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Article #238

Repost: Viele Fragen zum Kauf einer SparcStation

#238
From: Christian Weisgerber
Date: Fri, 02 Oct 1992 12:17
146 lines
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[ Das erste Posting ist anscheinend verloren gegangen :-( Ach ja,
  vergesst die Bemerkung ueber die GUUG, ist nun wirklich nicht mehr
  aktuell ]

Seit ich an der Uni mit ein paar Suns in Beruehrung gekommen bin, hat
mich der Drang gepackt auch privat mit einem Unix-Maschinchen arbeiten
zu koennen. Fuer mich stellen sich die folgenden Varianten dar:

- Acorn: meinen Archimedes auf Unix hochruesten resp. eine R260
- PC:    386/486er mit Linux (oder einem kommerz. Unix)
- NeXT:  NeXTstation
- SPARC: Sun SPARCstation1-Clone mit Solaris 1.0 o.ae.          <==
(Wer mir noch eine Alternative aufschwatzen moechte, ist herzlich
eingeladen :-)

Um zu einer Entscheidung zu kommen, brauche ich Informationen. Das
wuerde mir z.B. helfen auf der GUUG intelligentere Fragen zu stellen,
oder das ganze Projekt wegen Unfinanzierbarkeit zu streichen etc. Ich
moechte die Gelegenheit nutzen, zur viertgenannten Variante ein paar
Fragen ins Netz zu werfen. Tips und Hinweise waeren mir sehr willkommen,
auch kommerzielle Anbieter duerfen sich gerne per Mail bei mir melden.
Aeh, ich bin Student... es geht also nicht um High-End-Maschinen ;-)

(Allgemeines)

- Moechte mir jemand einen bestimmten Hersteller/Haendler empfehlen?
  In der c't scheinen Anzeigen in diese Richtung extrem duenn zu sein,
  die iX fange ich erst an zu lesen.

- Vor einiger Zeit war in der BYTE ein Artikel, wo der Autor geschildert
  hat, wie er sich eine Sparc mit Komponenten von der Stange selbst
  zusammengestueckelt hat. Als Konsens waere das aehnlich wie bei einem
  PC moeglich und deutlich billiger als den Rechner komplett zu kaufen.
  Ich hatte beim Lesen des Artikels allerdings den Eindruck, dass das
  eine sehr muehselige Affaire ist, viele einzelne Hersteller um
  Komponenten anbetteln etc. Hat jemand eigene Erfahrungen mit einem
  solchen Unterfangen gesammelt?

(Technik)

Soweit ich das z.Zt. verstehe, sind die SPARCstation-Clones sich
technisch alle sehr aehnlich, "Clones" eben, daher hoffe ich, dass die
folgenden Fragen nicht allzu herstellerspezifisch sind. Falls doch...
man lernt nie aus ;-)

- Bildwiederholfrequenz: Das ist ein Punkt, wo ich persoenlich sehr
  empfindlich bin. Ein Grund warum ich mit den 70Hz B/W meines ST oder
  lange nachleuchtenden Gruen/Bernstein-Terminals relativ gluecklich
  bin. Flackernde 50- oder 60Hz-Bildschirme belasten mich sehr, daher:
  Was sind die Bildwiederholfrequenzen bei den Sparcs in Mono/Farbe?

- RAM-Erweiterbarkeit: Handelsuebliche SIMMs oder spezielle (=teure)
  Speicherkarten? Oder ist das ein beachtenswerter modellspezifischer
  Punkt?

- Regelmaessig sehe ich Angaben wie "Plattenkapazitaet intern
  erweiterbar bis ... extern bis...", was mich immer etwas irritiert.
  Prinzipiell haengt das doch nur von der Groesse der Platten ab, oder?
  Klar, intern vom Platz, und abzueglich Rechner und erster Platte sind
  nur noch sechs SCSI-Devices uebrig, aber wie will man daraus eine
  maximale Erweiterung auf xx ableiten? Spielt da noch ein weiterer mir
  unbekannter Faktor mit?

- Ganz simple Frage, weil ich hier einfach keinen Testbericht finden
  kann: solche Baby-Workstations haben anscheinend normalerweise zwei
  serielle Schnittstellen. Haben sie auch eine Centronics? Sonst wuerde
  es von Anfang an eng...

(Peripherie)

- Wie sieht es aus mit dem Anschluss weiterer Platten (s.o.)? Intern ein
  oder null je nach Platz, extern bis die Device-IDs erschoepft sind?
  Das ist insofern von Bedeutung, als dass ich hier bei Verkauf meines
  aktuellen Rechners ein oder zwei Quantum P210S freibekaeme, die bei
  einem Verkauf erschreckend wenig Geld braechten, und die ich gerne
  weiterverwenden wuerde. Externe Gehaeuse/Stromversorgung sind dafuer
  schon jetzt im Einsatz.

