalen Datenbestaenden
nur durch das DE-NIC durchgefuehrt werden duerfen?
zu 2.5)
- Was bedeutet Versorgung einer Domain? Wie ueberprueft das DE-NIC ob diese
Versorgung gewaehrleistet wird?
- Der Abschnitt ueber die Versorgung gehoert nach 2.6 Betrieb des Nameservers.
- Was hat die Versorgung von Nameservern mit E-Mail-Dienstanbietern zu tun?
zu 2.6)
- Was ist ein primary Master Host? Dies ist doch wahrscheinlich einfach die
Hardware auf dem der Nameserver laeuft?
- Was bedeutet 'pflegt Hard- und Software'? Bedeutet dies, dass selbststaendig
Korrekturen bei Fehlern durchzufuehren sind?
- Was bedeutet Sekundaer-Server-Versorgung? Sind dies secondary Master Server
oder allgemein secondary Server in beliebigen Domains?
- Die Punkte in [] bzgl. Ausschreibung sollten in den entsprechenden Teil
uebernommen werden.
- Was passiert mit den Domains, die nicht im internationalen Internet geroutet
werden, wie sieht das dort mit dem reverse mapping aus (Split nameserver)?
zu 2.7)
- Was wird unter kooperierenden Netzen verstanden?
- Betrifft dies nun anderen Netze oder die Gateways zwischen den Netzen?
zu 2.8)
- Welche Zugriffsmoeglickeiten auf die Informationen sollen bereitgestellt
werden? Gopher, WAIS, WWW, Anon FTP?
zu 2.9)
- Wenn monopolistisch hier zentral bedeuten soll, dann beisst sich die Katze
in den Schwanz, denn wenn das Netz nicht zentral verwaltet wird, dann
kann es auch das DE-NIC nicht verwalten (das ja eine zentrale Stelle ist).
- Wahrscheinlich soll dies heissen:
Das DE-NIC verwaltet auf Antrag einer Benutzergruppe deren
Internet-bezogene Daten. Kosten dafuer werden gesondert zu erhoben.
Die Verwaltung solcher Daten koennte aber durchaus auch von jemand anderem
uebernommen werden. Das DE-NIC hat nicht das alleinige Recht dazu, wie es
der voliegende Satz impliziert. Im Falle des WIN koennte dies durchaus der
DFN sein, da er der Anbieter des WIN ist.
zu 3.1)
- werktags bedeutet Montag bis Samstag, ist dies gemeint? Die angegebenen Buero-
zeiten sind laenger als eine 40-Stunden Woche, der Betrieb kann also nur durch
Schichtdienst erfuellt werden.
- Muessen die BETRIEBSzeiten oder die BUEROzeiten mit vollqualifiziertem
Personal abgedeckt werden?
- unbemannt sollte durch unbesetzt ersetzt werden
zu 3.2)
- Abschnitt vollstaendig streichen, erstens impliziert dieser Abschnitt, dass
zwei Mann/Frau fuer den Betrieb des DE-NIC ausreichen, was auf keinen Fall
stimmen kann, zweitens ist dies eine Sache des Bewerbers darzulegen wie
er gedenkt den Betrieb aufrecht zu erhalten.
zu 3.3)
- Ersten Satz streichen. Entweder erfuellt das DE-NIC seine Aufgaben oder nicht.
Es muss spezifiziert werden, was passiert wenn es seine Aufgaben nicht
erfuellt.
- Was passiert mit Antraegen die nicht angenommen werden? Oder sollte es
'eingegangen' heissen?
- Was ist der Unterschied zwischen Vorgaengen und Antraegen?
- Wie lange dauern Vorgaenge bei Endnutzer-Angelegenheiten und Antraege von
IP-Anbietern (dies ist nicht spezifiziert worden)?
- Wie werden Anfragen und Fehlermeldungen behandelt?
- Werden Antraege oder Vorgaenge auch per Anrufbeantworter entgegengenommen?
zu 3.4)
- es soll wohl heissen
das DE-NIC akzeptiert von jedem IP-Anbieter einen oder mehrere Anschluesse
nach dessen Wahl
und nicht ein Anschluss fuer alle IP-Anbieter
- bei den Anschluessen muss genauer nach den verschiedenen Layern unterschieden
werden, z.B. Ethernet kann Ethernet V II oder IEEE 803.2 (SNAP) bedeuten
oder PPP kann ueber ISDN, Waehl- oder Standleitung gemacht werden
- bei RFC 877/1356 der Satz ueber den flaechendeckenden X.25-Dienst macht in
unseren Augen keinen Sinn. Was wir brauchen und was verlangt werden muss, ist
ein Anschluss an das WIN. Wenn das DE-NIC nur an das flaechendeckende Datex-P
Netz angeschlossen waere, wuerden wir ganz schoen alt aussehen (bei jeder
Anfrage unsererseits oder bei einer Anfrage von USA nach unseren Daten,
muessten wir Gebuehren zahlen, da das DE-NIC sicher nur mit reverse charging
arbeiten wuerde).
Und wenn ein Anbieter ueber eine X.25-Standleitung an das DE-NIC heran
moechte sollte dies wohl auch moeglich sein.
- Es sollte genau festgelegt werden, dass der IP-Anbieter die Kosten fuer
Installation des Anschlusses zu tragen hat.
- Wie sieht es mit den Kosten fuer den Betrieb eines solchen Anschlusses aus?
- Das DE-NIC sollte zwingend auch ueber E-Mail verfuegen, da unter 3.3
Vorgaenge und Antraege auch ueber E-Mail entgegengenommen werden.
- Was sind CIX und FIX?
- Absatz 'Weitere Anbindungen ...' in Ausschreibungsteil verschieben
zu 3.5)
- Absatz 'Vorschlaege fuer redundante ...' in Ausschreibungsteil verschieben
- Was ist der DE-NIC Beirat? Welche Aufgaben hat er, wie wird er gebildet etc.?
zu 3.6)
- 2. Absatz bzgl. Ausstattung fuer Mitarbeiter streichen. Dies ist Sache
des Anbieters wie er gewaehrleistet, dass seine Dienstleistungen erbracht
werden.
zu 4)
- in Ausschreibungsteil verschieben
zu Anhang A)
- 'monopolistisch genutzte' ersetzen durch 'durch einen IP-Anbieter verwaltete '
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Michael Storz
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! X.400 : G=michael;S=storz;OU1=lrz;
Leibniz-Rechenzentrum ! P=lrz-muenchen;A=dbp;C=de
Barer Str. 21 ! RFC822: storz@lrz.lrz-muenchen.dbp.de
8000 Muenchen 2 ! Fax : ++ 49 89 2809460
Germany ! Tel : ++ 49 89 2105 7420
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Technical Details
Message-ID:
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