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Started by Claus Kalle
Wed, 30 Sep 1992 21:14
noch mehr zum EBS bei der GMD
Author: Claus Kalle
Date: Wed, 30 Sep 1992 21:14
Date: Wed, 30 Sep 1992 21:14
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On Monday, Sep 28, Heiko Schlichting wrote: > Subject: Re: mehr zum EBS bei der GMD > In de.comm.internet you write: > > [EBONE] > >Meinungsaeusserung ist, denke ich, jetzt noetig, um fuer das naechste Jahr > >eine ueble Situation zu vermeiden. > > Wird lautes Klatschen erwartet? Anderes kann man momentan wohl nicht machen. Lautes Klatschen ist schon mal etwas. Wichtig ist nur, glaub ich, dass die richtigen "Entscheider" in den richtigen Gremien klatschen, damit Deutschland den richtigen Weg findet allgemein. :-) Vermeiden sollte man, dass spaeter jemand eine "geklatscht" bekommt :-) > Sicherlich ist eine EBONE-Anbindung bei der GMD sehr zu begruessen, wobei > doch sicherlich kein Knoten im EbackBONE zu erwarten ist, oder wird das > bisherige Konzept der 5 Knoten ggf. um einen erweitert? DOCH ! Der Beschluss geht genau darueber, bei der GMD einen vollwertigen EBONE-Knoten (EBS) mit 2 Leitungen ins Ausland aufzubauen bis Ende 1Q93. Denken kann man dabei an eine Leitung nach Stockholm und die andere nach CERN. Und damit wuerde auch eine vernuenftige Basis zur Erweiterung des EBONE Richtung Osteuropa da sein. Es wird dann 6 EBONE Knoten geben in 1993. Und das wurde die deutsche Netz-Vielstaaterei endlich zu aller Seiten Vorteil beenden. > > Heiko > -- > Heiko Schlichting | Freie Universitaet Berlin > heiko@groucho.chemie.fu-berlin.de | Institut fuer Kristallographie > ...und... On Monday, Sep 28, Enno de Vries wrote: > Subject: Re: mehr zum EBS bei der GMD > > > > Liebe WiN-IP-KollegInnen, > > > > nachdem auf die vor einiger Zeit an diser Stelle verbreitete Nachricht, > > dass die GMD beabsichtigt, in St. Augustin ein Ebone Boundary System > > (EBS) zu betreiben, nur wenig Response kam, moechte ich diese Nachricht > > noch ein wenig erlaeutern. Vielleicht weiss nicht jeder, was EBONE genau > > bedeutet, und warum ein EBS in Deutschland schon so lange erwartet wird. > Lieber Claus, > vielen Dank fuer die ausfuehrliche Information. Mich interessiert > daran vor allem auch ein bisschen die politische Seite: > > 1) Wo/Wer bestimmt denn ueberhaupt, wer die Rolle eines EBS uebernimmt? > Ist dies in Deutschland derzeit ueberhaupt sinnvoll? Im Effekt gibt es dazu keine Gesetze, denk ich. Bestimmen tut die Finanzier- barkeit und der gute Wille und das kollegiale Verhalten der anderen Netzanbieter. Ich meine, es ist SEHR SINNVOLL. Schon seit einiger Zeit bemerken wir doch, dass die Vielfalt der Serviceprovider nicht dazu beigetragen hat, zu guenstigen Preisen eine adaequate europaeische und interkontinentale Konnektivitaet zu bekommen. Wenn die DFN-IP-Betreiber bei Ausfall der IP/IXI-Verbindung nach London ihren Verkehr ueber USA nach Resteuropa schicken ist das aehnlich schlimm, wie wenn bei EUNET der Dortmund-Amsterdam Link ausfaellt, und die Kunden ganz im Dustern sitzen, was non-DE-IP angeht. Letztere Situation hat sich ja durch den Muenchener