- Bis jetzt habe ich meine Rechner immer ohne Backup betrieben, was mich
  ab und zu auch mal ein paar MB Daten gekostet hat. Diesen Unzustand
  moechte ich auf einer Unix-Kiste auf gar keinen Fall fortsetzen. Jetzt
  kenne ich mich dummerweise mit Streamern ueberhaupt nicht aus, und in
  Anzeigen finde ich ausschliesslich PC-Loesungen. Was nicht zu
  uebersehen ist: Streamer werden mit steigender Kapazitaet teurer, im
  aehnlichen Verhaeltnis wie Festplatten. Ist ein Streamer kleiner als
  die Gesamtplattenkapazitaet, bei dem man bei einem Backup ein/zweimal
  das Band wechseln muss, sinnvoll? Sonstige Hinweise?

Das folgende bezieht sich mehr oder weniger auf weiter in der Zukunft
liegende Plaene:

- Im Moment befinden sich meine Befuerchtungen und meine ersten
  Eindruecke in bestem Uebereinklang: SBus-Karten sind teuer. Im
  Vergleich zur DOSen-Welt schweineteuer. Sehe ich das richtig?

- Eventuell haette ich frueher oder spaeter Bedarf fuer mehr als zwei
  serielle Schnittstellen (oder bessere als die eingebauten?). Wie
  sieht's da aus? Wie teuer sind entsprechende SBus-Karten?

- Ich meine, die Rechner waeren alle standardmaessig mit einem
  Ethernet-Port ausgeruestet. Dafuer habe ich eigentlich ziemlich wenig
  Verwendung, sei denn als Schnittstellenvervielfacher. Es scheint eine
  Menge "Terminalserver" zu geben, die ans Ethernet angeschlossen werden
  und zur anderen Seite serielle u.a. Schnittstellen bieten. Preislich
  scheinen die in der Region ganzer PCs zu liegen, sind sie zur Schnitt-
  stellenerweiterung eine Alternative zu SBus-Karten?

- ISDN. (Sage jetzt keiner SPARCstation 10.) Da ich in absehbarer Zeit
  einen ISDN-Anschluss bekommen werde, waere ich natuerlich auch an
  einer entsprechenden Nutzung interessiert. Nachdem was ich gelesen
  habe, uebersteigen SBus-Karten die bastlerischen Faehigkeiten in
  meinem Bekanntenkreis, d.h. es muesste eine Produkt eines kommerz.
  Anbieters her. Gibt es passive ("dumme") Karten in sub-astronomischen
  Preisgefilden? Ist natuerlich irgendwie auch eine Software-Frage.

(Betriebssystem)

- Ich weiss nicht auf welche Rechner sich das bezog, aber ich kann mich
  dumpf an gewisse Geschichten erinnern, dass die ausgelieferten Unix-
  Pakete in der Standardausfuehrung teilweise etwas duenn sind. Da ich
  mich mit solchen Sachen noch nicht sonderlich auskenne, gibt es
  beliebte Fallen, auf die ich aufpassen muss?

- In selben Zusammenhang: Ich habe auch schon davon gehoert, dass das
  ausgelieferte Unix auf zwei Benutzer eingeschraenkt ist, und solche
  Sachen. Fuer eine Vollversion waere dann nochmal ein deftiger Aufpreis
  noetig. Jetzt kann ich mich weder spalten, noch moechte ich ein
  oeffentliches System betreiben, ich kann mir aber sehr gut Situationen
  (genuegend Serielle vorausgesetzt) vorstellen, wo auch bei mir eine
  Handvoll Leute gleichzeitig werkeln wuerde. Also: Sind solche Kastrat-
  versionen ueblich/moeglich/die Ausnahme?

- Wie sieht es im Unix-Bereich eigentlich mit der Update-Politik bzgl.
  des Betriebssystems aus?

(That's it)

Die uebliche Floskel: fuer Antworten verteile ich Streicheleinheiten,
aeh, will sagen bin ich dankbar etc.
Wie gesagt, auch kommerzielle Angebote sind willkommen, oder falls mir
jemand seine alte Sun4 verkaufen moechte... ;-)


Tschuess
-- 
Christian "naddy" Weisgerber, Germany           naddy@mips.ruessel.sub.org
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Date: Fri, 02 Oct 1992 13:17:00 CET
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