POP inzwischen gotseidank entschaerft. Dennoch ist doch klar, das es guenstiger ist, sich eine verlaessliche (2 Europa-Links) und guenstigere (Economy-of- Scale) IP-Struktur fuer Deutschland zu wuenschen im Interesse aller. > > 2) Wieso ist/fuehlt sich die GMD dazu berufen? Gab es diesen Vorschlag > von Benutzern/Netzbetreibern/Win-IP-PG o.ae.? Im Prinzip ist eine > Grossforschungseinrichtung m.E. schon praedestiniert, aber es sollte > ein tragfaehiges (d.h. koordiniertes/langfristig verfuegbares) System sein. Berufen, s.o., Geld, Signalierung von Kooperativitaet. Der Wunsch nach einem EBS in Deutschland existiert wohl schon seitdem es EBONE gibt. Unspruengliche EBONE-Plaene sahen ja vor, dass die CERN-DESY Leitung ein Teil von EBONE wird und dafuer Grossbritanien draussen vor blieb. Nachdem durch alle moeglichen "Tricks" Deutschland ausfiel, bildete sich EBONE eben an Deutschland westlich vorbei. Kannst Du praezisieren, was ein "tragfaehiges (d.h. koordiniertes/langfristig verfuegbares" System ist ? Mir kommt dabei immer sowas wie die Investition in ein IBM/370 System in den Sinn :-). Und da hat sich ja auch gezeigt, dass Dinosaurier sterben werden auf die Dauer (siehe Empf. DFG-Rechner-Komm.). Im Ernst: Die Abteilung Wissenschaftsnetze der GMD macht doch jetzt und bis auf weiteres den Eindruck, unabhaenigig (was ist das eigentlich genau) und professionell Serviceleistungen anbieten zu koennen. Im Uebrigen war dies nicht zuletzt auch DAS ARGUMENT, weswegen der DFN-Verein seinen IP-Dienst dort erbringen laesst (GMD als Auftragnehmer des DFN-Vereins). Also ist m.E. die Verlaesslichkeit und Langfristigkeit der Systeme der GMD als gesichert anzunehmen. > > 3) Gibt es schon mit der GMD andiskutierte Regelungen, wie sich reg. Systeme > an dieses EBS anschliessen? Was sagt z.B. der DFN-Verein dazu? Konkret weiss ich dazu nichts. Allerdings ist ein EBS wohl verpflichtet dazu, Anschluesse fuer RBS bereitzustellen (Das ist ja gerade die Idee fuer EBONE gewesen). Was nuetzt einem sonst das schoenste EBS ? Dass damit natuerlich die momentane Struktur unseres Wissenschaftsnetzes ein wenig unpraktisch wird, ist mir auch klar. Aber schon im Fruehjahr in Dortmund gab es Gedanken zu einer Restrukturierung des WIN in Richtung auf ein hierarchisch struktutriertes Netz (WIN-2000 Workshop). Leider gab es dazu von DFN-Seite bisher KEINEN Kommentar. > > Herzl. Gruss > Enno > ..... > Gruesse, Claus Kalle -- Claus Kalle, University of Cologne i i Regional Computing Center M M The System Software and Networking Dept. M M Cologne E-Mail: a0061@rrz.Uni-Koeln.DE /I\ /I\ Cathedral Phone: +49 221 478 5580 MIIIIII Fax: +49 221 478 5590 MiMiMiM Snail-Mail: Robert-Koch-Str. 10, 5000 Koeln 41 MIMiMiM Germany
Re: noch mehr zum EBS bei der GMD
Author: Carsten Rossenhoevel
Date: Thu, 01 Oct 1992 12:42
Date: Thu, 01 Oct 1992 12:42
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a0061@rrz.uni-koeln.de (Claus Kalle) writes:
> Meinungsaeusserung ist, denke ich, jetzt noetig, um fuer das naechste Jahr
> eine ueble Situation zu vermeiden.
Heiko darauf:
> Wird lautes Klatschen erwartet? Anderes kann man momentan wohl nicht machen.
Genau, ich freue mich auch, wenn bessere Links ins Ausland verfuegbar
werden (insbesondere da der Zusammenbruch der bisherigen DFN-Auslands-
verbindungen nach der grossen Migrationswelle EUnet->DFN absehbar ist).
Aber, ehrlich gesagt, ich glaube solchen Ankuendigungen nach den
bisherigen Erfahrungen erst dann, wenn ping sie bestaetigt. ;-)
Dann klatsche ich auch gerne laut.
Claus zum EBONE-Knoten bei der GMD:
> Und das wurde die deutsche Netz-Vielstaaterei endlich zu aller Seiten
> Vorteil beenden.
Die Vielstaaterei empfinde ich eher als gesunde Konkurrenz. Sofern sich
das EUnet entwickelt wie angekuendigt (siehe obige Bemerkungen zum Thema
"glauben"), koennte sich im naechsten Jahr durchaus eine fuer den
Anwender vorteilhafte (Preis- und Qualitaets-) Konkurrenz ergeben.
Hinzu kommt die Deregulierung auf dem Markt fuer internationale
Mietleitungen, die durch das neue Seekabel USA<->NL/D offensichtlich
noch beschleunigt wird.
> Schon seit einiger Zeit bemerken wir doch,
> dass die Vielfalt der Serviceprovider nicht dazu beigetragen hat, zu
> guenstigen Preisen eine adaequate europaeische und interkontinentale
> Konnektivitaet zu bekommen.
Das lag zu grossen Teilen auch an den Posttarifen. (oder?)
> Dennoch ist doch klar, das es guenstiger ist,
> sich eine verlaessliche (2 Europa-Links) und guenstigere (Economy-of-
> Scale) IP-Struktur fuer Deutschland zu wuenschen im Interesse aller.
Klar, aber ich sehe keinen Grund, deshalb auf die "Vielfalt" von
Providern (bisher ist es ja eher ein Oligopol ;-)) zu verzichten.
Die vielzitierte "Economy-of-Scale" gilt auch nur bis zu bestimmten
Groessenordnungen (auf der Leitungsseite bis zu den Bereichen, an denen
sich die Tarife der Linearitaet annaehern, auf der Personalseite ca. bis
zur Auslastung eines Operators rund um die Uhr).
"Economy-of-scale" zum jetztigen Zeitpunkt fuehrt auf dem stark
expandierenden Markt fuer IP-Dienstleistungen zu wenigen grossen
Anbietern, wo auch mehrere mittelgrosse Anbieter Chancen haetten
(mach mal eine Hochrechnung des Marktvolumens fuer 1995 und ueberleg,
wo dann Economy-of-scale beginnt).
> Die Abteilung Wissenschaftsnetze der GMD macht doch jetzt und bis
> auf weiteres den Eindruck, unabhaenigig (was ist das eigentlich genau) und
> professionell Serviceleistungen anbieten zu koennen.
Scheint mir als einfachem Benutzer auch so :-)
> Also ist
> m.E. die Verlaesslichkeit und Langfristigkeit der Systeme der GMD als
> gesichert anzunehmen.
Hm. Ist das nicht erst der Fall, wenn die Gebuehren kostendeckend sind?
Ich bin nicht in der Lage zu durchschauen, welche Leistungen der GMD
erst durch BMFT-Zuwendungen moeglich werden. Abhaengigkeit von
Subventionen ist keine gute Finanzierungsbasis, das ist wohl Konsens.
(Insbesondere da nach den letzten BMFT-Aeusserungen die GMD zugunsten der
Grossforschungseinrichtungen in den neuen Bundeslaendern nicht mehr
so stark gefoerdert werden soll wie in den achtziger Jahren.)
> Allerdings ist ein EBS wohl verpflichtet dazu,
> Anschluesse fuer RBS bereitzustellen [..]
Wie sieht die Verpflichtung genau aus (EBONE-Vertrag)?
CU, Carsten
PS: Heikos Dank fuer die Informationen schliesse ich mich an!
.........................................................................
Carsten Rossenhövel {cross,gnu,ftpadm}@cs.tu-berlin.de
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